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Norm-Außentemperaturen veraltet
Verfasser:
crink
Zeit: 06.09.2016 12:54:14
4
2406732
Hallo,

die DIN EN 12831 gibt im Anhang die Norm-Außentemperaturen für alle Orte mit mehr als 20.000 Einwohnern vor (genauer Algorithmus siehe SHKwissen). Leider scheinen diese Werte auf veralteten Annahmen zu basieren. Wenn die Messwerte des deutschen Wetterdienstes der letzten 20 Jahre verwendet werden (1995-2014), dann ergeben sich als neue mögliche Norm-AT-Werte durchaus andere als in der 12831 drinstehen.

Beispiele (erst der Ortsname, dann die alte Norm-AT und dann der Wert anhand aktueller Daten):

Neue Norm-AT niedriger als bisher:
Bochum: -10 -> -11,55

Norm-AT gleichbleibend:
Rostock: -10 -> -9,8
Greifswald: -12 -> -11,75
Erfurt/Weimar: -14 -> -13,5
Leipzig/Halle: -14 -> -13,65
Dresden: -14 -> -13,6
Gera: -14 -> -13,95
Kaiserslautern: -12 -> -12,1
Augsburg: -14 -> -14,15

Neue Norm-AT ein Grad wärmer:
Schleswig: -10 -> -8,55
Berlin: -14 -> -12,9
Essen: -10 -> -8,5
Köln/Bonn: -10 -> -8,95
Jena: -14 -> -12,5
Chemnitz: -14 -> -13,25
Trier: -10 -> -9
Wiesbaden: -10 -> -9,45
Mannheim: -12 -> -10,55
Würzburg: -12 -> -11
Worms: -12 -> -10,75
Stuttgart: -12 -> -10,85

Neue Norm-AT zwei Grad wärmer:
Hamburg: -12 -> -9,55
Bremerhaven: -10 -> -7,95
Uelzen: -14 -> -12,2
Göttingen: -14 -> -11,9
Potsdam: -14 -> -12,4
Siegen: -12 -> -10,15
Saarbrücken: -12 -> -10,1
Magdeburg: -14 -> -11,7
Cottbus: -16 -> -13,5
Görlitz: -16 -> -14,25
Frankfurt/Main: -12 -> -9,75
Baden-Baden: -12 -> -10,3
Rothenburg/Tauber: -14 ->-12,3
München: -16 -> -13,7 (Flughafen, -11,2 München Stadt)

Neue Norm-AT drei Grad wärmer:
Cuxhaven: -10 -> -7,4
Bremen: -12 -> -9
Bergen/Rügen: -10 ->-7,15
Schwerin: -12 -> -9,2
Norderney: -10 -> -7
Wolfsburg: -14 -> -10,8
Hannover: -14 -> -11,3
Braunschweig: -14 -> -11,2
Münster/Osnabrück: -12-> -9,1
Bad Kissingen: -14 -> -10,55
Hof: -18 -> -14,55
Bamberg: -16 -> -13
Regensburg: -16-> -12,6
Konstanz: -12 -> -9,2
Nürnberg: -16 -> -12,8
Memmingen: -16 -> -12,95
Villingen: -16 -> -13
Oberviechtach: -16 -> -13,2

Neue Norm-AT vier Grad wärmer:
Rosenheim: -16 -> -12,05
Oberstdorf: -20 -> -16,3

Schlussfolgerungen:
- Bochum als einziger negativer Ausreißer liegt 10 km neben Essen ohne Gebirge dazwischen und liefert 3 Grad schlechtere Temperaturen -> Anscheinend ist das Thermometer schlecht geeicht.
- De facto gibt es keine Regionen mehr mit weniger als -14 Grad Norm-AT außer entlang der Tschechischen Grenze und/oder in mehr als 600 m Höhe über NN.
- Die östlichen Bundesländer haben immer noch ganz gut passende Norm-AT-Angaben.
- In den westlichen Bundesländern lohnt sich ein Blick in die DWD-Messwerte der vergangenen Jahre, da die alten Norm-AT-Werte inzwischen teilweise ganz schön pessimistisch sind.
- Wird die Heizung stumpf nach DIN 12831 Norm-AT ausgelegt, kann Überdimensionierung die Folge sein.

Weiß einer von Euch, ob die Norm-AT-Angaben in der DIN 12831 demnächst aktualisiert werden sollen?

Viele Grüße
crink

Verfasser:
JoRy
Zeit: 06.09.2016 13:03:07
8
2406736
Hi crink,

wer mit den Gradtagszahlen des DWD ab und zu die Verbrauchszahlen mit den Winterbedingungen
vergleichend umrechnet hat das schon lange gemerkt.

Aber es gibt noch erstaunlich viele in D die überzeugt sind, es sei nur eine Verschwörung und
würde in Wirklichkeit nicht wärmer.

Wie man an McPom sieht gibt es einiges , was mit der Wirklichkeit nichts zu tun hat.
Die haben weniger als 3,5% Ausländer aber mehr als 20% wählen AfD wegen einem Ausländerproblem.

Blödheit kennt keine Grenzen !

Gruß JoRy

Verfasser:
sukram
Zeit: 06.09.2016 13:30:52
0
2406748
Das DIN EN 12831 Bbl 1:2008-07 (letzte Berichtigung DIN EN 12831 Bbl 1 Ber 1:2010-11), wo die Werte drinstehen, ist noch nicht sooo alt.

Im Falle Karlsruhe sind übrigens Abweichungen m.W. auch dadurch erklärbar, dass der DWD seine Messstation zwischenzeitlich verlegt hat.

Verfasser:
Stauscheibenputzer
Zeit: 06.09.2016 14:02:50
2
2406760
Das o.g. Problemchen ist ein Fall für jemanden, der den ganzen Tag im Büro sitztund grübelt welchen Stempel er nun in die Hand nehmen soll.

Völlig schnuppe obs draußen -12° oder -11° hat. Dem Kunden ist es egal, er will nur warm haben. Die Heizung muss dann so oder so laufen.

Vielleicht kommst Du noch auf die Idee raus zu finden ob's in KA oder in HD kälter war.

Ob die Norm veraltet ist oder nicht, spielt keine Rolle. Es sei denn man braucht dafür ein Stempel.
(Sekretärin mach noch Kaffee dazu).

Verfasser:
winni 2
Zeit: 06.09.2016 14:15:38
8
2406763
Genau, da hauen wir unseren 25 kW Kessel rein.
Der passt im EFH immer!

Bei einem Grad mag das noch akademisch sein, aber bei
zwei und mehr kommen da schnell 500 Watt und mehr
Unterschied, die dann dazu führen, das der Heizi statt der
6kW-WP z.B. die 8 kW unnötig einbaut und auch die Bohrung
so ausgelegt wird.

winni

Verfasser:
OldBo
Zeit: 06.09.2016 15:11:48
2
2406782
Leute, das ist doch alles sowieso nur theoretisch ;>))

Verfasser:
Der Farmer
Zeit: 06.09.2016 15:24:11
1
2406785
Wer seine Heizung mit nem ganz spitzen Bleistift nach der derzeit gültigen Norm-Tiefsttemperatur auslegt, ist wohl irgendwie selber schuld. Wer möchte denn hier und jetzt prophezeien, dass es in jedem Fall nur wärmer werden kann.

Mal davon abgesehen, ist sich die Wissenschaft einig, dass die Klimaentwicklung zu komplex ist, als dass sie von irgendeinem Großrechner vorhergesagt werden kann. Ein ebenso denkbares Szenario wäre, dass wir ab einem gewissen Punkt wieder in eine sog. "kleine Eiszeit" kippen. Mit Temperaturen von z.B. -30 bis +20 Grad.

Wenn ich jetzt von einer Lebensdauer meiner Heizung von 20 Jahren und mehr ausgehe, dann sollte da schon ein wenig Reserve drin sein.

@winni
Wenn die 500W am Ende fehlen, ist das wohl deutlich unangenehmer, als wenn ich einfach 2kW zu viel drin hab. Zumal das auch völlig am realen Problem vorbeigeht. Da draußen im Bestand haben wir wohl eher 25kW Kessel in Häusern, die 10kW bräuchten. 8kW-Anlagen bei benötigten 6kW wäre sensationell. Wenn das überall so wäre, damit könnte ich prima leben.

Viele Grüße
vom Farmer

Verfasser:
winni 2
Zeit: 06.09.2016 16:02:31
2
2406790
Farmer,

das geht im Neubaubereich nicht am realen Problem vorbei.

Die Nachteile, einschl. Mehrkosten, von der Überdimensionierung
einer Wärmepumpe muss ich hier aber nicht runterbeten?
Ist die nach DIN ausgelegt, ist sie eh meist überdimensioniert,
weil interne und externe Gewinne nicht in die Rechnung ein-
fliessen.

Fehlt mir in der Zukunft dann mal tatsächlich erheblich Heizleistung,
hänge ich mir zusätzlich eine Klima-Split hin oder vielleicht einen
Kaminofen...
Fehlende Heizleistung an wenigen Tagen kann man auch mal mit
dem meist vorhanden Heizstab kompensieren.

Grüsse

Verfasser:
jogi54
Zeit: 06.09.2016 16:10:15
1
2406792
Zitat von Stauscheibenputzer Beitrag anzeigen
Das o.g. Problemchen ist ein Fall für jemanden, der den ganzen Tag im Büro sitztund grübelt welchen Stempel er nun in die Hand nehmen soll.

Völlig schnuppe obs draußen -12° oder -11° hat. Dem Kunden ist es egal, er will nur warm haben. Die Heizung muss dann so oder so[...]


Ob ich jetzt max 4,54kW oder 4,40kW für die Heizung brauche, wird an der Auslegung der WP kaum was ändern können. Ein wenig WW muss da ja auch noch dazugerechnet werden.

Wobei in Köln -10 / -8,95°C angegeben ist, es jedoch in den letzten 15 Jahren mehrmals Wochen mit durchgehend um die - 15°C gab. 5kW ohne WW würden gerade so für -13°C reichen

Andererseits, bei durchschnittlichen 0°C brauche ich ~2kW, bei +10°C gerade noch 0,6 - 0,8kW, bei spätestens +12°C schalte ich die Heizung ab (jeweils 24h Mittel).

Weiterhin muss man bedenken, dass die Wetterstationen des DWD fast ausschließlich in Gegenden stehen, die ursprünglich (vor 20 Jahren) relativ unbeeinflusst von der Bebauung drum rum waren, nach Forschungen aber heute "zugebaut" sind und allein von den vermehrten Speichermassen drumherum her höhere Temperaturen anzeigen. Im Vergleich wurden auch Wetterstationen betrachtet, die seit 20 Jahren immer noch unbeeinflusst sind - an denen ist die Durchschnittstemperatur entgegen dem allgemeinen Trend sogar um 0,3K gefallen.

Eine Woche -15°C und 3 Wochen +5°C ergeben auch +/-0°C als mittlere Monatstemperatur ...

Deshalb denke ich, gilt mal wieder "Glaube nur der Statistik, die du selbst gefälscht hast".

LG jogi

Verfasser:
Der Farmer
Zeit: 06.09.2016 16:35:32
0
2406795
Zitat von winni 2 Beitrag anzeigen
Farmer,
Fehlt mir in der Zukunft dann mal tatsächlich erheblich Heizleistung,
hänge ich mir zusätzlich eine Klima-Split hin oder vielleicht einen
Kaminofen...
[...]


Uns das soll der SHK-Mann dann den frierenden Kunden erzählen? Das wird er wohl bei seiner Heizlastberechnung schon zu verhindern wissen. Und das kann ich verstehen.

In Zeiten modulierender Heiztechnik (du beziehst dich ja auf den Neubau) lege ich meine Anlage auf die momentanen -11,87365 Grad aus? Da kommen wir wohl nicht auf einen Nenner. Ungenauigkeiten und Unvorhergesehenes gibts nicht nur auf der Gewinnseite.

Viele Grüße
vom Farmer

Verfasser:
winni 2
Zeit: 06.09.2016 17:37:24
2
2406815
Nee, das soll der SHK-Mann nicht seinem Kunden erzählen.

Die Aussage bezog sich auf die in Aussicht gestellte Eiszeit.
:-)

Selbstverständlich neigt der SHK-Mann i.d.R. zur Überdimensionierung,
weil das potenziell für ihn den wenigsten Ärger gibt.
Evtl. Folgekosten zahlt der Kunde ohne es zu merken.

Grüsse

winni

Verfasser:
crink
Zeit: 06.09.2016 18:09:59
1
2406826
Moin,

interessante Diskussion - aber das beantwortet nicht meine Frage: Weiß einer von Euch, ob die Norm-AT-Angaben in der DIN 12831 demnächst aktualisiert werden sollen?

@sukram: Auch wenn es in der Vergangenheit Berichtungen der DIN EN 12831 gab, wurden nach meinem Wissen nie die Norm-AT-Werte aktualisiert. Im Gegenteil wurden die Norm-AT-Werte aus der noch älteren Norm DIN 4701 übernommen (Zeitraum von 1951 bis 1970 als Grundlage der Berechnung).

@Stauscheibenputzer: Wenn der Heizi etwas anderes als die Heizlast nach DIN 12831 als Grundlage für die Dimensionierung der Heizung benutzt, dann muss er das im Zweifelsfall vor Gericht begründen können. Deshalb wird Dir der Heizi bei zu niedrigen Temperaturen in der Norm auch immer eine zu große Heizung liefern. Bei fossilen Heizungen mag das ein geringeres Problem sein, aber spätestens beim Einsatz von Wärmepumpen ist eine exakte Dimensionierung Pflicht für ein sparsames und kostengünstiges Heizsystem. Und deshalb, OldBo, ist das durchaus auch eine Frage der Praxis.

Insbesondere wenn bei Wärmepumpeneinsatz die elektische Anschlussleistung von 2 kW / 4 kW (je nach Stromnetzbetreiber) nur durch falsche Norm-AT überschritten wird und Abschaltzeiten berücksichtigt werden müssen ist eine unnötige Überdimensionierung Gift.

@jogi: Du zitierst eine Betrachtung der Bebauungssituation der DWD-Messstationen vor 20 Jahren und heute - kannst Du mir eine Quellenangabe dazu liefern? Auch würden mich ein genauere Zeitpunkte der -15-Grad-Wochen in Köln interessieren.

Viele Grüße
crink

Verfasser:
sukram
Zeit: 06.09.2016 18:50:10
0
2406840
Zitat von crink Beitrag anzeigen
@jogi: Du zitierst eine Betrachtung der Bebauungssituation der DWD-Messstationen vor 20 Jahren und heute - kannst Du mir eine Quellenangabe dazu liefern? [...]


Das ist ein dauerndes Thema in Meterologen-Foren, z.B. hier, wo auch Kachelmann mitschrieb (und wie er halt ist, fleissig über die beamteten Kollegen herzog ;-)

Kann mich auch an einen Zeitungsartikel erinnern, in dem Besagter voraussagte, dass Freiburg seine Temperatturrekorde vergessen könne, nachdem die Station in freieres Gelände umzog (das gibt sich aber wieder, das wird da jetzt auch zugebaut ;-)

Verfasser:
Martin24
Zeit: 06.09.2016 20:01:54
0
2406862
Das Klima wird wärmer, daran kann kaum jemand zweifeln. Aber eben nur im Durchschnitt. Gleichzeitig scheinen Extremwetterereignisse zuzunehmen.
Im vergangenen Winter hatten wir 4 Tage und 4 Nächte durchgehend unter -14°, Minimum habe ich -23° gemessen. Was mache ich denn dann, wenn ich tatsächlich auf die Normaußentemperatur von -11,2° (Braunschweig) ausgelegt habe?
Na gut ich erlaube der überdimensionierten Heizung etwas mehr Leistung zu entwickeln und erfeue mich nebenbei an meiner Speichermasse.
Aber was macht der Holzständerbesitzer mit nach Normaußentemperatur bemessener Heizung? Frieren?

Grüße
Martin

Verfasser:
Peter_Kle
Zeit: 06.09.2016 20:12:35
2
2406864
Er macht den Computer an + Fernsehen und zündet ein paar Kerzen an.

Ich meine stellt euch vor ein Haus was für 22 Grad Innentemp bei -10 Grad berechnet wurde
bei -20 Grad,...

Es geht mit der Zeit Richtung +12 Grad.... Dramatisch :-)

Und das natürlich weil der Hausher alle Räume so beheizt, wie er es immer tut und wie es auch geplant war...

----------------

Ist wie beim Auto.... Mir auch schon mehrfach passiert... Da hat man einen platten Reifen... Es ist Not am Mann und man baut den Reservenotreifen an.... Dann fährt man weiter auf der Autobahn mit 200 km/h und die Dinger platzen....

So ein Mist... wenn man ein Auto mit 200km/h Höchstgeschwindigkeit kauft will ich das auch immer fahren können... Ja auch im Winter mit Reservenotreifen

Verfasser:
crink
Zeit: 06.09.2016 20:18:52
1
2406867
@Martin24: Die Lüftung und den Warmwasserverbrauch ein wenig drosseln und von internen und solaren Gewinnen profitieren? Wenn das an 4 Tagen pro Jahr nötig ist sehe ich da kein Problem.

Viele Grüße
crink

Verfasser:
Tommeswp
Zeit: 06.09.2016 20:19:05
2
2406868
Zitat von JoRy Beitrag anzeigen

Wie man an McPom sieht gibt es einiges , was mit der Wirklichkeit nichts zu tun hat.
Die haben weniger als 3,5% Ausländer aber mehr als 20% wählen AfD wegen einem Ausländerproblem.

Abgesehen davon, das es genau null hier mit dem Thema zu tun hat, ist das der größte Schwachsinn, den du mal wieder von dir gibst.
Vielleicht einfach keine Blöd Zeitung mehr lesen.

Zeit: 06.09.2016 20:44:06
0
2406874
Zum Thema Reserve für extrakalte Tage in der Zukunft die man mit der Glaskugel nicht vorhersehen kann:

Natürlich macht es Sinn eine Reserve einzuplanen. Das ergibt sich oftmals schon aus praktischen gründen, da man z.B. kaum einen Wärmeerzeuger mit den errechneten 4387 Watt kaufen kann und daher das nächst größere Kaliber nimmt. Aber 200% Angstzuschlag muß es auch nicht sein.

Nicht selten packt jede Instanz seine Reserve mit drauf und rundet dann noch auf, so daß am Ende wieder etwas herauskommt, daß sehr viel größer ist als nötig. Da werden die Materialtabellen aufgerundet und bei fehlenden Daten bei Bestandsgebäuden die Materialien mit großzügiger Reserve geschätzt. Dann die Berechnungen aufgerundet welche zuvor mit Außentemperaturen mit Reserve berechnet wurden. Dann packt der Heizi dann noch eine Reserve oben drauf als Mindestanforderung und stellt dann fest, daß es da nichts exakt passendes gibt und nimmt dann die nächstgrößere Anlage.

Und schwupps, es ist mal wierder soweit.

Es reicht wenn man an einer Stelle dann die Reserve drauflegt. Und die die bewußt aus Effizienzgründen extrem auf Kante nähen wollen. Ich habe neulich mal einen schönen Satz gehört. Fakten rundet man nicht auf. Am Ende der Fakten kann man dann noch immer zusehen daß 10 oder 20 % Reserve eingebaut werden, oftmals wie gesagt schon weil man nur selten Geräte mit exakt passender Leistung findet. Das ist eher die Ausnahme.

Verfasser:
crink
Zeit: 06.09.2016 22:56:06
0
2406904
Nabend,

eine Anmerkung noch zur Definition der Norm-AT: Innerhalb von 20 Jahren darf es 9 Mal für 48 Stunden kälter werden als die Norm-AT - das beschriebene Problem von Martin in Braunschweig Anfang des Jahres ist also durchaus so eingeplant von der Norm.

Da die zunehmende Bebauung die langjährige Norm-AT beeinflussen soll stelle ich nun folgend verschiedene Messstationen mit dem ungerundeten Norm-AT-Wert für 1951-1970 und 1995-2014 gegenüber, die aufgrund ihrer Lage entweder keine beeinflussende Bebauung zulassen (Flughäfen, Bergspitzen oder direkt am Meer) oder vorher schon zentral lagen.

Station 183: -8,15 -> -7,10 (Arkona)
Station 2444: -14,60 -> -12,50 (Jena (Sternwarte))
Station 4271: -10,30 -> -9,80 (Rostock-Warnemünde)
Station 403: -13,35 -> -11,90 (Berlin-Dahlem (FU))
Station 433: -13,25 -> -11,85 (Berlin-Tempelhof)
Station 596: -11,10 -> -9,75 (Boltenhagen)
Station 701: -10,15 -> -7,95 (Bremerhaven)
Station 5111: -15,20 -> -12,60 (Trostberg)
Station 722: -17,95 -> -16,20 (Brocken)
Station 891: -8,65 -> -7,40 (Cuxhaven)
Station 3032: -9,10 -> -6,45 (List auf Sylt)
Station 3307: -16,35 -> -13,65 (Mittenwald-Buckelwiese)
Station 3137: -10,65 -> -8,80 (Mainz-Lerchenberg (ZDF))
Station 1358: -19,25 -> -15,75 (Fichtelberg)
Station 1346: -18,00 -> -14,85 (Feldberg/Schwarzwald)
Station 3631: -7,95 -> -7,00 (Norderney)
Station 1975: -11,50 -> -9,55 (Hamburg-Fuhlsbüttel)
Station 5792: -24,60 -> -23,45 (Zugspitze)

So ergibt sich ein Durchschnitt der alten Norm-AT für diese Orte von -13,3388888 und für die neue Norm-AT von -11,475. Somit ist es an diesen relativ wenig beeinflussbaren Orten im Kernwinter 1,86 Grad wärmer geworden. Die Differenz für alle 125 Messstationen, die von 1951 bis 2014 durchgängig im Einsatz waren, liegt bei 2,18 Grad, so dass auf jeden Fall weniger als 0,5 Grad des Norm-AT-Anstiegs auf zunehmende Bebauung in direkter Nachbarschaft der Messstationen zurückzuführen ist.

Fazit: Zumindest die Extremtemperaturen im Winter sind fast überall in Deutschland milder geworden, die Norm-AT der DIN EN 12831 müssen angepasst werden. Ist das den Normenden bewusst? Wann wird das passieren?

Viele Grüße
crink

Verfasser:
Peter_Kle
Zeit: 06.09.2016 23:04:04
1
2406905
Zitat von Ich_habe_Feuer_gemacht Beitrag anzeigen
Ist das den Normenden bewusst? Wann wird das passieren?



Wenn ich das erste mal einen Neubau frisch abgenomen mit eingestellter Heizung sehe:

Gestern 19:00Uhr... Abnahme und Erklärung 5 Studnen vorher... KFW70... Wolf CGB2

Heizkurve für FBH ...

20 Grad AT -- 27 Grad Vorlauf
-15Grad AT -- 37 Grad Vorlauf

Normtemp lt Planung -12 Grad ... Vorlauf lt Planung 35 GRad

Zeit: 06.09.2016 23:15:21
1
2406906
Seltsam zitiert^^ Irgendwie habe ich das nicht gesagt. Und irgendwie paßt die "Antwort" dann auch nicht zum Zitat.

Verfasser:
Peter_Kle
Zeit: 07.09.2016 07:42:31
0
2406932
mhhh Copy&Paste gestern Abend... Sry ist Crinks Zitat :-)

Verfasser:
Temperaturwaechter
Zeit: 07.09.2016 07:58:50
0
2406936
Richtig Martin 24!

Hat zwar nur am Rande mit dem Thema zutun, aber das Problem bzw. die folgen sind drastischer-
das ähnliche Problem haben wir in der Region seit einigen Jahren mit dem Niederschlagswasser.
Seit ein Paar Jahren regelmässig das Problem das in einigen Häusern Keller vollaufen oder einfach bei Starkregen die Regenrinnen überlaufen. Obwohl die Kanalrohre einwandfrei sind.
Da kommen dann in 5 Minuten solche Sturzbäche vom Himmel, das die Hausentwässerung kollabiert.
Aber alles noch Norm ausgelegt der 70 Jahre.
Die wurde glaube ich vor 10 Jahren angepasst, nur hilft das den Leuten mit Bestandbauten recht wenig.

Verfasser:
JoRy
Zeit: 07.09.2016 08:35:29
0
2406947
""Uns das soll der SHK-Mann dann den frierenden Kunden erzählen? ""

Bei meiner jetzigen Sanierung eines EFH von 1980 in Nordbayern ergibt die Berechnung
nach 12831 ca. 9 kW . Eingebaut wird aber eine 5 kW Pana.

1. weis ich um die zahlreichen Sicherheiten, die in den Berechnungen eingebaut sind und
2. wird bei meiner Auslegung auch bei -12° niemand frieren.
Man friert nicht , wenn die WP an die Grenze kommt und die RT nicht mehr 23-24° schafft !

Das kann man jedem Bauherrn erklären und er entscheidet ob er 90% der Heizperiode in den
Übergangszeiten hoffnungslos überdimensioniert fahren muss und die Modulation nicht
den taktenden Betrieb verhinderrn kann, im Gegensatz zu den paar Tagen, wo es ein wenig knapp
werden könnte.
Da sowieso ein guter Schedenofen gewünscht war und ich bayerisches Kaminholz genug habe
ist ein Risiko gleich Null.

Überdimensionierung war und ist hier im HTD ein endlos Thema.
Und das betrifft nicht nur Altbauten mit 25 kW Ölern bei 12 kW Heizlast.
" Sie wollen es doch warm haben ...."
Man rechnet , dass fast 80% der deutschen Heizungen überdimensioniert sind und zwar auch
die Neubauten !

Aber alle reden von Umwelt, Nachhaltigkeit und von fleischfreier Salami !
Irrsinn hoch drei !

Gruß JoRy

Zeit: 07.09.2016 09:57:52
0
2406964
Zumal die Pana oft auch eher 5,5 KW schafft und dazu auch noch 3 KW in Notfällen draufpacken kann per Heizstab. Das kostet zwar, das ist aber am Gesamtverbrauch im Jahr gemessen eher weniger und dafür läuft die WP das restliche Jahr um so gleichmäßiger und effizienter.

Aktuelle Forenbeiträge
de Schmied schrieb: Wie waren bei dir die Temperaturen in der Übergangszeit? Mir sind die 20° in der Heizkurve etwas zu niedrig, evtl kann man die Heizkurve etwas flacher bringen mit dem anheben auf 21° und den Endpunkt...
Timoto schrieb: Hallo zusammen, danke nochmal für die rege Teilnahme. Der Sachverständige hat mir eine Mängelliste an die Hand gegeben mit dem ich unseren Handwerker jetzt zum nachbessern auffordern kann. Unter anderem...
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Norm-Außentemperaturen veraltet
Zeit: 07.09.2016 09:57:52
0
2406964
Zumal die Pana oft auch eher 5,5 KW schafft und dazu auch noch 3 KW in Notfällen draufpacken kann per Heizstab. Das kostet zwar, das ist aber am Gesamtverbrauch im Jahr gemessen eher weniger und dafür läuft die WP das restliche Jahr um so gleichmäßiger und effizienter.
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