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Altbau mit Gas und Holz beheizt: Einbau einer Wärmepumpe oder lieber die Gasheizung reparieren?
Verfasser:
Stephan Esteban
Zeit: 06.05.2026 00:48:25
0
3953087
Hallo zusammen,

unserer Gasheizung ist nun 25 Jahre alt und benötigt eine Reparatur (Gasarmatur und/oder Steuerung = ~1000€). Bei der Gelegenheit könnten wir prima den Wechsel auf eine Wärmepumpe wagen.

Wir wohnen in einem Haus in Köln (NRW, Normaußentemperatur etwa -8 °C) mit 160m² beheizter Fläche aus dem Baujahr 1928. Die Fenster und die Haustür wurden erneuert.

bisher heizen wir mit Gas und Holz:
2 Heizkreise mit 6 und 7 Heizkörpern werden von einer Junkers ZSBR 7-28 Gasheizung (viel zu groß, taktet sehr oft) erwärmt. Es sind also insgesamt 13 Heizkörper plus 3 ungenutzte Heizkörper in Kellerräumen vorhanden. Die Steigleitungen vom Keller in die 3 Stockwerke ist in 2mm Kupfer ausgeführt. Die Anbindung der 13 Heizkörper ist mit 15mm Kupferleitungen ausgeführt. Es handelt sich um Typ 22 Heizkörpern die problemlos gegen Typ 33 getauscht werden können.
Zusätzlich steht im Wohnzimmer ein Walltherm Holzvergaser (5kW Luft + 10kw Wasser) welcher einen 1000L Pufferspeicher beheizt. Eine UVR1611 Steuerung steuert einen Mischer an, der warmes Wasser in den Heizkreisrücklauf kurz vor der Gasheizung mischt (3 Grad wärmer als die Soll Vorlauftemp. der Gasheizung). Die Gasheizung dient an kalten Tagen lediglich als Heizkreispumpe. Die Holzversorgung ist sehr gut, daher wird der Ofen im Winter sehr viel genutzt.
Ist eine Wärmepumpe geeignet?
Bei 0°C Außentemperatur benötigen die Typ22 Heizkörper im alleinigen Gasheizungsbetrieb <50°C um die Raumtemperaturen zu erreichen. Ein Tausch auf Typ33 Heizkörper wird die benötigte Systemtemperatur weiter senken.
Es gibt keine Verbrauchswerte von der Gasheizung alleine. Die letzten 5 Jahre haben wir zwischen 8.000 – 12.000 kWh Gas und immer zusätzlich 10m³ Brennholz verbraucht: 10m² Brennholz x 1800 kWh / m³ Heizwert Holz x 80% Wirkungsgrad = 12.600 kWh liefert der Ofen ca. zum Heizen.
Das wäre ein Gesamtenergieeinsatz von 10.000 kWh Gas und ~12.000 kWh Holz = 22.000 kWh für den Heizbetrieb und die Brauchwassererwärmung (5 Personen) im Winter. Für die Brauchwassererwärmung im Winter fallen vmtl grob 2000 kWh Gas an. Im Sommer liefern 2 Solarthermiepanele (werden weiterPV weichen) Energie für das Brauchwasser.
Ein Verbrauch von 22.000 kWh gesamt – 2000 kWh Gas für Brauchwasser Winter = 20.000 kWh Energie zum Heizen / 2000 h Heizbetrieb = 10 kW erforderliche Leistung der Wärmepumpe.
Diese Formel findet man oft im Netz. Ich möchte die Wärmepumpe natürlich so dimensionieren, dass der Holzofen auch mal ausbleiben kann. Andererseits könnte man die Wärmepumpe kleiner dimensionieren, da der Ofen immer sehr gerne genutzt wird. Würde er mal aus bleiben, könnte ein Heizstab übernehmen und so eine knapp (=effizient?) ausgelegte Wärmepumpe unterstützen.
Eine 8,5 kWp PV Anlage (50% Ost, 50% Süd, weiterer Ausbau geplant) ist vorhanden.
Welche Tipps habt ihr für unsere Vorgehensweise?

Optionen:
1. Repariere / erneuere die Gasheizung. Der Gasverbrauch ist zu gering um eine Wärmepumpe zu installieren.
2. Einbau Wärmepumpe (gute Kontakte zu einem Kältefachbetrieb sind vorhanden).
2.a WP lädt den vorhandenen 1000L Puffer: lange Laufzeiten möglich. Nutzung PV Überschuss möglich. Der Puffer bedient die Heizkreise.
2.b. WP speist die Heizkreise direkt (ca. 160L Wasservolumen).

Bin für Eure Tipps sehr dankbar.
Stephan

Verfasser:
bstone
Zeit: 06.05.2026 07:29:59
2
3953097
Hinsetzen, mit Sachverstand planen und technologie offen auf eine WP umbauen,
mit einer ergänzenden PV-Anlage. Gas,Öl, Holz sind in der Regel keine längerfristig vernünftige Lösungen auch wenn das CxU mit "Reformen" vermitteln wollen.

Verfasser:
cmuesei
Zeit: 06.05.2026 08:17:50
0
3953104
Schließe mich dem Vorredner an, in Ruhe und auf Basis erfasster Daten Planen !
Man trennt sich ungern von liebgewordenen Dingen wie eurem Ofen, es führt allerdings in den meißten Fällen zu Problemen einen NT-Erzeuger mit einem HT-Erzeuger zu verheiraten. Ein !000L Puffer klingt ja recht schön, aber eine 10kW WP braucht einen Volumenstrom von mind. 1000L/h um effizient arbeiten zu können. Da kannst du dir ausrechnen, wie weit du kommst und wie viele Takte du damit sparst!! Auch PV wird sehr oft in Verbindung WP überbewertet und auch wenn jedes Watt vom Dach zählt, ist die Sonne von November bis Februar nicht unbedingt großzügig, in den restlichen Monaten hast du Strom übrig den keiner haben will.
Meine Empfehlung auch auf Grund fehlender Alternativen auf WP setzen.
Wärmebedarf möglichst messen oder korrekt berechnen, Volumenstrom prüfen, HK auf minimale VLT auslegen, Anlage abgleichen dabei möglichst von 2 Kreisen auf einen umbauen, thermische Hülle nicht unterschätzen, es bringt nur wenig beheizbare Räume innerhalb eines Gebäudes abzuregeln, WW-Bereitung nach Bedarf und Effizienz planen.

Verfasser:
belzig
Zeit: 06.05.2026 13:07:49
0
3953159
Bei insg 22000kWh Energiebedarf hast du mit 5 Pers. WW eine Heizlast von 9,9 kW
(https://www.waermepumpe.de/werkzeuge/heizlastrechner/)

Hab jetzt mal mit NT-Kessel gerechnet.
Jenachdem welchen Wirkungsgrad dein Holzvergaser hat, wird die Heizlast noch geringer ausfallen.

Eine WP mit 7,5-8 kW sollte also ausreichen.
Was relativ gut ist weil du damit eine preiswertere 1 Phasige WP kaufen kannst, z.B. Viessmann 250 A08 oder eine Vaillant Arotherm 75/8.1

Jetzt ist halt die Frage ob deine Heizkörper mit 45° bei 0° AT ausreichen.
Das kann man natürlich mit der Raumweisen Heizlastberechnung machen (z.B. heiz.report) oder du wartest den nächsten Winter ab.

Insgesamt ist es vergleichsweise schlecht eine WP mit einem Hochtemperatur-Wärmeerzeuger zu verheiraten.

Das geht fast nur mit einem Parallelpuffer in Stichanbindung.

Alternativ könntest du den Holvergaser gegen einen luftgeführten Holzofen tauschen und sparst dir komplizierte Hydrauliken und machst einfach eine WP mit Reihenpuffer.

Verfasser:
schoberh
Zeit: 06.05.2026 15:16:02
0
3953186
Hallo,

ich würde niemals in eine 25 Jahre alte Gasheizung noch 1.000,-€ investieren!

Wärmepumpe muss bei Deinen Voraussetzungen allerdings auch gut geplant werden.

VG,
Katrin

Verfasser:
Fritzli
Zeit: 06.05.2026 15:53:32
0
3953193
Die Zukunft heisst Wärmepumpe und das unabhängig vom Verbrauch.
Die Gasheizung ist 25 Jahre alt, selbst wenn du da jetzt 'durchsanierst', hast du keine Garantie, dass nicht nach 3 Jahren der nächste Defekt eintritt.

Das Problem ist die Verheiratung von (Hochtemperatur) Holzofen/Pufferspeicher und (Niedertemperatur) Wärmepumpe. Ideal wäre ein Holzofen ohne hydraulische Heizungsanbindung. Da liegt die Kunst darin, eine gute Kombination zu finden.

Ich würde die WP so auslegen, dass sie auch ohne Holzofen auskommt.

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