Zitat von
Chri Stian 
da muss ich dir schon vehement widersprechen.
Es kommt sehr auf die Bauweise an, wie die Prognose und die Vergangenheit zusammengesetzt werden soll
Ich hab z.b ziemlich viel Masse, 36er Ziegel + Massivklinker, dazu noch einen alten Heizestrich aus Anfang der 80er. Wetterumschwünge schlagen bei mir erst voll nach 2 Tagen durch, und das gilt es zu kompensieren.[...]
Ich sehe da keinen Widerspruch. Aber mein Vorschlag war auch nicht als Universallösung gedacht.
Wetterumschwung und
Nachtabsenkung mal ganz außen vor hast ohne Glättung/Dämpfung der AT schon Nachts evtl. erhebliche Probleme.
Da kann die Außenwand noch ne ganze Weile warm sein. Die kühlt zunächst außen ab. Innen hast noch über Stunden die Wandtemperatur vom warmen Tag, also kaum Wärmeverluste. Die FBH heizt aber hoch und dann wirds in der frühen Nacht zu warm. Wenn die Außenwände gut isolieren und viel Speichern bis in den Vormittag.
Wenn die Fußbodenbeläge eher gut isolieren (
Parkett, Vinyl plus evtl. Teppiche) ist der
Estrich und die RT morgens sicher zu warm und es zieht sich bis in die Mittagszeit
(Vormittags ist die Wand außen zwar ausgekühlt, innen aber evtl. noch relativ warm und die FBH ist aufgeladen). Nachmittags ist die Innenwand dann eher kühler als normal, die FBH liefert aber weniger nach.
Das ganze ist ein System mit ca. 5
Energiespeichern (Estrich, Raum+Möbel, Außenwand in 3 Schichten) und Wärmeübergangswiderständen, die sich je nach Gebäude erheblich unterscheiden können.
Evtl. kann man das auf ne Summenformel bringen, aber durchschaubarer wäre es die
Temperaturen der
Energiespeicher und Wärmeflüsse als "Beobachter" zu modellieren und davon ausgehend die Wärmezufuhr zu steuern.
Für nen Wetterumschwung kann man ne Prognose einarbeiten. Aber 4h bringen da nicht viel, wenn es 48h dauert bis die Temperaturen wieder passen. Da hilft dann aber ggf. der Vergleich mit dem Erwartungswert um schnell zu reagieren.
Lange Nachtabsenkung mit Sprung ist auch nicht gut. Da geht die WP dann ggf. auf 100% hoch. Besser wäre ne gedämpft ansteigende
Heizkurve, die die WP auch problemlos schafft.
Oder auch Nachtabsenkung aufteilen, dass der Estrich nicht ganz auskühlt.
Bei 5°C AT darf man den Effekt auch nicht überbewerten. Da ist der Wärmebedarf eh schon niedrig und der
COP eher hoch. Entscheidend für den Stromverbrauch ist da eher der Bereich von -5 bis 0 °C AT.
Wenn du bei -3°C AT und
Heizgrenze von 16°C 137kWh Wärme pro Tag brauchst sind das mit COP 3,5 39kWh Strom pro Tag.
Bei 5°C AT und Heizgrenze von 16°C sinds dann nur 79kWh Wärme pro Tag brauchst sind das mit höherem COP von 4,5 nur 18kWh Strom pro Tag.
Aber zurück zu deinem Szenario mit der dummen WP:
Lass die WP auf dem 24h-Mittelwert der AT laufen und du hast morgens keinen aufgeladenen Estrich. Konkret wäre es morgens/vormittags wohl leicht zu kühl (Wand etwas ausgekühlt) und Abends etwas zu warm (Wand noch warm).
Reagiert dann allerdings schlecht auf Wetterumschwünge.
Nimm meine Idee eines pauschalen Temperaturverlaufs im Tagesablauf und du kannst die aktuelle AT dazu in Relation setzen. Ob die AT dann wegen Nebel niedriger ist als erwartet oder weils klar ist höher als erwartet oder ob es sich um einen Wetterumschwung handelt ist unklar. Liefert die 4h-Prognose aber auch nicht besser.
Kann man aber natürlich mit gemessener
Luftfeuchtigkeit, 4h-Prognose, 12h-Prognose etc. verheiraten.
Die Kurzzeitdaten (1-2h-Mittel) gehen dann verstärkt in die
Steuerung ein. Also wenns z.B. wegen Nebel vormittags 3 Grad kühler ist als erwartet kommt direkt 1 Grad (1/3) auf den Temperaturmittelwert drauf. Der Rest dann ggf. über ein Energieintegral (aber auch nicht alles, denn weils gestern zu kalt war brauch ichs heute nicht wärmer).
Und bei nem Wetterumschwung das gleiche.
Ungeglättete AT-Führung lässt sich aber kaum mit nem Offset vereinbaren.
Wieviel du dann Nachts absenkst und tagsüber den Estrich zusätzlich aufheizt ich auch ziemlich individuell nach Nutzung und Haus.