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Warmwasser- und PV Fragen: WWWP vs DLE
Verfasser:
Kargan
Zeit: 22.04.2026 10:57:42
0
3951082
Hallo, wir planen ein größeres Projekt in unserem Fachwerkhaus und ich bin mir insbesondere bei der Warmwasserbereitstellung unsicher.

Die Situation: Wir haben eine zentrale Gasheizung (>30 Jahre alt), und neue Daikin Luft-Luft WP (Splitklima) im ganzen Haus. Die Idee war, da wir ohnehin die Splitklima installiert haben, damit auch zu heizen und uns weitestgehend unabhängig vom Gas zu machen.

Wir haben aktuell einen hohen Stromverbrauch von ca. 7000 kwH (5 Personen, davon 3 Mädchen im Alter von 5, 12 und 15 Jahren). Es sind immer 1-2 Personen im Homeoffice, PCs laufen also quasi den ganzen Tag. Warmwasser wird bei uns nicht über Gas, sondern über 2 DLE generiert – einer im Gästebad (inkl. Dusche) im Erdgeschoss, der auch Küche und Waschküche mit Warmwasser versorgt, und ein weiterer DLE im Hauptbad im ersten Stock (Dusche und Badewanne).

Ich schätze, dass von den 7000 kwH etwa 3000 durch die DLEs verbraucht werden.
Jetzt das Thema PV: Wir denken das könnte Sinn machen bei uns, laut Beratung ist eine 10-13 KwhP Anlage möglich und realistisch. Zählerkasten muss getauscht werden und Hauserdung erfolgen. Vorbereitung Wallbox soll auch erfolgen, da wir 2 alte Autos haben von denen demnächst ziemlich sicher eines durch ein E-Auto ersetzt wird.
Batteriespeicher wird ja gerne mit verkauft, macht aber bei bestehenden DLE wohl wenig Sinn.

Meine Fragen:
Größe der PV Anlage: Sind 10-13 kwH Peak sinnvoll oder zu viel?

Mach ein Batteriespeicher Sinn? Falls nein, was ich annehme, ändert sich die Situation, wenn wir die DLEs durch eine Warmwasser Wärmepumpe ersetzen?

Generell, macht in unserer Konstellation (Stromverbrauch, PV) die Umrüstung auf WWWP wirtschaftlich Sinn? Diese müsste wohl mit dem Wasserspeicher im Keller installiert werden, und dann bräuchte es neue Warmwasserleitungen vom Keller in die Bäder?

Ich freue mich über jegliches Feedback 😊

Verfasser:
Georg M
Zeit: 22.04.2026 14:43:24
1
3951125
Hallo,

ich habe eine 10 KW PV Anlage (Ost/West Ausrichtung) auf dem Dach. Dazu einen 10 kW Speicher und eine Sole WP 8kW als Heizung (aktuell nur Heizkörper) .
Haus 160 m2 unterkellert und aus den 60ern aber schon mal gedämmt und Fenster erneuert. 3 Personen, davon ein Jugendlicher der oft und ausgiebig duscht.
Zuvor hatte ich einen Ölverbrauch von etwa 2000 l.
Wir haben zusätzlich einen Kaminofen der aber eher aus Liebhaberei genutzt wird.

Beim Speicher kann man sich über die Größe streiten, ich habe 1500 Euro für 5 kW bezahlt.

2025 habe ich für das komplette Haus 6755 kWh Strom verbraucht.
Davon gingen 2854 kWh auf die Heizung und WW.
Aus dem Netz 2520 kWh, aus der PV 2918 kWh und 1317 kWh aus der Batterie.
Einspeisung an den Energieversorger 6154 kWh.

Wenn du schon effektive DLE hast würde ich sie beibehalten.
PV wenn die E-Autos kommen eher größer planen.
Batterie ist, wenn man E-Autos tagsüber füllen kann, vermutlich zweitrangig.
Für Autarkie aber hilfreich.

Da gibt es sicher viele Wege zum Ziel.

Verfasser:
Kargan
Zeit: 22.04.2026 15:39:58
0
3951134
Zitat von Georg M Beitrag anzeigen
Hallo,

ich habe eine 10 KW PV Anlage (Ost/West Ausrichtung) auf dem Dach. Dazu einen 10 kW Speicher und eine Sole WP 8kW als Heizung (aktuell nur Heizkörper) .
Haus 160 m2 unterkellert und aus den 60ern aber schon mal gedämmt und Fenster erneuert. 3 Personen, davon ein[...]


Vielen Dank, auch für den Erfahrungsbericht. Unser Dach hat SSW Ausrichtung, das hatte ich vergessen zu erwähnen.
Da wir 3 förderfähige Split Innengeräte gerade nachrüsten, könnte ich diese gut mit dem Umbau zu BWWP koppeln, unsere Gasheizung stillegen lassen und somit für das Vorhaben (also nur Klimaanlage und BWWP, PV nicht inbegriffen) 50% Förderung mitnehmen.
Die DLEs verbrauchen schon ordentlich Strom bei 5 Personen, ich denke eine BWWP könnte sich dann schon schnell rechnen, insbesondere mit PV und der Förderung? Kommt natürlich auf die Gesamtkosten an, da auch Leitungen gelegt werden müssen etc.
Speicher kann also Sinn machen, 10kw kommt mir sehr viel vor bei einer 10kw Anlage? Wenn E-Auto geplant ist vielleicht auch wieder nicht :-) schwierig...

Verfasser:
Georg M
Zeit: 22.04.2026 16:07:22
1
3951138
Dann macht BWWP schon mehr Sinn, aber die braucht auch ihre Zeit für die WW Erzeugung.

Die PV Firma hatte auch nur 5 kWh Batterie empfohlen. Damit komme ich in der Übergangszeit aber nicht über die Nacht, wenn die SWP läuft.
Du kannst ja mal die Klimaanlagen als Heizung für die Nacht anwerfen und den Verbrauch messen. Die aktuellen Nachttemperaturen bieten sich ja noch dazu an.

In diesem März hatte ich 46 kWh Netzbezug und 166 kWh kamen aus der Batterie.
Nenn es Hobby, 5 kWh Batterie rechnet sich bestimmt eher.
So hab ich aber auch im Winter unseren 3h Stromausfall problemlos überstanden.
Das ist natürlich in D eine Ausnahmesituation.

Verfasser:
Daddy57
Zeit: 02.06.2026 07:25:30
0
3958344
Das Problem könnte entstehen, wenn alle hintereinander ausgiebig duschen.
Dann könnte selbst eine 300 l BWWP knapp werden.
Die heizen meist mit ca. 1,5 kW WP-Output nach.
Auch ist bei ca. 55° eine sinnvolle Grenze, will man nicht den Verdichter grenzwertig belasten oder per Heizstab nachheizen.
Es braucht einen großen Keller und/oder Ansaugung von außen.
Ansonsten ein guter Ansatz.
Wirtschaftlichkeit lässt sich schwer nachweisen und ist von zukünftigen Energiepreisen und Lebensdauer der eingesetzten Produkte abhängig.

Hier mal meine Situation:
160 m2 Wohnfläche, Altbau mäßig gedämmt.
9,5 kWp auf Süddach, leicht verschattet.
Solaredge WR mit Leistungsoptimierer und 18 kWh (netto) LiFePO4 Akku von BYD.
MEL Zubadan WP PUD-SHWM120 mit 300 l Brauchwasserspeicher.
Heizstab 3 kW im Speicher und Überschuss-Steuerung von Solaredge.
Fußbodenheizung, daher kein Puffer und geringere VLT.
Eine BWWP (solo, ohne Speicher) wartet hier noch auf ergänzende Installation.
BEV mit 20.000 km/a, fast ausschließlich zu Hause und tagsüber über 3 kW Ziegelstein geladen.

Stromverbrauch 2025: 13,8 MWh
Davon Solar direkt: 4,6 MWh
Indirekt über Akku: 3,3 MWh
Netzbezug: 6,1 MWh
Solarer Anteil also ca. 56%

Damit wurde geheizt, geduscht, Haushalt und Garten abgedeckt und kein Benzin mehr eingekauft ;-) .
Selbstredend geht da noch mehr, je nach Dachfläche.

Wenn die Dachfläche nicht genau nach Süd zeigt, ist das nicht so erheblich.
Ich habe auch eine Drift von 6° nach Ost, dafür aber 48° Dachneigung.
Unter PVGIS.com kann man den Ertrag gut abschätzen.

Verfasser:
Fertig
Zeit: 02.06.2026 08:18:03
0
3958357
Zitat von Kargan Beitrag anzeigen
Zitat von Georg M Beitrag anzeigen
[...]

Speicher kann also Sinn machen, 10kw kommt mir sehr viel vor bei einer 10kw Anlage? Wenn E-Auto geplant ist vielleicht auch wieder nicht :-) schwierig...

Beim Speicher verhält es sich so, dass die ersten ~5kWh am meisten nutzen, die nächsten 5kWh können bereits teures Hobby sein und so weiter.
Aber das ist relativ pauschal gewürfelt. Es kommt auf den Verbrauch und das Verbrauchsprofil drauf an.

Wir beheizen gut 170m² Wohnfläche mit Erdwärmepumpe, haben einen durchschnittlichen WW-Verbrauch, ein Elektroauto mit ~15000km/Jahr und sind zu viert im Haus (2E + 2K).
Unser Stromjahresverbrauch liegt bei ±8000kWh. Wir erzeugen ziemlich genau 2/3 unseres Strombedarfs selbst.

Wir haben einen 5kWh Speicher und dieser ist genau richtig dimensioniert. Denn im Winter wird er öfter nicht voll (24,7kWp Anlage) und im Sommer wird er nicht mal halbleer.
Es ist also ein Dilemma mit dem Speicher. Am besten kann man ihn in der Übergangszeit nutzen. Diese ist aber bei uns so kurz, dass es sich nicht lohnt, darüber zu reden.

Wir entnehmen aus dem Speicher im Jahr ziemlich genau 1000kWh. Das entspricht ziemlich genau 200 Ladezyklen.
Wenn wir einen größeren oder einen weiteren Speicher installieren würden, dann würde es die Speicherbilanz deutlich verschlechtern. Salopp gesagt - der würde dann einfach blöd rumstehen.

Ich sehe somit einen 5kWh Speicher für unser Haus als genau richtig. Bei dir kann es aber anders sein. Einen 10kWh Speicher kannst du bei einer 10kWp SSW Anlage absolut ohne Probleme nehmen.
Du musst die Situation bei dir analysieren. Wenn das Haus auch im Sommer nachts viel Strom zieht, so dass ein 10kWh Speicher halbwegs vernünftig arbeiten kann, dann ist die Größe genau richtig.

Der beste Stromspeicher ist der mit vier Rädern.

Grüße

Verfasser:
Mastermind1
Zeit: 02.06.2026 08:26:22
0
3958360
Eine BWWP könnte Sinn machen - wenn auch ne PV aufs Dach kommt.
Speicher ist ein Thema für sich - da sollte man auch auf den Preis schauen.
Viele der gut getestesten (HTW Berlin Akkutest) Hochvoltakkus sind preislich -wenn man ehrlich ist- unattraktiv. Technisch effizienter als Niedervoltsysteme. Aber preislich deutlich teurer. Das also berücksichtigen.

Beispiel BYD HVS 7,7kWh kosten aktuell online: 2.450€.
Beispiel Pylontech 48V DC 7,1kWh kostet inkl. 19" Schränkchen online: 1.520€

Pylontech soll nur ein "namhafteres" Beispiel sein. Es gibt noch günstigere - ganz klar.


Zur BWWP - wir sind ein 5 Personenhaushalt und haben einen 300l WW Speicher der durch eine Luft-WP 1* am Tag auf 48Grad beheizt wird.
Im Sommer kann es mal vorkommen, dass die Luft-WP das WW 2* machen muss.
(Morgens wird 2* geduscht, und am nachmittag wollen 2-4* duschen nach dem Pool).
Da kann man aber auch mit den Schwellwerten spielen, damit die WP rechtzeitig aufheizt. Oder man schaltet eben ne Std. vor dem Duschen die WW Bereitung ein.


Hier z.B. ne Haier M7 250l R290 BWWP.
https://haierhvac.eu/de/produkte/warmwasserbereiter-mit-warmepumpe/r290-m7-wp

Die BWWP hat zusätzlich einen Elektroheizstab (wenn ich es richtig gelesen habe) - wenn es mal "eilt" mit WW.

Verfasser:
Daddy57
Zeit: 02.06.2026 08:58:36
0
3958367
Wenn eine WP im Spiel ist, die das Haus heizt, macht ein großer Akku mehr Sinn.
Wir hatten im März etliche Tage mit 40 kWh Solarertrag und eine durchlaufende Heizung.
Da wird der 18 kWh Akku auch schon mal über Nacht leergenuckelt.
Meist kann man Akkus ergänzen, wenn die Erstanschaffung nicht zu weit zurück liegt.
Hier waren zunächst 3 Blöcke, die später durch 2 weitere Blöcke ergänzt wurden.
Auf Wirtschaftlichkeit hatte ich weniger geschielt, zugegeben ist es ein Stück weit Hobby.
Und man kann den Enkeln berichten ;-) .

Verfasser:
Fertig
Zeit: 02.06.2026 09:32:24
0
3958377
Zitat von Daddy57 Beitrag anzeigen
Wenn eine WP im Spiel ist, die das Haus heizt, macht ein großer Akku mehr Sinn.
[...]

Muss man differenzieren.
Bei uns heizt auch eine WP das Haus, wir brauchen trotzdem keinen größeren Speicher. Er würde uns schlich einfach nur sehr wenig bringen.

Im Falle von TO kann es aber anders aussehen.

Grüße

Verfasser:
Daddy57
Zeit: 02.06.2026 10:26:36
0
3958396
Zitat von Fertig Beitrag anzeigen
Zitat von Daddy57 Beitrag anzeigen
[...]

Muss man differenzieren.
Bei uns heizt auch eine WP das Haus, wir brauchen trotzdem keinen größeren Speicher. Er würde uns schlich einfach nur sehr wenig bringen.

Im Falle von TO kann es aber anders aussehen.

Grüße

Da hast du wahr.
Hier kommen lt. WMZ pro Jahr 22.000 kWh Wärme zustande.
Wegen einer kleinen vermieteten Einheit mit erhöhtem Wärmebedarf schaltet sich die WP erst über 16!° AT ab.
Strom bekommt die Mieterin allerdings nicht von der PV.
Auch das Nutzungsverhalten mit dem BEV kann einen großen Akku sinnvoll machen, auch wenn der Ladewirkungsgrad nicht gerade berauschend ist.
Sohnemann muss seinen E-UP teils nachts laden.

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