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365 Tage Grabenkollektor nach "Forumsart" - Richtige Entscheidung oder Groschengrab?
Verfasser:
Essimo
Zeit: 02.01.2014 12:50:33
15
2016299
Hallo zusammen,

am Silvesterabend endete mein 1-jähriger Erfassungszeitraum, um die Effizienz meiner Heizungsanlage bewerten zu können. Den Thread, wie ich zu meiner Heizung und dem Grabenkollektor gekommen bin, kann man hier nachlesen.

Objekt:

- rund 200 m² (inkl. 65 m² außengedämmter Betonkeller) großes Haus in Holzständerbauweise
- Dämmung Wände und Decke mit Steinwolle (U-Wert Wand: 0,148 W/m²K, U-Wert Dach: 0,179 W/m²K)
- heizbare Fläche: 170 m²; im Erfassungszeitraum beheizte Fläche: 135 m²
- Standort: Südpfalz, Kreis GER, nähe Karlsruhe
- Heizlast: 5,6 kW / Norm-AT: -12° C
- 4 Personen (2 Erwachsene, 2 Kinder)
- Fensterlüftung

Heizung:

- Vaillant geoTHERM Exclusiv 63/3 innerhalb der thermischen Hülle
- Fußbodenheizung in allen beheizten Räumen (VA: 15 cm und 10 cm)
- kein Puffer, keine ERR
- hydraulischer Abgleich nach Berechnung durchgeführt
- Heizkurve: 0,1, Raumsoll: 20° C, Energie-Integral: -170°min, Spreizung: 6-7 K
- Einsatz zum Heizen, Erzeugen von Warmwasser & (passiven) Kühlen
- erzielte Raumtemperatur EG und DG: ~ 20,5 °C
- Warmwassertemperatur: 45° C (2x täglich)
- kein zusätzlicher Wärmeerzeuger (wie z. B. Kaminofen, Heizlüfter) vorhanden bzw. im Einsatz
- Inbetriebnahme: September 2012

Quelle:

- Ringgrabenkollektor (Forum): Slinky 73 m, gerade 16 m, Breite 120 cm
- 2x 300 m 32x3,0 PE RC in 150 cm Tiefe ohne Sandbett
- Boden: Lehm/Schluff
- Sehr hoher Grundwasserstand, zeitweise 100 cm unter Geländeoberkante
- Kosten für Material und Baggerstunden: ~ 2.000,- Euro
- Verlegung in Eigenleistung
- bisher niedrigste Sole-Eingangstemperatur: ca. 3,1° C (Feb. 2013 nach 2h WW- und Heiztakt)
- aktuell abgelesene Sole-Eingangstemperatur am Taktende nach 45 Min.: 6,3° C
- Spreizung: 3,5 K

Betriebsdaten:

- Erfassungszeitraum: 01.01.2013 - 31.12.2013
- Eingesetzte elektr. Energie (komplette WP inkl. Heizungsumwälzpumpe): 1.579 kWh
- Erzeugte therm. Energie: 7.133 kWh (Erfassung über integr. WMZ)
- Jahresarbeitszahl: 4,52 (kühlungsbereinigt: ~ 4,65)
- Kosten bei 0,24 Euro/kWh: ~ 380,- Euro
- Erfassung durch separaten Zähler
- keine Zusatzkosten, da WP auf Haushaltsstrom

Fazit:

Der Grabenkollektor liefert bei mir bisher sehr gute Soletemperaturen, auch zum Ende der Heizperiode. Durch den im Verhältnis hohen Warmwasseranteil fehlen natürlich die AZ-verschönernden Effekte aus dem Heizbetrieb, so dass wir keine JAZ über 5 erreicht haben. Für mich ist jedoch der absolute Verbrauch entscheidend, so dass ich im Ergebnis gerade auch in Hinblick auf die getätigte Investition mehr als zufrieden bin.

Natürlich ist nicht nur der Grabenkollektor für die hohe Effizienz verantwortlich, sondern auch das gesamte Heizsystem muss bestmöglich auf die WP abgestimmt sein.

Da dies alles nach einem sehr guten Resultat für mich aussieht, möchte ich in erster Linie die beiden Akteure nennen, ohne die es dieses Projekt so nicht gegeben hätte:

Großen Dank von meiner Seite an Bernd (Bernd_K) und Frank (fdl1409) für die hohe Hilfsbereitschaft sowie das Teilen von Wissen und Einschätzung; das war eine prima Leistung. Ein Dank natürlich auch an alle anderen, die mir bei meinem Projekt direkt und indirekt geholfen haben und auch an die Forumsbetreiber, welche diese Plattform zur Verfügung stellen.

Um mit diesen Worten zu meiner Eingangsfrage zurückzukehren: richtige Entscheidung oder Groschengrab? Diese Entscheidung überlasse ich euch... ;-)

Verfasser:
mian
Zeit: 02.01.2014 13:25:11
0
2016317
Hallo Essimo,

super, vielen Dank für diesen sehr informativen und gut strukturierten Überblick.

Ich habe auch die VWS und daher würden mich noch ein paar spezielle Dinge interessieren:

- Welche WW Min und Max Temperaturen hast du eingestellt. Hast du dies zeitlich begrenzt?

- Hast du den Heizbetrieb auf Auto oder Eco? Hast du diesen zeitlich begrenzt und/oder machst du eine Nachtabsenkung?

- Auf wieviel Prozent laufen die Pumpen (Heizung und Sole)?

- Wie hoch ist die Solekonzentration?

Gruß
Michael

Verfasser:
Essimo
Zeit: 02.01.2014 13:58:18
0
2016341
Hallo Michael,

Zitat von mian Beitrag anzeigen
Welche WW Min und Max Temperaturen hast du eingestellt. Hast du dies zeitlich begrenzt?


WWmin. liegt bei 38° C, WWmax. bei 45° C

Es gibt zwei Zeiten, einmal morgens von 6:00 bis 9:30 Uhr und von 17:00 bis 19:30 Uhr. Die Uhrzeiten jetzt mal aus dem Gedächtnis, sollten aber stimmen.

Selten, also vielleicht 3-4mal im Monat müssen wir eine zusätzliche Speicherladung anstoßen, zum Beispiel wenn meine Frau baden möchte, ich zuvor aber schon geduscht habe und es außerhalb der Bereitungszeit ist. Hier hilft dann, dass das Bedienteil im Wohnraum steht und meine Frau die WW-Speichertemperatur vor dem Baden am Display ablesen kann.

Die Warmwasserbereitung ist aber etwas, wo vermutlich noch Optimierungsmöglichkeiten bestehen. Da hatte ich hier auch schon mal nachgehakt, leider ohne Ergebnis.

Zitat von mian Beitrag anzeigen
- Hast du den Heizbetrieb auf Auto oder Eco? Hast du diesen zeitlich begrenzt und/oder machst du eine Nachtabsenkung?


Ich habe weder eine Nachtabsenkung, noch eine Abschaltung. Bei mir heizt die WP durch auf dem Betriebsmodus "Heizen" und hält Tag und Nacht das Haus auf Temperatur.

Zitat von mian Beitrag anzeigen
- Auf wieviel Prozent laufen die Pumpen (Heizung und Sole)?


Das müsste ich zuhause nachschauen, ich glaube aber 75% die Heizungspumpe und 85% die Solepumpe.

Zitat von mian Beitrag anzeigen
- Wie hoch ist die Solekonzentration?


Die Konzentration ergibt rechnerisch ca. 15%, der Frostschutz demnach bis ca. -3° C. Bei der Inbetriebnahme wurde vom Kundendienst ein Frostschutz bei -6° C gemessen, was aber auch an einer noch nicht 100%igen Durchmischung gelegen haben kann und die abgelassene Sole etwas höher konzentriert war. Die Abschaltgrenze liegt aktuell eingestellt bei -3° C.

Verfasser:
MaJen
Zeit: 02.01.2014 14:07:21
11
2016349
Natürlich Groschengrab! Bei so Einem Objekt wäre eine modulierende L-W-Wärmepumpe zielführender gewesen!,

Hättest Du mal gleich einen richtigen Planer mit Haftung und Gewährleistung beauftragt :-))

Verfasser:
fdl1409
Zeit: 11.01.2014 15:15:56
0
2021913
Hallo Essimo,

hast du monatliche Verbrauchswerte und kannst du den Wärmeverbrauch vom 1.12.2012 - 28.2.2013 angeben?

Suche immer reale Betriebsdaten, um damit die Genauigkeit meines Grabentools zu messen.

Reale Heizlast ist meist geringer als berechnet. Würde dann in das Tool eine korrigierte Heizlast eingeben. Verbrauch in den 3 Wintermonaten : 1.296 = korrigierte Heizlast. Dazu natürlich Grabenlänge - mit dem geraden Anteil umgerechnet 78m, Tiefe 150cm Breite 120cm und Bodenart Ton/Schluff.

Bin gespannt wie das Ergebnis mit den bei dir beobachteten +3,1° übereinstimmt.

Grüße
Frank

Verfasser:
Motzi1968
Zeit: 11.01.2014 17:32:34
0
2021965
Zitat von fdl1409 Beitrag anzeigen
Hallo Essimo,

hast du monatliche Verbrauchswerte und kannst du den Wärmeverbrauch vom 1.12.2012 - 28.2.2013 angeben?

Suche immer reale Betriebsdaten, um damit die Genauigkeit meines Grabentools zu messen.[...]


Hallo,

würde Sinn machen den März auch mit zu berücksichtigen?
Bei "den" Kälterekorden 2013...
http://www.wetteronline.de/wetterrueckblick/2013-03-28-rb


Grüße
Motzi1968

Verfasser:
Essimo
Zeit: 13.01.2014 09:26:19
0
2022789
Zitat von fdl1409 Beitrag anzeigen
hast du monatliche Verbrauchswerte und kannst du den Wärmeverbrauch vom 1.12.2012 - 28.2.2013 angeben?


Hallo Frank,

leider habe ich keine Zahlen vom 01.12. bis 31.12.2012, da wir erst Ende Dezember 2012 eingezogen sind.

Meine monatlichen Verbrauchswerte können hier nachgelesen werden:

WP-Verbrauchsübersicht

Gruß
Essimo

Verfasser:
Frank_Pantry
Zeit: 13.01.2014 11:12:09
1
2022832
Eine schöne Anlage!!! :-)

Leider ist bei 99,9 % der Bauherren nicht das Interesse/Zeit/technischer Faible vorhanden, um sich im Vorfeld soweit in die Materie einzuarbeiten, das so etwas kosteneffizientes = geringer Invest dabei herauskommt.

Und nur so machen die Geothermieanlagen derzeit bei den Strompreisen überhaupt Sinn, denn der ROI ggü. Gas u. a. bei saftigen Bohrungspreisen liegt ansonsten einfach zu weit jenseits von gut und böse.

Darum ist der Markt für WP´s auch deutlich eingebrochen und eine Erholung ist erst wahrscheinlich ,wenn die Gaspreise deutlich steigen oder die Strompreise deutlich sinken (smart metering + Windkraft/Solar?)

Mein Trost ist, das ich immer noch wesentlich weniger als auf Gas bezahle (den Luftpumpern geht das i.d.R. ab) , auch wenn mein ROI sich um einige Jahre nach hinten verschoben hat.

Und wenn ich in 1-1,5 Jahrzehnten mal eine neue Maschine benötige....die unerschöpfliche und sehr üppige Quelle (derzeit noch fast 9°C im Vorlauf) ist immerhin schon da und bezahlt.

Gruß
Dipl.-Ing. Anlagenplanung
Frank-Rolf Roth
Wärmepumpendoktor-NRW

Verfasser:
fdl1409
Zeit: 13.01.2014 14:34:28
0
2022937
Hallo Essimo,

Dez. 2012 find ich nicht, habe deshalb Jan, Feb und Dez 2013 genommen, zusammen 3.473 kWh Wärmeproduktion.

Grabentool ergibt dann eine minimale Soleeingangstemperatur von +1,4°. Da liegst du mit 3,1° deutlich drüber. Dein wassergesättigter Boden ist noch besser als Ton/Schluff, vermute daß durch Grundwasserströmung zusätzliche Leistung gewonnen wird.

Grüße
Frank

Verfasser:
fdl1409
Zeit: 13.01.2014 14:39:40
0
2022941
Die AZ Warmwasser ist recht bescheiden mit 2,98 im Juli. Da die Soletemperatur im Juli recht hoch sein muß erscheint mit das bei 45° WW-Temperatur recht gering. Hast du mal beobachtet was da an Standbyverbräuchen anfällt zwischen den WW-Takten?

Grüße
Frank

Verfasser:
dyarne
Zeit: 13.01.2014 17:42:17
0
2023046
das ist mir auch aufgefallen, dabei liefert dein graben da sicher schöne soletemperaturen. bei meiner sonde komm ich bei vglb ww-temp auf az über 4 im sommer.
hast du eine zirkulation?
die kühlung spielt da nicht rein?

Verfasser:
Essimo
Zeit: 14.01.2014 12:04:10
0
2023489
Hallo zusammen,

Juni, Juli und August sind nicht wirklich repräsentativ, was die AZ angeht. Dort liegen die MAZ wegen der passiven Kühlung deutlich unter dem erwarteten Niveau. Den meisten Kühlbetrieb hatte ich im Juli.

Einigermaßen zutreffend sollten die Monate Mai und September sein, welche ebenfalls nur im Warmwasser-Betrieb gefahren wurden. Dort sind MAZ von 3,82 (Mai) bzw. 3,9 (September) erreicht worden.

Meine Sole-Temperatur lag im August bei 19,5° C (Höchststand) und demnach knapp vor der Abschaltgrenze der Vaillant. Dennoch fand ich die AZ für das Warmwasser etwas bescheiden, vor allem wegen dem Beitrag von MaJen in diesem Thread, wo er ja deutlich bessere Ergebnisse bei ähnlichen Einstellungen erreichen konnte.

Als WW-Zirkulation habe ich eine selbstlernende Pumpe von Vortex. Die ist auf der höchsten Economy-Einstellung und läuft zweimal am Tag für etwa eine halbe Stunde, soweit ich das beobachten konnte. Die könnte sicherlich für eine etwas stärkere Speicherabkühlung sorgen. Aber ob das soviel ausmacht? Die Speichertemperatur beim Warmwasser liegt aufgrund der zeitlich deutlich getrennten Bereitungszeiten (1x vormittags, 1x nachmittags) am Taktanfang oft so zwischen 20 und 25° C. Wird während der Bereitungszeit gebadet bzw. geduscht und fällt die Speichertemperatur unter 38° C, wird erneut Warmwasser bereitet.

Zusammengefasst: ohne Kühlung, aber mit Zirku habe ich in den Sommermonaten für die Warmwasserbereitung eine MAZ von etwa 3,9 bei einer Sole-Temp zwischen 16 und 19° C erreicht. Die schlechte MAZ im Juli und die auch noch bescheidenen MAZ im Juni und August sind aus meiner Sicht überwiegend auf die Kühlung zurückzuführen.

Ich werde da im Sommer mal ein Auge drauf haben, was die WP während des Warmwasserbetriebs so für Werte liefert. Die Kühlung darf ich aufgrund meiner Regierung nicht abschalten, aber die Zirku-Pumpe kann ich ja mal eine Zeit lange vom Strom nehmen und sehen, was dann passiert.

Gruß
Essimo

PS: Mir ist beim Sichten der Daten aufgefallen, dass ich den Oktober nicht korrekt eingetragen habe. Hier hat sich die MAZ von 3,82 auf 4,21 erhöht, in der JAZ spielt dies nur eine kleine Rolle, geringe Verbesserung auf 4,54.

Verfasser:
dyarne
Zeit: 14.01.2014 12:57:20
0
2023514
ah, alles klar.
damit ich's richtig verstehe: wenn du kühlst läuft der wmz rückwärts, dh die weggekühlte wärmemenge reduziert in der monatsbilanz die wärmemenge (ww) und verfälscht natürlich völlig die az?

zur lösung würde man dann softwaremäßig sowas wie den doppeltarifzähler bei pv-eigenverbrauch benötigen: der getrennt für beide richtungen erfaßt: gelieferte wärmemenge und entzogene wärmemenge...

Verfasser:
Essimo
Zeit: 14.01.2014 14:24:01
0
2023568
Zitat von dyarne Beitrag anzeigen
damit ich's richtig verstehe: wenn du kühlst läuft der wmz rückwärts, dh die weggekühlte wärmemenge reduziert in der monatsbilanz die wärmemenge (ww) und verfälscht natürlich völlig die az?


Anders: wenn die WP kühlt, dann läuft nur der Stromzähler wegen der Sole- und Heizungsumwälzpumpen, der WMZ bzw. das Energieertragsdisplay bleiben unverändert, reduziert sich also auch nicht (zumindest konnte ich nie eine Änderung derselbigen beobachten).

Das heißt, am Ende des Monats hat man den Mehrverbrauch durch die Kühlung auf dem Stromzähler, einen "Ertrag" dagegen nicht, womit sich auch die MAZ entsprechend verschlechtert. Nun müsste man den Stromverbrauch erfassen, der ausschließlich durch die Kühlung verursacht wird, was jedoch meines Wissens nicht ohne Weiteres möglich ist, da jederzeit auch die Warmwasserbereitung dazwischen funken kann.

Alternativ: Die WP erfasst heute bereits die Kühlungsdauer und zeigt diese in Stunden im Display an. Multipliziert man diese Stunden mit dem Stromverbrauch der beiden Pumpen, kann man dieses Produkt vom gesamten Stromverbrauch abziehen, um die AZ von der Kühlung auf den Monat oder aufs Jahr bezogen zu bereinigen. Da ich jedoch noch nicht die genauen Verbrauchswerte der beiden Pumpen während des Kühlbetriebs abgelesen habe (folgt im Sommer oder evtl. über das Komponententestmenü früher, wenn es dort einstellbar geht), bin ich mit dieser Art der Kühlungsbereinigung noch etwas vorsichtig.

Der Einfluss der Kühlfunktion aufgrund der Nichtberücksichtigung im Energieertragsdisplay ist allerdings umso eklatanter, je niedriger der Warmwasserverbauch ist. Ein vereinfachtes Beispiel bei 25 kWh Stromverbrauch der Kühlung/Monat:

ohne Kühlung: 220 kWh therm. Energie geteilt durch 50 kWh elektr. = 4,4
mit Kühlung: 220 kWh therm. Energie geteilt durch 75 kWh elektr. = 2,9

3-fache Warmwasserproduktion bei gleichbleibender Kühlungsdauer:

ohne Kühlung: 660 kWh therm. Energie geteilt durch 150 kWh elektr. = 4,4
mit Kühlung: 660 kWh therm. Energie geteilt durch 175 kWh elektr. = 3,8

Daher will ich erstmal den Sommer abwarten, die Werte der Kühlfunktion genauer erfassen und dann ggf. auch die Werte von 2013 in der WP-Datenbank korrigieren, um eine bessere Vergleichbarkeit zu gewährleisten.

Verfasser:
foetorexore
Zeit: 14.01.2014 15:36:21
0
2023599
Hallo, das der Markt für WPs eingebrochen ist, davon kann hier in Meck-Pomm nicht die Rede sein. Hier werden Neubauten , ja ganze Neubaugebiete nur incl Luftwärmepumpen bebaut und ahnungslose Häuslebauer denken, sie haben DAS System der Zukunft. Siehe zB Poeler Drift. Probleme zB Lärmbelästigung usw werden tunlichst verschwiegen. Ich finde diesen Thread hochinteressant, hat doch mein LWP Nachbar gerade vor 2 Tagen stolz verkündet, das er für das ganze letzte Jahr NUR 700 € Stromkosten hatte....Achtung ! für ein 100 m2 Ferienhaus, das max 1x im Monat am WE genutzt wird und keine Warmwasserbereitung über die LWP liefert.Allerdings, so sagt er, müsse er die Anlage dann am BesucherWE hochfahren, da das Haus gerade mal 15 C° hätte. Seine LWP läuft seit Oktober wieder 24 h rund um die Uhr und führte wegen der Lärmbelästigung schon zum Schiedsrichtertermin und mehreren kostenträchtigen Maßnahmen ( die Nachbar einfach verdrängt und immer noch denkt, er hätte eine supergünstige Heizungsanlage )

gx Foetor

Verfasser:
Frank_Pantry
Zeit: 14.01.2014 17:17:15
2
2023666
Wer sich jetzt noch für eine Luftpumpe entscheidet (ist ja so schön einfach aufzustellen, liebe GU´s) sollte seinen Energieverbrauch sehr genau kennen und gegenrechnen, wo er da bei durchschnitlichen Preissteigerungsraten für den Strom mit den Heizkosten landet.

Und bitte dran denken, so langlebig wie die Erdwärmepumpen sind die Luftpumpen auch nicht, da ist häufiger Komplettersatz notwendig.

Gruß

Dipl.-Ing. Anlagentechnik
Frank-Rolf Roth
Wärmepumpendoktor-NRW

Verfasser:
Eneas
Zeit: 14.01.2014 17:54:25
1
2023691
"Wer sich jetzt noch für eine Luftpumpe entscheidet (ist ja so schön einfach aufzustellen, liebe GU´s) sollte seinen Energieverbrauch sehr genau kennen und gegenrechnen, wo er da bei durchschnitlichen Preissteigerungsraten für den Strom mit den Heizkosten landet.

Und bitte dran denken, so langlebig wie die Erdwärmepumpen sind die Luftpumpen auch nicht, da ist häufiger Komplettersatz notwendig."


Es ist ja schön, dass es hier mal einer so klar ausspricht - mann hat ja langsam das Gefühl, dass die "Luftpumpen" das Alleinseeligmachende sind.
Vor Weihnachten war ich bei einem jungen Mann in seinem KfW40-Haus. LW-WP seit 2006 - Reparaturkosten im letzten Jahr 2800 € - da bekommt man schon ein neues Gasbrennwertgerät dafür - von seinen Energiekosten ganz zu schweigen.

Auch wird hier im Forum immer wieder von Super-JAZen gesprochen, die um die 3 sind. Meine LWP 131 (ich denke die Bezeichnung war so)von Siemens 1980 eingebaut hatte schon nachweislich eine JAZ von 2,7. Deshalb ärgert mich hier immer wieder solche Empfehlungen (wie gerade in einem andern Thread)- eine Gastherme nach 16 Jahren auszutauschen, weil die Technik veraltet sei.
Was haben die LWWP in den letzten 34 Jahren in Bezug auf die JAZ für Fortschritte gemacht?

Verfasser:
bst64
Zeit: 14.01.2014 19:32:01
0
2023771
Kann die Aussagen nur bestätigen, Stromkosten im ersten Jahr rund 500 € (inkl. Estrichtrocknung, Baufeuchte des ersten Winters, sonnenarmer (oder besser sonnenloser) kalter Winter 2012/13 bis Ende April ...). Im zweiten Jahr rechne ich mit deutlich unter 400 € ... Groschengräber sehen anders aus ...

Haus / Randbedingungen:
- 4 Personen
- Raumtemperaturen i.d.R. > 22°C im gesamten Haus
- anderthalb geschossige Bauweise
- Satteldach mit je 1x Schleppgaube pro Dachseite (Ost/West)
- Energiebezugsfläche 212 m²
- umbautes Volumen 929 m³
- Auslegungstemperatur -14 °C
- komplett FBHZ (inkl. Spitzboden)
- WP mit Grabenkollektor nach Forumsart
- WP direkt in FBHZ, 200 l WW-Speicher (2x laden/Tag, Sa. u. So. ohne Sperrzeit)


DANKE an dieses Forum!!

Verfasser:
crink
Zeit: 23.10.2014 09:05:24
1
2132179
Moin Essimo,

Dein Graben ist in die Liste der Beispiele des alten Grabentools aufgenommen worden. Ich möchte Dich nun bitten, Deinen Garten und Deinen Graben mit dem neuen Grabenmaltool (Erklärungen dazu im passenden Thread) zu zeichnen und hier einen Link darauf zu hinterlegen. Damit können wir einerseits Rückschlüsse zur Qualität der Berechnung ziehen und die Grabentools weiterentwickeln. Andererseits sehen so Interessenten, wie ein funktionierender Graben realisiert wird.

Danke und viele Grüße,
crink

Verfasser:
Essimo
Zeit: 02.01.2015 15:05:29
1
2169363
Hallo Crink und auch alle anderen,

nach einiger Zeit Abstinenz bin ich mal wieder hier und habe meinen Grabenkolli direkt mal mit dem neuen Tool gezeichnet. Mein Graben kann unter folgendem Link gefunden werden:

http://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/canvastest.html?id=HNh5VrIl3A5nMH06ANQD

Ich hoffe, ich hab alles richtig gemacht. Später werde ich auch noch die Betriebsdaten für 2014 posten, gehe aber jetzt erst noch mit meiner Regierung einkaufen.........

Bis später
Essimo

Verfasser:
lowenergy
Zeit: 02.01.2015 16:25:24
1
2169415
Zitat von Eneas Beitrag anzeigen
Was haben die LWWP in den letzten 34 Jahren in Bezug auf die JAZ für Fortschritte gemacht?

Da hat sich schon was getan ... z.b. im Leistungsbereich 5 kW gibt es für 4000€ eine Maschine (geht auch noch günstiger) ... die wird es wohl auf eine JAZ von über 4 bringen können ... .<)

Zumindest sind die Aussichten dafür bei 3 Installationen dieses Wärmeerzeugers in der Praxis bislang ziemlich positiv:
Anlage 1

Anlage 2

Anlage 3

... weitere Referenzen werden Folgen.

@Essimo. Bin schon auf eine 5,x gespannt ... .<)

Verfasser:
Essimo
Zeit: 03.01.2015 10:05:35
1
2169886
Guten Morgen zusammen,

gestern hat es mir leider nicht mehr gereicht, daher heute erst die aktuellen Zahlen. Nachfolgend nur die Betriebsdaten, die Rahmendaten stehen im ersten Beitrag:

Betriebsdaten:

- Erfassungszeitraum: 01.01.2014 - 31.12.2014
- Eingesetzte elektr. Energie (komplette WP inkl. Heizungsumwälzpumpe): 1.271 kWh
- Erzeugte therm. Energie: 5.892 kWh (Erfassung über integr. WMZ)
- Jahresarbeitszahl: 4,64 (keine Bereinigung durch Kühlung erforderlich)
- Kosten bei 0,24 Euro/kWh: ~ 305,- Euro
- Erfassung durch separaten Zähler
- keine Zusatzkosten, da WP auf Haushaltsstrom

Leistungsdiagramm aus WP:


Der Verbrauch liegt noch einmal deutlich unter dem Vorjahr, allerdings liegt dies in erster Linie an dem mehr als milden Winter 2013/2014.

Erstaunlich ist die nahezu identische Arbeitszahl zum Vorjahr, welche allerdings unter 5 bleibt. Auch hier spielt wieder der hohe Warmwasseranteil eine Rolle. Die Soletemperatur liegt aktuell am Ende des Heiztaktes noch immer bei ca. 7 Grad Celsius.

Auch im zweiten vollen Betriebsjahr zeigt der Grabenkollektor keine erkennbaren Schwächen. Wir sind nach wie vor sehr zufrieden.

Viele Grüße
Essimo

Verfasser:
fdl1409
Zeit: 03.01.2015 10:40:37
0
2169904
Super Ergebnis. Das sind ja deutlich unter 10 kWh/m2 für die tatsächlich beheizte Wohnfläche. Denke daß die meisten Passivhäuser das nicht schaffen. Das bestätigt meine Auffassung, daß ein sehr gut gedämmtes Haus ohne Lüftung und ohne Solarthermie, aber mit hocheffizienter Sole-WP, die Verbrauchswerte eines PH schaffen oder übertreffen kann, mit viel geringerem Aufwand.

Die Arbeitszahl von 4,64 sieht angesichts der Soletemperaturen gar nicht so überragend aus. Die AZ wird aber durch mehrere Faktoren reduziert:
- der Warmwasseranteil ist sehr hoch
- bei dem sehr geringen Gesamtverbrauch spielt der Standbyverbrauch der Regelung schon eine deutliche Rolle. Bei nur z.B. 7W braucht allein die Regelung 60 kWh pro Jahr. Das sind fast 5% des Gesamtverbrauchs, im Sommer noch deutlich mehr.
- auch die Kühlung wirkt sich, selbst wenn der Verbrauch nicht sehr hoch ist, stark negativ auf die AZ aus.

Wesentlich ist aber der absolute Verbrauch, und da sind 1.271 kWh Stromverbrauch für Heizung, Warmwasser und Kühlung in einem Nicht-Passivhaus einfach sensationell.

Grüße
Frank

Verfasser:
Lupo1
Zeit: 03.01.2015 11:53:01
2
2169953
Hallo Essimo,
dein Beitrag und einige andere hier bekräftigen meine Überzeugung zum Bau eines Grabenkollektors. Nach meiner Planung würde die Wärmepume, Vaillant 63/3, auch an eine PV Anlage mit ca. 7KW Leistung angehängt.
Anschluss der Wärempumpe auch an Haushaltstrom, mir wurde gesagt dies sein gar nicht erlaubt ?!
Die Wärmepumpe wird auch keinen Puffer, Überstromventil, lediglich in den Schlafräumen ERR erhalten. Alle andere Räume werden nur abgeglichen. Etwas Kopfzerbrehen mache ich mir noch mit der Badproblematik in der Übergangszeit, eine Temperatur von über 22°C zu erreichen. Unser Bad liegt auf der Nord/Ostseite und auch mit einer Wandheizung und kpl. FBH dürften wir hier diese Temperatur nicht erreichen. Habe hier schon einige Beiträge und Möglichkeiten gelesen. Mich persöhnlich stört dies nicht, ob meine Feen hier mitspielen ?
Unsere Heizlast, Wohnfläche unsw. sind fast identsich zu euerem Haus. Leider hat der Bauunternehmer mir einige Kältbrücken eingebaut jene nun wieder berichtigt werden müssen.

Nimmt man die wirtschaftlichere Seite in Betracht, wäre bei uns eine Gastherme günstiger da eine Versorgung am Grundstück anliegt.
Für die Minderkosten bei der Installation einer Gastherme könnte man lange heizen. Da wir 2x300m Rohre schon haben, Mutterboden großflächlich abgetragen ist und hier 1- 1,2m unter der geplanten Rasenfläche sind, werden die Rohre eingebaut und dann aufgeschüttet.

lowenergie
Eine Luftwärmepumpe kann auch wirtschaftlich sein, leider werden diese häufig nicht richtig installiert. Wird ein falsches Konzept gewählt hat man ein Groschengrab. Dies kann ich persöhnlich bei meinen Freund sehen. Er hat ein saniertes Haus, KFW40, 17KW PV, über 3000l Pufferwasservolumen, Lüftungsanlage unsw. Problem hier ist das vermischen des WW in einem Kombipuffer. Hier einen effektive Anlage zu erhalten wird zu einem Problem. Bei einer höherer Spreizung für die FBH sinkt der COP, fährt man mit niedriger Spreizung für die FBH vermischt sich das obere WW Wasser mit der unteren Heizwasschicht.
Durch das Vermischen der Wasserschichten sinkt nun wiederum der COP für die Gesamtanlage. Das Konzept wurde übrigens als Pilotanlage eines großen deutschen Hersteller geplant !
Habe mir deinen Link angesehen und viele deiner Beiträge gelesen.
Auch hier ist das Grundkonzept selbiges, kein Puffer oder sonstiger Schnick-Schnack. Energie in einen Puffer speichern funktioniert, Abstrahlverluste können auf ein Minimum gebracht werden, jedoch kann mich ein solches Konzept bei einer Wärmepumpe nicht überzeugen.
Hier liegt das grundsätzliche Problem einer Planung bzw. Ausführung einer Heizung. Ob man eine Pellet-, Ölheizung, Gastherme oder Wärmepumpe einbaut, alle benötigen eine Abstimmung und Planung auf das Haus und dem vorhandenen Heizverteilung ob Heizkörper oder FBH.
Hier haben zum Teil große Hersteller ihre Planungsprobleme da man gerne auf vorhandenes Wissen zurück greift.
Daher wird die Pana Luftwärmepumpe bei einem Neubau mit entsprechender Ausführung gut bis sehr gut funktionieren, je nach Auslegungstemperatur auch einen hohen COP erreichen.
Wenn hier einige falsche Schlüsse daraus ziehen, kann sich das schnell umkehren. Der wesentliche Vorteil eines Grabenkollektores, bei entsprechender Grundstückgröße, mit Heizkörper und schlechteren Baustandard kann man hier noch einen sehr guten COP erreichen. Eine Luftwärmepumpe kann schnell zu einer Sparbüchse werden. Leider werden diese auch im kalten Oberbayern immer häufiger eingebaut. Na was die anderen machen kann nicht falsch sein, Prospekte versprechen viel und man sieht dies in allen Neubaugebieten.

In diesem Forum kann man viel lernen, wenn man Beiträge technisch richtig versteht. Viele hier teilen hier offen ihr Wissen öffentlich mit, ohne einen geldwerten Vorteil zu bekommen.
Daher ein Danke an alle fachlichen Beiträge, nur dies führt zu einem Ergebnis das allen nutzt.

Wolfgang

Verfasser:
hbrockmann
Zeit: 03.01.2015 13:19:21
0
2170028
Zitat von Lupo1 Beitrag anzeigen
...Anschluss der Wärempumpe auch an Haushaltstrom, mir wurde gesagt dies sein gar nicht erlaubt ?!...

generell ist die aussage blödsinn..
aber jeder versorger handhabt das ein wenig anders..

ich habe auch lange gesucht nach einem ökostrom (wasserkraft) anbieter der deutschlandweit "wp auf haushaltsstrom plus photovoltaik" akzeptiert. (bezugsgebiet ist hier niedersachsen)

bin dann hier fündig geworden:
https://www.baywa-oekoenergie.de/oekostrom/

der besondere vorteil meiner meinung nach:
nach den ersten 12/24 monaten beträgt die kündigunszeit nur noch einen monat, das sucht man oft vergeblich.


ach ja, bezüglich bad temperatur..
in einem kleinen bad würde ich inzwischen zusätzlich 2-4qm wand/deckenheizung installieren lassen.
das hilft die generelle vorlauftemp niedrig zu halten.

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365 Tage Grabenkollektor nach "Forumsart" - Richtige Entscheidung oder Groschengrab?
Verfasser:
hbrockmann
Zeit: 03.01.2015 13:19:21
0
2170028
Zitat:
...
...Anschluss der Wärempumpe auch an Haushaltstrom, mir wurde gesagt dies sein gar nicht erlaubt ?!...
generell ist die aussage blödsinn..
aber jeder versorger handhabt das ein wenig anders..

ich habe auch lange gesucht nach einem ökostrom (wasserkraft) anbieter der deutschlandweit "wp auf haushaltsstrom plus photovoltaik" akzeptiert. (bezugsgebiet ist hier niedersachsen)

bin dann hier fündig geworden:
https://www.baywa-oekoenergie.de/oekostrom/

der besondere vorteil meiner meinung nach:
nach den ersten 12/24 monaten beträgt die kündigunszeit nur noch einen monat, das sucht man oft vergeblich.


ach ja, bezüglich bad temperatur..
in einem kleinen bad würde ich inzwischen zusätzlich 2-4qm wand/deckenheizung installieren lassen.
das hilft die generelle vorlauftemp niedrig zu halten.
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