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Datenschutzhinweise

Dampfsperre bei Dachsanierung??
Verfasser:
cmuesei
Zeit: 06.05.2026 08:38:15
0
3953106
Leider bin ich in Sachen Dach absoluter Laie, daher brauche ich eure Einschätzung!
Bei uns steht demnächst die Sanierung der Dachhaut an, dazu haben wir 2 Angebote eingeholt. Der aktuelle Dämmstand ist nach m.M. recht gut und wir heizen seit 5 Jahren auch recht effizient mit einer WP. Nun will DD-1 die Dämmung belassen und der andere diese erneuern um dabei unter die Zwischesparrendämmung eine Dampfsperre einzubauen und über die Holzfaser-Aufsparrendämmung nochmals eine Plane komplett winddicht verkleben. DD-1 hat im Angebot nur die obere Plane. Eine Dampfsperre hat unser Dach bisher nicht gehabt (DDR-Standartbau 1980), unter den Sparren sind Holfaser-Verbundplatten( Sauerkraut) verbaut und verputzt.
Der Preisunterschied beläuft sich auf gut 6T€??!! und Geld ist nicht im Überfluss vorhanden.
Was würdet ihr empfehlen bzw. wie ist es richtig?

Verfasser:
Stefan2601
Zeit: 06.05.2026 08:55:27
0
3953107
Grundsätzlich ist es nicht verkehrt, die alte Dämmung zu erneuern. Die alte Dämmung hat einen schlechten Dämmwert, ist schlecht verlegt, hat Luftspalten.
Da bleibt vom ohnehin schon schlechten Dämmwert nichts mehr übrig.

Was kommt für eine Zwischensparrendämmung? Auch Holzfaser? Ich gehe aber mal eher von Mineralwolle aus.

Achtung wichtig, die Herstellung Winddichtigkeit kommt auf den Sparren, also zwischen Zwischensparrendämmung und der Aufsparrendämmung.
Auf der Aufsparrendämmung kommt nichts mehr drauf.
Die Holzfaserplatten sind winddicht, diffusionsoffen und wasserableitend.

Verfasser:
richard10
Zeit: 06.05.2026 09:09:19
0
3953110
Wenn ihr seit 5 Jahren mit WP effizient heizt und ihr keine akuten Probleme habt (Schimmel, feuchte Dämmung, muffiger Geruch, verfärbte Sparren), dann ist „alles raus + neue Dampfsperre + komplett winddicht verkleben“ nicht automatisch die richtige Standardlösung – kann sinnvoll sein, ist aber auch ein größerer Eingriff mit Risiko, wenn es nicht sauber geplant und ausgeführt wird.

Ein DDR-Dach von ca. 1980 ohne Dampfsperre ist nichts Ungewöhnliches. Viele dieser Dächer funktionieren, weil sie diffusionsoffener aufgebaut sind und ggf. über Leckagen „mitlüften“.
Wenn man jetzt innen plötzlich eine „sehr dichte“ Dampfsperre einzieht, muss das luftdicht zu 100% sein (Anschlüsse, Durchdringungen, Kehlen, Traufe, Giebel etc.). Sonst kann man sich Feuchte in die Konstruktion holen, die vorher nie ein Problem war.

Nicht die Dampfsperre rettet das Dach – sondern die luftdichte, fehlerfreie Ausführung. Und die ist in Bestandsdächern schwer.

Was ich an eurer Stelle entscheiden würde:
Wenn: keine Feuchteprobleme, Dämmung ist trocken und ordentlich, Sparren/Schalung zeigen keine Schäden, dann würde ich die Dämmung eher belassen und den Außenaufbau fachgerecht erneuern (also „DD-1-Variante“), aber vorher zwei Dinge absichern:

1) Feuchtecheck vor Entscheidung:Lasst euch zeigen/prüfen: Feuchtemessung an Sparren/Schalung, Sichtprüfung von innen (wenn zugänglich) und von außen beim Abdecken

2) Klare Aussage zur Luftdichtheit / Innenaufbau Da ihr innen Holfaser-Verbundplatten („Sauerkraut“) und Putz habt, habt ihr evtl. bereits eine gewisse Luftdichtheit.
Frage an den Betrieb: Welche Luftdichtheitsebene seht ihr aktuell? Wo genau wären bei euch die kritischen Leckagepunkte? Warum ist eine neue Dampfsperre zwingend nötig, wenn 40 Jahre kein Problem war?

6k€ mehr für „alles raus, neu dämmen, Dampfsperre innen, außen winddicht verkleben“ klingt nicht unrealistisch – das ist deutlich mehr Arbeitszeit und Risiko/Details. Die Frage ist: Braucht ihr das wirklich?

Verfasser:
Stefan2601
Zeit: 06.05.2026 09:44:07
0
3953115
Wenn man ein Dach neu macht, macht man es nach aktuellem Stand der Technik.

Und nicht, weil es bisher luftig funktioniert hat, Stand von 2000. Falsche rangehensweise. Schließlich bleibt das Dach auch wieder 50-60 Jahre drauf.

Auch verwendet man keine "sehr dichten Dampfsperren" mehr.
Es werden feuchtevariable Dampfbremsen verwendet.

Die Dampfbremse ist die luftdichte Ebene. Und genau die rettet dein Dach. Die Dampfbremse ist das wichtigste Bauteil am Dach.
Eventuell verwechselst du da was mit der Winddichtigkeit. Die ist dann eher sekundär. Das ist die Unterspnannbahn.

Das ist Bauphysik. Man kann nicht einfach eine Sache ändern und des Rest so lassen, weil es immer so funktioniert hat.
Bei jeder noch so kleinen Änderung muss immer der komplette Aufbau neu betrachtet werden.
Kommt eine Schicht hinzu, sind oft immer noch weitere Maßnahmen erforderlich.

Verfasser:
Oelwechsler
Zeit: 06.05.2026 15:02:16
0
3953183
Für mich stellt sich die Frage, was oberhalb der aktuellen Dämmung zu finden ist.
Wie diffusionsoffen ist die Ebene über den Sparren? Was ist da für eine Folie oder Bahn gezogen (Bitumenbahn auf Schalung?) ? Welche Eindeckung?

Sollte das Dach jetzt funktionieren und ist schadensfrei und sind die neuen Ebenen oberhalb der Dämmung diffusionsoffener als vorher im Bestand, sähe ich kein Problem, die Dämmung so zu belassen. .. mal außen vor des U-Wertes, der rein rechtlich nach Sanierung der Dachhaut eingehalten werden müsste (0,24 W/(m²K))

Verfasser:
TimoB
Zeit: 06.05.2026 15:46:45
0
3953191
Ob ein Dach so "funktioniert" ist im Bestand doch kaum zu beurteilen. Es hat wohl mal funktioniert, aber das ganze altert, setzt sich, arbeitet, bekommt Risse usw.

Wenn heute ein Riss entsteht, kann ich in 5 Jahren Schimmel haben. Vorher bemerke ich das vielleicht gar nicht.

Verputzte Sauerkrautplatten haben schon eine dampfbremsende Wirkung, aber wie gut ist das heute noch?
Ich jedenfalls würde mich nicht darauf berufen: Es hat immer funktioniert, also wird es die nächsten 30 bis 40 Jahre auch funktionieren. Jedenfalls nicht, wenn ich es anfasse und erneuere.

Verfasser:
Oelwechsler
Zeit: 06.05.2026 16:17:59
0
3953201
Zitat von TimoB Beitrag anzeigen
Ob ein Dach so "funktioniert" ist im Bestand doch kaum zu beurteilen. Es hat wohl mal funktioniert...
...da hast du natürlich recht - im geschlossenen Zustand ist da nichts zu beurteilen. Schlimmer noch: es hat vielleicht nie funktioniert und modert vor sich hin und irgendwann bricht ein Sparren....

Aber der TE wird ja bei Neueindeckung zumindest die nach oben abschließende Lage oberhalb der Dämmung öffnen. Dann sollte man schon den Zustand des Tragwerks beurteilen können. Und aber dann drauf gefasst sein, doch mehr machen zu müssen als geplant.

Verfasser:
cmuesei
Zeit: 07.05.2026 11:51:06
0
3953328
Danke für eure vielen Infos, die ich erstmal verarbeiten muss.
Die 6T€ Aufpreis sind nur für die Erneuerung der Dampfsperre und der Dämmung zwischen Ringanker bzw. Kniestock und OG-Decke als Zwischensparrendämmung gerechnet, also grob geschätzt 30-40qm.
Auf die Sparren wird eine winddichte Schicht verklebt incl. Wandanschlüsse etc.. Darauf kommen Holzphaserplatten -Lattung und Dachsteine.
DD-2 hat sich das Tragwerk angesehen und soweit sichtbar gibt es keine Mängel. Auch Schimmel oder sonstige Bauschäden sind nicht erkennbar, was nach dem Abriss zum Vorschein kommt wird sich zeigen? Die vorhandene "alte" Dämmung haben wir vor 10 Jahren mit viel Mühe mit alukaschierter Mineralwolle erneuert, Luftspalten gibt es aber definitiv.

Also nehme ich mit, daß es wohl sinnvoll wäre die alte Dämmung inkl. Dampfsperre zu erneuern. Die 6T€ nur dafür finde ich allerdings recht heftig.

Verfasser:
Stefan2601
Zeit: 07.05.2026 13:38:53
0
3953356
Alukaschierte Dämmung war eigentlich ein Relikt aus den 90er Jahren. ;-)
Daher bin ich verwundert, dass ihr das vor 10 Jahren damit noch gemacht habt.
Die Alukschierung diente im Grunde als Dampfsperre.
Funktioniert nur leider heute nicht mehr so. Bzw. kann sich im Nachhinein als schadenträchtig rausstellen, wenn es verbleibt.

Daher wie schon erwähnt, alles raus.
Dann wird eine variable(wichtig) Dampfbremse schlaufenförmig über die Sparren verlegt. Die muss ringsum Luftdicht verschlossen sein. Tackerklammern verklebt, Überdeckungen verklebt, am Giebel mit Folienkleber. An der Taufe kann auch Folienkleber genommen werden. Aber besser ist das hier: Dörken DELTA-LIQUIXX
Das ist dann wirklich luftdicht.

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