Hallo Nikolaus,
sehr schön, dass Du Dir so viele Gedanken machst...
Allerdings ist Dein Ansatz nicht ganz OK...
Zuerst muss die Heizlast des Gebäudes bestimmt werden. Dafür ist der ganze EnEV-Krempel vom Archi für die Katz'. Grundlage für die Bestimmung der Heizlast ist
DIN 4701 bzw.
DIN EN 12831. Das Ergebnis hat die Einheit Watt, bzw. Kilowatt.
Diese Leistung muss die
Wärmeerzeugungsanlage bringen, wenn der Heiz-GAU eintritt, also das Haus bei Sturm und Frost, gegebenenfalls aus der Absenkphase heraus, seinen Bewohnern angenehme Innentemperaturen bieten soll und Du mit gebrochenem Bein den
Grundofen nicht "füttern" kannst.
Wenn man, wie Du, noch beim Überlegen und entwerfen ist, ist es jetzt der richtige Zeitpunkt, sich über Möglichkeiten der Reduzierung dieser maximal notwendigen Leistung Gedanken zu machen. --> Wärmedämmung verbessern. Wenn eh neue
Fenster angedacht sind, lieber auf u-Wert 0,9 als auf 1,3 schielen. Gute (fugendichte) Montage. Dach dämmen, Decke zum Spitzboden. Fassadendämmung.
Hier gilt dann EnEV Anhang 3 mit m.E. zum Teil beträchtlichen Konsequenzen. Eine geplante "Schönheitsreparatur" der Fugen eines alten Sichtmauerwerks mit
U-Wert > 0,9 kann dementsprechend u.U. nicht so ohne weiteres durchgeführt werden, vielmehr muss die Wand dann auf U < 0,45 gebracht werden.
In diese Überlegungen sollte auch schon die Frage einer KWL einfließen, da mit einer KWL-Anlage (mit WRG selbstverständlich) dieser Auslegungswert für den Wärmeerzeuger damit maßgeblich mitbeeinflusst wird.
Jetzt, und zwar erst jetzt, kann man beginnen, sich über die Technik der Wärmeerzeugung und die Art der Wärmeverteilung Gedanken zu machen.
Du fährst ja anscheinend auf die Strahlungs-Theoretiker ab (Heizleisten, Natursteinheizung). Ich und auch andere hatten an anderer Stelle hier im HTD-Forum bereits glaubhaft und nachvollziehbar nachgewiesen, dass eine elektrisch beheizte Steinplatte (Marmorheizung) anteilig weniger Strahlungswärme abgibt, als eine, in Fläche und
Temperatur vergleichbare, "klassische" lackierte
Stahlplatte (Flachheizkörper im WW-Betrieb).
Für Heizleisten im Niedrigsttemperaturbetrieb hatte ich mir die Mühe bisher noch nicht gemacht ;-)
Ideal wäre die Installation einer Flächenheizung, Fußboden-/Wand; Optimal eine Hüllflächenheizung...
Ich weiß, ich weiß, Altbau und so weiter... Es gibt allerdings inzwischen durchdachte FBH-Systeme mit minimierten Aufbauhöhen, die dem Ideal recht nahe kommen, das gleiche gilt für
Wandheizungssysteme.
Alternative ist immer noch der "klassische" Flachheizkörper, für niedrige Betriebstemperaturen ausgelegt, kann dann immer noch für die Schnellaufheizung auf 70° Vorlauf "hochgeschaltet" werden. Immerhin engt Dich das innenraumgestaltungstechnisch (tolles Wort, gell) weniger ein, als die Heizleisten.
Ich könnte noch 'ne Stunde weitermachen, aber wir müssen noch zur Wärmeerzeugung kommen...
Ein Mini-
BHKW als Vollheizung für ein EFH hat einen entscheidenden Nachteil: Wohin mit der Wärme im Sommer? Den "überschüssigen" Strom kannst Du einspeisen, klar, oder im Winter mit verheizen (obwohl das technisch und rechtlich auch nicht so ganz einfach ist), so sieht es anscheinend Dein Konzept vor.
Mein Fazit:
Erst mal Bedarf reduzieren, also
Dämmung verbessern, KWL mit WRG = ja.
Vergiss die elektrische Natursteinheizung, vergiss die Heizleisten im NstT-Betrieb.
Wenn möglich WW-Flächenheizung, sonst "klassische" HK, ausgelegt auf 55/45, mit möglichst großen Abmessungen und dafür weniger
Konvektionsbleche. Soll heißen lieber z.B. ein 21/600/1400 als ein 33/600/1000.
Das ganze mit einer Sole-WP versorgt, sonst Gas-
Brennwert.
Eppes