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Welches Dämm-Material bei KfW-55-Neubau
Verfasser:
Klinkenstecker
Zeit: 31.05.2016 20:44:38
0
2379337
Hallo,

bei unserem Neubau habe ich das Thema Dämmung etwas stiefmütterlich behandelt und nach all den Erkenntnissen, die ich dank des Forums hier im Bereich Heizung/Lüftung/PV gewinnen konnte, fühlt es sich nun ganz sonderbar an, fast gar keine Ahnung davon zu haben, was heutzutage die beste Lösung für eine vernünftige Dämmung darstellt. Ich hoffe, Ihr könnt mir in letzter Minute noch etwas auf die Sprünge helfen - wir sind gerade bei der Ausschreibung des Rohbaus...

Geplant wurde nicht auf höchste Effizienz - das nur vorweg bevor der Einwand kommt - sondern angepasst an die Geländesituation, unsere Bedürfnisse, die Optik und nicht zuletzt die baurechtliche Situation. Es entstand ein Baukörper mit großem Keller (darin eine große Doppelgarage), einem an einer Stelle etwas zurückspringendem EG, sowie einem Staffelgeschoss als OG. In den oberen Geschossen gibt es nach Osten, Süden und Westen sehr viel raumhohe Verglasung, nach Norden hin grenzt das EG an die Nachbarbebauung, im OG ist die Seite bis auf eine Tür fensterlos. Es gibt diverse Auskragungen und um es nicht zu einfach zu machen soll man auch noch von innen nach außen ohne Stufe treten können. Hierfür haben wir den Fußbodenaufbau innen schon etwas erhöht eingeplant, da außen ja gedämmt werden muss - und das nicht zu knapp.

Ich hoffe Ihr seid noch nicht ausgestiegen bei so viel Text, hier mal ein paar gekürzte Auszüge aus dem Entwurf der Ausschreibung, die ich gern von euch kommentiert hätte:

- Dämmung Bodenplatte, XPS, 140 mm Styrodur 3035 CS, Lambda = 0,038 W/(m*K)
- Bodenplatte C 25/30, Stb, d=28 cm
- Wände C 25/30, Stb, d=24 cm
- Stahlbetondecken C 25/30, XC1, d= 4+16cm (20cm) über KG und OG
- Stahlbetondecken C 25/30, XC1, d= 4+18cm (22cm) über EG
- Stahlbetondecken C 25/30, XC1, d= 4+26cm (30cm) über Garage im KG
- Dämmung Wand, MW 140 mm, WLG 035, 6 Dübel mit Tellerscheiben pro qm
- Perimeterdämmung aus Polystyrol-Exdruderschaum, 120mm, WLG 035
- Innenwände Kalksandstein L-R 12-1,4, IW, d=11,5-17,5

Was ist grundsätzlich davon zu halten? Ich hatte als Vorgabe nur darum gebeten, soweit wie möglich auf Styropor zu verzichten, die Dämmstärke mit vertretbarem Kostenaufwand gering zu halten und bei der Auswahl baubiologisch bewusst vorzugehen. Vom "kurz mal gelesen haben" hätte ich gedacht Schaumglasschotter wäre unter der Bodenplatte eine Überlegung wert, habe von Resolharzplatten gehört, die wohl bessere Dämmwerte zu einem stattlichen Aufpreis liefern, aber ich gebe zu - ich habe einfach zu wenig Ahnung um beurteilen zu können, was es gibt, was sich lohnt und was mir da gerade verbaut werden soll.

Ich danke für eure Hilfe!
Robert

Verfasser:
mrtux
Zeit: 31.05.2016 23:52:14
0
2379369
Bodenplatte, Perimeterdämmung, Sockeldämmung und im Estrich eingegossen - da ist XPS und EPS (=Styropor) am besten und einfachsten.

Bei der Außendämmung würde ich bei den Wänden auf Poroton setzen, als Außenwanddämmung käme dann noch etwas Dämmstoff drauf. Mineralwolle verputzt geht, PUR wäre auch eine Möglichkeit.

Wenn es äußerst gut dämmen soll, zu geringen Preisen und noch Pflegeleicht mit fertiger Oberfläche sein soll - Sandwichelemente oder PUREN Holz.

Eine hinterlüftete gedämmte Vorhangfassade wäre auch eine Möglichkeit. Da hat man auch viele gestalterische Möglichkeiten.

Aber eins kann ich dir aus Sicht eines Altbaubesitzers sagen. Bei der Dämmung nicht kleckern sondern klotzen. Das heißt als U-Wert würde ich 0,1 W/m²K annehmen. Dann wird die Heizung Quasi zur Nebensache.

Verfasser:
RoBIM
Zeit: 01.06.2016 00:15:28
1
2379372
Zitat von Klinkenstecker Beitrag anzeigen
- Wände C 25/30, Stb, d=24 cm
- Dämmung Wand, MW 140 mm, WLG 035


Wenn die oberirdischen Wände so aufgebaut swären ergäbe das einen eher unterirdischen U-Wert von 0,23 W/(m²K). Das erreichen die Aussenwände unseres mindergedämmten Altbaus von 1903.
Wie mit so einem U-Wert ein KfW-Effizienzhaus55 dabei herauskommen kann, wäre interessant zu erfahren.

Im Bereich des geringsten Wärmeverlustes wurde quasi geklotzt. Die 140 mm Perimeterdämmung sind zu dem teuer und ob des minimierten Wärmeverlustes gegen Erdreich am ineffizientesten eingesetzt (energetisch wie monetär betrachtet).

Wie sieht denn das "Dämmkonzept" der Geschossdecke zum Keller hin aus und wie das des Staffelgeschosses (Flachdach oder geneigt und wie und womit gedämmt).

Den Einsatz von Miwo als WDVS würde ich mir sehr überlegen (Null Feuchtetoleranz).

Gruss
Frank F.

P.S.: Wurden die Wärmebrücken berechnet oder mit dem pauschalen Zuschlag "angenommen"?

Verfasser:
flo79
Zeit: 01.06.2016 13:44:35
0
2379521
Außenwände alle aus Beton oder nur der Keller?

14 cm Dämmung 035 Miwo ist dann nix. Viel zu wenig. Auch teuer und braucht Dübel. Wenn du Putzoptik haben willst nimm Neopor 16-20cm. Auch wenn du nicht so begeistert bist. Sollte auch andere Optik gehen bzw. das Haus modern aussehen würd ich ne hinterlüftete Fassade machen und die Dämmung entsprechend ausführen lassen.

Verfasser:
Klinkenstecker
Zeit: 01.06.2016 14:25:42
0
2379534
Danke für eure ersten Kommentare! Ich hätte wohl erwähnen sollen, dass EG und OG aus statischen Gründen größtenteils aus Beton und teilweise aus KS gebaut werden. Schaut am besten mal kurz hier vorbei, dort etwas nach unten scrollen um eine Idee von der Außenansicht zu erhalten. Auch ein paar weitere Daten sind dort bereits im ersten Beitrag aufgelistet.

Wie würde die Dämmschicht denn bei einer ordentlichen vorgehängten Fassade aussehen? Ich kenne zwar das grundsätzliche Prinzip, dachte aber, dass es sehr teuer wäre. Auf der Südseite sollen die beiden im Glasband sitzenden Wandscheiben mit Holz verkleidet werden... ich denke das wäre dann schon etwas in diese Richtung. Ansonsten war bisher Putz geplant.

Für das Flachdach und die Dämmung der nach oben freiliegenden Teile der Geschossdecken habe ich noch keine Angaben vom Architekten erhalten, wenn ich euer bisheriges Urteil so sehe, erwarte ich aber eher auch dort noch korrigierend eingreifen zu müssen.

Ich melde mich später nochmal, tippe gerade auf dem Handy.

Danke & Gruß,
Robert

Verfasser:
JoRy
Zeit: 01.06.2016 14:40:31
0
2379537
Bei diesem Entwurf der weitgehend aus Beton hergestellt wird ist und bleibt der Dämm-
Schwachpunkt immer die Fensterflächen.
Die Betonflächen müssen ein WDVS bekommen.
Bei EPS oder Neopor min 20 cm

Wie RoBIM schon gesagt hatte--
Die Geschossdecken und das Flachdach müssen eine Perfekte Dämmung bekommen.
Da würde man PUR nehmen zur Garage hin und eventuell PUR Sandwichprofile als Dachdeckung---

Gruß JoRy

Verfasser:
RoBIM
Zeit: 01.06.2016 20:05:57
1
2379610
Zitat von Klinkenstecker Beitrag anzeigen
Für das Flachdach und die Dämmung der nach oben freiliegenden Teile der Geschossdecken habe ich noch keine Angaben vom Architekten erhalten


Das verwundert doch sehr, denn es muss doch eine EnEV-Berechnung bzw., wenn als KfW-Effizienzhaus55 geplant den entsprechenden KfW-Nachweis geben. Dort müssen alle Dämmstoffe mit ihren WLS und der jeweiligen Dämmstärke aufgeführt sein.

Gruss
Frank F.

P.S.: Da für dieses Haus nicht Standarddetails des Beiblatt 2 der DIN 4108-2 zur Verfügung stehen, müssen alle Wärmebrücken berechnet/nachgewiesen werden. Der pauschale Zuschlag von 0,05 W/(m²K) ist daher nicht zulässig und falls im EnEV- oder KfW-Nachweis doch so angenommen wären diese nichtig.

Verfasser:
lowenergy
Zeit: 01.06.2016 20:43:48
0
2379621
Verfasser:
Klinkenstecker
Zeit: 02.06.2016 02:22:21
0
2379660
Ich kann ein bisschen Entwarnung geben, habe vorhin erfahren, dass in dieser reinen Rohbauausschreibung nur die Dämmstoffe für erdberührende Wände aufgelistet sind. Die "Dämmung Wand" mit 140mm MW betrifft also nicht die freiliegenden Fassadenteile, sondern nur eine Wand des EG, die im Norden an die Nachbarbebauung angrenzt und daher als eine Brandschutzmauer ausgeführt werden muss.

an RoBIM: eine EnEV-Berechnung liegt vor, mit allen Werten die du ansprichst. Allerdings war das für mich anfangs etwas verwirrend, da wir mit dem Energieberater mehrere Optionen durchgespielt hatten. Mehr als KfW-55 wäre seiner Meinung nach aber utopisch bei der Fensterfläche (Ug 0,5). In der aktuellen Berechnung sind also die Mindestwerte enthalten, die im Ergebnis KfW-55 sicherstellen, natürlich mit der Option im Detail besser zu bauen als gefordert. Was mich wundert ist deine Aussage zu den pauschalen Wärmebrücken - diese sind nämlich genau so berücksichtig. Könntest du etwas genauer ausführen, wieso das hier nicht möglich sein soll, damit ich das bei Gelegenheit mal ansprechen kann?

lowenergy, danke für den Link - das Prinzip war mir bekannt, dort ist es aber sehr gut beschrieben und lässt sich somit schön handlich dem Architekten als Vorgabe für die Ausführung übergeben.

Für heute eine gute Nacht!
Robert

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