Seit dem 16.10.26 ist nun bei mir eine AIT Hybrox5 mit dem Hydrauliktower HSV180 installiert. Hier nun meine Erfahrungen.
Erstmal die Daten zum Haus:
Doppelhaushälfte
Baujahr 1954
Wohnfläche ca. 80 m²
Fenster doppelverglast 1988, Wohnzimmer neu 2016, Scheiben Haustür neu 2023.
Neuer
Estrich mit 40mm Styrodur drunter 2016.
Hohlwände (ca. 7cm) mit
Glasschaumgranulat gefüllt.
Alle Räume mit Heizkörpern, nur im Bad FBH mit RTH.
Raumtemperaturen: Schlafzimmer, Flur 18 °C, Bad 21, sonst 20.
Ich bin leider etwas blauäugig an die Sache herangegangen. Im Sommer 2025 hatte ich den Entschluss getroffen, auf fossile
Brennstoffe komplett zu verzichten. Eine Wärmepumpe sollte die 37 Jahre alte
Gasheizung ersetzen. Ausserdem sollte eine PV-Anlage aufs Dach (mit Speicher) und ein
E-Auto in die Grage.
Für die WP habe ich mir drei
Angebote von örtlichen Heizungsbauern eingeholt. Mit allen dreien hatte ich Beratungsgespräche vor Ort geführt. Die Gespräche waren sehr interessant und dauerten bis zu einer Stunde. Im Nachhinein muss ich feststellen, dass leider alle keine gute und umfassende Beratung geboten haben. Wichtige Infos, z.B. zum Heizverhalten (keine HK-Thermostate benutzen,
Regelung über
Heizkurve) fehlten. Entweder verschweigt man so was bewusst, um die Kunden nicht abzuschrecken, oder die wissen es selber nicht besser.
Zwei haben mir eine Vaillant Arotherm plus VWL 35/8.1A mit Unitower plus VIH QW 190/7 E18 zu einem Preis von ca. 25000 Euro angeboten. Allerdings stand im Angebot, dass nach Aufwand abgerechnet wird. Der Dritte bot mir die AIT Hybrox5 für knapp über 20000 Euro an, ohne den Zusatz "abgerechnet wird nach Aufwand". Dass es nachher ca. 22000 wurden, lag an einigen zusätzlichen Sachen, die ich noch nachträglich mit rein genommen habe (z.B. einen 33er HK,
Taupunktwächter für Kühlung).
Ich hatte mir die Anleitungen der WPs angeschaut und die technischen Daten verglichen. Es gab keine großen Unterschiede in der Effizienz und in den Geräuschangaben.
Da ich mit dem HB auch schon gute Erfahrungen gemacht hatte, habe ich mich für AIT entschieden.
Die Montage klappte recht reibungslos, in zwei Tagen lief die WP und machte die Wohnung und Warmwasser warm. Unangenehm fiel mir gleich der Lärmpegel des Aussengerät auf. 55 dB(A) habe ich in 1m Entfernung bei einer
Heizleistung von 2,3 kW gemessen. Und im Haus war Nachts ein unangenehmes Brummen wahrzunehmen. Nach mehreren Besuchen des HBs und auch des Werkskundendienstes wurde als Lösung für Nachts der Silentmodus eingestellt. Das reduziert auch den Lärmpegel wirksam und es war kein Brummen mehr wahrzunehmen. Für AIT und den Heizungsbauer war es damit erledigt. Aber auch die Effizienz litt darunter. Jedenfalls schien der Stromverbrauch im Verhältnis zur Heizleistung zu steigen. Ich habe deshalb den Silentmodus wieder abgestellt.
Darüber hinaus zeigte sich schnell, dass die WP zu groß ist. Ab 4 °C Aussentemperatur fängt sie zu takten an. AIT hat zwar die
Hysterese für den Heizkreis von 2 auf 3,5 K erhöht (später wieder wegen Komfortverlust auf 3 zurückgenommen) und die max. Heizleistung auf 4 kW reduziert, aber trotzdem bleiben ab 4°C 8-9 Takte in 24h. Auch der hydraulische
Abgleich wurde gemacht. Allerdings passte danach gar nichts mehr. Das Wohnzimmer z.B. blieb kalt.
In der Zwischenzeit hatte ich mich hier im Forum schlauer gemacht und einige Ratschläge umgesetzt. Ich habe alle HK-Thermostatköpfe demontiert und einen thermischen Abgleich gemacht. Das Überströmventil wurde neu eingestellt, so dass es nun nur noch beim Abtauen anspricht, wenn der max. Volumenstrom benötigt wird.
Einen Fehler hat der HB meiner Meinung nach noch gemacht, indem er die Bohrung für die oberirdische Hauseinführung vom Aussengerät nicht groß genug gebohrt hat und dadurch kein Raum mehr für eine Abdichtung blieb. Er sagt dazu: Machen wir immer so, soll so.
Soweit zur Geschichte. Nun läuft die Wärmepumpe seit einigen Monaten und ich habe eine Bilanz für den Winter gezogen.
Das Haus wird warm, die WP läuft ohne Störungen. Für den Zeitraum vom 01.01.25 bis 31.04.26 habe ich die Stromverbräuche über einen Shelly
Energiemesser (der sitzt direkt unter dem FI der Wärmepumpe) erhoben und die Heizleistung aus der Wärmepumpe ausgelesen (habe leider keinen externen Wärmemesser).
Für diesen Zeitraum hat die WP 1950 kWh aufgenommen. Multipliziert mit meinem Arbeitspreis von 0,28 Euro/kwh komme ich auf 546 Euro an Stromkosten. Die Gradtagszahl für den Zeitraum ist 2684.
Meine alte Gasheizung verbrauchte vom 01.11.24 bis zum 31.04.26 692 m³ Gas. Der
Brennwert war 11,5 und mein Arbeitspreis 0,1 Euro/kWh. Grundpreis 18,33 Euro/Monat. Die Stromkosten für die Umwälzpumpe lagen bei ca. 7 Euro/Monat (den für die
Steuerung kenne ich nicht, der müsste eigentlich auch noch da drauf). Da die Gradtagszahl mit 2588 um ca. 100 unter der von diesem Winter lag, habe ich 10 m³ Gas auf den Verbrauch addiert. Damit hat mich das Heizen mit Gas in dem Zeitraum 959 Euro gekostet. Dazu ist noch anzumerken, dass ich in 2022 den Gasverbrauch durch ein paar Maßnahmen (die auch den Komfort beeinträchtig haben) um über 30 % gesenkt hatte.
Wenn ich die Mehrkosten für die gestiegene Wohngebäudeversicherung abrechne, dann habe ich also eine Einsparung von ca. 350 Euro für den Zeitraum von November bis April. Ohne Berücksichtigung der PV-Anlage.
Was die im Winter zur Reduzierung der Heizkosten beiträgt kann ich leider noch nicht so richtig sagen. Ich bin noch dabei, die ermittelten Werte richtig einzuordnen. Sie hat allerdings im betrachteten Zeitraum 3351 kWh erzeugt.
Mein erstes Fazit:
Eine WP ist auch in einem Altbau von den laufenden Kosten her wirtschaftlich zu betreiben. Zumindest, wenn man ein paar Dämmmaßnahmen durchführt. Die Wohnung wird warm. Und man sollte sich vorher sorgfältig vorbereiten und sich nicht auf die Heizungsbauer und irgendwelche Datenblätter und Werbeversprechen verlassen (Thema Geräusche).