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ATOMSTROM - Statistik gegen die Angst vor Atommüll
Verfasser:
Harry
Zeit: 19.03.2004 20:13:17
0
54652
Hallo Stromverbraucher,

bin da gerade auf einen interessanten Artikel gestossen...

"Zur Illusion der absoluten Endlager-Sicherheit"
http://www.heise.de/tr/aktuell/meldung/45806/0

Verfasser:
oekoluefter
Zeit: 19.03.2004 23:26:49
0
54653
Hallo Harry,

zum Anfang das Ende des Berichts als Zitat:

"Richard A. Muller ist Physik-Professor an der University of California in Berkeley. Dort hält er die Vorlesung "Physics for Future Presidents"; außerdem ist Muller seit 1972 Berater für die nationale Sicherheit der USA."

Also ein Fachman. Ein guter Fachmann. Berater für die nationale Sicherheit. Also ein Top Fachmann.

Was soll man aber von den anderen Fachleuten halten, wenn schon dieser Topfachmann nicht rechnen kann.

Er redet von Strontium und behauptet:
"Weil diese Isotopen eine kürzere Halbwertzeit als Uran haben, ist der Abfall ungefähr eintausendmal so radioaktiv wie das ursprüngliche Erz"

Uran hat eine HWZ von rund 10^9a, Sr90 von 30a. Da etwa 10 % Sr90 bei der Spaltung entsteht, und die Energie beim Sr90 Zerfall geringer ist, errechnet sich eine Sr90 Aktivität gegenüber dem U235 Ausgangsmaterial von etwa 1e9/30x0,1 x etwa 1/4 = 1e6, also Einmillionmal so stark.

Im Artikel sind noch mehrere Fehler enthalten, z.B. wird behauptet:

"Laut der Linear-Hypothese, die ich vorhin verwendet habe, gibt es für jedes halbe Gramm Plutonium, dass in einer Gruppe von Leuten aufgenommen wird, rund einen Krebsfalls mehr. Das ist schlimm, aber nicht rekordverdächtig"

Ich würde mal sagen, dieser gesagte Unsinn ist absolut rekordverdächtig. Die Aussage ist sogar richtig. Nur hat er vergessen, daß es alle zwei Tage einen Krebsfall mehr in der Gruppe von Leuten gibt, sehr konservativ gerechnet.

Das sind also die Top-Fachleute in der Kernenergie.

Oleg Stolz
www.oekoluefter.de

Verfasser:
oekoluefter
Zeit: 19.03.2004 23:40:58
0
54654

Nachtrag

Die gute Nachricht allerdings, wenn die Gruppe groß genug war, und lang genug lebt, dauerts nach rund 18000 Jahren 4 Tage, bis wieder jemand mal Krebs davon bekommt.

Verfasser:
oekoluefter
Zeit: 20.03.2004 00:03:47
0
54655
Nachtrag:

Und nicht so konservativ gerechnet, dann dauerts jeweils nur 5 Minuten.

Daß diese Aussage dieses Top-Fachmannes falsch sein m u ß , geht alleine aus einer Dimensionsanalyse der verwendeten Größen hervor.

Ein Krebs tritt dann auf, wenn eine bestimmte Energiemenge bei der Strahlung freigesetzt worden ist und wirken konnte.

Einheit: Energie/Krebs, also J/Krebs oder Wattsekunden/Krebs.

Eine bestimmte Menge Plutonium hat eine bestimmte Strahlungsleistung. Die Einheit hierfür ist Watt, strahlt also wie eine Glühbirne.

Als Ergebnis kommt dann heraus: Strahlungsleistung / (Wattsekunden/Krebs) = Watt/(Watt x sekunden/ Krebs) = Watt/Watt x Krebs/sekunden = Krebs/sekunde.

Der Top-Sicherheits-Berater-Fachmann sagt aber, da kommt nur Krebs raus.

Oleg Stolz
oekoluefter.de


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