| | Verfasser: Steffen Müller | Zeit:
02.05.2004 19:22:55 |
Hallo Leute, heute bräuchte ich mal Eure Hilfe... bin Planer vom Beruf, arbeite für ne kleine Kommune, bin jung an Jahren (und an Erfahrung). Kann mir jemand Überschlagswerte zur Kostenkalkulation nennen. Habe meine letzten Projekte mal überschlagen und komme immer so auf ca. 1.800 bis 2.000 Euro (brutto) pro Sanitärobjekt (egal ob WT, WC, Urinal ...). Hättet Ihr genauere Werte, bezogen auf jeweils unterschiedliche Objekte? Z.B. XXX pro WT und XXX pro WC usw. Achso, unser Standard für öffentliche Gebäude ist eigentlich immer gleich: Vorwände von Geberit, Verrohrung Mepla, In der Vorwand HT und unter Decke SML. Keramik meistend Renova Nr. 1. Wäre Euch echt dankbar! Gruß, Steffen.
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| | Zeit:
02.05.2004 20:50:26 |
Hallo, Herr Planer ! Wer plant, sollte auch über die anstehenden Kosten und Zeiten informiert sein bzw. diese abschätzen können. Vielleicht ist es doch besser für die Kunden, gleich den Meister aus der Umgebung zu fragen, welcher die Planung , die Kosten, die Ausschreibung selbst und die notwendigen Installationen durchführen kann. Nur so kann man an Überfüssigen sparen. Viel Grüße aus Schleswig-Holstein
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Verfasser: Fritz Poggenklas | Zeit:
02.05.2004 22:02:25 |
Tja Steffen, da war der Ronny nicht sehr freundlich zu Dir..........aber ehrlich.
Gruß Fritz
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| | Zeit:
03.05.2004 17:29:42 |
Hi Steffen, kenne die Problematik mit Kostenschätzungen für größere Bauvorhaben. Der Bauherr nagelt Dich im nachhinein wegen 10.000 Euro fest um die Du Dich irgendwann mal in der Vorprojektphase verschätzt hast. Ich bin seit Jahren nur noch in der Klimatechnik tätig. Habe früher mal mit 3.000 DM pro Sanitärobjekt gerechnet. WWB, DEA oder Hebeanlage gingen extra. Ab 100 Objekten galten 4.000 DM als Richtwert. Leitungen z.B. aus Edelstahl oder entwässerungsseitig erhöhte Schallschutzanforderungen machten jeweils ca. 10% extra. Bin meistens gut damit hingekommen! Dir, lieber Herr ronny aus Schleswig-Holstein muss ich sagen: Du hast die Frage nicht richtig gelesen oder schlichtweg nicht verstanden. Sorry, wenn ich es Dir so deutlich sagen muss. Es geht hier nicht darum, Deinem Kunden Herrn Kleinschmitt ein Angebot über 2 WC, 5 WT und eine Dusche zu unterbreiten. Sicherlich, es gehört zu Deinem täglich Brot abzuschätzen wie lange Deine Leute zur Montage von xy einschl. yz benötigen. Das hier ist aber ein völlig anderes Geschäft. Ziemlich überheblich (unnötig?) Deine Antwort - oder meinst Du ebenso die Planungsarbeit für Großobjekte übernehmen zu können? Ich bin seit mittlerweile 25 Jahren im Geschäft und will mir nicht den Schuh anziehen, die komplette Kostenkalkulation eines Handwerkers bewältigen zu können. In der Praxis läuft’s doch dann meistens so ab: Gingen die Kostenschätzungen des Ingenieurs daneben, müsst Ihr es während der Ausführungsphase ausbaden. Dann wird um Nachträge gefeilscht, LV-Positionen plötzlich doch noch VOB-gerecht interpretiert, Positionen in der Rechnung gestrichen, das Aufmaß angezweifelt etc. Also, immer miteinander… Würde mich ja doch freuen, wenn der eine oder andere passende Richtwerte für Dich hätte, lieber Steffen. Gruß, Axel aus Saarbrücken |
| | Zeit:
03.05.2004 18:35:03 |
Hallo Steffen Müller, mit diesen *Bausch- und Bogenschätzungen* lebt man als Planer mehr als gefährlich....deswegen bin ich der Meinung ...*taugt nix*. Für eine Kostenschätzung sollte *intern* die Anlage wenigstens auf 15 bis 20 Positionen *zerpflückt* werden, damit die Kostenschätzung etwas mit dem Bauvorhaben zu tun hat...und damit nachvollziehbar ist, wo ggf. Kostenüber- oder -unterschreitungen herkommen... Einrichtungen sollten wenigsten in 1. Duschwanne2. Badewanne3. Waschtischanlage 4. Handwaschbecken 5. Wand- WC6. Urinalanlage 7. Zubehör ggf. Vorwandanlage über LFDM....oder QM Wandfläche. *zerlegt* werden. Abflußanlage 8. DN 50 9. DN 70 10. DN 100 11. DN 125 Wasserleitungsanlage 12. DN 15 13. DN 20 14. DN 25 15. DN 32 16. DN 40 17. DN 50 *dicke Einbauten* oder Verteiler als Fixbetrag.... Dämmungwie oben oder in die Preise einrechnen..... Wasseraufbereitung ....... Sonstige Besonderheiten ....... Wenn die Massen *sehr grob* erfasst werden und die Preise nicht zu knäpplich angesetzt....kann man mit einem Arbeitsblatt in ner Tabellenkalkulation ein Projekt innert einer Stunde mit genügender Genauigkeit erstellen....und vor allem mit Kosten *die passen*.... Eine grobe Massenübersicht schaff ich für ein mittleres Projekt *für eine Kostenschätzung* in kürzester Zeit....denn da kommts auf nen Meter nicht drauf an....und die Kosten passen +- 10%. Das örtliche Preisgefüge kann natürlich abweichen...aber, wer sich mit einigen Auschreibungen mal auf den Hosenboden setzt und etwas zusammenzählt...der kriegt sehr schnell *gute Durchschnittswerte* .... und die Kostenschätzung *hat Substanz*... Für ne Kostenschätzung ala 45 Einrichtungsgegenstände = Gewerkspreis brauchts keinen *Planer*...sowas kann der Architekt (oder auch der Bauherr) noch nach nem harten Arbeitstag vor dem Nachtessen...es sollte schon etwas *mehr* dahinter stehen...dann fällt man auch nicht *auf die Schnauze*...denn sonst kommt der Fall den Axel Mauerer beschrieben hat. Die Anlagen unterscheiden sich teilweise im Aufwand für die Ver- und Entsorgungsverrohrungen mehr als heftig...wer nur die Einrichtungen zählt, kann deftig daneben liegen...was ja oft genug passiert. Zu Zeiten in denen ich noch geplant habe...galt die Zusicherung, wenn ich mich bei der *Kostenschätzung* vertan habe, dann bau ich es für den Preis...ich hab so manchen Auftrag gebaut, aber nie wegen der *Kostenschätzung*...*und* ich hatte kein einziges Mal Ärger wegen den Baukosten....allerdings werden solle Dinge *heute* nicht mehr sonderlich geschätzt, deswegen lass ichs bleiben :-)) Gruß Achim Kaiser
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Verfasser: me. S. Hohwiller | Zeit:
03.05.2004 22:45:02 |
? 2.000,--€ pro Sanitärgegenstand ? d.h.: bei 2 x WC2 x WT 1 x DW 1 x BW 1 x Bidet= 14.000,--€ (zzgl. oder incl.?) Bei einem "Großprojekt" wohl gemerkt, nicht bei einem EFH! Wäre froh, ich bekäme da einen Zuschlag bei der Angebotsabgabe! Da könnte man sich die Zahlungsmoral der Öffentlichen sogar leisten :O) Mfg. me. S. Hohwiller
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| | Zeit:
04.05.2004 01:43:17 |
Hallo Herr Maurer, ich meine, die Frage von Herrn Müller richtig versanden zu haben, wundere mich aber, wie einfach ihr euch die Planung von Großprojekten macht. Da wird zusammengezählt und mit irgendwelchen Erfahrungswerten multipliziert. Natürlich haben diese Werte eine gewisse Legitimation, sollten doch aber eher der Statistik dienen. Es wird der Eindruck erweckt, das diese Werte dann doch recht pauschal verwendet werden, ohne nicht mindestens den konkreteren Nachweis der Kosten, z.B. nach dem Beitrag von Herrn Kaiser, zu führen. Wenn diese Planung, die ausschließlich bei Ihnen liegt, nicht hinkommt, wird dies auf dem Rücken des ausführenden Unternehmens ausgetragen. Rechtliche Möglichkeiten haben Sie ja genug, und Sie nutzen diese, auch zu unrecht. Viele Insolvenzen begründen sich auf ausbleibende Zahlungen und verschleppte Gerichtsverfahren. Was hat das mit "Miteinander" zu tun? Vielmehr entnehme ich Ihrer Aussage, dass das ausführende Unternehmen Glück haben muss, wenn Ihre Kostenschätzung (und mehr scheint es nicht zu sein) passt und es keinen unbegründeten!! Ärger bekommt. Und dies schreiben Sie auch noch, wie selbstverständlich, in Ihrem Beitrag. Ich halte die Antwort von ronny keineswegs für überheblich. Diese Überheblichkeit finde ich eher bei Ihnen, da ich zurecht über die Art der Kalkulation von Großprojekten verwundert bin und Sie mit der Kritik nicht zurecht kommen. Trotzdem danke ich Ihnen für Ihren recht offenen Beitrag. Ist doch mal eine andere "Ebene". Gruß HeiZie
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| | Zeit:
04.05.2004 03:08:47 |
@ Steffen Müller und me. S. Hohwiller: Habe eigentlich auch den Eindruck, dass bei den genannten Preisen EUR mit DEM vertauscht wurde. Bei Großprojekten sind die spezifischen Werte eher rückläufig als stagnierend. Ab 2000 EUR pro Objekt würde ich sofort Installateur!
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