Alle
Foren
Oma wird zu Kasse gebeten, keinen interessierts
Verfasser:
petpetson
Zeit: 17.02.2017 18:32:57
0
2479372
Hallo Zusammen,

meine 86 jährige Schwiegermutter hat eine kleine Rente, aber sie kann alles einigermaßen bedienen.
Sie hat nun 1200 Euro für ein 52 qm Mietwohnung bezahlt, und das nur für die Nebenkosten Heizung und Warmwasser. Der Rest (Gartenpflege, Kaminkehrer, etc.) der Nebenkosten ca. 750 Euro kommen dazu.
Sie bewohnt eine Mittelwohnung in einem 14 Parteien Wohnblock und die Heizung beheizt noch ein zweites Gebäude mit 8 Wohnungen, also 22 Wohnungen. Der Vermieter ist eine Genossenschaft mit 1500 Wohnungen am Ort.
Energiepass aus 2008 ist vorhanden, es stellt sich raus, leider falsch.
Kennwert dürfte überschlägig bei 125 kWh/m² a liegen (105 Heizung, 20 Wassererw.)

Gasverbrauch für beide Häuser
Gasverbrauch lag von 2002 - 2012 bei: 149000 - 163000 kWh für 22 Wohnungen
Gasverbrauch lag von 2013: 179000 kWh
Gasverbrauch lag von 2014: 187000 kWh
Gasverbrauch lag von 2015: 218000 kWh
Für Warmwasser kann man im Schnitt 28000 kWh abziehen.

Tipp an Vermieter: 2013 war Hochwasser und die Heizung stand 1 m tief im Wasser.

Vermieter:
Reaktion zum Widerspruch zur Nebenkosten Abrechnung, Schuld ist privates Heizverhalten, klimatische Verhältnisse, Legionellenschaltung, das übliche bla, bla.
Kein Vorsprache bei Vermieter gewünscht.
Nun keine Antwort auf meine zwei nicht beleidigende Schreiben.
Energiepass wird bei Gelegenheit erneuert, interessiert aber auch nicht, weil verbrauchsabhängig erstellt.

Auskunft beim Anwalt: Haben sie einen Rechtschutz? Nee. Der Gutachter beginnt bei 3500 Euro, sind Sie bereit das auszugeben? Nee. Dann kann ich nichts für Sie tun. Energiepass falsch Herr Anwalt: Zahnloser Tiger, max. Ordnungswiedrigkeit.

Wäre meine Oma Donald Trump, ja dann.....aber so weiss ich nicht weiter.

Danke schon mal für mögliche Tipps.
gr Peter
Verfasser:
sukram
Zeit: 17.02.2017 18:45:41
1
2479376
Energieausweis eignet sich nicht für mietrechtliche Ansprüche, so ein Urteil aus Berlin (finds aber grad' nicht mehr).

& 26.08.2015
Urteil des Landgerichts Köln

Keine Mietminderung, auch wenn die Mietwohnung die EnEV Standards nicht erfüllt


>Das Landgericht führte – wie auch das Amtsgericht zuvor – zu seiner Entscheidung aus, dass die EnEV öffentlich-rechtliche Pflichten für den Vermieter begründen.

der Berliner Tenor war meiner Erinnerung nach nach auch so.
Verfasser:
kathrin
Zeit: 17.02.2017 18:54:08
0
2479379
@petpetson

Die Klimadaten kannst du selbst abrufen: http://klimadaten.ages-gmbh.de/; die Info dazu erklärt die Witterungsbereinigung.

Das Benutzerverhalten hat aber auch einen grossen Einfluss auf den Verbrauch. Schwiegermutter fragen nach Mieterwechseln, Änderung von Lebensgewohnheiten (z.B. berufstätig -> mit Baby zuhause) usw. Bei 22 Wohnungen ist Ursachenforschung schwierig.

Gab es 2013 ein neues Heizgerät, wenn ja was war früher vorhanden, was neu? Sonstige Änderungen?

Schönen Abend + Gruss

Kathrin
Verfasser:
epicuro
Zeit: 17.02.2017 19:02:40
0
2479381
Zitat von petpetson Beitrag anzeigen
Sie hat nun 1200 Euro für ein 52 qm Mietwohnung bezahlt, und das nur für die Nebenkosten Heizung und Warmwasser. Der Rest (Gartenpflege, Kaminkehrer, etc.) der Nebenkosten ca. 750 Euro kommen dazu


Mal ernsthaft, wo wohnt Deine Schwiegermutter?
Monaco??
1200€ für 52 qm sind 23€ pro qm Warm ohne den Rest.
Mal im Mietpreisspiegel nachgesehen was eine Vergleichswohnung so kostet?
Bei mir im Haus(Altbau) kostet der qm 5,80 € kalt, was Warm etwa 7,80 € pro qm sind. Warmwasser wird über Durchlauferhitzer gemacht und wird dem Mieter direkt über die Stromrechnung des Versorgers berechnet.
Peter
Verfasser:
Kalif Storch
Zeit: 17.02.2017 19:08:28
0
2479383
Das sind mit großer Sicherheit die jährlichen Kosten für Heizung und Warmwasser...
Verfasser:
winni 2
Zeit: 17.02.2017 19:40:57
1
2479391
Der Hinweis der Verwaltung auf die Legionellenschaltung
ist interessant.
Bis Ende 2013 muste zum erstenmal auf Legionellen getestet
werden und vielleicht wurden ab da die Temperaturen in der
Warmwasserversorgung hochgefahren, mit vielleicht drama-
tischen Folgen für den Verbrauch?

Ansonsten können manche ältere Leute, nach meiner Erfahrung,
schon erstaunliche Heizverbräuche haben und der Vermieter
stellt ja in der Regel die Einzelverbräuche nicht selber fest...

Grüsse

winni
Verfasser:
Martin24
Zeit: 17.02.2017 19:49:00
0
2479392
Wie werden die heizkosten eigentlich abgerechnet? Welcher Anteil nach Verbrauch, welcher nach Fläche?
Sind das Heizkostenverteiler? (Verdunster oder elektronisch?) oder gar Wärmemengenzähler?

Und wie hat sich der für diese Wohnung abgerechnete verbrauch über die letzten Jahre entwickelt?

Ach ja, noch ein Tipp: Du hast kein Vertragsverhältnis mit dem Vermieter, der kann sich also leicht sagen "Was will der, warum soll ich dem antworten?". Schreiben dann lieber ausdrucken und von der Mieterin unterschreiben lassen. Darauf dann nicht zu antworten setzt ein sehr dickes Fell voraus.

Grüße
Martin
Verfasser:
petpetson
Zeit: 17.02.2017 22:11:57
0
2479455
Hallo noch mal,

ich antworte mal auf das eine oder andere.
Nochmal Gesamtverbrauch aller 22 Wohnungen 156000 kWh Betrachtungszeitraum 11 Jahre (Höchstwert 163000 kWh, Gradtagszahlen bereinigt sieht es nicht besser aus).
Innerhalb 3 Jahren auf 218000 kWh. Das ist so, als wenn dein Auto im Schnitt 10 Liter verbraucht hat und dann ca. 14-15 Liter. Das ist an der Tanke schon ne Hausnummer.

Im Mietverhältnis interessierst keinen, außer die Mieter, viele müssen deutlich nachzahlen da traf es andere noch schlimmer in der Wohnanlage.

Die Zahlen stammen ja nicht von mir, das sind die gesammelten Werke der Vermieter Nebenkostenabrechnungen.
Nur bei denen interessierst keinen, weil die Kosten nur an die Mieter durch geschoben werden.

Wie kann ich den Vermieter dazu bringen, das er seine Heizanlage checkt! Für die ist er doch verantwortlich ist. Der merkt noch nicht mal, dass die deutlich mehr Verbraucht. Er hat kein Interesse an Reparatur, Einstellung oder sonstigen Maßnahmen. Wir kommen uns total hilflos vor.

Kathrin:
Gradtagszahlen kenn ich, die wurden auch für die Berechnungen benutzt.
Hier wohnen vorwiegend älter Herrschaften, die immer zuhause sind.
Nach dem Hochwasser kam kein neues Heizgerät, war ja im Sommer und man hatte gerade andere Probleme zu beseitigen.
Was nach meinen 2 Briefen an den Vermieter auffiel, so die Oma. Ab 23 Uhr wirds kälter.

Epicuro:
Lies nochmal 1200 Euro nur für Heizen im Jahr, das zahle ich mit meinem Brennwerter nicht mal für mein Haus 240 qm Wohnfläche.

Winni2:
Legionellenschaltung ist richtig, aber Warmwasser liegt im Durchschitt der letzen 15 Jahre +/- 10 Prozent ca. 3000 kWh rauf oder runter, nicht signifikant.
Heizverbrauch wird per Funk ausgelesen an den Zählern am Heizkörper.
Einrohrheizung.

Martin24:
Abrechnung 50% Grundkosten 50% Verbrauchskosten.
Elektronische Erfassung der Heizkosten.
Aufgrund der laufenden Mehrkosten, verbraucht die Oma nur noch die Hälfte wie noch vor 3 Jahren. Sie spart und zahlt immer mehr???
Habe mir von der Oma eine Vollmacht geben lassen um Sie zu vertreten.

Sukram:
Energieausweis eignet sich für was? Wenn ich ihn bräuchte um etwa Mehrverbrauch darzustellen, dann lächelt jeder.

gr Peter
Verfasser:
winni 2
Zeit: 18.02.2017 01:00:57
3
2479482
Peter,

ich denke, mit Deinem Haufen Vorurteile wirst Du nicht weit
kommen.

Jeden intellegenten Vermieter und sicher eine funktionierende
Genossenschaft, interessiert die Höhe der Nebenkosten.
Der Mietinteressent schaut sich i.d.R. die Bruttomiete an und
je höher der Anteil der Nebenkosten, desto geringer die
mögliche Kaltmiete.
Von den Nebenkosten hat der Vermieter nichts, ausser Arbeit
und das Inkassorisiko.

Also vielleicht mal weniger konfrontativ nochmal ein persönliches
Gespräch über die Sache suchen?

Das die ausgewiesenen Warmwasserkosten nicht stark ge-
schwankt haben, muss nicht unbedingt mit den tatsächlichen
Warmwasserkosten korrelieren, denke ich.

Grüsse

winni
Verfasser:
TackaTucka
Zeit: 18.02.2017 02:44:37
1
2479488
Zitat von petpetson Beitrag anzeigen
Reaktion zum Widerspruch zur Nebenkosten Abrechnung, Schuld ist privates Heizverhalten, klimatische Verhältnisse, Legionellenschaltung, das übliche bla, bla.
Kein Vorsprache bei Vermieter gewünscht.
Große Verwalter erhalten jedes Jahr viele Widersprüche. Und weil die meisten Mieter ihre Abrechnungen nicht verstehen, liegen entsprechend viele Begründungen in der Preisklasse "das kann doch gar nicht sein". Ein Gesprächstermin ist in solchen Fällen sinnfrei und ein Standardschreiben die einzig angemessene Antwort.

Um ernst genommen zu werden bzw. individuell behandelt zu werden, ist es unerläßlich, seine Heizkostenabrechnung(en) zu verstehen und den vermeintlichen Fehler gut beschreiben zu können.

Vermutlich ist Dir das in Deinen beiden Schreiben nicht gelungen, denn obwohl ich seit mehr als zwanzig Jahren Heizkostenabrechnungen lese und schreibe, kann auch ich Deinen Ausführungen nicht entnehmen, wie Du den Widerspruch begründest.

Hier im Forum gibt es einige, die Heizkostenabrechnungen lesen können. Stell' die Abrechnung Deiner Oma hier ein, und sie wird sicher schnell begutachtet werden.
Zeit: 18.02.2017 08:55:25
1
2479504
Nur so eine Möglichkeit: Was ist mit den angrenzenden Wohnungen? Ggf. die Wohnung unter der Oma zeitweise wenig beheizt durch Leerstand. längere Abwesenheit, anderer Mieter der es gerne kühler hat? Dann steigen die eigenen Verbrauchskosten merklich.

Wie wird Warmwasserverbrauch gemessen? Separater Wärmemengenzähler? Nur die Wassermenge? An der Heizung oder in den Wohnungen? Mit Legionellenschaltung und höherer Wassertemperatur erhöhen sich merklich die Verluste, je nach Messmethode werden die aber nicht in der Warmwasserabrechnung erfasst.

Haben sich Leute beschwert "Heizkörper werden nicht heiß" und der Vermieter hat den Kessel einfach raufgedreht um weniger Stress zu haben? Gerade bei den "smarten" heute, Heizkörper über Tag abgedreht, 15min vor Ankunft zu Hause gehen die smart wieder an, ist dann in 15min die Bude nicht warm wird sich beim Vermieter beschwert dass die Heizung nicht geht.

Ist denn "nur" die Abrechnung teurer geworden oder was sagen über die Jahre die Ablesewerte an den eigenen Heizkörpern?

P.S. Gutachter beginnt nicht bei 3500€, aber je nach Zeitaufwand für die Recherche und Prüfungen kann das mit Pech dahin gehen. Wie wäre es die Abrechnung mal hier einzustellen oder bei einer Verbraucherzentrale/Mieterschutzverein gegen kleine Gebühr prüfen zu lassen?
Verfasser:
Basti123
Zeit: 18.02.2017 09:45:31
0
2479518
Was auffallig ist, das der Gasverbrauch für das ganze Haus um 55000Kwh gestiegen ist.
Das.wollte.der TE ansprechen.
Verfasser:
Kalif Storch
Zeit: 18.02.2017 09:49:27
0
2479519
... und der Kessel stand einen Meter im Hochwasser....
Verfasser:
epicuro
Zeit: 18.02.2017 09:53:29
0
2479522
Zitat von petpetson Beitrag anzeigen

Epicuro:
Lies nochmal 1200 Euro nur für Heizen im Jahr, das zahle ich mit meinem Brennwerter nicht mal für mein Haus 240 qm Wohnfläche.

Sorry, hatte deinen Eingangspost komplett falsch verarbeitet.
Peter
Zeit: 18.02.2017 10:32:23
0
2479537
Zitat von Kalif Storch Beitrag anzeigen
... und der Kessel stand einen Meter im Hochwasser....


2013, jetzt ist 2017 - nicht einmal eine Wartung am Kessel in fast 4 Jahren?!?

Was war 2014 und 2015? Da keiner was zum höheren Gasverbrauch gesagt? 22 Wohnungen, frag doch mal die anderen.

Ursachen kann es viele geben.
Verfasser:
sukram
Zeit: 18.02.2017 10:42:30
0
2479539
Zitat von Kalif Storch Beitrag anzeigen
... und der Kessel stand einen Meter im Hochwasser....




Die Freitrasse zum anderen Haus samt deren Dämmung wohl ebenso...
Verfasser:
Texlahoma
Zeit: 18.02.2017 11:04:54
0
2479552
Irgendwie passt das alles nicht so richtig zusammen.

Wenn der Mehrverbrauch u.a. durch Legionellenschaltung begründet wird, dann müsste sich das im Energieaufwand für WW bemerkbar machen, tut es aber nicht.

Warum?

Entweder sind das Ausflüchte oder die Energie zur Aufheizung des WW wird anteilig berechnet, obwohl dass seit 2013 nur in Ausnahmefällen noch zulässig ist. Durch die Berechnung bleibt der tatsächliche Aufwand für WW -insbesondere wenn eine 24/7-WW-Zirkulation vorhanden ist, fast immer im Dunklen.

Insofern würde ich zunächst mal der Frage nachgehen, wie der WW-Anteil am Gesamtverbrauch ermittelt wird. Wird da gerechnet oder gemessen? Auskunft darüber gibt Dir im Übrigen die Heizkostenabrechnung ;-)

Nächster Punkt:
Gibt es in der Nebenkostenabrechnung einen Punkt Heizungswartung? Wenn nein, bitte mal in Erfahrung bringen, wann die letzte durchgeführt wurde.

Das der Mehrverbrauch in einem Zusammenhang mit dem Hochwasser 2013 steht, halte ich für eher unwahrscheinlich, denn dann müsste sich ein schleichender Folgeschaden nach 3 Jahren plötzlich "bahngebrochen" haben.

Möglich ist sicherlich, dass z.B. an der Nahwärmeleitung ins Nachbarhaus ein Wärmeleck entstanden ist und dort das Erdreich etc. örtlich mitgeheizt wird.

Jedenfalls muss nach meiner Auffassung irgendwo eine signifikante Veränderung im Haus (mehr Wohnungen vermietet etc.), an der Heizungsanlage inkl. Nahwärmeleitung ins Nachbarhaus oder bei der WW-Bereitung stattgefunden haben, anders ist dieser Anstieg beim Jahres-Gesamtverbrauch m.E. kaum erklärbar.
Verfasser:
petpetson
Zeit: 18.02.2017 13:29:36
0
2479603
Zur Info:

Die Nebenkostenabrechnung hat ein Anwalt geprüft (vom Mieterverein). Er würde ja was machen, es besteht aber kein Rechtschutz, weil 3 monatige Wartefrist bei Neumitgliedern (sind erst im Januar dazu gegangen) und Deckungszusage später auch noch nicht geklärt ist.


Basti123: Danke das du die Zahl noch mal einwirfst. Der Gasverbrauchsdurchschnitt für mehr als ein Jahrzehnt liegt deutlich niedriger. 2011 wurde sogar die Dachdämmung verbessert. Nun der progressive Anstieg.

Es ist ein Einstell- oder Technikproblem.
Verfasser:
petpetson
Zeit: 18.02.2017 14:05:32
0
2479615
@Texlahoma:
WW-Anteil wird separat mit Wärmemengenzähler erfasst und taucht in der Nebenkostenrechnung als eigener Posten auf. Dieser Anteil ist seit 15 Jahren im normalen Rahmen +/- 10%.

Heizungswartung nein, E-Check ja, Kaminkehrer ja, Heizkosten Wärmemessdienst ja

Bzgl. schleichender Folgeschaden sieh dir meinen ersten Post an, Gasverbrauch steigt kontinuierlich seit 2013, ist nicht abrupt.

Dein Tipp mit dem Wärmeleck ist gut. Die Gebäude stehen ca. 50m auseinander, die Leitung geht durch eine tiefergelegte Rasenfläche, welche zur Hochwasserzeit ein 2m tiefer Badesee war. Geht das aber nicht mit einem Druck- und Heizungswasserverlust einher?

Ich kann das nicht prüfen die Heizung ist abgeschlossen.

Es gibt schon mal einen Mieterwechsel, Anzahl der Wohnungen gleich, baulich wurden 2001 die Fenster erneuert, 2011 Dachdämmung. Legionellenschaltung ja, aber ist nur Warmwasseranteil. Kalte Jahre nein. Heizverhalten, alle Mieter jammern, jeder spart, es wird teurerer.

Die signifikante Änderung zeigt nur die Gasrechnung.
Verfasser:
Texlahoma
Zeit: 18.02.2017 19:55:34
1
2479729
Ein Wärmeleck bedeutet nicht zwingend ein Leitungsleck. Es genügt schon, wenn die Dämmschale der Nahwärmeleitung undicht geworden ist und z.B. die Dämmung aus Glaswolle im warsten Sinne des Wortes abgesoffen ist. Feuchte Glaswolle dämmt nicht mehr.

Nächstes Thema, dem mal nachgegangen werden sollte, ist der offensichtliche Wartungsstau des Kessels. Es wäre interessant zu wissen, um was für einen Kessel es sich handelt (Fabrikat, Typ) und natürlich, wann der das letzte Mal gewartet wurde.
Verfasser:
petpetson
Zeit: 20.02.2017 13:54:48
0
2480268
@Texlahoma:
Kesselwartung letzte vermutlich nach Hochwasser. Der Vermieter hat einen eigenen Heizungsfachmann im eigenen Handwerkerteam der Wohnungsgenossenschaft, der natürlich bei Rückfragen auf alles eingeht, außer Mieterinteressen.

Das mit dem Wärmeleck und der abgesoffenen Dichtung kann ich gut nachvollziehen.

Was kann ich persönlich oder rechtlich tun?

Ich äußere Bedenken schreibe Briefe, spreche mit einem Anwalt, geh zum Mieterverein, und nichts.... vor zwei Jahren hat eine Mieterin eine Unterschriftenaktion wegen der steigenden Kosten gemacht. Dann hatte sie neu Heizkörperthermostate erhalten.

Was mir aber so richtig auf den Senkel geht, ist die Teilnahmslosigkeit des Vermieters. Es geht ja schließlich um Geld - aber erst mal nicht das vom Vermieter.
Verfasser:
sukram
Zeit: 20.02.2017 14:30:04
0
2480289
Es steht Mietern frei, sich nach Unterkünften mit geringerem Verbrauch umzusehen.

In der EnEV steht zwar

Zitat:

(3)
Anlagen und Einrichtungen der Heizungs- , Kühl - und Raumlufttechnik sowie der Warmwasserversorgung sind vom Betreiber sachgerecht zu bedienen. Komponenten mit wesentlichem Einfluss auf den Wirkungsgrad solcher Anlagen sind vom Betreiber regelmäßig zu warten und instand zu halten. Für die Wartung und Instandhaltung ist Fachkunde erforderlich. Fachkundig ist, wer die zur Wartung und Instandhaltung notwendigen Fachkenntnisse und Fertigkeiten besitzt.


Aber ob Verstöße gegen die EnEV ein Recht auf Mietminderung begründen, also auch zivilrechtlich wirken, wird von Gerichten zumindest widersprüchlich beurteilt

Solange der Kessel bei der Schornimessung nicht durchfällt, wird sowas den Vermieter also eher kalt lassen.

Was die Freitrasse betrifft, so könnte man deren Verluste mit etwas Aufwand natürlich messen- aber, siehe oben; und dann könnte ein spitzfindiger Anwalt auch noch auf die Idee kommen, dass ein außenliegendes Nahwärmenetz gar nicht zum Gebäude zählt und also durch gebäudeeenergetische Vorschriften nicht tangiert wird;-)
Verfasser:
petpetson
Zeit: 20.02.2017 15:03:57
0
2480298
Wir wollen nicht Mietmindern.
Wir wollen nicht Umziehen, schon gar nicht mit 86 Jahren.
Wir wollen nicht streiten.


Wir wollen aber auch nur das bezahlen was notwendig ist und nicht für die Untätigkeit oder Ignoranz des Vermieters blechen. Es ist heutzutage leichter einer Oma die halbe Rente für eine Nachzahlung abzunehmen, als mal Verständnis aufzubringen und Ursachensuche zu betreiben.
Verfasser:
Texlahoma
Zeit: 20.02.2017 16:12:04
0
2480324
Du verlangst viel von einem Vermieter, der offensichtlich vor allem an der Nettokaltmiete interessiert ist und sich sonst nicht kümmert.

Du musst ihm schon nachweisen, dass er seine Betreiberpflicht bei der Heizung vernachlässigt hat und das geht hier am einfachsten, wenn Du ihm nachweist, dass der Kessel, der im Heizraum Dienst tut, jedes Jahr lt. Wartungsanleitung des Kesselherstellers gewartet werden muss.

Das setzt voraus, dass Du Dir Zugang zum Heizraum verschaffst und Fabrikat und Typ notierst. Ist der Heizraum verschlossen und weigert sich z.B. auch der Hausmeister, den Heizraum für Dich zu öffnen, wirds schwierig.

Allerdings darf dann auch mal die Frage gestellt werden, wie bei einer solchen Konstellation bei einer undichten Gasleitung verfahren wird. Lässt man dann lieber das Haus in die Luft fliegen, Hauptsache, es kommt niemand in den Heizraum hinein?

Im Zweifel hilft nur die Abstimmung mit den Füßen, so schwierig das mit 86 auch ist.
Verfasser:
sukram
Zeit: 20.02.2017 16:30:23
0
2480335
Zitat von Texlahoma Beitrag anzeigen
Allerdings darf dann auch mal die Frage gestellt werden, wie bei einer solchen Konstellation bei einer undichten Gasleitung verfahren wird. Lässt man dann lieber das Haus in die Luft fliegen, Hauptsache, es kommt niemand in den Heizraum hinein?
[...]


Ich fürchte, dem steht entgegen:
DVGW-TRGI 2008 · G 600 85 -
5.3.9 Schutz gegen Eingriffe Unbefugter
"Passive Maßnahmen"
;-)

&

Zitat:
13.2.2 Hauptabsperreinrichtung

Für die HAE als Teil des Hausanschlusses gilt Abschnitt 13.2.1 sinngemäß mit der besonderen
Forderung nach stets freier Zugänglichkeit, um sie im Gefahrenfall jederzeit bedienen zu
können.

Die mit Schlüssel verschlossene Tür des Gasanschlussraumes im Gebäude oder z. B. des
Kellerabganges im Treppenraum des Mehrfamilienhauses widerspricht nicht der o. g. Forderung
der stets freien Zugänglichkeit der Hauptabsperreinrichtung. Unter Letztgenanntem
versteht sich das Freihalten dieser Einrichtung an ihrem Installationsort, d. h. kein Zustellen/
Verdecken mit Möbeln, Lagermaterial, Abfall. Die abgesperrte Tür des Gasanschlussraumes
stellt dagegen ein beherrschbares Hindernis für z. B. die Feuerwehr dar, durch die mit stets
mitgeführter Ausrüstung ein schnelles Aufhebeln der abgeschlossenen Tür möglich ist. Den
Hausbewohnern selbst ist dagegen der Schlüssel vorliegend oder schnell zugänglich.



Aktuelle Forenbeiträge
sukram schrieb: Was ist denn das genau für eine Anlage? 1980 gabs schon NT-Kessel, dann würde die Enev nicht greifen; und wenn- die Verpflichting stellt der Schorni anläßlich der Feuerstättenschau fest, die alle 3-4j...
Motello schrieb: Edelsthl nicht wegen der Hygiene sondern wegen der Langlebigkeit und um das Risiko eines Wasserschadens zu minimieren. Pressen setzt wie du sagst ein Werkzeug voraus, da lohnt die Anschaffung nicht....
ANZEIGE
Hersteller-Anzeigen
Dein Onlineshop für Installateurbedarf
Haustechnische Softwarelösungen
Website-Statistik

Oma wird zu Kasse gebeten, keinen interessierts
Verfasser:
sukram
Zeit: 20.02.2017 16:30:23
0
2480335
Zitat:
...
Allerdings darf dann auch mal die Frage gestellt werden, wie bei einer solchen Konstellation bei einer undichten Gasleitung verfahren wird. Lässt man dann lieber das Haus in die Luft fliegen, Hauptsache, es kommt niemand in den Heizraum hinein?
[...]

Ich fürchte, dem steht entgegen:
DVGW-TRGI 2008 · G 600 85 -
5.3.9 Schutz gegen Eingriffe Unbefugter
"Passive Maßnahmen"
;-)

&

Zitat:
...
13.2.2 Hauptabsperreinrichtung

Für die HAE als Teil des Hausanschlusses gilt Abschnitt 13.2.1 sinngemäß mit der besonderen
Forderung nach stets freier Zugänglichkeit, um sie im Gefahrenfall jederzeit bedienen zu
können.

Die mit Schlüssel verschlossene Tür des Gasanschlussraumes im Gebäude oder z. B. des
Kellerabganges im Treppenraum des Mehrfamilienhauses widerspricht nicht der o. g. Forderung
der stets freien Zugänglichkeit der Hauptabsperreinrichtung. Unter Letztgenanntem
versteht sich das Freihalten dieser Einrichtung an ihrem Installationsort, d. h. kein Zustellen/
Verdecken mit Möbeln, Lagermaterial, Abfall. Die abgesperrte Tür des Gasanschlussraumes
stellt dagegen ein beherrschbares Hindernis für z. B. die Feuerwehr dar, durch die mit stets
mitgeführter Ausrüstung ein schnelles Aufhebeln der abgeschlossenen Tür möglich ist. Den
Hausbewohnern selbst ist dagegen der Schlüssel vorliegend oder schnell zugänglich.
Weiter zur
Seite 2