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Fernwärme - zu hoher Verbrauch, ist was kaputt???
Verfasser:
Cille
Zeit: 14.12.2015 20:40:24
0
2307521
Hallo,

ich hoffe hier kann mir jemand helfen oder zumindes in die richtige Richtung weisen.

Zu meinem Problem:
Wir sind vor ca. 1 Jahr in unser EFH gezogen, beheizt mit Fernwärme, die Übergabestation ist die Danfoss Akva Lux II VX mit einem ECL 310. Einmal FBH und einmal TWW, sonst nix.
Nun notiere ich mir regelmäßig die KWh des Mengezählers. Die erste Abrechnungsperiode im Frühjahr war noch mit Aufheizprogramm, von daher von natur aus höher. Aber nun nähern wir uns der nächsten Abrechnung und der Winter/Herbst waren nicht wirklich kalt. Auf der Uhr werden aber 20MWh Verbrauch stehen °_°
Das ist mal eine Hausnummer... vor allem weil wir gerade so an einem KFW 55 Haus vorbeigeschrammt sind. Die Nachbarn liegen auch in dem Bereich von 10MWh und bei denen ist es auch angenehm warm - bei mir habe ich schon einige Zimmer runtergeregelt.

Da mir das schon seit längerem komisch vorkommt, habe ich mich intensiver mit der Übergabestation beschäftig, auch ein wenig herumprobiert.

Meine Vermutungen nun, zu denen ich gerne feedback hätte:
1) Plattenwärmeübertrager HE defekt - hatte die Dämmung mal ebgenommen und einzig an der Stelle wo die Fernwärme einspeist ist es nirgends warm
2) Wärmemengenzähler defekt oder falsch eingestellt. Ist ein LandysGyr Ultraheat T550. Da konnte ich nur durch die Loops schalten und ein wenig schauen, aber schlau bzw. Aufschluss geben die auch nicht. Versorger meinte, man kann das ausbauen und einschicken. Wenn es nicht fehlerhaft ist, muss ich die Kosten tragen.
3) Lufteinschlüsse in der FBH. Ist schon ein paar Monate her, dass sie das letzte mal vom Installateur gelüftet wurde. Kann das aber so einen krassen Effekt haben?
4) die FBH ist mit Leitungswasser gefüllt, sehe auch schon Verfärbungen im FBH Verteiler in der Durchflussanzeige - trüb bis leicht bräunlich. Füllt man die FBH immer mit destilliertem Wasser auf?
5) HE Umwälpumpe defekt. Fabrikat: Grundfos Alpha 2L

Mit dem Volumenstromregler habe ich mich noch nicht beschäftigt.

Kann es noch an etwas anderem liegen? Die FBH in den Räumen lüft relativ gut, habe aber manchmal das Gefühl, dass wenn es in mehreren Räumen warm werden soll, es ein wenig dauert. WW ist auch ok. Ich dachte immer, es gibt Fehlercodes die man auslesen könnte, wenn was nicht sauber läuft...

Noch ein paar Daten zu der Anlage:
- Danfoss Akva Lux II VX
- ECL 310 Steuerungselement
- kein Kessel für WW
- Heizkurve 0.6
- Tag 20.5° 5-21h
- Nacht 18° 21-5h
- Fernwärme kommt mir ca 60-70° an, geht mit ca 25-30°

Danke schonmal

Verfasser:
Peter_Kle
Zeit: 14.12.2015 20:45:54
2
2307522
Baufeuchte die ihr nicht ordentlich ausheizt,weil ihr euer Haus wie früher heizen wollt.

Am Tag mit überhöhter Heizkurve Vollgas und Nachts dann aus.

Nachtabsenlung raus... Heizkurve senken und überall gleichmäßig "Gas geben" damit die Baufeuchte ausgetrieben wird

Verfasser:
Joerg Lorenz
Zeit: 14.12.2015 21:53:25
2
2307551
Zitat von Peter_Kle Beitrag anzeigen
Baufeuchte die ihr nicht ordentlich ausheizt,weil ihr euer Haus wie früher heizen wollt.

Am Tag mit überhöhter Heizkurve Vollgas und Nachts dann aus.

Nachtabsenlung raus... Heizkurve senken und überall gleichmäßig "Gas geben" damit die Baufeuchte ausgetrieben wird


Das sollte der OP eigentlich immer so machen.
ERRs auf Max oder ausbauen. Sauber abgleichen und dann mit tiefstmöglicher Vorlauftemperatur durchheizen. In einem solchen Bau sollte die Vorlaufkurve dann ungefähr so aussehen:
21°C VLT bei 21°C Aussentemperatur als Fusspunkt
35°C VLT bei -12° bis -16°C Aussentemperatur als Endpunkt

Gruss, Jörg

Verfasser:
mrtux
Zeit: 15.12.2015 18:15:52
1
2307881
Deine jetzige Betriebsweise ist Sparen für den Mehrverbrauch

Die Heizkurve ist zu hoch, die sicherlich montieren schwachsinnigen Einzelraumthermostat werden zum Regeln missbraucht und insgesamt ist die Anlage bestimmt schlecht eingestellt.

Also deine Aufgabe -> Einzelraumregelungen VOLL auf, in jedem Zimmer.
Dann die Heizkurve senken, bis die gewünschten Raumtemperaturen erreicht sind. Ggf. mit einem hydraulischen Abgleich nachhelfen.

Eine FBH läuft 24h nonstop durch. Mal eben von 20 -> 24°C die Raumtemperatur anheben ist nicht drin, wenns sparsam beheizt werden soll.

Mit der Vollgas & Stop Heiztechnik die derzeitig bei euch läuft seit ihr für diese Heizgewohnheit recht sparsam. Aber wenn diese Marotte abgelegt wird und die Heizung richtig betrieben wird und zudem auch die Baufeuchte & allgemeine Feuchte richtig weggelüftet wird, sinkt euer Heizenergieverbrauch auf etwa das berechnete Niveau. Ca um die 10MWh wie im Vergleichsgebäude der Nachbarn.

Verfasser:
lowenergy
Zeit: 15.12.2015 20:34:35
0
2307940
Genau wie alle Vorschreiber sagen ... alle Einzelheizkreise immer konsequent ohne Einzelraumregelung nutzen ... Vorlauftemperatur runter so weit wie möglich und Umwälzpumpe auf Konstantdruck fahren ... Leistungsstufe so hoch wie möglich, so das die Volumenströme bis knapp unter "Geräuschgrenze" sind!!!

Habe das als Fernwärmenetzangeschlossener selbst auch erst hier im Forum gelernt, was Selbstregeleffekt bedeutet (siehe rot unterstrichene Wörter-> sind alles Links!) ...

... zudem dann genauso >>> praktisch umgesetzt <<< und schnell die Erfahrung gemacht das es funzt! .>)

Verfasser:
Martin24
Zeit: 15.12.2015 21:19:48
3
2307955
Leute, wir reden hier von einem Fernwärmeanschluss.
Die ganzen Spielereien rund um niedrige VLT, hydraulischen Abgleich, stillgelegte ERR haben doch das Ziel, möglichst geringe Systemtemperaturen zu fahren, um den Wärmeerzeuger mit hohem Wirkungsgrad betreiben zu können. Das macht Sinn bei Wärmepumpen und Gasbrennwertern.

Bei Fernwärme ist das nahezu egal. Da wird die kWh Wärme des WMZ abgerechnet und es ist völlig egal, ob diese kWh einen Vorlauf bei 60° oder 30° erzeugt. Genauso ist es mit Heizkurve und ERR. Das wird vielleicht unbehaglich, wenn die Regelung stark schwingt, aber einen wesentlich gesteigerten Energiebedarf gibt das nicht. Wo soll die gelieferte kWh Wärme denn hin, wenn sie nicht das Haus aufwärmt?

Wenn der WMZ nicht defekt ist, dann hast Du die angezeigte Wärmemenge bezogen. Wenn Dir das zu viel erscheint, dann hat das Gebäude höhere Verluste als Du erwartest. Gründe können sein, dass das Haus bei weitem nicht so gedämmt ist wie es sein sollte, das Du sehr hohe Lüftungswärmeverluste hast oder auch (wie schon erwähnt) dass die Baufeuchte noch immer nicht draußen ist. Das ließe sich per Hygrometer ja einfach überprüfen.

Trotzdem stimme ich zu, dass es keinen Sinn macht ein fast-KFW-55-Haus mit Nachtabsenkung zu betreiben und einzelne Zimmer runterzuregeln. Aber mehr aus Behaglichkeitsgründen als aus Energiegründen.

Also:
Wie wird gelüftet?
Wurde Blower-Door gemacht? Richtig gemacht?
Luftfeuchtigkeit?

Grüße
Martin

Verfasser:
mrtux
Zeit: 16.12.2015 18:22:58
1
2308260
@Martin24 da sollte man schon aufpassen.

Stop & Go Betrieb ist auch bei einer Fernwärmeanlage ein Verursacher von Mehrverbrauch. Da Fremdwärme durch die FBH schlechter weggeregelt wird und möglichst niedriege Temperaturen die Übertragungsverluste an der Übergabestation auch verringern.

Verfasser:
wolleg
Zeit: 16.12.2015 18:52:52
1
2308268
Zitat von mrtux Beitrag anzeigen
und möglichst niedriege Temperaturen die Übertragungsverluste an der Übergabestation auch verringern.

bitte mal dazu ein kleines Rechenbeispiel als Beweismittel

Verfasser:
mrtux
Zeit: 17.12.2015 14:33:10
0
2308560
Aus den gemessenen Betriebsdaten einer Jakon iFwStK-15WT Fernwärmestation Bj. 1996, im Rahmen einer Studienarbeit im Jahr 2000, kann ich folgende Angaben liefern:

Übertragungsverlust für
Pmax=15kW, Prim 120/70, Sek 70/50 = 4%
Pmax=15kW, Prim 120/60, Sek 50/30 = 2%
Pmax=15kW, Prim 120/40, Sek 30/25 = 1,5%

Pmax=15kW, Prim 100/70, Sek 70/50 = 3,5%
Pmax=15kW, Prim 100/60, Sek 50/30 = 2%
Pmax=15kW, Prim 100/40, Sek 30/25 = 1%

Würden nun noch die Rohrnetzverluste innerhalb des Hauses und die Messungenauigkeit des Wärmemengenzählers mit betrachtet kommt da doch schon etwas zusammen.

Verfasser:
Martin24
Zeit: 17.12.2015 15:26:40
0
2308584
Zitat von mrtux Beitrag anzeigen
Aus den gemessenen Betriebsdaten einer Jakon iFwStK-15WT Fernwärmestation Bj. 1996, im Rahmen einer Studienarbeit im Jahr 2000, kann ich folgende Angaben liefern:


Wie definierst Du denn den Übertragungsverlust? Als Wärme, die der Wärmetauscher an die Umgebung abgibt?

Wenn die Übergabestation innerhalb der thermischen Hülle ist, zählt dieser "Verlust" natürlich gar nicht.
Ganz anders als der Abgasverlust einer Gasbrennwerttherme oder der schlechtere COP einer Wärmepumpe.
Ansonsten reden wir im relevanten Bereich aber auch nur von max. so 0,5%

Grüße
Martin

Verfasser:
mrtux
Zeit: 17.12.2015 15:34:07
2
2308587
Exakt , denn die meisten Stationen hängen im Keller, also daher nur selten innerhalb der thermischen Gebäudehülle bei Bestandsimmobilien.

In diesem Fall hier, sind die Verluste zwar innerhalb der Gebäudehülle, bringen diese aber einen Nutzen an dieser Stelle?
Ich habe schon Technikräume in KFW Bauten gesehen, wo im Winter das Fenster auf dauerkipp stand. Begründung - ist ja viel zu Warm hier...

Verfasser:
wolleg
Zeit: 17.12.2015 21:48:57
0
2308725
Zitat von mrtux Beitrag anzeigen
die Messungenauigkeit des Wärmemengenzählers mit betrachtet kommt da doch schon etwas zusammen.

wie man z.B. 1% Wärmeverlust nachweisen will, wenn die Messfehler eines Wärmemengenzählers je nach Durchfluss und Temperaturdifferenz allg zwischen +-2% bis zu +-5% liegen, erscheint recht fragwürdig wenn nicht sogar unmöglich.

Verfasser:
mrtux
Zeit: 17.12.2015 22:08:14
0
2308737
Die haben die Messstation damals komplett eingehaust in EPS und Messungen gemacht im laufenden Betrieb.

6 Wochen waren die Messgerätschaften aufgebaut und täglich kam mindestens ein Student vorbei und hat den Aufbau kontrolliert.

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