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Warum kann man die Anzahl von RLT-Zentralgeräten nicht geringer wählen?
Verfasser:
Holger
Zeit: 20.09.2004 13:13:44
0
91519
Hallo liebes Forum,

ich würde einfach rein Interesse halber folgendes gerne wissen:

Warum werden in der Lüftungstechnik (ich kenne jetzt nur 1 speziellen Fall, also keine Pasuschalaussage) z.B. bei Räumen mit ähnlicher Zusammensetzung/Auslastung/Nutzung (in dem konkreten Fall alles Vortragsräume) mehrere (hier 5 für 9 Räume+Küche+Foyer) RLT-Zentralgeräte verwendet.

Ist es so schwierig/unmöglich? das über weniger Zentralgeräte und veränderlichen Volumenströmen hinzubekommen (die Zulufttemperatur sollte überall die selbe sein, gekühlt wird über Kühldecken).

Kann mir da jemand ein bißerl was dazu erzählen, wann die Entscheidung für mehrere RLT-GEräte notwendig/besser ist ?


Danke

Holger

Verfasser:
Martin Glane
Zeit: 20.09.2004 21:12:23
0
91520
Dafür gibt es eigentlich keinen konkreten Grund. Technisch kann man heute verschiedene Räume problemlos über ein gemeinsames Gerät fahren. Es gibt heute Freuquenzumformer mit denen man den Volumenstrom in einem weiten Bereich regeln kann. Die unterschiedlichen Lastanforderungen kann man über Luftnachbehandlungsgeräte (Kanalkühler etc.) gut in den Griff bekommen.

Warum macht man also solche Anlagenkonzepte?

Es gibt dafür nur zwei erkennbare Gründe:

1. Die Anlagen sind so groß dass sie sich nicht mehr sinnvoll mit einem Kastengerät realisieren lassen. Kastengeräte werden mit Leistungen bis ca. 90.000 m³/h angeboten. Ist eher unwahrscheinlich, dass man damit nicht auskommt.

2. Derjenige, der das Konzept gemacht hat, wollte schlicht und ergreifend Geräte verkaufen, war also Vertreter eines Herstells dieser Geräte, auch wenn auf den Plänen was ganz anderes stand.

Verfasser:
oekoluefter
Zeit: 20.09.2004 23:29:43
0
91521
Meiner Meinung macht es sehr wohl Sinn, die Aufgabe mit mehreren kleineren Einheiten zu lösen.

Vorteile:
1. Es gibt keinen Gesamtsystemausfall
2. Jeder Raum kann bedarfsgerecht bzgl. aller Parameter versorgt werden
3. Die Ventilationsleistung ist geringer (Stromverbrauch)
4. Der bauliche Kanalaufwand nebst Durchdringungsproblemen ist geringer (1*1m² Kanal oder 0.2*0.2m²)
5. Zwischendeckenhöhen sind geringer, damit Geschoßhöhen
6. Ersatzteilhandling erheblich unproblematischer (1 Gerät von 25 in Reserve)
7. Reparaturzeiten sind geringer, 1-Mann Handling möglich (wo ist der Kran?), Schnellerneffekt
8. Einfachere Gesamtplanung
9. Normierbare Umsetzung, da "Serienproduktion" bei Installation.
10. Keine Lüftungszentrale
11. Benutzer können individuell vor Ort-Wünsche realisieren
12. Kein Abgleich des Gesamtsystems erforderlich

Nachteile:
1. Der Nutzer hat keine Möglichkeit mehr, sich wegen des Klimas beklagen zu können
2. Die EVU´s verdienen nicht mehr so viel
3. Kanalhersteller verdienen nicht mehr so viel
4. Planer verdienen nicht mehr so viel
5. Lieferanten verdienen nicht mehr so viel
6. Die Leute in der Zentrale werden arbeitslos
7. Steuerung ist zu einfach, also Regelungstechnikkosten sind auch geringer.
8. Lieferantenentwicklung schrumpft, weil nicht mehr 20 verschiedene Typen entwickelt und verbessert werden müssen


Sicher gibts noch mehr Gründe in der einen oder anderen Kategorie, soll aber mal reichen.

Oleg Stolz
www.oekoluefter.de

Verfasser:
WilhelmWeissinger
Zeit: 21.09.2004 08:14:18
0
91522
Naja Küchendüfte (von WC-Anlagen mal ganz zu schweigen) überall in den genannten Räumlichkeiten zu verteilen ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss .
Natürlich kann man Filtern , dies ist aber erheblich aufwendiger , als eine separate Fort-Ab/Frisch-Zuluftanlage einzeln für z.B. Küchenräume zu fahren.

Wilhelm W.

Verfasser:
Boldo
Zeit: 21.09.2004 11:47:36
0
91523
@www.oekoluefter

eins vergessen bei den zwölf Positiven

13. Ich kann mehr verkaufen

Gruß
Otto B.

Verfasser:
C. Brenner
Zeit: 21.09.2004 13:09:02
0
91524
Hallo.

Ein wichtiges, noch nicht angeführtes Argument für dezentrale Auslegung kann der Brandschutz sein.

Grüße, C. Brenner www.Celsius-compile.de

Verfasser:
Martin Glane
Zeit: 22.09.2004 23:22:02
0
91525
Zum Beitrag von Oleg Stolz:

Vorteile:
Zu 1.
Kann es auch geben am Schaltschrank z. B. aber Redundanz ist höher

Zu 2.
Luftnachbehandlung durch Kanalküler etc. erreicht gleiches

Zu 3.
Die Wirkungsgrade von Kleinlüftern sind sehr beeindruckend.

Zu 4.
Ein Kanal 1m x 1m hat einen Querschnitt von 1 m²
25 Kanäle 0,2m x 0,2m haben auch einen Querschnitt von 1 m²
Bei Ausfädeln aus einer Zentrale wünscheich viel Spaß mit den 50 BSK für Zu- und Abluft

Zu 5.
siehe 4.

Zu 6.
Wer lagert heute noch Ersatzteile? Der Händler! Die Servicefirma! Aber nicht der Anlagenbereiber.

Zu 7.
na ja

Zu 8.
Den Spaghetiknoten von 25 Zu und 25 Abluftkanälen möchteich nicht entwirren.

Zu 9.
Verstehe ich nicht so ganz.

Zu 10.
Werden die Geräte in der Zwischendecke untergebracht? War da nicht von Vortragsräumen die Rede? 35 dB(A)sind da einzuhalten!

Zu 11.
Siehe 2

Zu 12.
Und was ist mit dem Kanalsystem für die Außenluftzuführung? Und die Fortluft? Das regelt sich von selber ein?

Nachteile
Lassen wir mal unkommentiert


Martin Glane




Verfasser:
Holger
Zeit: 27.09.2004 23:57:35
0
91526
Hallo zusammen,

mal wieder hier reingekuckt....
Danke für die Antworten.
Aber wirklich einig seid Ihr Euch ja nicht :-)

@M.Glane

was empfehlen denn Sie so allgemein bei der beschriebenen Thematik.

gruß
Holger

Verfasser:
gretel
Zeit: 28.09.2004 10:57:45
0
91527
Hallo ,
es kommt sehr auf die Gegebenheiten vorort an :

Bei Vortragsräumlichkeiten mit z.B. 90.000 m3/h zu lüften ist schlicht und ergreifend ohne schallgeschützten Raum für das Lüftungsgerät (als Zenetralgerät) nicht möglich.

Auch die Volumenströme müssen raum- und volumenseitig ausgelegt werden.


gretel

Verfasser:
Martin Glane
Zeit: 28.09.2004 22:02:21
0
91528
@ Holger

ich würde auch sagen, das kommt drauf an. Bei Komfortanlagen verbieten sich dezentrale Lösungen meistens aus Geräuschgründen. Ein anderer Aspekt ist auch die Wartung. Eine Vielzahl von Geräten zu warten, ist natülich teurer als nur einige größere. Energiesparende Systeme wie hocheffiziente WRG erreichen bei zentralen Systemen meistens bessere Betriebszeiten und damit eine bessere Wirtschaftlichkeit. Die ganze Regelmimik ist bezüglich der Kosten fast unabhängig von der Gerätegröße. Auch das spricht eher für größere Geräte.

Es gibt natürlich auch Gegenargumente wie grße Kanalquerschnitte, Aufwendungen für Brandschutz, Redundanz etc.

Die auswendig gelernten Argumente aus dem letzen Verkaufstraining finde ich allerding ehrlich gesagt nicht so prickelnd.


Martin Glane

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