Hallo Herr Wieser,
auch ich stand im Frühjahr diesen Jahres vor einer ähnlichen Problematik. Ich hatte mehrere Niedrig- bzw Passivhäuser mit KWL-Anlagen zu planen.
Zunächst stellte ich fest, daß scheinbar nur ich dieses Problem hatte. Alle Hersteller, Lieferanten, Planer und selbst die Berufsverbände wie
Innungen und Zentralverband konnten mir nicht weiterhelfen. Allen war das Problem bekannt, doch keiner konnte eine hieb- und stichfeste Aussage tätigen. Auf allen Fachmessen und Tagungen fragte ich mich durch, bis ich dann endlich eine fundierte Aussage bekam. Und man soll es nicht glauben aber diese kam von einem Kaminkehrer. Der Herr der schwarzen
Zunft hatte sogar eine schriftliche Empfehlung des Kaminkerherverbandes.
Zu 1.)
Demzufolge dürfen in Häusern welche als dicht gelten (mit oder ohne KWL) keine offenen Kamine betieben werden. Sollten dennoch
Feuerstätten, wie Schwedenöfen oder Kachelöfen, im Wohnbereich geplant sein (Stückholz oder Pellets), müssen diese raumluftunabhängig betrieben werden (mit geschlossener Brennkammer und seperater
Zuluft von außen). Doch dazu sei gesagt: Es gibt derzeit auf dem deutschen Markt meines wissen nach nur einen Hersteller der eine
Bauartzulassung für einen raumluftunabhängigen Betrieb hat. Es gibt zwar viele Hersteller die Öfen im Programm haben die raumluftunabhängig sind, doch keine Zulassung auf ihr Produkt haben.
Zu 2.)
Bei Küchanabzugshauben gilt folgendes: Es dürfen in Häusen die als dicht gelten nur
Dunstabzugshauben im
Umluftbetrieb verwendet werden. Es sei denn, die Abzugshauben verfügen über einen eigenen Zu- ud
Abluftkasten (Mehrpreis ca: 200€). Oder man installiert eine Sperrschaltung, diese bewirkt, daß die Abzugshaube nur betriebsbereit ist, wenn ein
Fenster geöffnet ist (vom energetischen Standpunkt aus totaler Unsinn, da diese Dunstabzugshauben bis zu 400 m³/h leisten und somit zu einem
Energieverlust sonder gleichen führen)
Zu 3.)
Ein Blower-Door Test ist immer sinnvoll, weil er die effizienteste Art ist, Baufehler bzw. Schwachpunkte zu erkennen. Es ist auch kein Problem, beim eigentlichen Blower-Door Test Bauöffnungen wie Kamine oder Dunstabzugshaben (auch KWL-Öffnungen) provesorisch zu verschließen. Einfachste und auch bei uns üblichste Art ist es,
Luftballons in die Öffnungen zu stecken und diese dann aufzublasen.
Zu 4.)
Zu 4. kann ich nur soviel sagen:
Der Blower-Door Test ist dann erforderlich, wenn ich ein Haus baue und dieses als dichtes Niedrigenergie- bzw-
Passivhaus verkaufen möchte. Denn dann muß ich belegen, das diese Haus dem Standart enstpricht. Mach ich das nicht, hat der Kunde ein anrecht darauf (auch dann schon wenn er Eigentümer ist und die Immobilie bewohnt) einen Blower-Door Test zu verlangen. Und wir wissen alle wieviel Aufwand es ist, im Nachhinein Reparaturarbeiten durchzuführen, sollte das Haus Mängel aufweisen.
mfg Jürgen Ullrich