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Korrosionsschutz Ölniedertemperaturheizung
Verfasser:
Georg
Zeit: 18.03.2004 13:33:56
0
54330
Hallo,

was ist bei einer ÖL-NT-Heizung empfehlenswert, um Taupunktkorrosion zu vermeiden?

Soll man z. B. einen 4-Wege-Mischer installieren oder ist es egal, ob
3-Wege- oder 4-Wege-Mischer?

Oder braucht man unbedingt eine hydraulische Weiche mit unnötigem (?)
zusätzlichen Pumpenstromverbrauch?

Oder kann man allein auf die Regelung (Calotronic/Vitotronic KW2) vertrauen für lange Kessellebensdauer?

Grüße
Georg

Verfasser:
martin Havenith
Zeit: 18.03.2004 13:51:53
0
54331
Korrosionsschutz bei Nt-Ölkesseln ist im prinzip ganz einfach.
Sorge dafür, das die Oberflächentemperatur der Brennkammer oberhalb von 47 °C hat.
Dann ist eine Kondensation ausgeschlossen.

Einfacher Spruch, viele verschiedene Lösungsansätze.....

Meist ist die Lösung je nach Kesselhersteller unterschiedlich, und in den Montageanleitungen angegeben.

Prinzipiell:

Alleine ein 3-Wege-Mischer sorgt sicher für Taupunktkorrosion.
Ein 4-Wege-Mischer kann bei korrekter Auslegung einen bedingten Korrosionsschutz herstellen.
Eine Kesselkreispumpe zur Rücklaufanhebung bringt ebenfalls nur bedingten Schutz, abhängig von der Betriebsweise (Absenkungsbetrieb, oder unterbrochener Betrieb.

Bestimmte Wasserführung des Rücklaufwassers bringt eine Reduzierun g des Korrosionsrisikos bei abgesenktem Betrieb, ist aber bei unterbrochenem Betrieb nicht 100 % ig.

Den höchsten Korrosionsschutz bringt nur die Kombination hydraulische Weiche / Aktive Rücklaufregelung, wie beispielsweise bei Buderus (Großkesseln)

Ich habe diese Schaltung bei meinem 32 Jahre alten Kessel angewendet, das Schaltbild findest du auf meiner Seite. Eine quantitative Aussage über die Verbesserung des Korrosionsschutzes kann ich aber erst nach der diesjährigen Sommerpause machen.
Die gezeigte Schaltung bringt den bestmöglichen Korrosionsschutz in allen denkbaren Betriebszuständen und bei allen möglichen Betriebsweisen.

Nun musst du entscheiden, ob du einen maximalen Korrosionschutz (mit den damit verbundenen Mehrkosten) realisieren möchtest, oder mit reduziertem Korrosionsschutz und kalkuliertem Risiko auskommst.

Denk an die armen Heizungsbauer und entscheide dich für eine mittlere Lösung, die in 10 - 15 Jahren einen Kesselaustausch erforderlich macht.:-))

www.heizungsoptimierung.de.vu

Verfasser:
me. S. Hohwiller
Zeit: 18.03.2004 22:47:46
0
54332
Hallo Georg,

Herr Havenith hat ja schon ausführlich referiert,
aber warum willst du unbedingt einen Billig-Viessmann?
Warum nicht den Vitola 200?
Warum keinen Gußkessel?

Ein besserer Kessel, weniger Kesseltemperatur, mehr Energieersparnis, etc..

Man kann auch mit einen neuen Billigkessel (Herstellung nicht unbedingt Preis!) das Geld zum Schornstein rausheizen.

Wie wäre es mit einem Öl- Brennwerter?
Da darfs dann so richtig kondensieren was das Zeug hält, und spart noch Energie und Geld dazu.

Mfg. me. S. Hohwiller

Verfasser:
Martin Havenith
Zeit: 19.03.2004 06:14:38
0
54333
Mein Vorredner hat recht.

Schau doch mal bei Giersch und bei Hoval nach.
Der 16 kW Multijet ist ein feines Gerät. Meiner Meinung nach ein solider ECHTER Ölbrennwerter.
Was man von den meisten anderen nicht behaupten kann.
Mehr leistung ist auch kein Problem, nur weniger.....

Verfasser:
Georg
Zeit: 19.03.2004 09:51:26
0
54334
Hallo Fachleute,

danke für Eure Antworten. Die Entscheidung für die günstige Viessmann-Linie für mein Zweifamilienhaus ist ein Kompromiß, den ich nicht als Optimum bezeichnen kann, aber unter gegebenen Umständen als vertretbare Lösung. Von unbedingt wollen kann aber keine Rede sein. Von Ölbrennwert bin ich nach wie vor nicht überzeugt. Gasbrennwert wäre mir die liebere Lösung gewesen. Da ich im Heizungsraum viiiiiel Platz habe, sehe ich es nicht ein, eine Wandtherme für mein altes Haus zu nehmen, zumal mir Mitarbeiter der beiden in Frage kommenden Wandthermenhersteller (Buderus, Weishaupt) den Einbau einer hydraulischen Weiche nahegelegt hatten (unnötiger Stromverbrauch, zusätzliches technisches Teil) aufgrund meiner alten Anlage mit großem Wasserinhalt in Rohren und Heizkörpern. Insbesondere für die Warmwasserbereitung, aber auch für spezielle Aufheizphasen hätte ich gerne eine obere Leistung von ca. 18 kW, was z. B. die Weishaupt-Therme auch nicht bietet. Das dann übrig gebliebene Gerät Vitocrossal 8 - 27 kW hat wiederum einen zu großen Brenner (Verbesserungen in nächster Zeit leider nicht zu erwarten), aber was ich dann nicht bereit bin zu akzeptieren, ist, dass wir in Zukunft evtl. bei Tarifumstellung für rund 9 kW nicht benötigter Anschlußleistung Zählergrundgebühr bezahlen müßten, da der Brenner sich leider nicht in der oberen Leistung beschränken läßt; unser Gasversorger ließ hier nicht mit sich reden.

Der Calora 050 mit 18 kW scheint eine solide Zwischenlösung zu sein.
Den Vitola 200 möchte ich nicht, da dann mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Kaminrohr nötig wäre. Nach meinem laienhaften Verständnis scheint der Vitola 200 sich bis auf den Edelstahleinsatz und ein paar Blechen auch nicht weiter vom Vitola 100/Calora 050 zu unterscheiden. Für eine
Kompromiß-Zwischenlösung ist mir einfach eine Kaminsanierung zu aufwändig.

Gebt mir einen Vitocrossal mit Leistungsbereich 6 bis 18 kW und ich bin
Feuer und Flamme. ;-) So bin ich auch nicht richtig glücklich, aber was will ich machen? Habt Ihr bessere Vorschläge, die meine o. g. Anforderungen erfüllen würden?

Danke und Grüße
Georg

Verfasser:
Hans-Georg
Zeit: 19.03.2004 10:13:46
0
54335
Der Vitola 100 ist kein Billig-Kessel, soviel vorweg. Und die Calotronic ist besser als 95% aller am Markt verfügbaren Regelungen. Aber Herr Hohwiller weiß es ja immer besser...

Ich führe gerade den Praxis-Test durch und lasse meinen Vitola100 ohne Sockeltemperatur arbeiten. Wenn der Kessel durchgerostet ist, gebe ich Bescheid ! Bisher nach 2 Jahren ist keine erhöhte Korrosion festzustellen, ist aber nicht zur Nachahmung empfohlen.

Verfasser:
Harry
Zeit: 19.03.2004 11:01:23
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54336
Hallo Georg,
mal grundsätzlich, willst Du nun Öl oder Gas?

Wieviel maximale Leistung fürs heizen nötig ist kann geklärt werden: Wärmedarfsberechnung, Auslastungsmessung an der vorhanden Anlage oder mal alten Jahresdurchschnittsverbrauch nennen.

Warmwasserkomfort ist mit einem passenden Speicher nicht direkt von der Leistung des Brenners abhängig. Es gibt übrigens auch zweistufige Ölbrenner! (zB GB135)

Die Hydraulische Weiche ist bei einer Gasbrennwerttherme und großen Heizkreisinhalt nicht automatisch nötig. Es gibt viele Heizungsbauer, die diese "Krücke" nur aus Unsicherheit einbauen. Der jeweilige Thermenhersteller nennt in seinen Unterlagen genaue(!) Bedingungen, ab welcher Wassermenge und bei welchem Heizkreismodell eine Weiche zwingend wird.
Es gibt auch noch andere bodenstehende Gasbrennwerter, zB von Oertli GBM140-5N, mit 6,5 bis 19-27kW Leistung. Obwohl die obere Leiszungsgrenze für deine Belange einstellbar ist... dürfte die untere Modulationsgrenze für deinen Bedarf aber immer noch sehr hoch liegen.

Dein alter Kamin wird (auf Dauer) sicher mit jeder modernen Heizung saniert werden müssen. Das ist eine logische Folge der niderigeren Abgastemperatur. Bei Brennwerttechnik geht das mit preiswertem Kunsstoff und einem LuftAbgasSystem (weitere Vorteile!), bei NT-Technik brauchst Du teureren Edelstahl. Da macht auch Calora oder Vitola keinen Unterschied!

Für Öl gibt es "schöne" Brennwerttechnik zB bei Buderus (GB135), Elco-Kloeckner (Straton), Hoval (MultiJet)...
(zB Straton: http://www.kkh-onlinevertrieb.de/index.htm?oelbrennwert.htm )

Harry

Verfasser:
Sukram
Zeit: 19.03.2004 11:15:56
0
54337
Was machst Du, wenn in den nächsten Jahren Öl unbezahlbar wird, Gas aber noch etwas länger preisgünstig ist?

http://www.energiekrise.de

Du kannst zwar einen Öl-NT auf Gas umstellen, aber der Brennwert ist dann futsch. Deshalb überleg' Dir das nochmal mit der Brennwertphobie: Nimm einen aus hochwertigen Materialien, am besten V4a,wie den o. a. Giersch/Hoval Multijet oder den www.therma-tec.de, oder von mir aus Guss wie den Bluterguss G135. Den gibts übrigens als NT und, mit kleinerem Brenner, auch als Pseudo-Brennwerter. Du siehst, die Übergänge sind fließend...


Hauptsache 1. Material 2.großer Wasserinhalt (kein Mindestumlauf)

Verfasser:
Georg
Zeit: 19.03.2004 12:43:32
0
54338
@Harry:
Erstens hat der Calora 050 laut Datenblatt 160 Grad Abgastemperatur bei
40 Grad Kesselwassertemperatur und 180 Grad Abgastemperatur bei 75 Grad Kesselwassertemperatur, da wird doch wohl hoffentlich mein 14 mal 14
Zentimeter großer feuchteempfindlicher Schornstein mit motorgesteuertem
Zugbegrenzer betrieben werden können, denn viel höhere Abgastemperaturen
habe ich jetzt auch nicht (160 bis 195 Grad), und es funktioniert mit einfachem Pendelklappenzugbegrenzer. Wegen maximal 2 % mehr Normnutzungsgrad binde ich mir keinen Vitola 200 mit Kaminsanierung ans Bein. Oder liege ich hier in meiner Laienüberlegung falsch?

Wenn ich ein passendes Gasbrennwertgerät gefunden hätte, hätte ich auf
Gas umgestellt. Bei dem angesprochenen Örtli meldet mir die Örtli-Internetseite, dass leider kein Vertriebspartner in meiner Nähe gefunden worden wäre - keine gute Basis für "sorgenfreies Heizen", ich
kenn auch keinen Heizer, der diese verbaut.
So habe ich mir überlegt, meine alte Gurke zu modernisieren, spart auch
viel Öl, wenn auch nicht die letzten paar Prozent, doch die Umwelt wird im Vergleich zu meinem Altgerät (auch nicht mehr ganz dicht) schon jetzt geschont. Aufgrund der günstigen Anschaffungskosten kann ich im nächsten Jahrzehnt immer noch in ein ausgereiftes, meine Anforderungen und energieresourcenspezifische Veränderungen erfüllendes Gerät investieren.

@Sukram:
Was ist schon sicher? Vielleicht wird dann Gas auch "unbezahlbar", wenn nicht, dann freuen sich zumindest unsere Gasbrennwertheizungen in anderen Gebäuden - das nennt sich Energiemix. ;-)

Verfasser:
Harry
Zeit: 19.03.2004 13:10:06
0
54339
Hallo Georg,

wieso dann überhaupt eine "Neue"?
Überleg mal, wenn die Abgastemperaturen bei der neuen und bei der alten Heizung fast gleich sind, wo bleibt dann noch viel Einsparpotential für die neue?

Kann sein, dass Dein Kamin mit motorbetriebener Nebelunftvorrichtung (=aufwendige Technik um das Haus auszukühlen!) und relativ hoher Abgastemperatur gerade so trocken bleibt. Aber optimal ist diese Kaminheizung sicher nicht. Der neue Kessel ist uU sehr viel leichter als dein alter und wird deswegen mehr takten. Die Intervalle von Brennerbetrieb und Pause sind also evtl kürzer, vielleicht so kurz, dass trotz identischer Abgastemperatur Dein Kamin nicht nach jedem Start bis oben "trockengewärmt" wird!

Ich glaube übrigens nicht, dass sich in der Praxis unter gleichen Bedingungen die Abgastemperaturen (und damit der Kaminsanierungsbedarf) bei Calora und Vitola nennenswert unterscheiden!!! Warum auch? Der Calora ist technisch mit Vitola 100 identisch.

Kläre doch mal den Wärmebedarf, nenne mal den Jahresdurchschnittsverbrauch.

Harry

PS Ich bin kein Handwerker, ich gebe nur Ratschläge aus der Sicht eines Verbrauchers der sich sehr viel mit dem Thema beschäftigt hat.

Verfasser:
me. S. Hohwiller
Zeit: 19.03.2004 13:10:06
0
54340
@ Hans-Georg, ja, ja, ich weis es mal wieder besser!
Was soll das denn bitte schön heißen?
Ist vielleicht als Kompliment gemeint?
Denn der Vitola 100 ist kein schlechter Kessel, die Viessmann-Regelung ist ja auch ok, aber selbst Viessmann bietet bessere Kessel und Regelungen an. Das 95% aller Regelungen schlechter als die Calotronic sind glaub ich allerdings nicht.

@Sukram: Das Heizöl ist seit Jahrzenten günstiger als Gas, im Schnitt der letzten 15 Jahre ca. 28%!
Während der Ölpreis in den letzten Jahren um ca. 10% stieg, ist der Gaspreis im selben Zeitraum um 17% gestiegen!
Auch wenn es dir nicht in den Kram passt: ÖL ist und bleibt günstiger als Gas!!!

Was für den einzelnen Kunden tatsächlich zählt sind Aufstellmöglichkeiten, Lagerung, Etagen- oder Zentralheizung, etc.
Danach wird dann der Energieträger ausgesucht. Und wenn`s egal ist, dann sollte man immer das günstigere Öl nehmen.
Wenn`s Öl in 200Jahren all ist, dann gibt`s auch kein Gas mehr.

Wenn du also über eine Energiekrise redest, dann mußt du auch daran denken, das man eventl. ohne Öl und Gas heizen kann.

@Georg: Wenn du schon die Datenblätter studierst, dann verwechsle bitte nicht den feuerungstechn. Wirkungsgrad mit dem Normnutzungsgrad!!!
Warum alt gegen neu tauschen, wenn alle Verluste auch vom neuen Kessel eingehalten werden? Warum überhaupt eine neue Heizung?
Ja weil die Energie spart, und nicht nur 2%!!!

Mfg. me. S. Hohwiller

Verfasser:
Georg
Zeit: 19.03.2004 13:43:01
0
54341
Hallo S. Hohwiller,

eine neue Heizung will ich aus zwei Gründen:

Der alte Kessel ist nicht mehr richtig dicht (bei Brennerausfall mehrmaliger Wasseraustritt, zur Not ginge es vielleicht schon noch einige Zeit) und ich habe keine AT-geführte Regelung
(nur Handmischer) und will nicht auf die Krücke einer raumtemperaturgeführten Pumpensteuerung bauen, der alte ist auch nicht optimal wärmegedämmt. Somit spart ein Calora 050 deutlich Energie bei mir, auch wesentlich mehr als 2 %. ;-)
Und du sagst oben selbst, dass der Vitola 100/Calora 050 kein schlechter
Kessel ist, oder? Und ob es sich in meinem Fall wirklich lohnt, die
letzten 2 oder 3 Prozent Ölersparnis (oder wieviel sind es nach Deiner Schätzung zum Vitola 200 und warum?) rauszukitzeln, da investiere ich das Geld für die (hoffentlich) ersparte Kaminsanierung lieber in eine bessere Gebäudedämmung. Das spart noch mehr Öl. Und ohne Kaminsanierung ist der Calora 050 der beste Viessmann-Kessel, oder siehst Du das anders?

Für Kritik, Tips und Anregungen bin ich immer dankbar.

Grüße
Georg, der Energiesparer ;-)

Verfasser:
Harry
Zeit: 19.03.2004 14:17:45
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54342
@me. S. Hohwiller
Nicht nur den feuerungstechnischen Wirkungsgrad vom Normnutzungsgrad unterscheiden. Sondern auch einmal beachten wie der NORMNUTZUNGSGRAD ermittelt wird und was dieser eigentlich aussagt... hat schon einmal jemand das Messverfahren beachtet?

Es handelt es sich um einen Prüfstandswert, der ua voraussetzt, dass die Kesselleistung genau(!) dem maximalen Wärmebedarf des beheizten Objekts entspricht.


@Georg, dem Energiesparer
Calora 050 und Vitola 200 ist beides Technik aus den 80er Jahren, da ist der 200er trotz etwas besseren Materials, mE nicht viel Aufpreis wert.

Aber wie kommst Du auf die Idee, dass der Calora "weniger" Kaminsanierung braucht als der Vitola 200? (weiteres siehe meinen vorhergehenden Beitrag)

Harry

Verfasser:
Georg
Zeit: 19.03.2004 14:29:54
0
54343
@Harry:
Das Datenblatt für den 200er gibt Abgaskennwerte von 145/165 Grad Celsius an gegenüber 160/180 Grad beim Calora 050/Vitola 100. Mehr Temperatur - weniger Feuchtigkeit.

Der Jahresdurchschnittsverbrauch liegt bei knapp 4000 Litern, allerdings
wurden in den letzten Jahren rund 30 % der Räume nicht beheizt.

Grüße
Georg

Verfasser:
Harry
Zeit: 19.03.2004 15:44:09
0
54344
Hallo Georg,
dann betrachte wenigstens mal die "schweizer Formel" für eine überschlägige Abschätzung des maximalen (bei minimaler Außentemp!) Wärmebedarfs:
http://www.e-kantone.ch/de/bund/infomaterial/Dim_Oel-Gas_d_neu.pdf

4000:300= 13,3kw nötige Kesselleistung.
Wenn zukünftig wirklich mehr beheizt werden soll, den gib noch einmal 20% dazu. Macht dann 16kw (wieviele qm?). Ich schätze aber, das ist dann schon sehr "großzügig" dimensioniert. 18kw wären dann fast noch einmal 20% mehr...

Die "Gefahr" der kurzen BrennerLaufzeiten steigt natürlich mit der Überdimensionierung! Die Feuchtigkeit aus dem Abgas schlägt sich hauptsächlich nach dem Start des Brenners im Kamin nieder. Erst mit zunehmender Brenndauer erwärmt sich die Kamininnenfläche und die Feuchtigkeit trocknet wieder ab, von unten nach oben. Deswegen sind häufige Starts mit kurzen Laufzeiten auch für den Kamin besonders problematisch.

Dass sich die Abgastemperatur von Vitola 100 und 200 in der Praxis (bei gleicher Leistung) um 15° unterscheidet kann ich mir nur schwer vorstellen. Es handelt sich auch um "Abgaskennwerte, Rechenwerte zur Auslegung der Abgasanlage", also vielleicht gar nicht um wirkliche Messwerte!

So unterschiedlich sind die Kessel denn wohl auch nicht. Wie gesagt, etwas anderes Material, aber an sonsten nahezu identische Bauform. Wenn es so wäre, müsste der 200er ja einen viel besseren Wirkungsgrad haben!

Also ich würde mal die Invbestitionen vergleichen und dann entscheiden:
1. Calora + VerbrauchsNachteil + Nebenluftvorrichtung + Kaminrisiko
2. Öl-NT + kleiner Verbrauchsvorteil + LAS (zB Weishaupt WTU-S, Fröling Bicitherm)
3. Buderus GB135 + VerbrauchsVorteil + Kunststoff LAS + weniger Schorni Gebühren
(alternativ auch andere Brennwerter, Straton, MultiJet...)

Ich schätze den Verbrauchsvorteil eines Brennwerter mit LAS(!!!) in Summe auf mindestens 10%. Du kannst damit nämlich alle Heizraum Zwangslüftungen dicht machen und die Ansaugluft wird vorgewärmt.

Harry

Verfasser:
Martin Havenith
Zeit: 19.03.2004 15:52:01
0
54345
@ harry

das deckt sich mit meinen Beobachtungen / Messungen

Verfasser:
me. S. Hohwiller
Zeit: 19.03.2004 16:57:45
0
54346
Hallo Georg,

Harry hat ja recht!
Wenn`s unbedingt ein günstiger aber auch guter Öl-Kessel sein soll, dann empfehle ich dir den Weishaupt Stahlkessel WTU-20S kann bis auf 14kW in der Leistung reduziert werden. Abgastemperatur einstellbar (an den Wirbulatoren). RaumluftUNabhängiger Anschluß ist auch möglich.

Oder den etwas teueren Gußkessel WTU-20G kann sofort oder später auch mit einem Brennwertmodul ausgrüstet werden.

"Der Preis ist heiß!"

So genug Werbung! Gruß Stefan

Verfasser:
Peter S.
Zeit: 19.03.2004 17:40:07
0
54347
@ Georg: Kaminsanierung wird auch beim Calora bzw. Vitola 100 notwendig. Benutze einmal die Suchfunktion Stichwort: Konsensat beim Ölkessel. Bei meinem Vitola 100 mindestens ein 10 Liter Eimer im Monat, das verkraftet kein Kamin.

Gruß

Peter

Verfasser:
Georg
Zeit: 19.03.2004 17:47:44
0
54348
Hallo Harry und die anderen freundlichen Helfer,

"Warmwasserkomfort ist mit einem passenden Speicher nicht direkt von der Leistung des Brenners abhängig".

Darf ich dazu mal Achim Kaiser zitieren (Beitrag vom 20.10.2003):

By the way, ich vertrete nicht die Lobby der *Kesselleistungsminimierer* bis ans absolute untere Minimum, da die Betrachtungsansatz m.E. falsch ist.

Der Betrieb des Kessel erfolgt grundsätzlich unter dynamischen Gesichtspunkten.

Heutige Niedertemperaturkessel haben nicht den immer wieder vorgebeteten *Energieverschwendungsmodus*...auch wenns hier immer wieder suggeriert wird.

Wenn an dem Kessel eine WW-Bereitung drann hängt kann man sehr wohl mit der Größe 17-21 kW leben. Ein kleinerer Kessel spart nicht mehr als 30-50 Liter Öl/Jahr wenns hoch kommt.....

Wenn dem Heizkessel noch ein Mischer nachgeschaltet ist, dann werden es noch nicht mal die 30 Liter....

...Ich für meinen Teil kann mit einem Kessel 17-21 kW in einem EFH mit 120 qm und DG-Ausbauoption sehr gut leben, vor allem wenn noch eine WW-Bereitung dran hängt.*Zitat Ende

Ich persönlich bin kein Freund von m. E. zu großen Wasserspeichern, wenn
dann in Urlaubszeiten oder bei der momentan bis auf weiteres (aber nicht für die Zukunft planbar) geringen Personenzahl des Hauses das Wasser "rumliegt". Daher kann ich mich mit der Philosophie mindestens 17/18 kW für die WW-Bereitung anfreunden.

Ich werde mir Deine Anregungen (Punkte 1 - 3) zu Gemüte führen und nochmals unter meinen persönlichen Gesichtspunkten auch Gasgeräte miteinbeziehen. Die Entscheidung Öl/Gas/Heizkessel fällt dann so aus, dass ich den größten Nutzen im Rahmen der von mir gestellten Parameter sehe bei vertretbaren Risiken. Der Preis ist sicher nicht ganz unwichtig, die maßgebliche Rolle soll er aber nicht spielen. Daher nochmals danke für die Hinweise.

Weiterhin bedanke ich mich bei Euch allen für Eure Beiträge, hilft mir schon weiter, muß ich alles nochmals überdenken.

Zuletzt: Anscheinend ist das Kaminrisiko selbst bei einem Calora 050 doch höher als ich dachte, oder sieht jemand kaum ein Risiko?

Grüße
Georg


Verfasser:
Martin Havenith
Zeit: 19.03.2004 20:03:32
0
54349
Freut mich, das wir dir Entscheidungshilfen geben konnten.

Das mit dem Kaminrisiko siehst du m. E. richtig.

Energie sparen bedeutet niedrige Abgastemperaturen, also Kaminsanierung!
Ich würde keinen neuen Wärmeerzeuger einbauen, ohne den Kamin zu sanieren. Das Risiko ist mir einfach zu hoch.

Auch in meinen Einsparprojekten mit größeren Anlagen halte ich es immer so, das der Kamin gleich mit saniert wird. Dann bin ich meiner Sache sicher und kann aus der Anlage rausholen, was drinsteckt.

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