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Foren
Verständnisfrage zur Fußbodenheizung
Verfasser:
Schuhmi
Zeit: 01.03.2018 22:39:28
0
2622164
Hallo,ich habe in unserem 168m2 Klinker Neubau mit Satteldach eine Junkers ZSBE 16-3 und einige Fragen.Der Durchfluss ist in unseren beiden Heizungsverteilern für die Heizkreise wohl nur nach Gefühl eingestellt worden. Nun hatte ich einen Rechner im Internet gefunden, mit dem man ganz grob selber Werte anhand der Raumgröße errechnen kann. Dabei kamen Werte von beispielsweise 1,2l bei einem 17m2 großem Zimmer raus. Je nach Lage und gewünschter Temperatur des Raums versuche ich nun den Durchfluss einzustellen. Dabei habe ich alle Thermostate auf 6 gestellt, sodass auch nichts gedrosselt wird. Nun wird es in einigen Räumen sehr warm, in anderen etwas weniger.1 Wie kann ich nun weiter vorgehen? In den Räumen, in denen es nicht so warm geworden ist, den Durchfluss erhöhen und dann die Vorlauftemperatur senken?2. Hat ein hoher Durchfluss eigentlich Nachteile?3. Könnte ich nicht in den großen Räumen den Durchfluss komplett aufdrehen und in kleineren entsprechend drosseln?4. Die Pumpenleistung steht im Display bei 40 Prozent. Welcher Wert ist optimal? Wäre noch Luft nach oben und steigt diese wenn der Durchfluss erhöht wird an?5. Um Wie viel Grad darf die Rücklauftemperatur von der Vorlauftemperatur abweichen (Spreizung)? Was ist besser?6. Sinkt die Spreizung wenn der Durchfluss erhöht wird?Vielen Dank zunächst.

Verfasser:
FranksBude
Zeit: 01.03.2018 23:04:31
0
2622171
Verfasser:
jogi54
Zeit: 01.03.2018 23:34:57
1
2622175
Alles, was du wissen musst, kannst du z.B. in dem thread Raumtemperaturen optimieren nachlesen.

Da habe ich auch eine ganze Menge an detaillierten Erklärungen über die Zusammenhänge beschrieben. Das sollte ausreichen, alle deine Fragen zu beantworten-

LG jogi

Verfasser:
Schuhmi
Zeit: 02.03.2018 09:37:58
0
2622270
Vielen Dank für die Antwort. Das ist natürlich sehr komplex und viel zu lesen. Ich habe allerdings folgendes nicht finden können:

1. Wie hoch darf die Pumpenleistung in Prozent sein? Ist es schlimm wenn diese beispielsweise bei 90% liegt damit der Durchfluss höher ist?

Und

2. Ist es von Nachteil, wenn der Durchfluss auf einen höheren, als den errechneten Wert gestellt wird? Ich hoffe dann die Vorlauftemperatur senken zu können. Dadurch steigt dann jedoch die Pumpenleistung, oder?

Vielen Dank.

Verfasser:
jogi54
Zeit: 03.03.2018 00:20:42
1
2622719
Zitat von Schuhmi Beitrag anzeigen
Vielen Dank für die Antwort. Das ist natürlich sehr komplex und viel zu lesen. [...]


Was sind alberne 8 Seiten verglichen mit den 80 Seiten meines threads

Zitat von Schuhmi Beitrag anzeigen
1. Wie hoch darf die Pumpenleistung in Prozent sein? Ist es schlimm wenn diese beispielsweise bei 90% liegt damit der Durchfluss höher ist?[...]


Die Pumpe geht auch bei 100% nicht schneller kaputt.

Aber, der Leistungsbedarf geht quadratisch mit dem Durchfluss nach oben (doppelter Durchfluss vierfache Leistung).

Zitat von Schuhmi Beitrag anzeigen
2. Ist es von Nachteil, wenn der Durchfluss auf einen höheren, als den errechneten Wert gestellt wird? Ich hoffe dann die Vorlauftemperatur senken zu können. Dadurch steigt dann jedoch die Pumpenleistung, oder?[...]


Genau genommen hängt es von der Wärmequelle ab.

Bei Brennwertkesseln dürfte eine niedriger VL fast immer sinnvoll sein, solange der Mehrbedarf an Pumpenstrom < dem besseren Brennwertnutzen ist. (Kommt dann drauf an, ob man das nach Kosten, kWh oder CO2 beurteilt).

Bei Wärmepumpen sollte man das dT zwischen VL und RL nicht zu klein machen, weil dann der COP sinkt. Grund ist der Slide (die Kühlmittel sind Mischungen von Komponenten, die unterschiedliche Verdampfungstemperaturen haben - den möglichen COP bekommt man nur, wenn alle Verdampfen und dafür braucht es ein mindest dT von wohl 5K).

LG jogi

Verfasser:
Schuhmi
Zeit: 03.03.2018 13:19:02
0
2622928
Danke für die Antworten. Nebenbei habe ich gesehen, dass in der Anlage seit Einbau und vor der Estrichtrocknung im April 2017 bereits 33000 Brennerstarts erfolgt sind. Wie kann dass sein? Es hängt noch ein 300l Warmwasserspeicher dran. Eingestellt sind 58°C.Ich kann beobachten, dass die Vorlauftemoeratur steigt und die Flamme an ist. Dann geht die Flamme aus und die Temperatur sinkt langsam. Dann das ganze wieder von vorne...

Verfasser:
JoRy
Zeit: 03.03.2018 13:34:07
1
2622940
Genau das nennt man Takten.

Ein bischen Geduld zum Lesen soltest du dir schon antun.

Besonders wenn wir zu deiner Anlage keine Details kennen und nun
wie Kirmes-Wahrsager raten sollen.

Du hast eben auch eine Anlage die nicht ordentlich in Betrieb genommen wurde.
Sowohl was die Modulation der Therme und die optimalste Einstellung der
Heizkurve angeht, als auch den hydraulischen Abgleich, der ein MUSS ist,
was inzwischen sogar die dena, die BAFA und die KfW kappiert hat und deshalb
für Förderungen fordert.

Lässt man sich aber fördern allein mit einer "Fachbetrieb Unterschrift" und es
ist garnicht ordnungsgemäß erledigt worden ist der Betreiber der Anlage
verantwortlich, denn der wird ja auch gefördert.

Gruß JoRy

Verfasser:
Schuhmi
Zeit: 04.03.2018 11:14:37
0
2623329
Ok. Habe ja nun die Thermostate komplett auf und versuche durch die Durchflussmenge die Temperaturen auf die gewünschte Temperatur zu bekommen. Gleichzeitig ist die Vorlauftemoeratur gesenkt worden, da im Wohnzimmer schon 26 Grad waren. Ist das ein richtiger Anfang?

Verfasser:
lowenergy
Zeit: 04.03.2018 19:06:51
0
2623657
Zitat von Schuhmi Beitrag anzeigen
Ok. Habe ja nun die Thermostate komplett auf und versuche durch die Durchflussmenge die Temperaturen auf die gewünschte Temperatur zu bekommen. Gleichzeitig ist die Vorlauftemoeratur gesenkt worden, da im Wohnzimmer schon 26 Grad waren. Ist das ein richtiger Anfang?
Würde die Stellantriebe komplett demontieren ... könnte sonst sein, dass diese meist überflüssigen Dinger u. U. die Stifte der Ventileinsätze nicht ganz freigeben!

Solltest zudem auch den Strom der Einzelraumregelung abschalten ... dann macht's nämlich nicht's wenn irgendwer an den Raumthermostaten dreht! .>)

Verfasser:
Schuhmi
Zeit: 05.03.2018 07:31:44
0
2623831
Ok. Danke. Jetzt bei +7 °C Außentemperatur liegt die Vorlauftemperatur bei 30 °C. Die Rücklauftemperatur lässt sich direkt an der Therme in den Diagnosedaten ablesen. Dort steht 24°C.

Es wird bereits kühler in den Räumen. Sollte es zu kalt werden, dann schaue ich nach, ob ich in dem Heizkreis den Durchfluss erhöhen kann. Bei kritischen Räumen (Badezimmer, welches nur an den Flur und das Schlafzimmer grenzt) werde ich wahrscheinlich sowieso nicht die höchste Temperatur erreichen. Dazu müsste dann wohl die Vorlauftemperatur rauf und der Durchfluss der anderen Heizkreise runter.

Ist die Spreizung bei einer Gasbrennwerttherme so ok? Mich stört es halt, dass die Temperatur, wenn keine Flamme da ist, schnell fällt und dann wieder gestartet wird.

Verfasser:
jogi54
Zeit: 05.03.2018 20:39:42
1
2624216
Zitat von Schuhmi Beitrag anzeigen
Ist die Spreizung bei einer Gasbrennwerttherme so ok? Mich stört es halt, dass die Temperatur, wenn keine Flamme da ist, schnell fällt und dann wieder gestartet wird. [...]


Wenn du keine ERR und keinen Pufferspeicher im Heiz-Kreislauf hast (Speicher für WW ist damit nicht gemeint), solltest du die Heizkurvenregelung von VL auf RL umstellen.

Begründung:
Sobald du die Beheizung abstellst, sinkt die VL auf RL Niveau - kommt ja keine Wärme dazu.

Die RL Temperatur sagt etwas über die in der FBH gespeicherten Wärme aus. Wenn du also danach regelst, spielt der Sprung der VL keine Rolle mehr.
-----
Habe grade noch mal deinen ersten Beitrag gelesen. Sag mal, wer hat dir dieses für einen Neubau total überdimensionierte Brennwertgerät angedreht? 3,7 - 15,9kW ist total überdimensioniert - das ist ne Auslegung vom letzten Jahrtausend, so 1960/70. Damals sagte man 100W/m² => 165m² => 16kW, auch das war damals meist schon viel zu groß!!!

Kein Wunder taktet deine Heizung so wild. wahrscheinlich ist sie noch nicht mal während der letzten sehr kalten Tagen durchgelaufen. Das würde bedeutet, dass du sogar bei den sehr kalten Tagen noch nicht mal die 3,7kW min Leistung benötigt hast

Was für ein KfW ?? - Haus ist das denn? und welchen Gasverbrauch hast du ohne Estrich-Ausheizen in welchem Zeitraum?

LG jogi

Verfasser:
Schuhmi
Zeit: 05.03.2018 21:56:04
0
2624268
Wir haben ohne KFW Förderung gebaut. Demnach nur nach EnEV. Im Angebot war damals eine 14 KW Therme. Weiß selber nicht, wieso nun 16 KW. Die genauen Daten zur Dämmung muss ich suchen.

Sind mit ERR die Raumthermostate gemeint? Die haben wir ja. Zur Zeit komplett auf. Möchte im Schlafzimmer aber wieder auf 20 °C stellen.

Gasverbrauch ist laut Zähler 1100 m3. Da ist allerdings das Estrichprogramm mit drin. Das lief im April meine ich.

Was kann man nun machen, wenn die Therme zu groß dimensioniert ist?

Verfasser:
jogi54
Zeit: 05.03.2018 23:23:22
2
2624306
Zitat von Schuhmi Beitrag anzeigen
Wir haben ohne KFW Förderung gebaut. Demnach nur nach EnEV. Im Angebot war damals eine 14 KW Therme. Weiß selber nicht, wieso nun 16 KW. Die genauen Daten zur Dämmung muss ich suchen.

Sind mit ERR die Raumthermostate gemeint? Die haben wir ja. Zur Zeit komplett auf. Möchte im[...]


Mal ne ganz grobe Abschätzung - die 1100m³ brauchst du im Jahr = 11.000kWh.

Mal zum Vergleich ich brauche 7700kWh/a im Heizkreislauf bei max 4,2kW bei -10°C AT und 2,2kW bei 0°C AT

Wenn man das hochrechnet, ist dein max. Wärmebedarf 6kW, dein Wärmebedarf bei 0°C AT bei ca 3,14kW, 6kW << 16kW und 3,14kW < 3,7kW. Somit ist dein Brennwertgerät hoffnungslos überdimensioniert.

Bei dieser Abschätzung ist viel Luft drin, weil
1) das Estrichausheizen drin ist und
2) man im ersten Jahr immer auch noch mehr Heizenergie braucht, um den Bau noch auszutrocknen.

es kann also gut sein, dass du sogar mit 5kW max. Heizleistung auskommst und im Jahr mit ~8000 - 9000kWh Gas auskommst.

Jetzt ist noch die Frage, welche kälteste AT du bedienen musst ?

Eigentlich bist du jetzt schon ein Kandidat für eine Geisha - auch wenn ich die LWP nicht wirklich toll finde. Dein Brennwertgerät wird nicht allzulange Leben und durch das ewige Takten wg massiver Überdimensionierung auch viel mehr verbrauchen, als nötig wäre.

Falls dein Vertrag es zulässt, würde ich versuchen, das als massiven Mangel abstellen zu lassen - der Lieferant kann das ggf. über seine Versicherung als Planungsfehler abrechnen. Eventuell brauchst du da nen Anwalt.

Du musst eine Heizlastberechnung bekommen haben (wenn nicht, ist das schon ein massiver Mangel gemäß der ENEV). An Hand der Heizlastberechnung lässt sich entweder nachweisen, dass das Brennwertgerät viel zu groß ist, oder an Hand der realen Verbräuche die Heizlastberechnung total falsch.

LG jogi

Verfasser:
Schuhmi
Zeit: 06.03.2018 07:35:44
0
2624362
Ok. Danke. Ich werde mal mit dem Heizungsbauer sprechen.

Verfasser:
Schuhmi
Zeit: 06.03.2018 07:44:06
0
2624366
Edit:

Die minimale Brennerleistung ist mit 36% angegeben. Würde es helfen diese zu verringern, bzw. die maximale Leistung zu drosseln? Welche Möglichkeiten hätte ich, wenn es mal angenommen mit dem Heizungsbauer zu keiner Einigung kommt und ich die Therme behielte?

Spielt der Durchfluss da auch wieder eine Rolle?

Verfasser:
jogi54
Zeit: 07.03.2018 20:53:26
1
2625341
Zitat von Schuhmi Beitrag anzeigen
Edit:
Die minimale Brennerleistung ist mit 36% angegeben. Würde es helfen diese zu verringern, bzw. die maximale Leistung zu drosseln? Welche Möglichkeiten hätte ich, wenn es mal angenommen mit dem Heizungsbauer zu keiner Einigung kommt und ich die Therme behielte?
[...]

Hallo Schumi,

sie haben post

36% von 16 kW sind 5,76 kW, soviel brauchst du wahrscheinlich nur 2% der Heizzeit überhaupt, also ca 80h/a.

Bei modulierenden Geräten kann man nicht mehr so einfach die Leistung reduzieren. Ob das geht, da nen Brenner mit 6kW -> 2,16kW (besser wäre 1,5 - 6,0kW) reinzusetzen, wage ich zu bezweifeln. Der Brennraum und der Wärmetauscher dürften da so sehr überdimensioniert sein, dass es nicht mehr vernünftig funktioniert. (=> Thema Gegendruck für eine stabile Verbrennung...)

Soweit es bei dir im Winter gemäßigt kalt ist (Auslegungstemperatur -10°C, wie bei mir in Köln) wäre die preisgünstigste Variante für dich bestimmt so ne Geisha - soweit es mit dem "Lärm" bei dir geht. (Bei mir auf Grund der sehr engen und zudem akustisch problematischen Bebauung eigentlich nicht möglich :-( auf Grund der Gartenmauer um mein Grundstück würde der Schall wie bei einer Bassreflexbox mit Wurzel 2 verstärkt)

lg jogi

Verfasser:
Schuhmi
Zeit: 10.12.2018 09:18:46
0
2717652
Hallo,

Entschuldigung, dass ich mich jetzt erst wieder melde, aber ich hatte viel um die Ohren. Jetzt wo es wieder kälter wird beschäftige ich mich wieder mit der Heizung. Eine Geisha wäre wahrscheinlich die bessere Lösung gewesen, dennoch hoffe ich, dass ich unsere Heizung weiter nutzen kann und das Takten etwas besser in den Griff bekomme. Ich hatte zwischenzeitlich gelesen, dass auch jemand anderes ein Problem mit dem vielen Takten hatte und dieses auch in den Griff bekommen hat. Vielleicht können wir gemeinsam ja schauen, ob noch etwas verbessert werden kann. Der jetzige Stand sieht wie folgt aus:

Da unser Heizungsbauer den Durchfluss der einzelnen Heizkreise wohl nur nach Gefühl eingestellt hat, hatte ich bei voll aufgedrehten Raumthermostaten den Durchfluss selber versucht einzustellen. Im Internet hatte ich gelsen, dass man grob 40 Watt pro m2 und 60 Watt (Bad) annehmen kann. Mit einer Formel hatte ich dann den Durchfluss (l/h) berechnet. Dabei kamen Werte von 0,8 bis knapp unter 2 raus. Nachdem ich diese eingestellt hatte habe ich nochmals nachjustiert wenn einzelne Räume zu warm oder zu kalt waren. Nun kommt die 1. Frage:

1. Wie stelle ich die Durchflüsse optimal ein, wenn ich stand jetzt keinerlei Daten vom Heizungsbauer habe? Ist die oben beschriebene Methode ein Anfang?

Als nächsten Schritt hatte ich die Auslegungstemperatur mit Fußpunkt an der Heizung selber heruntergestellt. Die Standard Werte lagen wohl bei 24 Fußpunkt und 45 Endpunkt. Nun habe ich 24 Fußpunkt und 37 Endpunkt bei einer eingestellten Raumtemperatur von 21,5 und einer minimalen Temperatur von -12. Das kommt mir generell für einen Neubau relativ hoch vor, es ist allerdings so, dass die Räume bei einer niedrigeren Einstellung nicht mehr die 21,5 erhalten.

Die Rücklauftemperatur beträgt ca. 5 Grad weniger als die Vorlauftemperatur.

Anbei die Einstellungen der Heizung:

Anlagedaten
Fühler hydr. Weiche installiert: Nein
Konfig Warmwasser am Kessel: 3-WV
Min Außentemp. -12
Gebäudeart: Mittel

Kesseldaten
Pumpennachlaufzeit: 3min

Heizkreis 1
Heizkreis installiert: Kessel
Regelungsart: A. gef. mit Fußpunkt
Bedieneinheit: CW400
Heizsystem: Fußbodenheizung
Absenkart: Außen
Reduzierter Betrieb unter: 0
Frostschutz: Außen

Heizkurve
Fußpunkt: 24
Endpunkt: 37
Max. Vorlauftemperatur: 45
Raumeinfluss: Aus
Raumtemp. Offset: 0K
Schnellaufheizung: Aus

Warmwassersystem
Warmwassersystem installiert: Kessel
Konfig. Warmwasser am Kessel: 3-WV
Warmwasser: 58
Warmwasser reduziert: 48
Zirkulationspumpe: Aus
Automatische therm. Desinfektion: Nein
Thermische Desinfektion Temp: 75

Kessel / Brenner
Brenner: Modul
Max./Nom Leistung: 16kW
Min. Leistung 36%
Brennerleistung-Ist: 36% (geht kurz etwas höher, dann runter auf 36%, dann aus)
Brennstoffventil 1: Zu und Auf
Flamme: Nein und Ja
Gabläse: Aus
Kesselpumpe: 40% (Ich habe noch nicht gesehen, ob sich der Wert ändert)
Wasserdruck: 1,4 bar
Brennerstarts: 15103
Brenner Betriebsstunden: 2230h
Laufzeit Anlage: 11338h

Heizkreis 1
Raumtemperatur Sollwert: 21,5

Zeiteinstellungen:
Betrieb: 4 - 23 Uhr, Absenkbetrieb wenn Außentemp. 0 Grad oder höher, ansonsten Heizung aus

Warmwasser: 4 - 23 Uhr, ansonsten reduzierter Betrieb 48 Grad.

Verfasser:
Fritzli
Zeit: 10.12.2018 09:45:21
0
2717664
37 °C max VLT scheint mir für einen Neubau immer noch hoch. Ist aber schwierig zu beurteilen, da nicht bekannt ist, wieviel FBH verlegt wurde. Bei Gas geizt man gerne damit. Klingt leider etwas nach totgespartem Bauträgerhaus. Grundsätzlich solltest du mit um die 30°C VLT auskommen. Die Heizkurve sollte relativ flach sein.

Thermostaten hast du demontiert, das ist der richtige 1. Schritt.

Nun würde ich zuerst die Heizkurve so einstellen, dass du bei Heizgrenze HG etwa 23° C VLT hast und bei Auslegungstemperatur AT etwa 30 °C VLT. Das dürfte bereits halbwegs passen und ist eine gute Ausgangslage.

Nun 24 Stunden abwarten, wie es sich entwickelt. Wo es jetzt zu kalt ist, kontrollieren, ob maximaler Durchfluss eingestellt ist. Dieser schwächste Raum gibt die Heizkurve vor. Drunter kannst du nicht, sonst zu kalt. Danach werden die zu warmen Räume gedrosselt. Mit all den Massnahmen sollte sich auch dein Taktproblem etwas in den Griff bekommen lassen.

Und nein, hoher Durchfluss schadet nicht, im Gegenteil, er ist Voraussetzung für einen intelligenten, effizienten Betrieb einer Heizung!

Verfasser:
de Schmied
Zeit: 10.12.2018 10:12:08
0
2717670
Gibt es Räume in denen der Durchfluss ganz auf ist? Oder sind alle Räume gedrosselt?

Dann könnte man noch etwas Gas geben und die Heizkurve noch etwas senken.

Mir kommt dein Fußpunkt noch etwas hoch vor

Ww 58 Grad warum und warum 19 Std?

Achtung Laie

Verfasser:
Schuhmi
Zeit: 10.12.2018 10:20:09
0
2717671
Vielen Dank für die Antworten.

Das heißt für mich nun:

Fußpunkt 23
Endpunkt 30
Abwarten und Durchfluss im kältesten Raum erhöhen

Was ich nicht verstehe ist dann allerdings die Berechnung des Durchflusses. Wenn für einen Raum unter Rücksichtnahme des Wärmebedarfs, Dämmung, Lüftungsverhalten, verlegter m Rohre der Fußbodenheizung usw. ein Durchfluss von beispielsweise 2 l/h errechnet würde und dieses aber nun ein kalter Raum wäre, wieso stelle ich dann den Durchfluss auf Maximum? Dann bekäme der Raum ja viel mehr Wärme, als er laut Rechnung bräuchte. Ist das nicht schlecht? Bzw. ist das dann eher ein Hinweis darauf, dass die Berechnung nicht passt? So hätte ich ja unter Umständen mehrere Räume, die 3 l/h bekommen. Das ist doch eigentlich viel zu viel oder?

Zur Zeit ist kein Raum beim Durchfluss ganz auf. Maximal sind glaube ich 1,9 oder 2 l/h in einigen.

Sollte ich nun in jedem Raum 21,5 Grad bekommen, oder muss ich darauf achten, dass die Räume nur die Temperatur bekommen, welche ich selber haben möchte. Schlafzimmer würden mir 19 Grad reichen. Also sollte der Durchfluss auch nur so sein, dass ich die 19 Grad erreiche, nicht mehr?

Die Warmwassereinstellung war so von Anfang an. Der 300l Warmwasserspeicher speichert aber doch auch die Wärme. Wäre es sogar Ratsam eher in den Absenkbetrieb zu gehen oder das Heizen ganz auszuschalten?

Verfasser:
de Schmied
Zeit: 10.12.2018 10:32:31
0
2717678
Die Berechnung hat vielleicht Annahmen die am Bau etwas anderst ausgeführt wurden.

Bzw das Feintuning muß der Benutzer schon selbst machen

Verfasser:
Fritzli
Zeit: 10.12.2018 10:34:26
0
2717680
Wenn du gemäss Berechnung einstellst und den kältesten Raum drosseln musst, ist die Heizkurve zu hoch. Was eine solche Berechnung Wert ist, kannst du selber beantworten. (teilweise werden die Berechnung auf möglichst kalten Rücklauf ausgelegt und dafür mit wenig Durchfluss gerechnet, meist aus Unverständnis vom Brennwerteffekt)

Welche Temperatur du in welchem Raum haben willst, ist deine Entscheidung. Ich persönlich habe überall +/- die selbe Temperatur eingestellt, Unterschiede ergeben sich alleine durch den Kachelofen im Tagesbereich, der damit wärmer wird. Je besser die Gebäudehülle, desto schwieriger sind unterschiedliche Temperaturen im Haus, da sich die Wärme verteilt.

Verfasser:
Texlahoma
Zeit: 10.12.2018 10:55:36
1
2717682
Eine Berechnung, die bei wesentlichen Parametern mit Annahmen und Abschätzungen arbeitet, ist eigentlich keine Berechnung, sondern ebenfalls eine Abschätzung oder eine Annahme, auf der oben zwar "Berechnung" draufsteht und damit eine Genauigkeit suggeriert, die aber mitnichten vorhanden ist ;-)

Zum eigentlichen Thema:
Es gibt einen physikalischen Zusammenhang zwischen Leistung (P), Volumenstrom (also Durchflussvolumen pro Zeit, V Punkt) und Temperaturspreizung (delta t):

P = V Punkt * c * delta t (für einen Wärmeträger mit der Dichte = 1, wie z.B. Heizungswasser, wobei c die spez. Wärmekapazität von Wasser ist)

Wenn nun P = konstant sein soll, kann man die Leistung (z.B. die Heizlast eines Raumes) entweder mit einem niedrigen Volumenstrom und einer hohen Spreizung (also mit einem großen Unterschied zwischen Vorlauftemp. und Rücklauftemp.) erreichen.

Man kann aber auch den Volumenstrom sehr hoch wählen, dadurch ergibt sich eine geringe Spreizung.

Für Deinen überdimensionierten Brennwerter ist ein möglichst hoher Volumenstrom wichtig, um die Anzahl der Brennerstarts zu reduzieren und so den Verschleiß des Gerätes in Grenzen zu halten.

Deshalb würde ich beim Hydraulischen bzw. Thermischen Abgleich wie folgt vorgehen:

1. Anlage vorbereiten: Einzelraumregler alle voll auf, Heizkreispumpe auf eine Konstantdruckkennlinie stellen, sämtliche Stellantriebe deaktivieren oder demontieren (die sind danach ohnehin quasi arbeitslos), Heizungsregelung auf 24/7 Tagbetrieb für die Raumheizung stellen

2. Heizkurve optimieren
Raumtemperatur auf 20°C, dann Neigung der Heizkurve schrittweise reduzieren, bis ein Raum bei voll geöffneten Heizkreisventil nicht mehr seine Wunschtemp. erreicht, dann Neigung um 0,1 wieder anheben.

Dadurch findest du den sogn. hydraulisch kritischen Raum, der die Parameter der Heizkurve bestimmt, d.h. wegen diesem Raum kann die Heizkurve nicht weiter abgesenkt werden. Üblicherweise ist dies bei FBH das Bad.

3. Einregulieren der Heizkreise
Die Heizkreisventile der Räume, die bei optimierter Heizkurve noch zu warm werden, vorsichtig drosseln (max. 1/4 - 1/2 Umdrehung pro Optimierungsschritt), bis die Raumwunschtemp. erreicht ist.

Zwischen jedem Optimierungsschritt ausreichend lange warten, ca. 1/2 bis 1 Tag.

Am besten macht an das an kalten, trüben Wintertagen.

Kalt, weil dann die Graphen der unterschiedlichen Heizkurvenneigungen rel. weit auseinander liegen und man deshalb Unterschiede besser bemerkt und trüb, weil dann Fremdwärmeeinflüsse durch Sonneneinstrahlung ausgeschlossen sind.

Verfasser:
Schuhmi
Zeit: 10.12.2018 11:27:33
0
2717704
Danke.

Zu 1.

Heizkreispumpe auf eine Konstantdruckkennlinie stellen. Wie mache ich das? Ich sehe an der Heizung immer diese 40%. Ist am Durchfluss im 1. Schritt noch was einzustellen? Auch alle voll auf?

Zu 2.

Raumtemperatur an der Heizung auf 20? Ich wollte ja so 21,5 haben. Standard ist wohl 21. Die Einstellung hebt und senkt ja wohl nur die Kurve. Trotzdem 20 an der Heizung wählen?

Ich denke auch, dass es das Bad im OG werden wird. Das grenzt an das Schlafzimmer und den Flur und an 2 Außenwände. Aufgrund von Badewanne und Dusche ist wohl nicht viel Rohr verlegt.

Verfasser:
Texlahoma
Zeit: 10.12.2018 11:39:59
1
2717710
Zu 1.:
Was für eine Regelung hast Du denn an der Junkers hängen?

Da bitte mal die Bedienungsanleitung zur Hand nehmen und unter der Rubrik Pumpenparameter nachsehen. Wenn Du da nicht fündig wirst, in den Unterlagen zur Therme nachsehen. Wenn auch das nichts bringt, HB fragen.

Bei einer eingebauten Pumpe sind blöderweise die Pumpenparameter oft derart verklausoliert beschrieben, dass oft erst ein Anruf beim Hersteller klärt, wie man die Pumpe auf eine Konstantdruckkennlinie einstellt.

Ja, alle (!!) Heizkreise voll öffnen! Sonst wird die Optimierung beliebig kompliziert, weil Du dann nie das absolute Optimum der Heizkurve findest, sondern nur ein relatives.

Zu 2.:
Der Begriff Raumtemperatur ist eigentlich vollkommen irreführend und bezeichnet die sogn. Fußpunktverschiebung der Heizkurve. Er hat deshalb mit der tatsächlichen Raumtemp. nichts zu tun. Wie auch? Denn die Therme weiß nichts von der tatsächlichen Raumtemp. ;-)

Insofern bitte zunächst nur mit dem Parameter Neigung oder Steilheit arbeiten, Parallelverscheibung dann in der nächsten Übergangszeit anpassen und die "Raumtemp. zunächst mal komplett in Ruhe lassen.

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Verständnisfrage zur Fußbodenheizung
Verfasser:
Texlahoma
Zeit: 10.12.2018 11:39:59
1
2717710
Zu 1.:
Was für eine Regelung hast Du denn an der Junkers hängen?

Da bitte mal die Bedienungsanleitung zur Hand nehmen und unter der Rubrik Pumpenparameter nachsehen. Wenn Du da nicht fündig wirst, in den Unterlagen zur Therme nachsehen. Wenn auch das nichts bringt, HB fragen.

Bei einer eingebauten Pumpe sind blöderweise die Pumpenparameter oft derart verklausoliert beschrieben, dass oft erst ein Anruf beim Hersteller klärt, wie man die Pumpe auf eine Konstantdruckkennlinie einstellt.

Ja, alle (!!) Heizkreise voll öffnen! Sonst wird die Optimierung beliebig kompliziert, weil Du dann nie das absolute Optimum der Heizkurve findest, sondern nur ein relatives.

Zu 2.:
Der Begriff Raumtemperatur ist eigentlich vollkommen irreführend und bezeichnet die sogn. Fußpunktverschiebung der Heizkurve. Er hat deshalb mit der tatsächlichen Raumtemp. nichts zu tun. Wie auch? Denn die Therme weiß nichts von der tatsächlichen Raumtemp. ;-)

Insofern bitte zunächst nur mit dem Parameter Neigung oder Steilheit arbeiten, Parallelverscheibung dann in der nächsten Übergangszeit anpassen und die "Raumtemp. zunächst mal komplett in Ruhe lassen.
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