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Datenschutzhinweise

Planung Ringgrabenkollektor
Verfasser:
Reineke12
Zeit: 18.05.2026 11:01:22
0
3955119
Liebe Forumsmitglieder,

nach intensiver Recherche der vielen Erfahrungsberichte zum Thema RGK im Forum möchte ich hier unser Projekt vorstellen und erhoffe mir hilfreiche Tipps und Verbesserungsvorschläge der Experten. Gern möchte ich nach Umsetzung meine Erfahrungen mit dem Forum teilen.

Zum Vorhaben:
- Errichtung EFH 185 m² Wohnfläche nach GEG-Standard
- NIBE S1256 PC Wärmepumpe für Heizen, WW und Kühlen
- Standort: 07xxx
- Energienachweis liegt vor, mit folg. Daten:
HT = 0,349 W/(m²K) (mit pauschalem Wärmebrückenzuschlag von 0,1 gerechnet)
Hüllfläche A = 526 m²
Gebäudevolumen Ve = 575 m³
WP mit 8 KW
- Außenwände 36,5 cm Poroton T9
- Fensterlüftung
- Kaminofen luftgeführt im Bereich Wohnen/ Essen/ Küche
- BKA geplant in Decke EG sowie FLOW 30 Heizflächen
- Heizlastabschätzung (Tool): 8,3 KW

Geplant ist ein EFH mit 2 Vollgeschossen, 30 ° Satteldach ohne Keller.
Das Gelände fällt von Süd nach Nord ca. 2 m ab über die Tiefe des Grundstücks.
Derzeit liegt uns kein Bodengutachten vor. Allerdings ist bekannt, dass Erdarbeiten per Hand nach 2 Spatentiefen nur sehr mühselig zu bewerkstelligen sind. Man kommt relativ schnell auf den anstehenden steinigen Muschelkalkboden. Die Nachbarn meinten zu Ihrem Aushub für Errichtung KKA, bei ca. 1 Meter Tiefe sei eine Lehmschicht, der Muschelkalkfels ließ sich gut mit dem Bagger in Schichten abtragen. Ich gehe davon aus, dass dies auch für unser Vorhaben zutrifft, allerdings wird sich das erst beim ersten Schurf zeigen. Für die Planung im Trenchplanner habe ich für die Bodenart erstmal konservativ lehmigen Sand angesetzt.
Geplant ist eine Zisterne, deren Überlauf über dem warmen Ende des RGK versickert.

Hier der Link zu meiner Planung:
Trenchplanner - Basisentwurf

Der RGK kann frei auf dem westlichen Grünland angeordnet werden, wobei ich im ersten Entwurf eine eher großzügige Auslegung angesetzt habe.
Bei folgenden Fragen bin ich mir noch unsicher:

1. Anzahl/ Art der Rohre (vorerst 32mm, 3x300m)
2. Tiefe / Breite der Gräben
3. Einbindung Versickerung Zisterne

Ich würde mich freuen über eure Einschätzung meiner Planung bzw. Verbesserungsvorschläge zur Optimierung.

Vielen Dank vorab für die Hilfe und eure Erfahrung.

Verfasser:
Lupo1
Zeit: 19.05.2026 09:01:02
0
3955276
Hallo,

bei Neubauten verwendet man einen Wärmebrückenzuschlag von 0,05 und bei älteren Bestandsgebäuden 0,1. Dadurch sinkt bei der überschlägigen Heizlastberechnung die Heizlast auf 7405W. Zu den Wärmebrücken noch ein Hinweis, achtet vor allem im Bodenbereich auf eine durchgehende Dämmung jene auch min bis zum ersten Ziegel hoch gezogen wird. Auch den Dachbereich sehr gut isolieren, ihr habt BKA und Energieabfluss kann man hier baulich sehr gut verhindern. Dadurch sinkt auch der Wärmebrückenzuschlag nochmals.
Beim Holzofen würde ich euch einen kleinen Grundofen empfehlen, ein Kaminofen überhitzt die Räume. Unser kleiner Grundofen wurde so installiert das er Gangbereich, Wohnzimmer und Wohn/Essraum die Energie abgibt. Der Grundofen hat eine niedrige Leistungsabgabe aber machen dennoch alle Türen auf.
Bei der Lüftung würde ich wegen der Dichtigkeit des Hauses einige dezentrale KWL Einheiten montieren.
Das Regenwasser über den RGK versickern zu lassen funktioniert sehr gut. Beim Rohr würde ich 2x40x300m verwenden, die neueste Nibe kommt mit der Solepumpe mit dem 32x300m Rohr an die Leistungsgrenze. Vorschlag RGK

Wolfgang

Verfasser:
Reineke12
Zeit: 28.05.2026 13:43:06
0
3957628
Vielen Dank für den Input zum Thema! Nach zwei durchgeführten Testgrabungen wurde das Vorhaben nun insoweit geändert, dass eine LWWP zum Einsatz kommen wird. Der Boden ist einfach zu felsig, als dass der Aufwand für die Errichtung des Grabens im Verhältnis zum Nutzen steht.

Verfasser:
richard10
Zeit: 28.05.2026 14:15:55
0
3957635
Dein Ansatz sieht aus meiner Sicht grundsätzlich plausibel aus, aber ich würde an ein paar Stellen bewusst konservativ bleiben.

Zuerst zur Heizlast:
Aus den angegebenen Werten ergibt sich für die Transmission:

HT * A = 0,349 W/(m²K) * 526 m² = ca. 184 W/K

Die Heizlastabschätzung von 8,3 kW wirkt damit nicht völlig daneben, wenn man Fensterlüftung, Lüftungsverluste und Sicherheitsanteile mit berücksichtigt. Ich würde trotzdem die Normaußentemperatur für 07616 Bürgel sauber prüfen und die Heizlast möglichst nicht nur über das Tool, sondern auch über die EN12831-/Energienachweis-Logik plausibilisieren.

Wichtigster Punkt ist für mich aber der Boden.

Du hast im Trenchplanner erstmal „lehmigen Sand“ angesetzt. Das ist als konservativer Start okay. Aber bei deiner Beschreibung mit Muschelkalk, steinigem Boden und eventuell nur dünner Lehmschicht würde ich unbedingt vorab einen Schurf machen. Entscheidend ist nicht nur „welcher Boden liegt dort“.

Ich würde bei RGK nicht nur nach Norm-/Tabellenwerten gehen, sondern auch extreme Trockenphasen berücksichtigen. Trockener Boden bedeutet geringere Wärmeleitfähigkeit. Umgangssprachlich: weniger „Kappa“ bzw. eigentlich geringere Wärmeleitfähigkeit lambda des Bodens. Wenn der Boden stark austrocknet, fällt die Leistung der Quelle. Das sollte in der Auslegung als Sicherheitsreserve berücksichtigt werden.

Bei unbekanntem Boden, Muschelkalk, steinigem Untergrund und möglicher Trockenheit würde ich den RGK nicht knapp auf 8,3 kW auslegen. Ich würde eher versuchen, im Trenchplanner eine normale Grabenleistung von grob 11,5 bis 12 kW zu erreichen, damit nach Trockenheitsabschlag noch eine reale Reserve übrig bleibt.


Zur Tiefe und Breite:

Ich würde nicht unnötig extrem tief gehen, aber ausreichend tief und breit planen. Typisch sinnvoll ist eine Tiefe im Bereich ca. 1,5 bis 1,8 m, abhängig von Bagger, Bodenstabilität und Sicherheitsaspekten. Breitere Gräben bringen mehr Bodenvolumen und reduzieren die spezifische Belastung. Bei steinigem Muschelkalk ist außerdem wichtig, dass die Rohrlage sauber eingebettet wird und keine scharfen Steine direkt am Rohr liegen.

Verfasser:
Reineke12
Zeit: 04.06.2026 09:43:38
0
3958780
Vielen Dank für die Tipps, es wird nun doch aufgrund des steinigen Untergrundes eine LWWP werden. Grüße

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