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Fernwärme vs. Gas
Verfasser:
Finshu
Zeit: 01.06.2011 08:34:26
0
1538304
Hallo zusammen,

ich möchte in Kürze meine alte Gasheizung austauschen. Nun stehe ich vor den Alternativen Fernwärme oder Gas-Brennwert. Preislich gestaltet sich das Thema wie folgt ...

Anschaffung/Installation:
a) Fernwärme: ca. 3.500 Euro
b) Gas-Heizung: ca. 6.300 Euro

Arbeitspreis:
a) Fernwärme: Evonik 4,62 Ct/kWh (Netto)
b) Gas-Heizung: Stadtwerke 4,75 Ct/kWh (Netto)

Sonstiges:
a) Fernwärme: Schornsteinfeger/Wartung nicht nötig

... das spricht soweit alles für die Fernwärme - Aber Geld ist ja bekanntlich nicht alles.

Ich würde gerne eure Fachmeinung (auch gerne Erfahrungen/Kritik/Lob) hören.

Danke und viele Grüße
Finshu

Verfasser:
OldBo
Zeit: 01.06.2011 10:20:06
0
1538336
Moin Finshu,

die Entscheidung, ob Fern- bzw. Nahwärme oder Gas günstiger ist, wird Dir keiner abnehmen können. Entscheidend sind eigentlich die Dinge, die im Kleingedruckten stehen. Ich kenne Gebiete, da besteht sogar eine Fernwärmeanschlusspflicht. So z. die Staddt Flensburg oder Neubaugebiet mit zentralem BHK oder die in der Nähe von Biogasanlagen (Nahwärme) liegen. Auch hier gibt es keine vergleichbaren Gegebenheiten.

Gruß

Bruno

Verfasser:
egal1
Zeit: 01.06.2011 10:31:52
0
1538339
Erst mal alles rechnen. Der Fernwärmepreis setzt sich aus Arbeitspreis und Jahresgrundpreis zusammen. Den hast du schon mal nicht eingerechnet. Die 4,62 cent/kWh sind nur der Arbeitspreis. Auch den Messpreis hast du nicht erwähnt.
Also rechne erst für deine benötigte Anschlussleistung und Durchflussleistung den Endpreis aus.
Auch beim Gaspreis hast du die Grundgebühr unterschlagen, wie willst du da vergleichen, wenn du die Hälfte der Kosten unterschlägst?
Dann einfach überlegen: will ich ein fertiges Produkt (Fernwärme) kaufen oder will ich das Produkt selbst herstellen.
Natürlich musst du den Wirkungsgrad mit einrechnen, bei Fernwärme zahlst du ja nur, was tatsächlich ins Haus geliefert wird. Beim Gaskessel Reparaturen, Wartung und Neuanschaffung in xx Jahren mit einplanen.
Erfahrungen: ich würde immer wieder Fernwärme nehmen, da ich mich dann um nichts kümmern muss.

Verfasser:
flo.gla
Zeit: 01.06.2011 11:04:54
0
1538351
Zitat von egal1 Beitrag anzeigen
Erst mal alles rechnen. Der Fernwärmepreis setzt sich aus Arbeitspreis und Jahresgrundpreis zusammen. Den hast du schon mal nicht eingerechnet. Die 4,62 cent/kWh sind nur der Arbeitspreis. Auch den Messpreis hast du nicht erwähnt.
Also rechne erst für deine benötigte Anschlussleistung und[...]


100% Zustimmung, damit ist alles gesagt!
-alle Kosten mit einrechnen!!
-FW 100% Wirkungsgrad
-FW kein Kesseltausch/Wartung/Stromkosten/Schorni.

Achja: und den Preisindex des FW-Vertrages genau anschauen.
Meistens wird hier ein guter, Preisstabiler Mix gefunden, jedefalls viel besser als die Gas- und Ölpreisentwicklung.

Verfasser:
OldBo
Zeit: 01.06.2011 11:49:14
0
1538372
Zitat von flo.gla Beitrag anzeigen
Zitat von egal1 Beitrag anzeigen
[...]


100% Zustimmung, damit ist alles gesagt!
-alle Kosten mit einrechnen!!
-FW 100% Wirkungsgrad
-FW kein Kesseltausch/Wartung/Stromkosten/Schorni.

Achja: und den Preisindex des FW-Vertrages genau anschauen.
Meistens wird hier ein guter, Preisstabiler[...]

Deswegen ist Dänemark auch führend in der Fernwärmeversorgung. Ob die wohl besser rechnen können? :>))

Verfasser:
Paula1970
Zeit: 01.06.2011 12:20:11
0
1538385
-FW kein Kesseltausch/Wartung/Stromkosten/Schorni.

Das sind die gerne unterschätzten Preistreiber!

Allein der Grundpreis sagt nicht soviel und ist in die Zukunft bei beiden Varianten nicht genau zu bestimmen.

Von daher wenn möglich Fernwärme und du bist viel weniger hier zu finden(siehe darf dies und jenes -das kosten oder schonigebühr und und und) und lebst ruhiger:-)

Verfasser:
OldBo
Zeit: 01.06.2011 13:27:19
2
1538406
Ein Problem bei der Fernwärmenutzung kann sein, dass man vertraglich keine anderen Energien (Solar, Holzfeuerung) einsetzen darf, weil sich dann die Preise nicht halten lassen. Deswegen schrieb ich, dass man das Kleingedruckte lesen sollte. Das gilt auch wenn man die Bedingungen des Bebauungsplanes nicht richtig liest.

Verfasser:
Paula1970
Zeit: 01.06.2011 13:40:39
0
1538412
Wozu auch?
Insbesondere die Kombination Fernwärme/Solar dürfte in den allermeisten Fällen wenig bis gar keinen Sinn machen.

Verfasser:
winni 2
Zeit: 01.06.2011 14:49:33
0
1538431
Zitat von Paula1970 Beitrag anzeigen
Wozu auch?
Insbesondere die Kombination Fernwärme/Solar dürfte in den allermeisten Fällen wenig bis gar keinen Sinn machen.


Warum?

Gruss, winni

Verfasser:
mrtux
Zeit: 01.06.2011 20:41:43
0
1538566
Die Möglichkeit Fernwärme ist hier zu bevohrzugen.
Eine Gastherme braucht im Jahr auch 150-200€ an Strom,
du hast das Restrisiko eines Hausbrandes durch die Gasheizung - es ist zwar klein - aber es ist vorhanden. Auch eine Co - Vergiftung durch einen Defekt ist niht ausgeschlossen. Dieses ist zwar eher die Seltenheit - aber der Fall X kann eintreten. Auch wenn du bedenkst, dass du im Winter frieren musst, wenn dein Gerät kaputt geht, dadurch das du z.B. die Wartung vergessen hast.

Und du hast auch unterm Strich - aus meiner Erfahrung - weniger Kosten als mit Gas.

Verfasser:
RoBIM
Zeit: 02.06.2011 00:54:59
0
1538623
Wenn unser Gas-BW-Gerät 150 bis 200 Euro/a an Stromkosten bedingen würde, müßten unsere Speisen wohl kalt bleiben und Computer und TV wären auch nicht möglich ;-))

Ob im hier betrachteten Fall Gas oder Fernwärme auf Dauer günstiger ist, kann wohl nur jemand mit einer Glaskugel beantworten.

Ich hatte vor einiger Zeit eine energetische Sanierung in Bonn. Fernwärme der Stadtwerke. Nicht nur die spezifischen Kosten pro kWh, sondern insbesondere die Grundkosten pro kW waren exorbitant hoch. Da Anschlusszwang bestand, war leider keine Wahlmöglichlkeit gegeben.

Ob Fernwärme oder Gas günstiger ist hängt also sehr stark von den Vor-Ort-Bedingungen des Fernwärmeanbieters ab. Gas kann man bundesweit einkaufen und sich den günstigsten Anbieter auswählen.

Einen deutlichen Vorteil, so der Fernwärmeanbieter einen geringen Primärenergiefaktor nachweisen kann, hat die Fernwärme - bei KfW-Finanzierungen ist die Erreichung der Qp´-Wert Vorgabe dann recht einfach. Die Stadtwerke Bonn lagen da ganz vorne (leider nicht beim Preis).

Gruss
Frank F.

Verfasser:
bukowsky
Zeit: 02.06.2011 16:46:43
0
1538782
Hallo,

hier in Hamburg sind die Gestellungskosten für Fernwärme recht hoch, so habe ich in einer Mietwohnung mit nur knapp 70 m2 etwa 100 € monatlich für Fernwärme abgedrückt, obwohl die Heizungen wegen des guten Standards [Niedrigenergiebau] nur seltenst warm waren, und zwar nur lauwarm [es musste kaum geheizt werden].

Nun sitze ich auf ca. 135 m² mit Gasheizung und solarer Heizungsunterstützung in einem nur nach 1985er Maßstäben gedämmten Einzelhaus mit 84 € monatlichen Gaskosten für Heizung und Warmwasser.

Trotz des sehr niedrigen Verbrauchs waren die Heizkosten in der Mietwohnung bei Fernwärme sehr hoch.

Gruß,
Dietmar

Verfasser:
OldBo
Zeit: 02.06.2011 21:50:42
0
1538870
Moin Dietmar,

und wie hoch sind die jährlichen Abschreibungen bzw. Abtragungen für die 84 € monatlich? Ein Auto kostet ja auch nicht nur die Spritkosten.

Gruß

Bruno

Verfasser:
JoRy
Zeit: 03.06.2011 10:59:23
0
1538977
Moin Bruno,

die Kosten hat er ab Hauseingang FW auch.
Die Übergabestation WT-Kessel, Regler und WW-Speicher sind
Sache des Hauses und kosten soviel wie BW-Technik.

Es gibt deshalb nur ganz wenige FW oder Nah-W Versorger, deren
kWh-Preis nicht deutlich über denen der Gasversorger liegt.

Bei den meisten ist es bundesweit ein Zuschuss-Geschäft.

Dänemeark als Beispiel anzuführen ist etwas daneben.

Die großen Eneegieversorger in D haben sich zig Jahre davor gesperrt,
in Kraftwärme-Kopplung ihren Wärmeüberschuss abzugeben.

In D wurden AKW so gebaut, dass nicht mit Riesenkühltürmen die
Flüsse, wie in D aufgeheizt werden, sondern riesige Wohnviertel
der Region direkt mit Strom UND Wärme versorgt werden.

Gruß JoRy

Verfasser:
Paula1970
Zeit: 03.06.2011 11:54:33
0
1539006
ich kenn mich mit den preisen der NW un FW V nicht so aus.
Sind die wirklich so hoch?
Müßen sie sich nicht am "Markt" behaupten?

Natürlich muß dann jeder für sich den Vergleich ziehen aber halt auch alle! Kosten mit einbeziehen!

Verfasser:
RoBIM
Zeit: 03.06.2011 16:23:41
0
1539116
Hier die Preise des Versorgers, der das von mir begleitete Sanierungsprojekt mit Gas beliefert.

Verbrauchskosten 8,31 Ct/kWh
plus
Grundpreis 20,67 Euro/kW

Nach der energetischen Sanierung hat sich nicht nur der Verbrauch drastisch reduziert (über 70%), sondern und das ist der Faktor der die Gesamtkosten bei Fernwärme extrem beeinflusst, auch die Anschlussleistung ist von 45 kW auf 8 kW gesunken.

Bei dem Projekt bedeutet das allein schon 765 Euro/a an Einsparung plus eingesparte Verbrauchskosten. Die Hausbesitzer sind daher nicht nur durch den Zugewinn an Wohnkomfort (Stichwort Behaglichkeit) überglücklich, sich zur Sanierung entschieden zu haben.

Es ist also möglich, trotz Anschlusszwangs an ein Fernwärmenetz, viel Energie und Geld zu sparen.

Gruss
Frank F.

Verfasser:
Michael Springl
Zeit: 03.06.2011 18:00:42
0
1539151
Zitat von mrtux Beitrag anzeigen
Die Möglichkeit Fernwärme ist hier zu bevohrzugen.
Eine Gastherme braucht im Jahr auch 150-200€ an Strom,
du hast das Restrisiko eines Hausbrandes durch die Gasheizung - es ist zwar klein - aber es ist vorhanden. Auch eine Co - Vergiftung durch einen Defekt ist niht ausgeschlossen.[...]

Hallo,
deine Betrachtungsweise ist sehr einseitig.

150-200 € Strom im Jahr
Was verbraucht den den Strom in der Heizung? Der größte Verbraucher ist die Heizungsumwälzpumpe, die du beim Fernwärmeanschluß auch hast. Ebenso brauchst Du eine Regelung dafür.

du hast das Restrisiko eines Hausbrandes durch die Gasheizung
Beim Fernwärmeanschluß hast Du dafür das (ebenso unwahrscheinliche) Risiko, daß du durch eine Rohrbruch im Fernwärmenetz erleidest.

Auch eine Co - Vergiftung durch einen Defekt ist nicht ausgeschlossen.
Und ertrinken und verbrühen kannst du dich beim Fernwärme- Rohrbruch auch noch.

Verstehst Du, was ich dir sagen will. Alle Argumente sind eher abwegiger Natur. Und sicher, Technik kann versagen.

Die wesentlichen Argumente Pro oder Contra hat OldBo in seinen Beiträgen genannt.

mfG Michael

Verfasser:
RoBIM
Zeit: 03.06.2011 20:18:39
0
1539179
Zitat von RoBIM Beitrag anzeigen
Hier die Preise des Versorgers, der das von mir begleitete Sanierungsprojekt mit Gas beliefert.


Muß natürlich Fernwärme anstatt Gas heißen.

Verfasser:
Finshu
Zeit: 06.06.2011 15:13:53
0
1539916
Hallo zusammen,

erst einmal vielen Dank für euren Input und die einzelnen Hinweise.

Jetzt wollte ich die jeweiligen Kosten mal vollständig durchrechnen und stolpere natürlich über den Verbrauch. Ist eine kWh an Fernwärme genauso effizient wie eine kWh Gas? Könnte man diese Angaben auf den Abrechnungen/Berechnungen also so einfach gegeneinander halten um sie zu vergleichen? Oder muss man hier noch einen Faktor berücksichtigen?

Danke und viele Grüße
Finshu

Verfasser:
egal1
Zeit: 06.06.2011 15:46:52
0
1539929
Nein, dazwischen liegt der Wirkungsgrad. Also noch mal:
Fernwärme: du bezahlst genau die Wärmemenge, die ins Haus geliefert wird
Gas: dein Kessel hat einen Wirkungsgrad, der im Sommer zur WW-Bereitung relativ schlecht ist.

Verfasser:
Finshu
Zeit: 06.06.2011 16:22:21
0
1539941
Wenn ich beim Gas noch den Wirkungsgrad berücksichtigen muss, dann bedeutet es also, dass man mit 10.000 kWh Fernwärme mehr Heizenergie erzeugt als mit 10.000 kWh Gas, man also über das Abrechnungsjahr weniger kWh Fernwärme benötigt als an Gas?

Verfasser:
Finshu
Zeit: 08.06.2011 13:36:47
0
1540482
Wollte nochmal kurz nachfragen welchen Faktor man für die kWh-Angabe ansetzten kann/sollte?

Danke und viele Grüße

Verfasser:
Falk N.
Zeit: 08.06.2011 13:45:53
1
1540488
Der FW-Versorger liefert Dir an die Übergabestation xx kWh und der Gasversorger liefert Dir an den Gaszähler xx kWh. DANACH bestimmt NUR noch Deine Anlage, Gebäude und Nutzung den Verbrauch/Wirkungsgrad. Beim Gasgerät kommt noch DESSEN Wirkungsgrad als Verlustfaktor dazu. Rechne mal im Jahresmittel beim Gasgerät mit 90% im Mittel, bezogen auf die gelieferten kWh Brennwert.

Verfasser:
egal1
Zeit: 08.06.2011 13:46:11
0
1540489
Da du nur von "Gasheizung" sprichst, kann der Jahreswirkungsgrad im Bereich von 50-80% liegen.
Eine Atmo-Therme (ja auch die gibt es noch) hat einen schlechteren Wirkungsgrad als ein modulierender Brennwerter.
Ein 1,2 l VW - Polo ist etwas sparsamer als ein alter V8 mit 5,6 Liter Hubraum aus den 60-er Jahren.
Lass dich nicht vom Wirkungsgrad des Kessels täuschen, entscheidend ist der JAHRESwirkungsgrad.

Verfasser:
Falk N.
Zeit: 08.06.2011 13:46:27
0
1540490
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Verfasser:
Falk N.
Zeit: 08.06.2011 13:46:27
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