@micha_el hat es eigentlich schon gut erklärt.
Zitat von
rillingfr 
Wir haben ein angebliches 55 kw-Haus große Drutex-Fenster 3-Fach verglast. Wohnung (im DG) wärmt sich dermassen auf, obwohl an der Nordseite.
Bisher konnte mir niemand wirklich weiterhelfen.
- große
Fenster heißt im Sommerhalbjahr große solare Wärmegewinne. Auch bei bedecktem Himmel kommen da z.B. 50W/m² Fensterfläche zusammen, bei Dachflächenfenstern noch mehr.
Die Beschichtung der Außenseite der Innenscheibe sorgt für eine Reflexion der IR-Strahlung, die Scheibe wird relativ warm.
Wir haben ebenfalls Dachflächenfenster nach Norden im Bad; die hoch stehende Sonne erreicht z.T. sogar die Fenster direkt, aber auch sonst ist es im Bad im Sommerhalbjahr ohne jede zusätzliche Wärmezufuhr kuschelig warm - auch morgens nach einer kühlen Nacht mit z.B. nur 10°C AT. Die Wärmespeicherungskapazität von Wänden, Decken, Fußboden und Inventar und der auch sonst gute Dämmstandard verhindern eine stärkere Auskühlung über die ja im Sommer auch nur relativ kurze dunkle Phase.
Also: lange Einstrahlungszeit + lange Wärmeeinspeicherungszeit + kurze Auskühlzeit + guter Dämmstandard = warme Räume
Zitat von
rillingfr 
Ich lasse die Rolläden über Nacht zu
Wenn du Abkühlung erreichen willst, musst du die Rolläden nachts öffnen und möglichst auch noch (Quer-)Lüften.
Erst ab Sonnenaufgang wieder Einstrahlung unterbinden und ggf. auch Wärmeeintrag durch Lüften mindern, falls es draußen wärmer wird als drinnen.
Zitat von
rillingfr 
Wenn die
Hitze mal drin ist geht sie tagelang/wochenlang nicht mehr raus, auch wenn es draussen wieder kühler ist. Trotz Lüften abends, wird es entweder gar nicht kühler oder die Wärme ist wieder drin, wenn man die Fenster schließt.
Luft ist ein schlechter Wärmeträger. Wenn nennenswert Wärme per Lüften aus dem Haus soll, muss stundenlang und möglichst quer (Durchzug, ggf. mit
Ventilatorunterstützung) gelüftet werden.
Zitat von
rillingfr 
Habe heute vormittag nochmals folgende Beobachtung gemacht, das kann ich mir gar nicht erklären:
Draussen höchstens 20 Grad, drinnen 23,2 Grad, gar keine Sonne, erst recht nicht auf dem Fenster.
Rollladen war nachts zu und ich mache ihn auf. Im Zimmer erwärmt es sich dann relativ rasch auf 23,9 Grad. Man merkt auch richtig, wie die Scheibe warm wird, sobald der Rollladen hoch geht.
Kann mir das irgendjemand erklären?
Ja. siehe oben und die Antwort von @micha-el
Wie ist das Haus gebaut? Massiv und/oder Leichtbau?
Was läuft so an Geräten im Haus, die
Energie eintragen?
Z.B.: Große TV im Dauerbetrieb? WW-Speicher innerhalb der thermischen Hülle, (Gaming-)Computer, Super-duper-zweiflügeliger Kühl-/
Gefrierschrank, Ventilatoren, PV-Anlage/
Balkonkraftwerk mit
Wechselrichter innerhalb der th.Hülle usw.
Wie viele Personden leben dort (100 bis 150W pro Person)
Ein gut gedämmtes EFH hat bei NAT (z.B. -10°C) z.B. nur noch 6kW
Heizleistung, bei z.B. 15°C schon gar keinen Heizleistungsbedarf mehr. Ab da reicht interne und externe "Abfallwärme" für's Erwärmen auf angenehme Raumtemperaturen und ab einer gewissen AT dann sogar auch für unangenehme Übertemperaturen.
Daher ja das zunehmende Plädoyer für Klimanlangen in modernen, hochgedämmten und luft"dichten" Gebäuden.