Hallo an das Forum.
Ich habe hier schon manchmal nachgelesen aber war noch nicht registriert.
Jetzt würde ich gerne auf euer Wissen zugreifen. Vielen Dank im Voraus.
Es ist leider eine etwas lange und verworrene Geschichte.
2021 haben wir einen Hof in Schweden als Urlaubs- und Rückzugsort gekauft.
Im Haupthaus ist eine NIBE Fighter 1125-10 installiert.
Mit einer 100 Meter tiefen Bohrung.
In den ersten Jahren hatten wir viele Probleme mit der Elektrik. Ständig brannten größere Sicherungen durch. Die Ursache fand sich letztendlich in einem nicht mehr regendichten Hauptsicherungskasten ausserhalb des Hauses. Seitdem keine Probleme mehr.
Allerdings wurde dadurch wohl die Softstartkarte der NIBE
Pumpe zerstört. Der Techniker hat es dann gelöst, indem er diese mit einem weiteren Schutzschalter überbrückt hat. So ist das aber auch bei anderen NIBE Pumpen gelöst. So ganz klar war mir das damals allerdings nicht. Die Sprachbarriere ist da manchmal ein Problem.
Dies hat aber einige Jahre sehr gut funktioniert. Foto anbei.
Nun hatte ich in den letzten Monaten nach Abwesenheit von etwa sechs Wochen zweimal LP-Alarm. Es war immer am Wochenende. Und es war kalt und wir hatten kein warmes
Wasser. Und es war keine Sole mehr im
Schauglas/Druckbehälter zu sehen.
Ich habe dann in der Betriebsanleitung nachgelesen. Und mehrmals etwas Wasser und später auch Glykol nachgefüllt. Alles in allem 6 Liter Glykol und vielleicht auch noch mal 6 Liter Wasser zu verschiedenen Zeitpunkten.
Der Stand im Schauglas/Druckbehälter schwankte dabei teilweise erheblich. Wohl durch die
Luft im System. Dennoch lief die Anlage wieder prima.
Ich wollte es aber natürlich nicht dabei belassen. Und als ich wegen einer anderen Sache einen (anderen) Heizungs- und Klimatechniker da hatte, bat ich ihn die Anlage anzusehen. Er schien sehr freundlich und kompetent und erklärte alles in sehr gutem Englisch.
Zuerst erklärte er, dass in Schweden inzwischen praktisch alle Anlagen mit
Ethanol betrieben würden. Er meinte, es sei sehr schlecht, Glykol nachgefüllt zu haben. Aber wegen der geringe Mange mache es hoffentlich nichts aus. Auch das Nachfüllen von Wasser dürfe nur bei laufender Anlage in kontinuierlichen kleinen Mengen erfolgen. Die Sole mische sich im Betrieb auf Grund der dünnen Leitung praktisch gar nicht. Und das Wasser würde dann immer als ein unvermischter Teil mitschwimmen.
Dann sah er die überbrückte Softstartkarte. Er meinte, das sei sehr schlecht. Er nahm den Schutzschalter wieder heraus und schloss die alte Softstartkarte wieder an. Mir war damals nicht klar, dass diese wohl defekt war.
Er sah vieles im Menü nach und veränderte möglicherweise auch Einstellungen.
Er startete danach den Kompressor manuell über das Menü und alles schien gut.
Wir vereinbarte dann einige Arbeiten, die er durchführen sollte und er ging.
Der Kompressor sprang danach aber nicht wieder an. Er schrieb dann, dass dann vielleicht die Softstartkarte defekt sei. Zurück in Deutschland gelang es mir, eine solche zu besorgen.
NUN KOMMT DER LETZT TEIL
Am Mittwochabend kam ich wieder nach Schweden. Ich wollte gleich die neue Softstartkarte einbauen, um zu sehen ob das Problem damit gelöst war.
Zuvor machte ich sicherheitshalber noch Fotos vom Ist-Zustand.
Dabei fiel mir auf, dass er auf der Karte L1 und L2 vertauscht hatte. Jedoch zumindest immer am Ein- UND Ausgang. Foto anbei.
Ich tauschte die Karte gegen die neue aus. Anschluss diesmal korrekt. Ich wartete die üblichen 20 Minuten. Leider kein Start. Noch ein paar mal ein und ausgeschalten. Aber nichts.
Zuletzt wollte ich dann zumindest wieder auf die alte Konfiguration zurück, die ja Jahre gut funktioniert hatte.
Ich schloss also den Schutzschlater wieder genau so an, wie auf meinen Fotos von vorher. Als ich fertig war, wollte ich ihn noch etwas zur Seite schieben, damit er nicht auf der Softstartkarte sitzt und diese eventuell im Rahmen der Vibrationen beschädigt. Aber als ich den Schutzschalter mit den angeschlossenen Kabeln verschob, brannten plötzlich und unerwartet zwei Phasen durch (Schraubsicherungen). Obwohl nirgends irgend ein blankes Teil war.
Ich beschloss dann selbst nichts mehr zu machen. Am nächsten Tag kam der Techniker vom letzten Mal. Wir ersetzten die Sicherungen und er steckte wieder auf die Softstartkarte um. Der Kompressor startetet vorerst wieder nicht. Er spielte dann wieder einiges im Menü herum. Und irgendwann startete der Kompressor.
Ich war extrem erleichtert, da ich schon das schlimmste befürchtet hatte.
Jedoch, als wir noch dabei standen, begann der Kompressor unrund zu klingen.
Der Techniker spielte es herunter und meinte, es sei das Gehäuse das vibriert.
Das war aber Unsinn. Und kurz danach wurde es schlimmer und der Kompressor ging aus mit Fehlermeldung. Nach einem erneuten Start klang er erst wieder gut. Es wurde aber schnell wieder schlimmer. Die Stromaufname der Phasen war wohl gemessen jetzt auch sehr unterschiedlich. Er sagte wohl die eine 5 und die anderen etwa 3.
Zuletzt flackerte das Deckenlicht wenn der Kompressor lief.
Der Kompressor ist also wohl hin. Ein Albtraum für mich. Und mir ist nicht wirklich klar warum. Aber ein Zufall kann es ja auch nicht sein.
Ich habe nun gestern Früh in Helsingborg noch eine gebrauchte NIBE Fighter 1110-5 besorgen können. 16175 Betriebsstunden und 37900 Kompressorstarts.
Mit nur 5kW statt 10kW eigentlich etwas zu klein. Aber die wenigen Wochen, die wir im Winter da sind, kann man auch mit Heizstab zuheizen. Die Lösung soll ja nicht ewig halten. Und ich habe nur 500 Euro bezahlt.
NUN MEINE FRAGEN
- kann das Wasser und Glykol den Kompressor zerstört haben?
- denkt ihr, die Sole sollte ausgetauscht werden?
- kann der Kompressor durch das Vertauschen der Phasen (nur) auf der Softstartkarte beschädigt worden sein?
- kann das mit der gebrauchten 5kW Wärmepumpe vielleicht 5 Jahre gutgehen?
Ein Austausch der Kältemoduls habe wohl bei einem anderen Kunden vor zwei Jahren etwa 7000 Euro gekostet. Das ist mir eigentlich zu viel. Um danach doch nur eine veraltete Pumpe zu haben. Ich würde lieber in einigen Jahren etwas ganz Neues einbauen.
Vielen Dank fürs Lesen und eure Hilfe.
Tobias