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Kombination CO²-Erdsonde und Solarthermie sinnvoll?
Verfasser:
KMLJ
Zeit: 19.06.2017 10:55:35
0
2518990
Liebe Community,

ich plane ein ökologisches, semi-autarkes 2-Familien-Haus (Keller, EG, OG) zu bauen und habe bezüglich des Heizsystem ein paar Fragen, die ihr mir hoffentlich mit eurem Wissen und euren Erfahrungen beantworten könnt.

Und zwar liebäugle ich mit CO²-Erdsonden (da keine Pumpe nötig), Solar-Flachkollektoren auf der Dachsüdseite und dieser ökologischen Fußbodenheizung und frage mich, ob und wie man diese Dinge sinnvoll kombinieren kann?

Mein Ziel ist es möglichst technik-, energie- und wartungsarme Lösungen zu finden mit langer Lebensdauer.

Vielen Dank für eure Antworten :-)
Verfasser:
Steven7
Zeit: 19.06.2017 11:13:57
7
2518994
Hab mich gegen Solar und stattdessen für PV entschieden.
Gründe:
- Strom kann man immer gebrauchen
- Strom kann man verkaufen
- demnächst vielleicht auch wirtschaftlich speichern...
- Mit Strom kann man auch WW erzeugen
- Solar braucht großen Pufferspeicher, System mit Pufferspeichern haben eine schlechterern Wirkungsgrad in Zusammenhang mit Wärmepumpen wie ein ausgedehnter Feldversuch (Lahr) ergeben hat. Ausserdem wird die Hydraulik/Regelung komplizierter
- Solar braucht mehr Platz im Haus (Puffer)

Im Nachhinein wäre ich (Wenigverbraucher, Duscher) sogar mit kleinen Elektrodurchlauferhitzern direkt am Hahn besser gefahren (keine Verluste, sofortige Reaktion, geringere Kosten, geschätzt kaum höherer Stromverbrauch, keine Zirkulationspumpe ....).

Ob CO2 genug Vorteile bringt weiß ich nicht. Die Pumpe braucht bei mir nur eine geringe Leistung und läuft nur wenn die Heizung aktiv ist...
Verfasser:
DV-Gergen
Zeit: 19.06.2017 11:31:12
0
2518998
Um die bei SOLE-WP zwingend notwendige Umwälzpumpe (und auch den 2ten Wärmetauscher) zu vermeiden kannst Du anstelle CO² auch eine Direktverdampfer-Wärmepumpe vorsehen.
In Sachen ST oder PV stimme ich Steven zu: wenn Du geschickt planst hilft Dir die PV-Anlage zum Betreiben einer WP wesentlich weiter.
Wo soll gebaut werden (PLZ)?
Kurt
Verfasser:
winni 2
Zeit: 19.06.2017 11:35:22
4
2519000
Sehe ich, wie Steven.

Wenn Dein Haus sehr gut gedämmt wird, kann der Haushaltsstrom-
verbrauch schon einen erheblichen Anteil an der verbrauchten
Energie des Hauses haben.
Denn kann man aber nicht mit warmem Wasser bedienen...
Dazu kommt vielleicht noch zukünftig ein Elektroauto.
Eine PV-Anlage und Wärmepumpe ist an Wartungsarmut kaum zu
schlagen.

Was an der Linotherm-FBH besonders ökologisch sein soll, weiss
ich nicht?
Vorteil ist vielleicht eine schnellere Regelbarkeit, aber ein gut ge-
dämmter Neubau sollte eh ohne Einzelraumregelungen gefahren
werden und mehr nach dem solaren Stromangebot, wenn PV +
Wärmepumpe.
Ich würde einen normalen Heizestrich wählen, weil potenziell
problemloser und auch billiger, denke ich.

Grüsse

winni
Zeit: 19.06.2017 11:54:20
2
2519005
Wenn man eine elektrische WP mit der eigenen Solarthermie unterstützt werden soll, ist es stark vorhteilhaft wenn die WP in ihrer Leistung geregelt werden kann und nicht im On/Off Betrieb arbeitet (Stichwort modulation). Sogenannte Inverter fallen in diese Kategorie, sind aber nicht die einzige Technik. Weitere Varianten sind digital Scroll und im weitesten Sinne auch Kaskaden/mehrstufige Systeme. Inverter sind aber deszeit das gängigste System.

Sollte man bei der verwendeten Technik und dem bevorzugten Hersteller dennoch aus irgendwelchen Gründen bei einer "starren" WP landen, so ist das Thema Überdimensionierung verstärkt zu unterstreichen.

Ziel ist es möglichst viele Betriebsstunden bei Sonnenschein zu erreichen ohne zuviel Wärme ins Haus zu pumpen, also die Laufzeit für die benötigte Wärmemenge durch geringe Leistung zu strecken. Dann hat die Sonne auch ohne Akku möglichst viel Gelegenheit ihren Beitrag zu leisten.

Dabei ist für die PV nicht nur die Südfläche interessant. Osten und Westen ergeben zwar einen geringeren Ertrag in kWh pro kWp, aber bei Ost und West zusammen ist der Ertrag gleichmäßiger über den Tag verteilt, so daß ein höherer Anteil selbst verbraucht wird (Grundlast).
Verfasser:
DV-Gergen
Zeit: 19.06.2017 12:04:19
0
2519008
wie die wirtschaftliche Einbindung einer PV-Anlage mit einer WP-Anlage funktionieren kann siehst Du hier: www.eneregiekonzept.de
Kurt
Verfasser:
flo79
Zeit: 19.06.2017 16:08:19
5
2519056
KMLJ. Ich würde aber auch das Invest nicht außer Betracht lassen. Was du da planst ist extrem teuer (diese Fußbodenheizung, CO-Sonde usw.) und bringt vom Verbrauch her kaum (keine Vorteile) gegenüber einem einfacheren System.
Verfasser:
lowenergy
Zeit: 19.06.2017 19:56:56
0
2519082
Zu den Anschaffungskosten besser erstmal nix ... modulierende CO²-Erdwärmepumpe gibt's m. W. nur eine ... aber das Ding macht eine thermische Minimalleistung von 4,8 kW! Das ist dann beim zukunftsorientiert geplanten 2WE wohl völlig überdimensioniert!

Bzgl. WP und ST:
Eine übliche Sonnenkollektoren-Anlage, um das Warmwasser zu erwärmen, ist in Kombination mit einer Wärmepumpe nicht wirtschaftlich. Sinnvoller ist es, mehr Geld in die Optimierung der Erdwärmesonde zu investieren (tiefere Sonde, bessere Hinterfüllung, Wasser statt Sole im Sondenkreis).


Zu der ökologischen Fußbodenheizung ... ausschließlich 14x2mm Rohre (nur DN12!) ... die Stützhülsen sind dann innen im Idealfall höchstens 10mm ... das gibt bösen Druckverlust!

Informationen zu für's effiziente Wärmepumpen tauglichen Hydraulik: z.b. hier verlinkt <---
Verfasser:
KMLJ
Zeit: 20.06.2017 05:15:54
0
2519152
Vielen Dank für eure zahlreichen Antworten und Tipps!

Ich habe für mich mal zusammengefasst und meine ergänzenden Fragen angefügt:
- Die Kombi aus beidem ist aus aktuell technischer und finanzieller Sicht nicht lohnenswert, ich sollte mich besser entscheiden. Die meisten hier tendieren zur Erdsonde mit Wärmepumpe. Kennt ihr da einen Anbieter "eures Vertrauens", der einen nicht über den Tisch zieht und Qualität liefert?
- Solarthermie ist prinzipiell günstiger als Geothermie, aber auch auf lange Sicht?
- Beim Heizungssystem gibt es einige technische Dinge zu beachten und die litotherm-Heizung wird nicht empfohlen von euch. Ich fand die Idee des Estrichs aus Ton, der Wärme speichert, sehr interessant und vorallem ökologischer als Beton, auf den ich weitestgehend verzichten möchte. Kennt ihr da eine ökologische und ökonomische Alternative oder Adresse, an die ich mich wenden kann?

Vielen Dank!
Verfasser:
DV-Gergen
Zeit: 20.06.2017 09:07:33
0
2519192
wenn Du konkrete Informationen willst mußt Du schon die PLZ angeben (die Frage hab ich schon mal gestellt)
Ein Hinweis auf eine Fachfirma, die Dir ggf. helfen könnte, aber 800 Kilometer von Dir entfernt sitz hilft Dir nicht richtig weiter.
Kurt
Zeit: 20.06.2017 09:17:48
2
2519195
Zitat von KMLJ Beitrag anzeigen
- Solarthermie ist prinzipiell günstiger als Geothermie, aber auch auf lange Sicht?


Ist da was beim Bilden des Satzes durcheinandergeraten? Denn die beiden Dinge sind nur sehr begrenzt sinnvoll vergleichbar und die Aussage so nicht richtig.
Verfasser:
KMLJ
Zeit: 20.06.2017 09:58:26
0
2519206
Zitat von Ich_habe_Feuer_gemacht Beitrag anzeigen
Zitat von KMLJ Beitrag anzeigen
[...]


Ist da was beim Bilden des Satzes durcheinandergeraten? Denn die beiden Dinge sind nur sehr begrenzt sinnvoll vergleichbar und die Aussage so nicht richtig.


Ich beschäftige mich erst seit ein paar Wochen intensiver mit dem Thema, verzeiht mir bitte, wenn manchmal etwas Unkenntniss durchschimmert.

Prinzipiell produziert beides Wärme. Geothermie kann dauerhaft, Solarthermie hängt von der Sonne ab. Dahingehend ist Geothermie besser, aber um größtenteils davon das Warmwasser für Heizung, Duschen etc. bereitzustellen, müsste man wahrscheinlich eine utopische Investition tätigen. Solarthermie in der Anschaffung und Wartung ist da ja wesentlich günstiger. Oder was ist an der Überlegung flasch?


Gebiet wird entweder Thüringen oder Bayern, mir geht es daher erstmal um die Theorie. Weil es gibt viele Meinungen und jeder will Geld verdienen. Daher weiß ich immer ganz gern im Groben zumindest selbst Bescheid.
Verfasser:
DV-Gergen
Zeit: 20.06.2017 10:06:13
0
2519210
Ganz einfach: beim Neubau kann man eine Erdwärmepumpe einsetzen, die SOWOHL preisgünstig heizt ALS AUCH - via Umschaltventil - das Warmwasser günstig herstellt. Man hat also - bis auf das Ventil - keine zusätzlichen Kosten.
Wie hattest Du eigentich gedacht, im Winter und abends Dein Warmwasser zu machen wenn die ST nichts liefert?
Kurt
Verfasser:
KMLJ
Zeit: 20.06.2017 10:11:03
0
2519212
Ich bin bisher davon ausgegangen, Warmwasser kann notfalls über Strom erzeugt werden? Soll ja keine rein autarke Lösung werden.
Verfasser:
Peter_Kle
Zeit: 20.06.2017 10:25:07
4
2519216
Das wäre die dümmste Möglichkeit.

Eine Wärmepumpe ( egal ob Co2, DV , Sole oder Luft ) kann heizen und WW erzeugen.

Die Effizenz reicht von 1:3 und höher ( 1kwh Strom = 3 kwh Wärme )bei der WW Bereitung.

Sich also eine WP für das Heizen hinzustellen und eine Solarthermieanlage für WW im Sommer ist schon grenzwertig ( Weil die WP eben auch WW machen kann und das gar nicht mal teuer)

Dann zu sagen.. na im Winter gibts den heizstab im Notfall ( also regelmäßig) mit einer Effizenz von 1:1

Schwups ist dein erdachtes System ökologischer und ökonomischer Unfug ;-)

-----------------------------------------------

Also: Hauptheizung wählen:
WP (DV,Graben/Fläche,Tiefbohrung,Luft) / Fossile Heizung (Öl/Gas)/ Holzheizung (Hackschnitzel,Pellet,Stückholz)

Dann sinnvoll ergänzen wenn gewünscht ( WW und Heizung wird schon gemacht, aber es können sinnige Ergänzungen im Raum stehen)

zB: WP.. braucht Strom... PV liefert Strom... Systeme sind für sich autark... laufen sie sparst du Strom

Ölheizung / Holzheizung.... Im Sommer während der WW Bereitung sind diese nicht sehr effizent. bekommt man eine günstige Solaranlage aufs Dach KANN das eine sinnige Ergänzung sein, wenn man die Schonung der Heizung berücksichtigt. Eine teurer Super/Duperanlage rechtfertigt sich im Allgemeinen nicht, da das mehr Geld kostet, als es spart.

-----------------------------------------

Mit irgendwelchen Wissenfitzeln in die Auswahl zu rennen "ich wollte keine Pumpen" , fürht im allgemeinen zu Unfuglösungen, da gerade gerade dein Beispiel "Keine Pumpen" ... leider Unfug ist.

Was meinst du für Pumpen ?? Pumpen brauchst du im Haus eh...
Ohne Umwälzpumpen geht es nicht. Meinst du die Soleumwälzpumpe einer normalen Soleanlage...

Das sind Rechenexempel... "Meine Anlage hat keine Solepumpe ich spare 50 Watt Solepumpenstrom. Macht 100kwh die ich pro Jahr spare... also 30 Eur Strom.... Dafür habe ich Co2 bohren lassen.... 5000 Eur Aufpreis"



Also: Informieren ... informieren .. informieren...
Verfasser:
DV-Gergen
Zeit: 20.06.2017 10:29:23
0
2519217
Ich denke Du solltest Dich noch etwas intensiver mit der Frage Wärmepumpe beschäftigen. Ich kann zumindest keinerlei Sinn darin sehen sich eine Wärmepumpe zu installieren um dann das Warmwasser per Elektro (wie eigentlich? DE, Heizstab oder was?) mit Wirkungegrad 1:1 zu machen.
Übrigens: lt. bafa-Richtlinien gibts die € 4000 Förderung nur, wenn das WW auch über die WP gemacht wird. Auch kein uninteressanter Aspekt - meinst Du nicht?
Kurt
Zeit: 20.06.2017 11:21:53
0
2519239
Da gibt es kein Problem. Der Vergleich ist nur ein wenig unpassend, weshalb ich annahm das Erdwärme mit etwas anderem,wie z.B. Luftwärme verglichen werden sollte, anstatt Solarwärme. Du hast es selbst schon gesagt. Du bist von der Sonne abhängig (angebotsorientiert), sei es Solarthermie oder PV. Daher ist es kaum mit der WP vergleichbar, die bedarfsorientiert Wärme bereitstellt. Die WP kann das Haus alleine bedarfsgerecht versorgen. Die STA kann dies im allgemeinen nicht, abgesehen von besonderen Projekten mit einem Anlagenaufwand in einer völlig anderen Größenkategorie.

Und genau das führt zu folgender Kostenbeetrachtung.

Solange die STA ergänzend und nicht ersetzend verbaut wird, tritt sie mit ihrem Wärmepreis aus Vollkosten bezogen auf eine realistische Standzeit (meist 20 Jahre angenommen)/genutzter Wärmeertrag gegen den Wärmepreis aus den Verbrauchskosten der eingesparten Wärme an. Zur groben Orientierung liegt bei einer JAZ von 4 und einem Strompreis von 24 Cenz/kWh der Wärmepreis bei ca 6 Cent. Bei Gas liegt man unter Berücksichtigung des Nutzungsgrades auf ähnlichem Niveau (Größenordnung) und nur bei extrem günstigen Gastarifen etwas niedriger. Dafür gibt es aber auch Wärmepumpen mit besseren Jahresarbeitszahlen oder Stromtarife unter 24 Cent für Wärmepumpen.

Bei der STA wird, falls überhaupt gemessen wird, der Ertrag von den Kollektoren und nicht die Einsparung gemessen. Das ist ein gewaltiger Unterschied und fast schon Beschiß wenn darauf nicht hingewiesen wird. (Sommer)Überschüsse, also Erträge die keinen Bedarf decken, sparen nicht. Der entscheidende Faktor ist hier der Nutzungsgrad. Der Bedarf beschränkt den Nutzen!

Bei der STA ist es völlig normal wenn ein bis zwei Drittel des Ertrages ungenutzt bleiben. Von den hohen Werten im Datanblatt der Kollektoren bleiben oft nur 350 kWh/(m²*a) oder weniger übrig, von dem nochmals ein Teil durch Zusatzverluste durch Pufferung verloren geht, Verluste die ein bedarfsorientiertes System nicht hat. Dabei ist der Flächenbezug selbst selten wirklich relevant. Es geht vielmehr darum was von den beworbenen Werten in der Realität ankommt bzw. bei korrekter Anlagenplanung und -installation überhaupt ankommen kann.

Das sind sehr individuelle Ergebnisse, so daß es auch verschiedene Ergebnisse bei den Modellrechnungen zum Wärmepreis gibt. Trotz der hohen Unterschiede liegen sie in der Regel bei Privatanlagen deutlich über dem Bedarfswärmepreis.

Die wirtschaftliche Meßlatte liegt höher als die ökologische Meßlatte. Das liegt daran, daß Brennstoffe noch relativ günstig sind. Wenn es sich wirtschaftlich rechnet, sieht es in der Regel bei diesem Thema auch ökologisch gut aus.

Die Nutzung des Sonne kann auch wirtschaftlich Sinn machen, nämlich dann wenn der Nutzungsgrad hoch ist. In dem Fall kann sich auch eine STA lohnen. Die Bedingungen für einen hohen Nutzungsgrad bei rein thermischer Nutzung der Sonne sind im Bereich Einfamilien- bis Mehrfamilienhaus schon bei geringer bis mittlerer Deckung extrem schwierig, höflich Formuliert.

Die PV hat den Vorteil daß sie mit einer WP auch den Wärmebedarf anteilig decken kann, aber zusätzlich hat dank Netzanbindung der vielseitigen Verwendbarkeit von Strom einen durchweg hohen Nutzungsgrad hat. Zudem ist eine kWh Strom viel mehr Wert.
Zeit: 20.06.2017 11:34:13
0
2519242
Zitat von KMLJ Beitrag anzeigen
Gebiet wird entweder Thüringen oder Bayern, mir geht es daher erstmal um die Theorie. Weil es gibt viele Meinungen und jeder will Geld verdienen. Daher weiß ich immer ganz gern im Groben zumindest selbst Bescheid.


Mach einfach eine Vollkostenrechnung mit realistischen Preisen. Angebote wirst du so oder so einholen müssen. Dann hast du den besten Überblick.

Dabei werden leider auch heute noch überdimensionierte Anlagen verbaut. Wenn man da aber vorgewarnt ist und auf die Heizlastberechnung verweist, kann man dem im Vorfeld entgegenwirken.

Beim Warmwasserverbrauch kannst du ja selber mal darauf achten wieviel du ungefähr verbrauchst. Im Sommerhalbjahr kann die STA nicht mehr einsparen als eben diesen Verbrauch und den damit verknüpften Verlusten. Im Wiinter kommt noch die Heizlast als Bedarf hinzu, aber dann ist das solare Angebot geringer. Das ist auch logisch, denn der Mangel an Sonne verursacht ja den Winter.
Verfasser:
winni 2
Zeit: 20.06.2017 11:39:03
3
2519243
Das mit dem "ökologisch" ist auch nicht so einfach...
Ist Beton wirklich unökologischer, als gebrannter Ton?
Für Beides wird Material abgebaut und das Ökoinstitut Freiburg hat z.B.
festgestellt, das ein Dachstein aus Beton 70 % weniger Energieeinsatz
verursacht, als ein Tondachziegel...
Nur weil uns ein Baustoff natürlich erscheint, muss er nicht ökologisch
sein.

Viele hier würden nur bei Platzmangel eine Erdsonde einsetzen, wegen
der Kosten.
Mit ca. 1- 3 Tagen Eigenleistung kann man mit dem hier unterstützten "Ringgrabenkollektor" eine Erdwärmequelle relativ preiswert erstellen.
Grob für 2000 - 3000,-- Euro.

Grüsse

winni
Verfasser:
HFrik
Zeit: 20.06.2017 11:47:27
0
2519248
Ansonsten: wenns ökologisch werden soll, auch auf eine gute Wärmesenke achten. Jedes Grad weniger VOrlauftemperatur senkt den Strombedarf der HEizung um 2.5%. Die Absenkund von den nicht mehr Zeigemässen 35° Vorlauftemperatur, die aber oft noch geplant werden, auf zeitgemässe 28° Vorlauftemperatur bringt bei Auslegungstemperatur eine Ersparnis beim Strom von grom 17,5%.
Das erreicht man z.B. mit einer eingermassen dichten Verlegung der Fussbodenheizugnüberall (10 cm Verlegeabstand), und wenn man es besonders gut machen will wählt man einen besonders gut leitenden Estrich dazu. (Da achtet selten jemand darauf)
(Anmerkung: wenn Beton erlaubt wäre, würde ich Betonkernaktivierung empfehlen. Die bringt mit wenigen Rohrmetern eine grobe Verdopplung der Heizflächen und aktiviert die hohe Masse der Betondecke als thermischer SPeicher. Es ist nachweisbar, dass ein schwereres Haus durch die bessere Nutzung von solaren und anderen inneren Gewinnen, und die verstäkte Möglichkeit bei Sonne (PV-Strom) verstärkt zu heizen und bei Dunkelheit und Kälte die gespeicherte Wärme mit zu nutzen, spürbar weniger HEizenergie braucht als ein leichtes Haus mit identischer Heizlast.
Ansonsten helfen Wandheizungen oder Deckenheizungen zusätzlich zur Fussbodenheizung in Bädern, diese auf die gewünschte höhere Temperatur zu bekommen ohne die Vorlauftemperatur für das ganze HAus anheben zu müssen - und angenehmer wird es mit den warmen Flächen obendrein.

Gute Hydraulik spart Pumpenstrom - also besser eine Fussbodenheizung mit 20x2 statt 14x2 Rohren das macht einen riesigen Unterschied. Manche Dinge sind halt nur gefühlt ökologisch.
Verfasser:
Steven7
Zeit: 20.06.2017 13:18:25
1
2519275
Zitat von Peter_Kle Beitrag anzeigen
Das wäre die dümmste Möglichkeit.

Eine Wärmepumpe ( egal ob Co2, DV , Sole oder Luft ) kann heizen und WW erzeugen.

Die Effizenz reicht von 1:3 und höher ( 1kwh Strom = 3 kwh Wärme )bei der WW Bereitung.

Sich also eine WP für das Heizen hinzustellen und eine[...]


Ich möchte kurz widersprechen. Es kommt darauf an wie groß der Verbrauch ist!
Bei >2 Leuten und extensiven Duschen mag das stimmen, aber nicht immer.
Schaut euch euren WW-Bedarf an. Die eine für alle Lösung gibt es nicht!


Ein Durchlauferhitzer setzt zwar den elektrischen Strom nur 1:1 um, das aber direkt, hygienisch und nur so viel wie gebraucht.

Ich erzeuge das WW sehr effizient mit WP (ca 4.8). Das hat aber mehrere Nachteile:
- man muss Puffern und hat dadurch Wärmeverluste, bei unseren 30l Verbrauch/Tag ist das wiederaufheizen der größte Punkt (ob Verbrauch stattfindet oder nicht)
- das Wasser steht (Legionellengefahr) oder muss via Wärmetauscher (weitere Verluste) übertragen werden

Das ist aber noch nicht alles:

- damit ich den guten Wirkungsgrad hab, darf die Temp nur ca 38..40° haben -> das ist zum Abwaschen kaum zu gebrauchen, also wird WW dafür im Wasserkocher gemacht.

Alternativ kann ich natürlich auch die WP auf 45..50 treiben, bei einem AZ von ca 3.

- wenn ich die Zirkulationspumpe (Komfort) oft laufen lasse, wird alles nur noch schlimmer, ich hab also jetzt schon leichte Komforteinbussen.
So oder so, entweder Wasser oder Strom wird verschwendet.

---

Trotz dieser recht optimierten Lösung (Coeff 4.8, geringe WW-Temp, geringes Speichervolumen 200l, Zirk-pumpe nur paar Minuten an/Tag) komme ich trotz allem nur auf einen Wirkungsgrad (tatsächlich gezapftes WW/Stromverbrauch) von ca 2. Muss noch mal nachschauen. Und je geringer der Bedarf, desto schlimmer ist das.

Das ist keine Theorie, das ist praktisch belegt!

Fazit: Alles nicht super. Ich wäre besser gefahren die doppelte Verrohrung und die Kosten für die WW-Bereitung einzusparen und stattdessen in 3 kleine Durchlauferhitzer zu investieren.
- mehr Komfort
- mehr Hygiene
- geringere Erstellungs-Kosten
- weniger Wasserverbrauch (bis warmes Wasser kommt)
- nur geringfügig höhere laufende Kosten.

Nehmt eure Scheuklappen ab, manchmal ist eine einfache Lösung eine gute Lösung.
Behaltet die ganze Kette im Auge!
(Das gilt nicht für Großverbraucher - keine Ahnung was Normalverbauch ist !!!)

PS:
Und im Sommer/tagsüber kommt der Strom von der PV. Nicht aller Strom ist "schlechter" Strom
Verfasser:
Peter_Kle
Zeit: 20.06.2017 13:32:53
1
2519279
Zitat von Steven7 Beitrag anzeigen
Zitat von Peter_Kle Beitrag anzeigen
[...]


Ich möchte kurz widersprechen. Es kommt darauf an wie groß der Verbrauch ist!
Bei >2 Leuten und extensiven Duschen mag das stimmen, aber nicht immer.
Schaut euch euren WW-Bedarf an. Die eine für alle Lösung gibt es nicht!


Ein Durchlauferhitzer setzt[...]


Brauchst du nicht.

Meine Antwort bezog sich auf "WP fürs Heizen + Solar für WW + elektrisch WW für den Rest"

Die Option "rein DLE" lohnt sich bei wenig Vebrauch, das hast du richtig erkannt. Dann macht aber eine WW Solaranlage keinen Sinn , denn gerade das Durchlauferhitzungsverfahren wird dann aufgeben. Ode rnoch einen teureren Speicher mit Friwa oder HygieneWärmetauscher... .noch weniger lohnenswert, wenn es auch ein DLE machen würde.

Daher hier fehlt viel Information und auch Rechnungen !!!
Verfasser:
KMLJ
Zeit: 20.06.2017 23:26:07
0
2519447
Wieder recht herzlichen Dank für die vielen Infos. Solangsam kommt Licht ins Dunkle und worauf man alles achten muss. Ich werde mich die Tage mal intensiver mit Vergleichen beschäftigen und notwendige Lasten grob bestimmen.

Eine letzte Frage. Was haltet ihr von Sonnenhäusern? Speziell von diesem hier, dass sein Wärme ausschließlich über einen riesigen Langzeispeicher bezieht? Clever oder undurchdacht? Besteht hier nicht auch Legionellengefahr? Ich finde es auf jeden Fall problematisch, gar keine Heizalternative zu haben. Ich glaube ich werde dem Besitzer einfach mal schreiben.
http://www.sonnenhaus-institut.de/solarenergie-vorteile-ueber-uns/sonnenenergie-solarprodukte-solarwaerme-auszeichnungen/solarmodule-energiesparmeister.html
Verfasser:
Peter_Kle
Zeit: 21.06.2017 00:09:40
2
2519455
Klar klappt das... aber lass dir das mal anbieten :-)
Zeit: 21.06.2017 00:47:11
0
2519459
Natürlich kann man ein Sonnenhaus bauen.

Das Attribut Sonnenhaus bekommt man schon ab 50% solarer Deckung. Der Rest wird mit Holz zugeheizt. Je mehr es in Richtung Volldeckung geht, umso größer muß der Puffer werden. Das System selbst ist nicht gerade billig. Zusätzlich nimmt der Megapuffer viel umbauten Raum ein, was ein zusätzlicher Kostenfaktor ist. Viel Spaß dabei wenn der Puffer jemals renoviert werden muß.

Fragen kostet nichts. Man kann sich ja mal ein Angebot machen lassen. Das wird wohl eine ganze Ecke über einem normalen Haus liegen und spart nur beim Wärmebedarf und nicht beim Strombedarf. Man muß sich nur einmal Gedanken bei der Planung machen.



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Kombination CO²-Erdsonde und Solarthermie sinnvoll?
Zeit: 21.06.2017 00:47:11
0
2519459
Natürlich kann man ein Sonnenhaus bauen.

Das Attribut Sonnenhaus bekommt man schon ab 50% solarer Deckung. Der Rest wird mit Holz zugeheizt. Je mehr es in Richtung Volldeckung geht, umso größer muß der Puffer werden. Das System selbst ist nicht gerade billig. Zusätzlich nimmt der Megapuffer viel umbauten Raum ein, was ein zusätzlicher Kostenfaktor ist. Viel Spaß dabei wenn der Puffer jemals renoviert werden muß.

Fragen kostet nichts. Man kann sich ja mal ein Angebot machen lassen. Das wird wohl eine ganze Ecke über einem normalen Haus liegen und spart nur beim Wärmebedarf und nicht beim Strombedarf. Man muß sich nur einmal Gedanken bei der Planung machen.
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