Hallo Hr. Götz,
mein Haus steht ebenfalls auf einem Grundstück mit sehr hohem
Grundwasserstand (0,5 bis 1,5 m) und ich betreibe ebenfalls eine
Wasser-Wasser-Wärmepumpe, in meinem Fall das Modell 5014.3 der Firma Waterkotte. Unterschied ist, daß das Wasser nach Gebrauch nicht in einen Schluckbrunnen sondern in einen angrenzenden Bach abläuft. Meine Anlage funktioniert gut.
Die angegebene Wassermenge von 3,5 m³/h ist für gängige
Wärmepumpen ausreichend.
Steht das Grundwasser hoch, ist zwar einfach und kostengünstig dranzukommen und es entsteht nicht viel
Energieaufwand für die Grundwasserpumpe, jedoch sind oftmals im Winter die
Temperaturen niedriger als wenn das Wasser tiefer liegt. Dies kann zu einem Teil durch eine höhere Durchflußmenge ausgeglichen werden. Die Temperatur des Wassers sollte vorab im Zeitraum März/April gemessen werden. Als Faustformel sollte sie dann nicht unter 8 °C liegen. Jedenfalls sollte die Temperatur des abgekühlten Wassers am
Wärmepumpenausgang 4 °C nicht unterschreiten, weil sonst die Gefahr des Einfrierens des
Verdampfers besteht, was zu längeren Betriebsstörungen führt (die meisten WP´s schalten da sowieso automatisch ab). Eine Abkühlung von nur 3-4 °C ist mit hohen Wassermengen, natürlich abhängig vom Wärmepumpenmodell und deren Leistung, meist hinzubekommen.
Weiterhin entsteht wie ja auch in diesem Fall oft ein Problem mit der Versickerung in einem Schluckbrunnen. Ob das mit Drenageeleitungen hinzubekommen ist und wie lang diese sein müßten, kann ich nicht sagen. Oft gibt es aber Alternativen: Z. B. Einleitung in ein vorbeifließendes Gewässer oder Graben oder kostenlose Einleitung in die kommunale
Kanalisation, wenn die Gemeinde/Stadt zustimmt. Wenn man dafür zahlen soll, wird´s uninteressant.
Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe hat in keinem Fall einen besseren oder gleichen Wirkungsgrad wie eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe (außer man muß Grundwasser ewig weit hochpumpen, und selbst da gibt es Möglichkeiten). Wenn es also eine Möglichkeit gibt, wäre zweitere vorzuziehen.
Hier bei uns liegt die oberflächennahe Grundwassertemperatur gegen Ende des Sommers bei 16 °C und gegen Ende des Winters bei 10 °C. Damit gibt es keine Probleme. Regional bedingt kann das natürlich sehr unterschiedlich sein, eine Messung sollte vorab vorgenommen werden.
MfG Tiros2