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Welche Heizung bei KfW 55 Fertighaus
Verfasser:
ToniDa
Zeit: 18.03.2017 02:14:18
0
2489938
Hallo zusammen,

ich habe mich jetzt durch viele Foren gewuselt und in Anbetracht der Uhrzeit, frage ich jetzt einfach mal hier nach eurer Meinung. Ich kann mich irgendwie nicht richtig entscheiden.
Wir wollen neu bauen (KFW 55 / 145 qm) und dies vermutlich mit einer Fertighausbaufirma (Holzständerwerk)

Hierbei kommt dann natürlich immer die Frage nach der Heizung auf.

Ein Anbieter lobt seine Proxon Luft/Luft Wärmepumpe in den Himmel und meint, das wäre das Beste. Ich habe aber gelesen, dass diese LLWP gerade im Winter zu wenig Leistung bringen würde (und man quasi eine reine E-Heizung nutzt) und die Luftfeuchtigkeit zum Problem werden kann.

Das vermeintlich bessere Raumklima im Sommer reizt mich allerdings schon irgendwie.

Gibt es so etwas auch in Verbindung mit einer Fußbodenheizung?

Gas würde ich auf lange Sicht wahrscheinlich bereuen, aber welche Alternativen zur LLWP habe ich?
Ist eine LWWP da vielleicht die bessere Wahl i.V.m. einer Fußbodenheizung? Besitzen die auch so einen Luftaustausch/Luftfilter?

Sorry für diese Anfängerfragen, aber es gibt so viele Dinge zu beachten, Pro's und Contra's ... ich blicke grad nicht mehr ganz durch.

Bin über jede Empfehlung dankbar!!!

Gruß
Verfasser:
lowenergy
Zeit: 18.03.2017 07:43:09
1
2489946
Würde persönlich niemals ein neues Haus ohne wasserführende Wärmeaustauschflächen bauen ... bedeutet zwar unweigerlich eine etwas höhere Investition ... bringt aber langfristig hohen Komfort und kann u. U. auch zum Kühlen genutzt werden.

Eine Niedertemperaturheizung funzt übrigens auch an Wand, Decke und Dachschrägenflächen, muss nicht zwangsläufig am Fußboden sein!

Wenn die Wärmeverteilung entsprechend für's effiziente Wärmepumpen ausgelegt wird, ist auch an kältesten Tagen mit nicht mal 30 Grad Heizwassertemperatur mehr als genügend thermische Energie in die Wohnräume zu bekommen.

Wie groß ist denn bei Berücksichtigung einer kontrollierten Wohnraumlüftung mit Wärme- Feuchterückgewinnung der nach DIN 12831 errechnete Heizlastbedarf bei welcher Norm-Außentemperatur?
Verfasser:
winni 2
Zeit: 18.03.2017 12:10:03
1
2490042
Hi, ich würde mir so eine verkappte Stromheizung von Proxon
sicher nicht einbauen und finde es gut, das Du Bedenken hast.

Lüften kann man über ein Zentralgerät und Zu- und Abluftkanäle.
Da sitzt i.d.R. keine Wärmepumpe drin , sondern nur ein Wärme-
tauscher und zwei Ventilatoren für den Lufttransport.

Davon völlig unabhängig läuft dann die Beheizung, z.B. über Fuß-
bodenheizung und einen Wärmeerzeuger.
Statt Luftwärmepumpe oder Gasheizung, kann das auch eine relativ
preiswerte Erdwärmelösung mit dem im Forum unterstützten Ring-
grabenkollektor sein.
Für Erdwärme gibt es einiges mehr an Förderung.

Es gibt auch Kombigeräte, die eine echte Luft- oder Erdwärmepumpe
mit einer Lüftungsanlage kombinieren.
Ich finde aber getrennte Geräte, für getrennte Funktionen besser,
weil einzeln reparierbar und tauschbar.

Grundsätzlich bietet gerade ein Holzständerhaus gute Voraussetzungen
für exellente Dämmwerte und die sollte man m.M. ausschöpfen:
KFW 40.

Grüsse

winni
Verfasser:
ToniDa
Zeit: 18.03.2017 12:51:53
0
2490057
Vielen Dank für eure Antworten!

Das bestätigt definitiv meine Skepsis der Proxon Anlage gegenüber. Auch wenn die Firmen das wohl anders sehen. ($$$)

@lowenergy: Deine Frage bzgl. der DIN Norm kann ich dir nicht beantworten. Dafür ist der genaue Hausplan noch nicht aussagekräftig genug bzgl. Außenwänden und beheiztem Volumen. (schätze mal 9x10m Grundfläche, 1,5 geschossig mit 75cm Drempel und 40° Dachneigung - aber alles halt noch ungewiss und in Planung)

@winni: Das Argument von getrennten Geräten zwecks Austausch und Reparatur finde ich gut und werde ich wohl so umsetzen(lassen). KfW 40 wird dann eine Preisfrage werden :)
Verfasser:
FranksBude
Zeit: 18.03.2017 14:01:02
1
2490077
Bei Holzständerwerk kannst du aufgrund der Dämmung zwischen den Räumen in benachbarten Räumen unterschiedliche Temperaturen fahren - das zieht die reale Heizlast (maximal benötigte Heizleistung) noch weiter nach unten. Unbedingt sehr knapp dimensionieren!

Ich würde entweder den Ringgrabenkollektor mit kleiner Sole-WP oder die Geisha als LWP wählen. Erstere ist etwas mehr Arbeit und die hochwertigere, leisere Lösung, welche auch mit 4500€+Kollektor gefördert wird, die zweite auch trotz Förderung wahrscheinlich noch etwas günstiger.
Beides ist hier im Forum super dokumentiert, außerdem bekommt man unglaubliche Unterstützung.

In Verbindung mit einer Flächenheizung kann man auch kühlen - dafür wäre es sogar besser, auch Flächen an der Wand und/oder der Decke zu haben.

Gruß
Frank
Verfasser:
Tom Berger
Zeit: 18.03.2017 18:00:44
0
2490145
Zitat von ToniDa Beitrag anzeigen
Vielen Dank für eure Antworten!

Das bestätigt definitiv meine Skepsis der Proxon Anlage gegenüber. Auch wenn die Firmen das wohl anders sehen. ($$$)


Tatsächlich sind derzeit Klimaanlagen - also Luft-Luft-Wärmepumpen - die mit Abstand effizientesten Heizungen. Wenn sie für Skandinavien ausreichend Heizleistung bringen können, dann sicher auch bei uns.

Das konkret empfohlene Gerät kenne ich nicht, aber ich habe mich recht ausführlich über andere Anlagen informiert. Das schwedische technische Forschungsinstitut (SP) hat im Auftrag der schwedischen Energiebehörde die Panasonic Nordic getestet: http://www.christherm.de/cms_functions/getfiles.php?action=file&id=840

Selbst bei -17°C Außentemperatur erreicht diese Heizung einen COP von 2,2. Die relevante JAZ dürfte bei uns wohl etwa bei 5 liegen. Wer diese Heizungen als "Stromfresser" diffamiert, der outet sich als Ahnungsloser. Wenn man sein Brennholz nicht selbst verbrennt, sondern in einem Kraftwerk verbrennt und dann mit dem Strom so eine Luft-Luft-Wärmepumpenheizung betreibt, dann kriegt man aus derselben Menge Holz fast drei mal mehr Wärme heraus. Dagegen stinkt auch jede Erdgasheizung weit ab.
Verfasser:
lowenergy
Zeit: 18.03.2017 18:19:59
0
2490150
@Tom Berger.
Die in Schweden getesteten Panasonic Heatcharges sind sicherlich äußerst effizient ... jedoch sind die wohl mit den zentral im Haus installierbaren Proxon-Kisten m. M. in keinster Weise vergleichbar!
Verfasser:
winni 2
Zeit: 18.03.2017 18:41:27
1
2490154
Ja, denn die Proxon muss alle Energie aus maximal ein paar hundert
m3 ausgetauschter Innenluft pressen, während das Aussenteil
einer L/L-Wärmepumpe ein paar tausend m3 Luft verwertet.

Eine Klima-Split L/L ist etwas ganz anderes, als eine L/L Abluftwärmepumpe.

Grüsse

winni
Verfasser:
Tom Berger
Zeit: 18.03.2017 19:50:09
0
2490183
Zitat von winni 2 Beitrag anzeigen
Eine Klima-Split L/L ist etwas ganz anderes, als eine L/L Abluftwärmepumpe.


Ja, natürlich, ich kannte dieses Gerät ja nicht. Ich dachte immer, Abluftwärmepumpen würden nur für industrielle/gewerbliche Nutzungen angeboten, wo auch das entsprechende Potential an Abwärme vorhanden ist. Im Privathaushalt ist ja oft schon zweifelhaft, ob sich selbst ein simpler Lüftungswärmetauscher rechnet. Werden dafür tatsächlich Abluftwärmepumpen angeboten?
Verfasser:
Turbotobi76
Zeit: 18.03.2017 19:57:55
0
2490188
Hi,

ja da wird die Abluftwärmepumpe mit der Lüftungsanlage kombiniert.

Finde ich persönlich auch nicht besonders Sinnvoll, bei Häusern mit extrem geringen Wärmebedarf wie Passivhäusern kann es aber durchaus funktionieren.

Bei Häusern mit mehr Wärmebedarf wie auch KFW55 eher weniger Sinnvoll.

Gruß Tobias
Verfasser:
Tom Berger
Zeit: 19.03.2017 09:59:08
1
2490317
Zitat von Turbotobi76 Beitrag anzeigen
Hi,

ja da wird die Abluftwärmepumpe mit der Lüftungsanlage kombiniert.

Finde ich persönlich auch nicht besonders Sinnvoll, bei Häusern mit extrem geringen Wärmebedarf wie Passivhäusern kann es aber durchaus funktionieren.


Da wäre dann die Frage, wie viel besser als ein simpler und billiger Lüftungswärmetauscher das Teil dann wäre. Ich glaube kaum, dass die WP aus der Abluft so viel mehr Wärme zurück gewinnt, dass die Energie, die für den Bau der L/L-Wärmepumpe aufgewendet wurde, jemals wieder zurück kommt. Das müsste IMO dann schon eine zentrale Anlage für ein großes Mehrfamilienhaus sein.
Verfasser:
matthiaspfaff
Zeit: 21.03.2017 16:37:58
0
2491268
Hallo ToniDa,

ich rate dringend, Deine Suche im Internet zu beenden und Dich direkt an einen unabhängigen Fachmann vor Ort (beispielsweise einen Energieberater BAFA) zu wenden.

Alleine bei Deiner Frage stellen sich mir schon grundsätzlich zwei Entscheidungen, die die Berechnungen Deines ganzen Hauses beeinflussen:

a) Einbau und Betrieb eines "klassischen" Heizungssystemes (FBH, Konvektoren, ...)

b) Beheizung des Gebäudes ausschließlich mit einem Lüftungssystem.

Den alles hat Einfluss auf das Gebäude und Deinen zu erreichenden Energiestandard. Solltest Du nämlich hinterher die KfW55 nicht einhalten, gehen Dir zugesagte Fördermittel, KfW-Kredite und ähnliches verloren. Und dann ist das Drama groß und es wird teuer, wenn Du dann anfängst, entsprechendes Flickwerk zu betreiben, damit Du den KfW55-Standard erreichst.

Die hier geführte Diskussion und der Meinungsaustausch ist ja ganz "nett", aber bei dem, was bei einem Nichterreichen des Standards abhängen kann, definitiv der falsche Weg!

Klar, der Fachmann wird das nicht für Luft und Liebe machen. Aber auch hier können entsprechende Fördertöpfe angezapft werden. Da hilft Dir dieser Fachmann mit Sicherheit auch weiter.

Beste Grüße und einen schönen Tag
Matthias



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thunderhead schrieb: Danke für den Hinweis auf etwas Günstigeres, das auch funktionieren könnte (meine den Split, Perlitedämmung wäre mit vom...
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