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Ratlos
Verfasser:
Martin
Zeit: 09.05.2003 16:56:38
0
15763
1.wie lang darf eine grundleitung maximal sein ohne sie be-und entlüften
zu müssen,die nicht ins

kanalnetz,sondern in eine hebeanlage führt.?
2.In wie weit hat die Druckleitung der Hebeanlage ,welche in die waagerechte Sammelleitung geführt wird ,Auswirkungen auf die Neudimenensionierung von bereits geplanten be-und Entlüftungsleitungen, welche vor dem Anschluß der Pumpenschleife in die Sammelleitung gehen.oder wird es nicht berücksichtigt,weil es nur eine kurzzeitige Belastung ist.Ps:ich habe mit 1,0 Füllung für die Schleife gerechnet,die Sammelleitung vor dem Eintritt mit 0.5,und die Sammelleitung nach Einführung mit 0.7.
Danke für weiterführendes.

Verfasser:
Achim Kaiser
Zeit: 09.05.2003 19:56:51
0
15764
Hallo Martin,

Länge Einzelanschlußleitung 4 m, 3 Bogen ohne Objektanschlußbogen, 1 m Höhendifferenz, min Gefälle 1%.
Länge Sammenanschlußleitung ist abhängig von der benötigten Dimension
DN 50-70 4 m, Rest wie oben
DN 80-100 10 m, Rest wie oben

Bei allem was mehr ist ist die Leitung auf jeden Fall zu belüften.

Ansonsten kann sich je nach Anlage eine Sekundärentlüftung anbieten sofern es sich um *kritische* Ablaufstellen handelt oder wenn Bedenken bestehen, das Probleme auftreten.

Bemessung wenn ichs noch richtig im Kopf habe - leider hab ich mal wieder meine Norm einem Architekten verpumpt und der hat die Seite *Wiedersehen macht Freude* noch nicht gefunden - deswegen ohne Gewähr :

1. Bei Regenwasser ist der Förderstrom der Pumpen dem Regenwasserabfluß zu addieren.
2. Bei Schmutz- und Mischwasser ist der größere Wert von Pumpenförderung oder übrigem Abwasseranfall maßgebend, wobei zu prüfen ist, das bei der Addition der Wasserströme die Vollfüllung der Leitung nicht erreicht wird.

Wenn es sich um eine nicht zu lange Strecke der Sammelleitung bis zur Grundstücksgrenze bzw. Übergabeschacht handelt, würde ich die Strecke auf 0,5 bemessen, sofern irgendwann mit Änderungen zu rechnen ist um etwas Reserve zu haben.

Wenn du die Frage nicht ganz so abstrakt gestellt hättest, dann hätte man vielleicht auch abschätzen können, was zu entwässern ist und die Dimensionen die sich da ergeben haben auf Plausibilität prüfen können.

Achim Kaiser

Verfasser:
Martin
Zeit: 09.05.2003 20:24:06
0
15765
Nun ganz genau:
Im Keller werden Bodenablauf im Heizraum,Bodenablauf im Kelleraufgang.ein Ausgußbecken,Kondensat von der Heizung (20KW),eine Waschmaschine,ein WC.eine Dusche undein Handwaschbecken zusammen in 100er KG Rohr geführt in die Hebeanlage.Diese macht ca.9.6 liter bei ca.3metern Höhe.Sie wird in die waagerechte Sammelleitung geführt(Schön mit Schleife,wie sich das gehört).In die Sammelleitung geht nur eine Falleitung von der Küche und Dusche.Sie geht mit 70er über Dach.Wenn ich nun die Pumpe rechne komme ich ab da auf eine 125er Leitung.
Kanndie Falleitung der Küche jetzt in 70 bleiben oder muß sie sogar auf 125er vergrößert werden?
Und muß die Grundleitung,wo oben genannte Objekte entwässert werdenund welch nur in die Hebeanlage mündet,nun belüftet werden oder nicht.Oder gibt es eine bestimmte Länge ,ab wann luft ins rohr muß?
Gruß Martin

Verfasser:
Achim Kaiser
Zeit: 10.05.2003 09:56:37
0
15766
Hallo Martin,

das übliche Problemchen mit dem Abgrenzen der Leitungsteile.

Fangen wir mal bei der Hebeanlage an. Ich nehme an es handelt sich um einen geschlossenen Behälter mit eingebauter Pumpe. Der Behälter hat einen Lüftungsanschluß min. DN 70, der über Dach zu führen ist. D.h. für alle Leitungen im UG gelten die Bemessungsgrenzen der Sammel- und Einzelanschlußleitungen, wie im letzten Beitrag aufgeführt, ab der Hebenanlage.
Wenn die Werte wie Länge, Höhendifferenz oder Bogenanzahl überschritten werden, dann *muß* auf jeden Fall auch im UG für eine Belüftung gesorgt werden. Ansonsten ist die Belüftung nicht vorgegeben, aber wer sowas trotzdem macht, macht keinen Fehler.
Wenn Bedenken bestehen, dann würde ich auf jeden Fall einen Leitungsanschluß ziemlich am Ende der Abflußanlage im UG zum Anschluß einer Belüftungsleitung oder Belüftungsventils vorsehen. Die Belüftungsleitung könnte auch als indirekte Nebenlüftung ausgeführt werden.

Anschluß der Hebeanlage :

Druckleitungen von Hebeanlagen dürfen nicht an Schmutzwasserfalleitungen angeschlossen werden,
d.h. der Anschluß ist nur an eine waagerecht verlaufende Sammel- oder Grundleitung zulässig. Deswegen braucht am Küchenfallstrang auch nichts an der Nennweite unternommen werden, da der Fallstrang nichts mit der Hebeanlage zu tun hat und die Hebeanlage an der Falleitung gar nicht angeschlossen werden darf ;-))

Nach dem Einritt der Abflüßleitung ins Gebäude sind im waagerechten Teil der Leitung gesonderte Abzweige für den Küchenfallstrang und für die Druckleitung der Hebeanlage anzuordnen.

Der Kuchenfallstrang in DN 70 sorgt für die Entlüftung der Sammel/Grundleitung. Damit ist die Forderung mit min. einmaliger Entlüftung über Dach innerhalb des Gebäudes genüge getan.

Die Druckleitung der Hebeanlage ist bis zur waagerechten Sammelleitung zu führen und direkt dort anzuschliesen. Dann ist eine Beeinflussung anderer Anlagenteile ausgeschlossen, sofern die Sammelleitung den richtigen Querschnitt aufweisst.

Auf eine strömungsgünstige Leitungsführung der Sammel/Grundleitung sollte natürlich geachtet werden, denn wenn mit einem Füllgrad von 0,7 bemessen wird, dann sind bei Richtungsänderungen sehr schnell die Grenzen des Systems erreicht, also Bogen mit max. 45 Grad sollten schon zum Standard gehören, manche haben sogar Bogen mit Beruhigungsstrecke für die Sammelleitung, die 90 Grad Bogen sollten in dem Fall allerdings im Lager verbleiben ;-))

Ich dimensioniere Grund/Sammelleitungen allerdings nicht mit Füllungsgrad 0,7 sondern mit Füllungsgrad 0,5, ausser es gibt gewichtige Gründe dafür. Es ist nie auszuschliesen, das später Erweiterungen an einem BV durchgeführt werden und etwas Reserve (d.h. minimal) im Rahmen der Dimensionierung hat an einer Abflußleitung noch nie geschadet.

Bei einer Hebeanlage mit 9,6 l/s braucht es min. DN 125 mit 2% Gefälle, bei Füllgrad 0,7, schon mit dem Anschlußwert der Küche und der Dusche des Fallstrangs ist die Leitung bei den Vorgaben überlastet (siehe 1. Beitrag ... Dimensionierung Nennweite auf max. Belastung prüfen) und bräuchte ein Gefälle von 2,5 % um die hydraulische Leistungsfähigkeit nachzuweisen..oder die Nennweite heisst ganz schnell DN 150.

Die Gefahr das *vor Ort* die Planungsvorgaben bezgl. des Gefälles nicht eingehalten sind, sind bei solchen *Dimensionierungsgrenzgängen* für mich viel zu hoch, denn Papier ist oftmals sehr geduldig und hat mit dem was *in der Praxis* veranstaltet wird nichts zu tun.

Den Weg beschreite ich nur, wenn ich vor Ort geprüft habe ob die Vorgaben einzuhalten sind, d.h. wenn ich selber einbaue. Als Planungsvorgabe würde ich um sowas einen sehr weiten Bogen machen, wenn ich die Montage nicht im Griff habe.

Achim Kaiser

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