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18.05.2026 18:41:14 |
hallo zusammen, ich bin neu hier, habe zum Thema Wärmepumpe schon einiges gestöbert und wollte hier mal ein paar Meinungen hören. Zum Thema: EFH BJ 1992 145m² Wohnfläche FBH im Wohnbereich und Bad, Schlafräume und Arbeitszimmer HK 30cm Poroton, 2-fach Verglasung aktuell Gasheizung 15KW aus 1992 Heizlastberechnung: 10,5 kW Ich würde gerne auf eine L/W-WP umrüsten bevor die 34 Jahre alte Buderus den Geist aufgibt. Mein Problem: Wir haben einen Kachelofen (8kW) der auch an richtig kalten fast das ganze Haus warm macht. Ein typischer Tagesablauf: Nachts ist die Heizung komplett aus und morgen um 5 Uhr geht dann die FBH an bis ich sie dann meist vormittags ausschalte (2 bis 3 Stunden bevor ich den Kachelofen anschüre). Dann sind nur noch ein HK im Arbeitszimmer und der Handtuchwärmer im Bad aktiv. Nun meine Frage: Eine WP wird bei solch einer geringer Heizleistung sofort das Takten anfangen, weil sie soweit nicht runter regeln kann. Wie seht ihr das ? Doch lieber eine Gastherme ?
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18.05.2026 21:42:11 |
Hallo Klaus, ich denke ich habe hier mehr zwischen den Zeilen gelesen als das was du schreibst. Gehe ich recht in der Annahme das ihr mit relativ hoher Temperatur in die FBH fahrt weil ja immer nur wenige Stunden an. Und genau hier beginnt schon das Problem. WP lebt von gleichmässiger Heizlast und niedrigen Temperaturen. Grundsätzlich sollte dein Haus schon für WP geeignet sein, nur dein Heizverhalten ist es nicht. Du mußt dein ganzes Heizverhalten dahingehend änder das du mher gleichmässigkeit schaffst und das über 24/7 sonst wirst du mit WP nicht glücklich , auf Fossil würde ich nicht mehr setzen das ist vor bei. weil zukünftig einfach zu teuer.
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18.05.2026 22:50:04 |
Hallo, das wird knifflig. Die WP kann nicht die von Dir gewohnten hohen VL- Temperaturen liefern und Heizkörper werden sehr träge. Du müsstest alle Heizkörper so umrüsten (vergrößern oder mit Lüftern arbeiten), dass die mit geringeren VL-Temperaturen die Räume warm kriegen und dauerhaft "an" sind. Dann müsste die FBH auf Wärme im Raum reagieren können und automatisch runterregeln. Und dafür muss die WP klein genug sein, um nicht übermäßig zu takten. Selbst dann wäre ja ein großer Teil der Heizfläche (FBH) immer wieder "abgeregelt" und die WP hat zu wenig Durchfluß. Schwierig, das vorher abzustimmen. Aber wenn man das Takten in Kauf nimmt, kann das nach den Umbauten der Heizkörper vielleicht funktionieren. Ich habe auch FBH und einen Kachelofen, den ich fast täglich nutze. Ich lasse die FBH durchlaufen und ein Raumthermostat regelt die ab. Funktioniert prima, aber ich habe auch keine Wärmepumpe als Hauptheizung. Ich persönlich würde Dir von der WP je nach Deinem Alter und Gesundheitszustand abraten. Das bisschen, was Du an Gas brauchst, kannst Du vermutlich noch lange bezahlen. Zumal die WP ungleich teurer wäre (+Umbauten). Wenn Du 83 wärst, würde ich nochmal überlegen (Wie lange kannst Du noch Holz machen und schleppen?) Und klar- Gas ist fossil. Das muss man auch wollen. Andererseits: Solange in Karlsruhe das Kohlekraftwerk den Strom für die Wärmepumpen meiner Nachbarn mit Kohle aus Australien macht, hätte ich keine Gewissensbisse. Viele Grüße, Achim
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18.05.2026 23:04:34 |
Ein Kachelofen ohne Wassertasche geht sehr gut mit einer WP zusammen, weil es getrennte und unabhängige Systeme sind. Deine Aufmerksamkeit musst du auf deine Hydraulik lenken: Ideal ist es, wenn FBH und HK mit gleicher (niedriger) VLT arbeiten, du also nur noch einen Heizkreis bedienst. Das gelingt mit ggf. Vergrößerung der HK gegen Typ33 (gerne mit Booster), thermischem Abgleich, alle Thermostatköpfe auf 5 oder ab, 24/7 heizen etc. Klingt erstmal falsch und entgegen dem, was man in der fossilen Vergangenheit gelernt hat, ist es aber nicht. Wichtig: keine hydraulische Weiche oder Parallelpuffer andrehen lassen, die schädigen Effizienz und Geldbeutel. Kannst du übrigens bereits heute alles angehen und ausprobieren, wieweit du mit dem thermischen Abgleich kommst (kommender Winter), wo HK vergrößert werden müssen usw. Der Kachelofen unterstützt; wenn er läuft, steigt die RLT im Heizkreis und damit regelt die WP (ein Stück weit) automatisch runter. Wenn der Ofen regelmäßig läuft, jeden Tag, kannst du zusätzlich die HzKurve der WP senken. Bei deinem Haus aus 1992, das ja schon eine Basisdämmung hat, ist eher der Gesamtwärmeeintrag über 24h relevant, weniger die Momentanleistung.
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19.05.2026 09:27:13 |
Ja, soweit bin jetzt auch schon, dass das System ohne Parallelpuffer realisiert werden soll. HK-Tausch würde nur das Arbeitszimmer betreffen, die restlichen sind nie aktiv. Wenn ich meinen Heizkreisverteiler mit Stellmotoren bestücken würde (waren bisher alle offen) könnte ich einige Heizschlangen drosseln bzw. ganz zu machen. Wie reagiert dann die WP ? Oder wird dann die Durchflussmenge zu gering ?
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19.05.2026 11:19:07 |
Zitat von K_Laus  HK-Tausch würde nur das Arbeitszimmer betreffen, die restlichen sind nie aktiv. Wenn ich meinen Heizkreisverteiler mit Stellmotoren bestücken würde (waren bisher alle offen) könnte ich einige[...] Schmeiss alles weg was den Durchfluss beeinträchtigen könnte! Und aktiviere ALLE Heizkörper im System. Ansonsten wird es mit dem Durchfluss mies! Wir betreiben ebenfalls ne WP und Kaminöfen. Die WP regelt einfach auf die Raumtemperatur. Und wenn die erreicht ist, egal durch welches Heizsystem, dann schaltet die WP einfach aus. Da die Öfen nicht nur 5 Minuten, sondern deutlich länger brennen, bleibt die WP idR den ganzen Tag über aus, taktet also nicht.
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19.05.2026 11:23:14 |
Wie schon geschrieben: niedrige VLT und hoher VolStrom sind die Schlüsselbegriffe für den effizienten Betrieb einer WP. Das bedeutet auch, dass man alle (!!) Heizflächen im Haus nutzt, natürlich abgeglichen. Die Innenwände sind nicht gedämmt, damit strömt aus Zimmern mit höherer RT Energie (Wärme) in die Zimmer mit niedriger RT. Das gleicht sich natürlich nie aus, aber die Temp.diff. in einem Haus mit Außendämmung bzw Wänden mit U-Werten < den U-Werten der Innenwände macht es einfach keinen Sinn, mit einer WP die Heizflächen nicht zu nutzen. Um dir ein Beispiel zu geben: ich habe im vergangenen Sommer den HK im Keller unter dem WZ ( Betondecke) von einer fuzzeligen 120x60cm Hühnerleiter auf 90x60 Typ33 umgebaut. Die Temp in dem Kellerraum ist von 16 auf 18°C gestiegen und die Temp im WZ um etwa 0,5-0,8K. Damit konnte ich die VLT um ein weiteres K senken. Natürlich habe ich mehr thermische Energie in die Bude gepumpt, aber zu einem besseren Wirkungsgrad, so dass die elektrische Energie (und nur die bezahle ich) gleich geblieben ist.
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19.05.2026 15:00:08 |
@joe115, Energetisch besser wäre es gewesen, die Kellerdecke zu dämmen. Dann hättest du mglw die VLT auch 1 K runtersetzen können, ohne aber zusätzliche Energie in den Keller zu pumpen. Ist natürlich ne Frage, inwieweit man den Keller temperieren will oder nicht...
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19.05.2026 22:46:34 |
War eine Überlegung, schon die letzten 20+ Jahre. Gründe, die mich davon abgehalten haben: Zuviel Installation an der Decke, Deckenhöhe nur 203cm, ich bin 1,90 😌
Und Keller heißt ja nicht, dass ich mich da nicht ab und an aufhalte. Ich schätze es, wenn die Wäsche gescheit trocknet, ich mag meinen etwas wärmeren (Werkstatt-)Kellerraum.
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20.05.2026 08:44:35 |
Zitat von K_Laus  [...] Mein Problem: Wir haben einen Kachelofen (8kW) der auch an richtig kalten fast das ganze Haus warm macht. Ein typischer Tagesablauf: Nachts ist die Heizung komplett aus und morgen um 5 Uhr geht dann die FBH an bis ich sie dann meist vormittags ausschalte (2 bis 3 Stunden bevor ich den Kachelofen anschüre). Dann sind nur noch ein HK im Arbeitszimmer und der Handtuchwärmer im Bad aktiv. Nun meine Frage: Eine WP wird bei solch einer geringer Heizleistung sofort das Takten anfangen, weil sie soweit nicht runter regeln kann. Wie seht ihr das ? Doch lieber eine Gastherme ? Auf Gas würde ich nicht mehr setzen - aber ich kenne deine Lebensumstände, nicht, z. B. ob du planst noch 30 oder nur noch 5 Jahre im Haus zu bleiben. - Das Haus ist kein ungedämmter Altbau von vor 70 Jahren und hat einen Teil FBH verbaut. Damit lässt sich etwas anfangen. - Dass der Kachelofen nicht wassergeführt ist, ist ein grosses Plus. - Die Aussage, dass er fast das ganze Haus warm macht, deutet darauf hin, dass er zentral steht und sich die Wärme gut verteilt. Das ist ebenfalls positiv. Wie Vorschreiber bereits beschrieben haben, muss man mit WP anders heizen, d. h. möglichst alle Flächen durchgängig nutzen. Das heisst, ALLE FB-Heizkreise auf, ALLE Heizkörper auf und möglichst viel Durchfluss/Volumenstrom bei gleichzeitig tiefstmöglicher Vorlauftemperatur sicherstellen. Wenn du konsequent jeden Tag einfeuerst, kannst du den Betrieb der WP entsprechend anpassen, z. B. mit tiefer Heizkurve und/oder eingeschränkten Heizzeiten. P. S: Ich habe im sanierten Albau überall FBH sowie einen leichten Grundofen (ca. 2 kW) im Wohnzimmer und lasse die FBH überall ohne Thermostaten laufen. Ich schaffe mit ein- oder zweimaliger Auflage ein Grad mehr im Wohnzimmer.
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20.05.2026 16:31:52 |
Die Kombination WP und luftgeführter Kachelofen ist eigentlich ideal. Selbst bei Stromausfall hast du immer noch eine gute Notfallheizung. Es wird vermutlich aber so sein, daß du spätestens sobald eine PV ins/aufs Haus kommt, den Kachelofen kaum noch benutzt. Die meisten Leute sind dafür dann doch einfach zu bequem und der Strom ist eh da. Wenn du aber einfach gerne Holz machst und den Kachelofen als Hobby siehst, schadet das auch nichts. Die Wärmeabgabe durch die Flächen und Heizkörper nimmt je nach Raumtemperatur durch den Kachelofen eh ab, so daß sich fast ein Automatismus einstellt. Alternativ kannst du für die WP auch einfach Heizpausen einstellen, wo sie gar nicht läuft. Die WP würde ich von der Leistung her auf -7°C AT planen und nicht auf NAT wenn diese tiefer liegen sollte.
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