Wenn ihr seit 5 Jahren mit WP effizient heizt und ihr keine akuten Probleme habt (Schimmel, feuchte Dämmung, muffiger
Geruch, verfärbte Sparren), dann ist „alles raus + neue
Dampfsperre + komplett winddicht verkleben“ nicht automatisch die richtige Standardlösung – kann sinnvoll sein, ist aber auch ein größerer Eingriff mit Risiko, wenn es nicht sauber geplant und ausgeführt wird.
Ein DDR-Dach von ca. 1980 ohne Dampfsperre ist nichts Ungewöhnliches. Viele dieser Dächer funktionieren, weil sie diffusionsoffener aufgebaut sind und ggf. über Leckagen „mitlüften“.
Wenn man jetzt innen plötzlich eine „sehr dichte“ Dampfsperre einzieht, muss das luftdicht zu 100% sein (Anschlüsse, Durchdringungen, Kehlen, Traufe, Giebel etc.). Sonst kann man sich Feuchte in die Konstruktion holen, die vorher nie ein Problem war.
Nicht die Dampfsperre rettet das Dach – sondern die luftdichte, fehlerfreie Ausführung. Und die ist in Bestandsdächern schwer.
Was ich an eurer Stelle entscheiden würde:
Wenn: keine Feuchteprobleme, Dämmung ist trocken und ordentlich, Sparren/Schalung zeigen keine Schäden, dann würde ich die Dämmung eher belassen und den Außenaufbau fachgerecht erneuern (also „DD-1-Variante“), aber vorher zwei Dinge absichern:
1) Feuchtecheck vor Entscheidung:Lasst euch zeigen/prüfen:
Feuchtemessung an Sparren/Schalung, Sichtprüfung von innen (wenn zugänglich) und von außen beim Abdecken
2) Klare Aussage zur
Luftdichtheit / Innenaufbau Da ihr innen Holfaser-Verbundplatten („Sauerkraut“) und Putz habt, habt ihr evtl. bereits eine gewisse Luftdichtheit.
Frage an den Betrieb: Welche Luftdichtheitsebene seht ihr aktuell? Wo genau wären bei euch die kritischen Leckagepunkte? Warum ist eine neue Dampfsperre zwingend nötig, wenn 40 Jahre kein Problem war?
6k€ mehr für „alles raus, neu dämmen, Dampfsperre innen, außen winddicht verkleben“ klingt nicht unrealistisch – das ist deutlich mehr Arbeitszeit und Risiko/Details. Die Frage ist: Braucht ihr das wirklich?