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Legionellenprobleme in Nobelhotel- Ursache?
Verfasser:
Jojo
Zeit: 26.09.2004 22:40:07
0
93778
Hallo,

habe vor kurzum mal was über Legionellenprobleme in einem Berliner Nobelhotel (Ritz) gehört.
Habe schon ein bißerl gegoogelt aber keine Infos gefunden
was die definitive Ursache ist.

Weiß jemand mehr ?

greetings

jojo

Verfasser:
Rene
Zeit: 26.09.2004 22:47:12
0
93779
Hallo Jojo,
das war im Adlon. Grund war einfach stagnierendes Wasser. Dem Wasser ist dann Chlor zugesetzt worden. Daraufhin gab es dann wohl Korrosion in der Edelstahlleitung. Die Leitungen sind in MV-Rohr erneuert worden.
Stand mal in irgendeiner Fachzeitschrift (IKZ?).

Gruß
Rene

Verfasser:
Löthi
Zeit: 27.09.2004 07:58:39
0
93780
@rene
du irrst, es war auch im ritz-carlton.

ich habe bisher auch nichts wieder davon gehört. anscheinend haben die die lage wohl wieder im griff.

Verfasser:
OldBo
Zeit: 27.09.2004 08:50:56
0
93781
Moin,

ob nun Ritz, Adlon oder zu Hause, das Problem ist überall dort, wo Stagnationswasser vorhanden ist.

Ein Beispiel: Die Kinder wohnen nicht mehr zu Hause. Die Sanitäreneinrichtungen (Dusche - Waschtisch) werden lange Zeit nicht benutzt. Was machen? Entleeren? Macht doch keiner!

Das Wenigste, was man dem Betreiber sagen sollte ist, die Leitungen in regelmäßigen, möglichst kurzen Abständen, durchlaufenzulassen. Die Warmwasserleitungen möglichst heiß, also über 60° C.

Dann wird die Gefahr, dass der Besuch der lieben Kinder nicht mit Durchfall oder mehr endet gemindert oder sogar ausgeschlossen.

Darüber sollte jeder nachdenken, der von diesen Verhältnissen beim Kunden weiß.

Information, mit den notwendigen Erklärungen, ist alles!

Gruß

me. Bruno Bosy, NF

Verfasser:
A. Wilkens
Zeit: 27.09.2004 14:16:08
0
93782
Mahlzeit,

Hab den Bericht darüber auch mal irgendwo gelesen. Aus Kostengründen wurden die Zimmer nur Etagenweise vermietet, so daß es vorkam, das manche Zimmer/ Etagen über einen längeren Zeitraum nicht genutzt wurden. Dadurch kam es zu dem schon erwähnten stagnierendem Wasser.
Mittlerweile werden die Zimmer/ Etagen "durcheinander" genutzt und dadurch das Problem beseitigt.

Gruß aus Hamburg
Andreas Wilkens

Verfasser:
Tino Winkler
Zeit: 27.09.2004 16:36:21
0
93783
Moin,
ein Artikel dazu stand in "Werkstatt+Montagepraxis" vom Dez.2003 Seite
60-61...

Verfasser:
Johannes
Zeit: 29.09.2004 01:24:44
0
93784
Hallo zusammen,

> OldBo schreibt: Dann wird die Gefahr, dass der Besuch der lieben Kinder nicht mit Durchfall oder mehr endet gemindert oder sogar ausgeschlossen.

Durchfall durch die Legionella gibt es nicht. Die Legionella pneumophila ist eine sehr ernstzunehmende Krankheit. Nicht selten diaknostizieren Ärtze eine Lungenentzündung und behandeln die tatsächliche Krankheit falsch. (kaufmännische Mediziner)

Ich habe mich mit diesem Thema ernsthaft auseinandergesetzt.

Es hierbei nicht nur um stagnierendes Wasser oder totgehende Leitungen, sondern auch um Rohrmaterialien und Armaturen und Warmwasserbereiter.

Hier wurden und werden bei der Planung und Ausführung von Sanitäranlagen
viele Fehler gemacht.

Ich könnte zu diesem Thema sehr, sehr viel schreiben; würde aber hier den Rahmen sprengen.

Nur soviel: Die Legionella kommt über Aerosole, das ist der Wassernebel, vereinfacht ausgedrückt, der z.B. beim Duschen entsteht und durch das Einatmen in die Lunge gelangt.

Darum immer den Duschkopf Kalkfrei und sauber halten. Und auch sonst keine Aerosole einatmen.

Wenn Interesse zu Thema Legionella besteht, zu Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Gruß Johannes

Verfasser:
Löthi
Zeit: 29.09.2004 07:08:00
0
93785
@johannes
"Darum immer den Duschkopf Kalkfrei und sauber halten. Und auch sonst keine Aerosole einatmen."

wenn du jetzt noch erklärst, wie man dies realisiert, dann wüssten wir mehr über deine "fachmännische" erfahrung!

Verfasser:
Rainer Kluth
Zeit: 29.09.2004 08:47:15
0
93786
Hallo liebe Legionellenfreunde,

ganz kurz mal einige Fakten zum Thema Legionellen

1. Legionellen kommen "ganz natürlich" im Grundwasser vor und sind somit auch im Trinkwasser zu finden.
Das ist eigentlich nicht weiter schlimm da sie sich im Kaltwassernetz kaum vermehren. Getrunken, also nicht eingeatmet, stellen sie auch keine Gefahr für den Menschen dar.

2. Legionellen brauchen zur Vermehrung bestimmte Bedingungen
Wie alle Bakterien brauchen Legionellen Nährstoffe und eine Wohlfühltemperatur. So ab ca. 30 Grad C gehts daher so richtig mit der Vermehrung los. Rost und Kalkablagerungen sind ideale Nährböden für Legionellen. Auch ein bereis vorhandener Biofilm ist eine Einladung zur Vermehrung. Unter diesen Voraussetzung hat mann innerhalb eines Tages genug von den Viechern, so das man beim Einatmen krank werden kann.

3. Gefahren in Warmwasserleitungen
Wie Ihr als Fachleute alle wißt, gibt es grundsätzlich zwei Arten der Leitungsführung. Ein Stichleitungssytem (Baumstruktur) oder eine Ringleitung in der das wareme Wasser ständig zirkuliert. Im normalen Haushalt wo an den verschieden Abnahmesträngen regelmäßig Wasser entnommen wird besteht (bei sauberen Leitungen; kein Rost, kein Kalk) keine Gefahr. Bei Zimmern die nur sehr selten genutzt werden erst das Wasser einige Zeit laufen lassen.
Bei Ringleitungen ist die Gefahr IMMER um ein vielfaches höher. In großen Gebäuden ist fast immer eine Ringleitung installiert. Durch den langen Aufenthalt des Wassers im System und die "super" Temperaturen kommt es hier gerne zur Legionellenbildung. Wird wie im Beispiel dann auf einigen Etagen wenig Wasser entnommen spitzt sich das Problem zu. Durch die gleichmäßige Vermietung der Zimmer ist das Problem aber nicht zu lösen.

4. Gegenmaßnahmen
Leider hilft Chlor NICHT gegen Legionellen. Ansonsten kämen sie ja auch im Trinkwasser nicht vor wenn es gechlort wird.
Was hilft: thermische Desinfektion auf über 60 Grad C an der Abnahmestelle, wobei diese natürlich laufen muß. In der Praxis schwer zu realiseren wegen der Verbrühungsgefahr. In einem Hotel oder Krankenhaus ist das daher fast ein Ding der Unmöglichkeit. Wenn es richtig gemacht wird hilft es aber.
Chlordioxid; Das Mittel der Wahl wenn es gegen die Legionellen zu Felde geht. Es tötet im Gegensatz zu Chlor die Viecher sicher ab auch dann wenn sie als Ubootfahrer in Biofilm oder Amöben unterwegs sind. Chlordioxid wirkt gasförmig und dringt in die Zellen ein. Diese werden oxidiert und platzen (vereinfachte Beschreibung der Wirkung).Weiterhin kann Chlordioxid einen bestehenden Biofilm abbauen und somit den Nährboden, der zum schnellen Wachstum gebraucht wird entfernen. Letztendlich ist es sehr materialverträglich. Aufgrund seines neutralen pH-Werts (2-Komponente persulfatsystem) und des geringen Chloridgehalts werden Werkstoffe nur schwach belastet. Weiterhin hat es eine sehr gute Pufferkapazität.
In der Praxis wird mit einer ClO2 Konzenztration von 0,4 mg/l an der Dosierstelle angefangen. Wird an den Entnahmestellen eine Konzentration von 0,2 mg/l erreicht,wird die Konzentration heruntergefahren. Nach ein bis zwei Wochen werden diese Systeme dann in der Regel mit ca. 0,05 bis 0,1 mg/l an der Dosierstelle gefahren. Das reicht dann um keine Legionellen ins System zu bekommen aus.
Ozon: Funktioniert auch. Nachteile: Nicht gerade ungefährlich in der Herstelllung und Handhabung. Schlechte Pufferwirkung
UV: Tötet Legionellen ab aber leider nur direkt an der Lampe und auch nur dann wenn diese blitzeblank sauber ist. Keine Pufferwirkung und daher kein Schutz des Systems.

So liebe Legionellenfreunde das solls fürs erste gewesen sein.
Wenn noch was unklar ist so meldet euch.

Gruß

Rainer


Verfasser:
OldBo
Zeit: 29.09.2004 11:18:09
0
93787
Moin,

hier ein paar Seiten, die das Thema verdeutlichen

http://www.bosy-online.de/Legionellen.htm

Gruß

me. Bruno Bosy, NF
Bosy.de.vu

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