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Hilfe zur Heizungsplanung: Mischer ja/nein, Systemtrennung...
Verfasser:
RalfN
Zeit: 14.11.2017 12:59:35
0
2568867
Guten Tag zusammen,

so langsam verzweifele ich und ich hoffe hier auf kompetenten Rat.
Ich möchte meine vorhandene Brennwertheizung (Vaillant ecotherm VCW256, BJ 1998) ersetzen, weil die immer häufiger Probleme macht.

Ich hatte jetzt mehrere Heizungsbauer hier, und leider erzählt jeder etwas anderes. Der eine besteht auf eine Systemtrennung, der nächste sagt "Quatsch, die Rohre (auch 1998) sind lt. Aufdruck diffusionsdicht, daher ist keine Trennung nötig.
Einer bietet einen Mischer an, der andere nicht, einer redet von einer hydraulischen Weiche... Die einen wollen vollentsalztes Wasser einfüllen, die anderen nur enthärtetes Wasser.
Als (wenn auch interessierter) Laie steht man dann recht hilflos da, vor allem wenn die nicht begründen können, warum sie das so machen. Die Standardantwort ist eigentlich "das machen wir immer so".
Wenn man hier mitliest wie man so ein Projekt angeht, dann wird immer zuerst von einer Heizlastberechnung gesprochen. Das scheint bei den Praktikern aber nicht anzukommen, denn von bisher 6 Heizungsbauern, mit denen ich bisher zu tun hatte hat kein einziger das thematisiert. Die orientieren sich alle am vorhandenen Gerät (25kW), der eine oder andere meinte, das wäre total überdimensioniert und hat dann 19kW angeboten, aber "berechnet" hat keiner was.

Zu meiner Situation:
EFH, 175qm Wohnfläche plus 80qm Keller, alles (auch Keller) ausschließlich mit FBH. Insgesamt 24 FB-Kreise (6 Keller, 10 EG, 8 OG), ca. 150qm wirklich beheizt.
Vaillant ecotherm VCW256 mit Außentemperaturfühler), WW ebenfalls über die Heizung, z.Zt. 150l Speicher. Wasserhärte bei uns 18,3 Grad.

Ein Raumthermostat im Wohn-/Esszimmer steuert die Stellventile für 4 Kreise im WZ/EZ.

Meine Fragen gehen so in die Richtung: Mischer ja/nein? Wofür ist der gedacht?
Muss Systemtrennung sein? Herstellermäßig bin ich offen, ich finde die Viessmann Vitodens 300 ganz gut, ansonsten wurde mir die Buderus GB172 angeboten. Von Junkers höre ich auch eher gutes..

Ich bin für jeden hilfreichen Kommentar dankbar!

Gruß, Ralf
Verfasser:
lowenergy
Zeit: 14.11.2017 13:15:09
0
2568876
Die Frage ist doch ... welchen Volumenstrom benötigst in den 24 Einzelheizkreisen, um mit möglichst für Flächenheizung passender Spreizung (3 bis 5 Grad Kelvin) zu fahren, welchen die Gasbrennwertbüchse dann eben ohne Mischer allein geräteintern rocken können muss!
Verfasser:
de Schmied
Zeit: 14.11.2017 13:24:51
0
2568883
Bisheriger Verbrauch?

Systemmtrennung war für Rohre bis Mitte der Achtziger Jahre Pflicht da diese nicht diffunsionsdicht waren.

Befüllung gibt der Kesselhersteller vor.

Wenn ich richtig gesehen habe hast du keine Heizkörper. Für was soll dann der Mischer zuständig sein, deine Heizung gibt doch die Vorlauftemp. an.

Bei Viessmann kann die 19kw und die 11kw Variante gleich weit runter modellieren

Achtung auch nur Laie
Verfasser:
Texlahoma
Zeit: 14.11.2017 14:14:46
3
2568902
Bisheriger Gasverbrauch... Hat danach niemand gefragt? --> Nach Hause schicken, alle, die nicht danach gefragt haben!

Zur Dimensionierung des neuen Brennwerters:
Kann man hinreichend genau über den bisherigen Gasverbrauch abschätzen. "Einzupreisen" ist dabei die Teilbeheizung (~150 m² von 175 m²) und ggf. ein zusätzlicher Wärmeerzeuger (z.B. Kaminofen), der regelmäßig angeheizt wird.

Zum verbauten FBH-Rohr / Systemtrennung:
Es gibt seit Anfang der 90er weit verbreitet diffusionsdichtes FBH-Rohr. Wenn ein solches bei Dir nachweisbar verlegt wurde, ist eine Systemtrennung nicht erforderlich.

Zur hydraulischen Weiche:
Ob eine solche verbaut werden muss, richtet sich nach dem max. Volumenstrom in Deiner Anlage. Liegt der über 1200 l/min. muss sehr wahrscheinlich eine solche verbaut werden, wenn das neue Brennwertgerät max. 19 kW Leistung hat. Bei 175 m² beheizbarer Wohnfläche aus 1998 (?) würde ich mal tippen, dass der max. Volumenstrom < 1200 l/h ist.

Was ist denn aktuell für eine Heizungspumpe verbaut? Und wie ist die aktuell eingestellt?

Zum Thema Heizungswasser:
Fast alle Kesselhersteller verlangen aufbereitetes Heizungswasser nach VDI 2035.

Zum Thema Mischer:
Mit einem modulierenden Gas-Brennwerter, richtig eingestellter Heizkurve und korrekt ausgeführten Hydraulischen Abgleich ist ein Mischer nicht erforderlich.

Ist eine Systemtrennung oder eine hydraulische Weiche erforderlich, geht es ohne Mischer nur, wenn diese Komponenten sehr gut auf den Heizkreis abgestimmt sind. Dies ist allerdings in einem Bestandsgebäude ohne vorliegende relevante Daten (z.B. raumweise Heizlast, Verlegeabstand der Rohre etc.) meist ein beliebig schwieriges Unterfangen.

Aus diesem Grund wird dann häufig aus "Sicherheitsgründen" zum Mischer gegriffen.
Verfasser:
RalfN
Zeit: 14.11.2017 16:58:40
0
2568970
Oh Leute, ihr macht mich fertig ;-) Wie soll sich ein Laie da entscheiden?
Aber erstmal danke für die Infos.

Es hat kein einziger HB nach dem bisherigen Verbrauch gefragt. Das macht mich auch so stutzig, dass die die Anlage nur Pi mal Daumen auslegen, ohne wirklich relevante Daten abzufragen.

Volumenstrom..?!. Wie kann ich den ermitteln/messen/berechnen?!

Die Angebote die in der engeren Wahl waren sind folgendermaßen aufgebaut:

1. Buderus Logaplus W22 GB172-20 oder alternativ W42 GB182-20 i
mit S120 Speicher, 25 l MAG, G11/4 WT Systemtrennung, plus 35l MAG, plus Sicherheitscenter mit 12l MAG (also insgesamt 3 Ausgleichsgefäße)?

2. Vitodens 200W (19kW) mit Vitocell 160l, Hydraulische Weiche, 1x Divicon ohne Mischer

3. Vitodens 222-F, 24kW, mit Spezial-Heizungsmischer-3, Hydraulische Weiche

Also alles vorhanden: Systemtrennung, nur Mischer, Mischer + Weiche... Und nun?!


Was sagt ihr zu den Angeboten? Generell kommen mir die Anlagen alle sehr groß vor. Unser Haus ist BJ 1998, verhältnismäßig gut gedämmt und sehr gute Fenster. Da müsste man doch mit was kleinerem auskommen, oder?


Übrigens, der hydraulische Abgleich soll mich in einem Angebot ca. 2500€ kosten, das spare ich doch nie wieder ein! (Berechnung 300€, Neue Heizverteiler ca. 1000€, Installation ca. 800€, alles netto....)

Liest hier ein qualifizierter HB aus dem Kölner Umland mit? ;-)

Gruß, Ralf
Verfasser:
Texlahoma
Zeit: 14.11.2017 17:19:41
0
2568983
Die Angebote 1 und 3 taugen nix, da die Geräte sehr wahrscheinlich allesamt überdimensioniert sind, da jeweils Geräte des gleichen Grundtypes mit geringerer max.-Leistung verfügbar sind.

Sehr wahrscheinlich genügen hier ~10-12 kW max.-Leistung.

Und genau aus diesem Grunde würde HB 1 und HB 3 keinen Auftrag von mir erhalten.

Auch das sich nicht Kümmern um die verlegten Heizkreisrohre ist son klares Ausschusskriterium.

Man könnte dem HB mit Angebot 2) unterstellen, sich immerhin dazu genauer umgeschaut zu haben. Insofern käme der bei mir zumindest mal in die engere Wahl.

Zum max. Volumenstrom:
Ich fragte nach der aktuellen Pumpeneinstellung und der aktuelle Leistung der Pumpe, Typ der Pumpe wäre auch sehr charmant, denn dann könnte man über die Kennlinie auf den max. Volumenstrom schließen ;-)

Zum HA:
Einen HA in einer Bestandsimmobilie nach den Regeln der Kunst -also nach Berechnungsmethode B- rechnen zu wollen, setzt abgesicherte Daten hinsichtlich der verwendeten Baustoffe sowie des Aufbaus der Gebäudehülle sowie über die vorhandenen Verlegabstände voraus. Diese Daten sind allerdings -insbesondere bei einer Gebrauchtimmobilie- i.d.R. unbekannt.

Insofern kannste Dir den HA so sparen und dies entweder mit Hilfe des Forums im Trail-and-Error-Modus erledigen oder nach Methode A (Abschätzmethode) erledigen lassen.

Methode A ist deutlich kostengünstiger als Methode B. Ungeschlagen in Preis und Leistung ist die Trail-and-Error-Methode, die Du mit Hilfe des Forums selbst durchführen kannst.

Erwähnenswert ist noch, dass neue Heizkreisverteiler für den HA nicht zwingend erforderlich sind, wenn sich die alten Ventile noch drehen lassen
Verfasser:
RalfN
Zeit: 14.11.2017 17:25:26
0
2568986
Sorry wegen der Pumpe. Die Vaillant hat eine interne Pumpe, an der ich nix regeln kann.
Es ist eine Grundfos VP5,

\Ralf
Verfasser:
Stiller Mitleser
Zeit: 14.11.2017 17:43:42
2
2568997
Zitat von de Schmied Beitrag anzeigen
Bisheriger Verbrauch?


Zitat von Texlahoma Beitrag anzeigen
Bisheriger Gasverbrauch... Hat danach niemand gefragt? -->


Zitat von RalfN Beitrag anzeigen

Es hat kein einziger HB nach dem bisherigen Verbrauch gefragt. Das macht mich auch so stutzig, dass die die Anlage nur Pi mal Daumen auslegen, ohne wirklich relevante Daten abzufragen.


Hier werden wesentliche relevante Daten abgefragt und du beantwortest sie nicht?

Grüße
Verfasser:
RalfN
Zeit: 14.11.2017 17:45:10
1
2568999
Ganz einfach, ich habe sie gerade nicht zur Hand. Sobald ich zuhause bin werde ich sie raussuchen und hier posten.

\Ralf
Verfasser:
HFrik
Zeit: 14.11.2017 17:50:27
1
2569004
Jupp, denn bei nur FBH liegt ja auch das Theman WP auf dem Tisch, die könnte auch noch preiswerter ausfallen - oder Teurer, je nach bisherigem Verbrauch. 1998 wurde manchmal auch schon recht vernünftig gebaut, manchmal auch nicht. Von dem her sind die Eingangsdaten schon wichtig, sowie eventuell geplante Wärmedämmende Massnahmen, PV-Anlagen etc...
Verfasser:
RalfN
Zeit: 14.11.2017 18:29:24
0
2569031
So, die Verbräuche:

2017: 23000kWh,
2016: 20500kWh
2015: 21300kWh.

Weitere Dämmmaßnahmen sind nicht geplant, auch keine PV Anlage.

\Ralf
Verfasser:
Texlahoma
Zeit: 14.11.2017 18:53:24
4
2569045
Macht ca. 9 kW bei Vollbeheizung des Hauses, unter der Voraussetzung, dass kein weiterer Wärmeerzeuger (z.B. Kaminofen) regelmäßig läuft.

Also, wie vermutet sind die beiden 20 bzw. 24 kW-Geräte vollkommen überdimensioniert.

Bei der Heizlast von ~9 kW und einer Spreizung von ~5K im Auslegungsfall zirkulieren da auch weniger als 1000 l/h.

Insofern würde ich hier keine hydraulische Weiche vorsehen, auch wenn der entsprechende HB zur Vitodens mit max. 11 kW greift, denn da ist die max. Begrenzung 1000 l /h.

Die größere kann 1200l/h (warum auch immer, der WT ist nach meinem Kenntnisstand der gleiche). Wer also auf absolut Nummer sicher gehen will, wählt dann diese, aber auf jeden Fall dann ohne hydr. Weiche.

Und die Systemtrennung kann bei abgesicherten Daten zu den Rohren (diffusionsdicht) ebenfalls entfallen.

Ebenso dann der Mischer.
Verfasser:
lowenergy
Zeit: 14.11.2017 18:56:59
0
2569050
Ich sach ma bei den angegebenen Jahreswärmebedarfen von durchschnittlich 21,5 MWh/a (obwohl ... 2017 ist noch nicht rum!) ist kaum 10 kW bei Norm-Außentemperatur nötig ... bei um Null Grad und wärmeren Außentemperaturen dann nur noch maximal 50% der Leistung!

(Bildquelle)

Welche mittlere Heizwassertemperatur ist denn nötig, um mit der Flächenheizung sämtliche Räume bei Norm-Außentemperatur auf gewünschtem Behaglichkeitsniveau zu halten?

Mal die aktuelle Einstellung der witterungsgeführten Regelung (Heizkurveneckpunkte) wie Steigung, Fußpunkt usw. preisgeben.

Haben die einzelnen Heizkreise eigentlich Volumenstromanzeiger an den Verteilern?
Da könnte man die einzelnen Werte zusammenzählen.
Verfasser:
RalfN
Zeit: 14.11.2017 19:36:49
0
2569071
Zitat von lowenergy Beitrag anzeigen
Mal die aktuelle Einstellung der witterungsgeführten Regelung (Heizkurveneckpunkte) wie Steigung, Fußpunkt usw. preisgeben.

Haben die einzelnen Heizkreise eigentlich Volumenstromanzeiger an den Verteilern?
Da könnte man die einzelnen Werte zusammenzählen. [...]


Da gibt es nicht viel preiszugeben, die Steuerung ist da sehr rudimentär:
Der Regler für die Heizkurve steht auf "3", was auch immer das heißt.

Und Volumenstromanzeiger gibt es keine.

\Ralf
Verfasser:
jogi54
Zeit: 14.11.2017 20:08:11
0
2569090
Zitat von Texlahoma Beitrag anzeigen
Bei der Heizlast von ~9 kW und einer Spreizung von ~5K im Auslegungsfall zirkulieren da auch weniger als 1000 l/h. [...]


Hi Tex...

ich denke, da hast du dich ein wenig verrechnet 9000W/1,163Wh/l K / 5K = 1547l/h...

nur mal so

lg jogi
Verfasser:
lowenergy
Zeit: 15.11.2017 06:31:40
0
2570214
Zitat von RalfN Beitrag anzeigen
Da gibt es nicht viel preiszugeben, die Steuerung ist da sehr rudimentär:
Der Regler für die Heizkurve steht auf "3", was auch immer das heißt.

Und Volumenstromanzeiger gibt es keine ...
Hmm ... okay ... aber gibt's denn keinerlei Möglichkeiten an der Anlage die Heizwassertemperaturen abzulesen?
Wirklich kein Thermometer im Vor- und Rücklauf der Fußbodenheizung vorhanden?

Die Messdaten wären auch z.b. mit einem IR-Thermometer zu ermitteln!
Wenn der Gasbüchsendrehknauf des Festwertreglers auf 3 steht ... wie hoch ist denn nun real die Vorlauftemperatur zur Fußbodenheizung?

(Bildquelle)

Fahre übrigens die komplette hausinterne Wärmeverteilung mit höchstens 1100 Liter pro Stunde und maximal +35°C bei -14°C Norm-Außentemperatur ... sind 250m² beheizte Wfl im 17 Jahre alten freistehendem Einfamilienhaus ... gesamte Heizlast sind so um 8 kW.
Verfasser:
HFrik
Zeit: 15.11.2017 07:48:18
0
2570221
Also die überschlägige alte schweizer Forlel sagt ca. 8kW Heizleistung.
Das wäre ideal für eine Gaisha im bivalenten betrieb, wenn die Gasheizung noch einige Jahre mit je 14 Tagen Einsatzdauer je Jahr schafft. Oder wenn man ein wenig gegenandämmen würde, was aber nicht vorgesehen scheint.
Man kann aber auch daraus spekulieren dass die Energiewende im Gebäudesektor abgeblasen wird und Gas auch auf längere Sicht so billig bleibt wie heute, dann könnte eine neue Gastherme nur wenig teurer sein als eine preiswerte Wärmepumpe. Das muss jeder für seinen Geldbeutel selbst entscheiden was er da erwartet - nur dann eben nich jammern wenns anders kommt und Gas teuer wird.

Wenns denn unbedingt nochmal was sein muss worin ein Feuer brennt dann wäre das jeweils kleinste Modell am passendsten, (10kW wäre schon auf der sicheren Seite), und sollte möglichst weit herunter modulieren können.
Verfasser:
RalfN
Zeit: 15.11.2017 09:13:41
0
2570259
Ich habe mich mit dem Thema Wärmepumpe noch nicht beschäftigt, aber das klingt ja so, als ob du eine Kombination aus WP und Gastherme vorschlägst:

Zitat von HFrik Beitrag anzeigen

Das wäre ideal für eine Gaisha im bivalenten betrieb, wenn die Gasheizung noch einige Jahre mit je 14 Tagen Einsatzdauer je Jahr schafft. .[...]


Aber was ist danach, also wenn die Heizung irgendwann wirklich platt ist?! Dann habe ich eine WP die nicht für die komplette Versorgung reicht, oder?

\Ralf
Verfasser:
HFrik
Zeit: 15.11.2017 09:24:51
0
2570264
Nun die WP hat noch einen 3kW Heizstab, mit der sie auch die 8kW schafft.
Womit bei einem Ausfall der Gasheizung erst mal nix schlimmes passiert, nur der Stromzähler läuft schneller an besonders kalten Tagen.

Ebenso kann man die Geisha dann im weiteren im Doppelpack betreiben (2x5kW, durch die redundanz dann super zuverlässig). oder man kann eben die Zeit nutzen um "gegenanzudämmen", sprich die benötigte Heizleistung auf unter 6kW in Richtung 5kW zu reduzieren, das senkt auch die Vorlauftemperaturen und macht das Haus insgesamt im Winter behaglicher und weniger zugig. (wer aus einem gut gedämmten Haus kommt und in ein nicht gedämmtes kommt weis, was ich meine)

Oder man hat Abfallholz z.B. aus dem Garten und einen kleinen Ofen, der die 2kW an den kältesten tagen liefert (es geht ja nur um wenige, besonders kalte Tage)
Verfasser:
Martin24
Zeit: 15.11.2017 09:49:32
3
2570271
Zitat von HFrik Beitrag anzeigen
Man kann aber auch daraus spekulieren dass die Energiewende im Gebäudesektor abgeblasen wird und Gas auch auf längere Sicht so billig bleibt wie heute, dann könnte eine neue Gastherme nur wenig teurer sein als eine preiswerte Wärmepumpe. Das muss jeder für seinen Geldbeutel selbst entscheiden was er da erwartet - nur dann eben nich jammern wenns anders kommt und Gas teuer wird.


Mann kann auch darauf spekulieren, dass die echte Energiewende im Gebäudesektor morgen, spätestens übermorgen kommt und Strom immer billiger wird, dann könnte eine Wärmepumpe nur unwesentlich teurer sein als eine preiswerte Gasheizung. Das muss jeder für seinen Geldbeutel selbst entscheiden was er da erwartet - nur dann eben nich jammern wenns anders kommt und Strom teuer wird.

Es ist ein Irrtum, anzunehmen, man könne jedes Problem einfach mit einer Wärmepumpe lösen.

Grüße
Martin

ps: Ja, es gibt Fälle wo Wärmepumpen sinnvoll sind, aber sie sind nicht das Allheilmittel zur Weltrettung als das sie gerne verkauft werden. Besonders nicht die Luftwärmepumpen, die zudem noch oft die Nachbarn mit Lärm nerven.
Verfasser:
Texlahoma
Zeit: 15.11.2017 10:32:09
0
2570300
@Jogi

Da haste Recht.

Ich bin irrigerweise von einer Spreizung von 5 K ausgegangen, die bei einer einigermaßen realistischen Systemtemp. im Auslegungsfall (angenommen: 40/30/20) für eine FBH mit Bj. 1998 eher bei 10 K als bei 5 K liegen dürfte.

Insofern würde sich mit 10 K Spreizung ein Volumenstrom von 773 l/h einstellen, der gut auch mit der kleinen Viessmann beherrschbar ist und zwar ohne Weiche.

Danke für den wichtigen Hinweis und die Richtigstellung.
Verfasser:
RalfN
Zeit: 15.11.2017 10:33:37
0
2570301
Zitat von lowenergy Beitrag anzeigen
Zitat von RalfN Beitrag anzeigen
[...]
Hmm ... okay ... aber gibt's denn keinerlei Möglichkeiten an der Anlage die Heizwassertemperaturen abzulesen?
Wirklich kein Thermometer im Vor- und Rücklauf der Fußbodenheizung vorhanden?



Doch, die Werte kann ich im Diagnosemodus ablesen, aber die sind im Moment nicht aussagekräftig, da das Gerät spinnt (u.a. ein Grund für den geplanten Austausch).

Wasserauslauf wird mit 125 grad angezeigt, Vorlauf-Soll auf 90 Grad.
Die Heizung startet, läuft ca. 1 Minute und schaltet bei Erreichen von ca. 67 Grad ab, geht dann 10 Minuten in die Brennersperrzeit und dann geht es wieder von vorne los.

Evtl. mache ich dafür nochmal einen Thread auf (hatte ich schon hier, allerdings unter "Heizung"; nicht unter "Brennwert" und bisher keine Antwort bekommen.

\Ralf
Verfasser:
hanssanitaer
Zeit: 15.11.2017 10:35:58
1
2570305
Also, nochmal Butter bei die Fische: Ich wäre für

Vitodens 300W 1,9 bis 19kW.
Der Warmwasserspeicher mit 150l bleibt und hat dank der Leistungsreserve von 19kW auch für ein ausgiebiges Vollbad oder drei Langduscher am Stück genug Reserve. Einmal öffnen, Kalk ausräumen und mit Fremdstromanode (Correx o.ä.) weiterbetreiben.

Hydraulische Weiche und so einen Schnickschnack schenkt ihr euch, kostet alles Geld, Zeug (Pumpen) gehen kaputt usw. Im Auslegungsfall gibts dann halt etwas höhere Spreizung.


Der Schornsteinfeger kommt nur noch alle 3 Jahre, dank nur einer HE Pumpe hält sich der Strombedarf in Grenzen.

Aus dem hydraulischen Abgleich wird ein thermischer Abgleich, welchen der Nutzer in den ersten zwei Wintern selber durchführt. Dank der Vitodens-App, welche den Nutzer von "überall" auf die Heizungseinstellungen zugreifen lässt, wird das auch kein nerviges Rumgerenne.


Durch die FBHz wird die Füllmenge schon in der Größenordnung von 500l liegen. Da muss man aufpassen. Auf Enthärtung/Entsalzung zu verzichten wäre ungünstig.
Laut Viessmann wird das Füllwasser der Anlage bei 18°dH (teil-)enthärtet. Eine Vollentsalzung oder der Zusatz von Korrosionsschutzinhibitoren (welcher oft mit der Vollentsalzung einhergehen muss) ist nicht nötig.
Zeit: 15.11.2017 11:57:20
0
2570340
Zitat von RalfN Beitrag anzeigen
Aber was ist danach, also wenn die Heizung irgendwann wirklich platt ist?! Dann habe ich eine WP die nicht für die komplette Versorgung reicht, oder?


Falls eine WP in Betracht kommt, die reinrassige FBH und das Verhältnis von Fläche zu Heizlast und die Anzahl der Kreise sprechen für sehr, sehr gute Bedingungen, dann gibt es für die sehr kalten Tage noch immer den Heizstab. Die Mehrkosten liegen da bei ca 2%. Sollten die 8 KW zu sehr auf Kante sein, ist das ein Anreiz noch en bischen zu schauen wo man noch etwas am Haus verbesern kann.

Alternativ kann man auch eine etwas größere WP nehmen. Um bei der Marke zu bleiben, gibt es da die T-CAP mit 9 KW. Es gibt natürlich noch andere Hersteller. Die Energiekosten sind vergleichbar, Strom/JAZ vs Gas/Nutzungsgrad zuzüglich Gasgrundgebühr. Es entfällt der Schornitermin und auch die Wartung besteht hauptsächlich nur noch aus Kontrollen und dem Reinigen der Außeneinheit.

Eine weitere Option wäre Erdwärme, sofern das Umfeld geeignet ist.

Beide Varianten werden von der BAFA gefördert.
Luftwärme 1500€
Erdwärme 4000€
Erdwärme mit Bohrung 4500€

Erreicht man eine JAZ von 4,5 oder besser, gibt es nochmal 50% extra, Was bei Erdwärme 6000€ bedeutet. Das ist bei Erdwärme nahezu sicher. Bei der Luftwärmelösung ist das sportlich und hängt von den Details ab. Man sollte die Zahlen aber so oder so genau durchgehen.

Dann gibt es hier und da noch einen Bonus wenn man noch ein paar Extras nutzt, was die Kosten der Extras zumindest anteilig deckt und die Anlage verbessert.

Es wären zwar noch Details zu klären, aber der Beschreiung nach wäre das Haus ein exzellenter Musterkandidat.
Verfasser:
HFrik
Zeit: 15.11.2017 12:54:43
0
2570365
Exakt deswegen habe ich diese Option mal ins Rennen gebracht.
Bei der aktuellen Situation bei der Gas abgabentechnisch hoch subventioniert ist, (Abgaben auf Strom sind 30x höher als Abgaben auf Gas) und gleichzeitig der WEltmarktpreis für Gas am unteren Anschlag ist, schafft es eine Gasheizung meist gerade so preisgleich mit einer wärmepumpe zu sein, bei günstigen bedingungen wie hier für die Wärmepumpe in der regel nicht einmal das.
Die fleissigen Gasfans hier im Forum gehen dann immer davon aus, dass der Strompreis immer noch mehr mit Abgaben belastet werden wird, während Gas auf unendliche Zeiten frei von Abgaben und zum Spottpreis auf dem Weltmarkt zu haben sein wird. Ob das mi den zugesagten Reduktionen beim CO-Ausstoss für Deutschland ein realistisches Szenario ist kann sich jeder selbst überlegen.

Jetzt kommen garantiert wieder Rechnungen für Gasthermen die mit 100% Ausnutzungsgrad ohne Strombezug, Wartungsfrei und ohne Schornsteinfeger unendlich lange laufen. ...

Bezüglich deiner Heizung - das könnte ein kaputter NTC oder ein Wackelkontakt am Kabel desselben sein, als erste Hypothese. Wie elektronikaffin bist Du?



Aktuelle Forenbeiträge
JoRy schrieb: Das ist völlig richtig. Wir haben die Wärmespeicherkapazität von FBH jahrelang beschrieben und deshalb darauf hingewiesen, dass ERR und Zeitpausen weitgehend unsinnig sind. Ich habe Anlagen mit Puffer...
Peter Brand schrieb: @Kathrin: Guten Morgen und danke fürs erste Feedback. Ja, die sporadischen sind immer nett. An sich dürften wir den Fehler erst seit einigen Wochen haben. Habe bei der Fernbedienung in der untersten...
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Hilfe zur Heizungsplanung: Mischer ja/nein, Systemtrennung...
Verfasser:
HFrik
Zeit: 15.11.2017 12:54:43
0
2570365
Exakt deswegen habe ich diese Option mal ins Rennen gebracht.
Bei der aktuellen Situation bei der Gas abgabentechnisch hoch subventioniert ist, (Abgaben auf Strom sind 30x höher als Abgaben auf Gas) und gleichzeitig der WEltmarktpreis für Gas am unteren Anschlag ist, schafft es eine Gasheizung meist gerade so preisgleich mit einer wärmepumpe zu sein, bei günstigen bedingungen wie hier für die Wärmepumpe in der regel nicht einmal das.
Die fleissigen Gasfans hier im Forum gehen dann immer davon aus, dass der Strompreis immer noch mehr mit Abgaben belastet werden wird, während Gas auf unendliche Zeiten frei von Abgaben und zum Spottpreis auf dem Weltmarkt zu haben sein wird. Ob das mi den zugesagten Reduktionen beim CO-Ausstoss für Deutschland ein realistisches Szenario ist kann sich jeder selbst überlegen.

Jetzt kommen garantiert wieder Rechnungen für Gasthermen die mit 100% Ausnutzungsgrad ohne Strombezug, Wartungsfrei und ohne Schornsteinfeger unendlich lange laufen. ...

Bezüglich deiner Heizung - das könnte ein kaputter NTC oder ein Wackelkontakt am Kabel desselben sein, als erste Hypothese. Wie elektronikaffin bist Du?
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