Cookies erleichtern die Bereitstellung der Dienste auf dieser Website. Mit der Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden.

Alle
Foren
(Ein-)Stellung der Raumthermostate nach optimierter Vorlauftemperatur
Verfasser:
Boeserwolf
Zeit: 06.11.2018 11:28:12
0
2701966
Hallo zusammen,

ich habe in den letzten Wochen hier schon viel gelesen, insb. zum Thema Raumtemperatur anpassen etc. Herzlichen Dank an alle Helfer, die den neuen Hausbesitzern die Technik erklären. Wir steuern jetzt auf unserer erste „echte“ Heizperiode nach der Bauphase zu und ich habe mich in das Thema Optimierung und Heizkurze eingelesen.

Wir haben eine Wolf Erdwärmepumpe und sind insoweit auch zufrieden. Allerdings steht unsere Neigung auf 0,8, dazu muss ich ja wohl nicht viel sagen…

Dank der vielen Hinweise habe ich gelernt dass das natürlich Blödsinn ist.

Die Tagtemperatur / Raumtemperatur ist auf 20 Grad eingestellt, was ok ist und ich wollte jetzt beginnen die Neigung der Kurve zu verändern um dann vielleicht am Ende bei 0,4 oder 0,5 zu landen, man wird sehen.

Eine Frage habe ich aber zu den Raum-Thermostaten, bitte nicht den Kopf schütteln:

Ich habe verstanden, dass man das Thermostat in dem Raum, für den man die Temperatur einstellt bzw. beobachtet, maximal aufdreht. Das habe ich schon probiert und in dem Raum (Arbeitszimmer) ist es brüllend warm geworden (ich vermute, wegen der hohen Vorlauftemperatur / Neigung). Angenommen ich stelle die Neigung auf 0,5 und mein „Theben“ Thermostat auf Stufe 6 (max) und angenommen es wird in dem Zimmer dann ca. 20 Grad warm (gemessen mit externem Raumthermometer), was auch meine Zieltemperatur wäre: --> Was passiert dann? Lasse ich das Thermostat für den Rest meines Lebens auf 6? Egal ob Sommer oder Winter? Denn durch den Aussen-Fühler bzw. durch das Thermostat und mit der optimierten Neigung muss ich doch eigentlich keine Anpassungen mehr vornehmen, oder? So wie ich das verstanden habe soll man mit den Thermostaten die Leistung nicht „wegkneifen“.

Und in den Räumen, in denen ich weniger als 20 Grad benötige stelle ich das Thermostat natürlich entsprechend tiefer.

Ist da so korrekt?

Danke und Grüße

Verfasser:
reglerprofi
Zeit: 06.11.2018 12:05:40
1
2701983
Wir sprechen hier sicherlich über FBH?
Ist ein hydraulischer Abgleich durchgeführt worden?

Wenn ja, dann Heizkurve auf 0,4 und Thermostatköpfe demontieren oder auf MAX stellen.

Ziel ist eine bestmögliche Ausnutzung des Selbstregeleffektes.

Für bessere Unterstützung brauchen wir mehr INPUT!

Viele Grüße
Jürgen Beisner

Verfasser:
de Schmied
Zeit: 06.11.2018 12:19:13
1
2701989
Ja, das Thermostat bleibt dann auf 6 eingestellt.

Aber der hydraulische Abgleich geht ein wenig anders.

Alle Thermostatte auf 6 bzw max einstellen, alle Rücklaufeinstellungen ganz auf, hier kurze Kreise vielleicht gleich mal auf Halb stellen um einen Kurzschluß zu vermeiden

Dann die Heizkurve einstellen bis es in einem Zimmer zu kühl wird. Um 0,05 bis 0,1 erhöhen und dann die Rücklaufeinstellungen in den noch zu warmen Zimmer langsam zu drehen.

Zwischen den Einstellungen sollte etwa ein Tag gewartet werden da die Fbh doch etwas träge ist.

Die Heizkurve würde ich gleich mal auf 0,4 herunter stellen.

Am besten die Einstellungen bei 0 Grad und bewölkt machen.

Wenn dies gemacht ist braucht man die ERR nicht mehr anrühren, sie regeln dann die Fremdwärme wie Sonnenschein/ viele Personen weg. Oder man kann sie komplett ausbauen und noch etwas Strom sparen.

Bitte korrigieren falls ich irgendetwas falsch beschrieben habe.

Verfasser:
reglerprofi
Zeit: 06.11.2018 12:35:22
2
2702001
Ganz wichtig: Vor Änderungen immer den vorherigen Zustand dokumentieren!
Ein Protokoll mit Datum/Uhrzeit/Änderung kann auch sehr hilfreich sein!

Änderungsempfehlungen ohne Kenntnis der Anlage können auch nach hinten losgehen.

Viele Grüße
Jürgen Beisner

Verfasser:
Boeserwolf
Zeit: 09.11.2018 15:44:00
0
2703341
Hallo, danke für die schnellen Antworten. Ich habe mit Absicht wenig Input gegeben weil sich meine Frage ja nur auf die Thermostate bezogen hat und das Thema Abgleich ja schon in 100 anderen Themen erläutert worden ist und ich Euch das nicht erneut antun wollte.

Hydraulischer Abgleich bzw. die Durchlaufmengen sind natürlich berechnet worden und stimmen auch soweit überein (man kann es ja nie auf den Milliliter genau einstellen).

Eigentlich ist das Thema für mich damit schon erledigt, jetzt muss ich aber doch nachfragen, was Du mit

"(...) alle Rücklaufeinstellungen ganz auf, hier kurze Kreise vielleicht gleich mal auf Halb stellen um einen Kurzschluß zu vermeiden" meinst.

Die Formulierung ist für einen Laien leider nicht ganz verständlich.

Danke und Grüße!

Verfasser:
Peter_Kle
Zeit: 09.11.2018 15:48:03
0
2703342
Abschließend

Du kannst natürlich die Thermostate einstellen..... Du kannst sie auch Strom los schalten... (dann können andere dran drehen ohne was wirklich zu verstellen)

Du kannst sie auch wieder in Betrieb nehmen...
Bringt aber kaum was und kostet Strom / verschleißt

.......

Zum Tipp deinen jetzigen Abgleich zu löschen (Rücklauf Verschraubungen ganz auf) und neu anzufangen....

Lass es... Bring die Heizkurve runter und schau ob du einen "schlechten Raum hast" dann geht es hydraulisch weiter....

Verfasser:
Texlahoma
Zeit: 09.11.2018 16:07:13
0
2703347
Einen hydraulisch schlechten Raum wird man immer haben, es sei denn der aktuelle HA passt recht gut, dann hat man quasi nur noch schlechte (oder eben gute ;-) Räume...

Verfasser:
gnika7
Zeit: 09.11.2018 16:57:58
0
2703366
Zitat von Peter_Kle Beitrag anzeigen
Du kannst sie auch Strom los schalten... [...]

Obacht bei NC-Stellantriebe werden alle Heizkreise dann ggfs. geschlossen sein.

Verfasser:
msfox
Zeit: 09.11.2018 17:46:34
0
2703377
Ja die ERR bleiben dein Leben lang auf 6 :-).
Wenn es im Haus zu heiß ist, dann ist die Heizkurver zu steil
-> Wurde ja schon geschrieben.
Wir haben seit einem Jahr eine SWP mit FBH. Daher folgende Erfahrung:
Am Anfang reicht es, wenn du die Heizkurve bei der aktuelle Außentemperatur einstellst.
Irgendwann wird es draußen kälter. Dann heizt die SWP mehr und es wird drinnen wieder wärmer. In diesem Fall musst du die Heizkurve dann noch etwas runter drehen.
Irgendwann hast du trotz unterschiedlicher Außentemperaturen eine Konstante Innentemperatur (obwohl alle ERR offen sind) - dann stimmt die Heizkurve.
Die SWP läuft am effizientesten, wenn der Temperaturunterschied zwischen Sole und Vorlauf am geringsten ist.

Verfasser:
msfox
Zeit: 09.11.2018 17:52:45
0
2703380
Zitat von Boeserwolf Beitrag anzeigen
Und in den Räumen, in denen ich weniger als 20 Grad benötige stelle ich das Thermostat natürlich entsprechend tiefer.

Nein, in den Räumen veringerst du am Heizkreisverteiler den Durchfluss. Auch in den Räumen bleiben die ERR voll auf.
(Außer, du willst es dort gelegentlich mal wärmer....)
-> Bitte hierzu den Hinweis vom hydraulischen Abgleichen beachten. Im Forum gibt es auch eine Anleitung für einen thermischen Abgleich - die Feinjustierung quasi.

Verfasser:
Boeserwolf
Zeit: 12.11.2018 13:45:15
0
2704476
Zum Abschluss hallo und besten Dank an alle!

@Peter_Kle:

"Zum Tipp deinen jetzigen Abgleich zu löschen (Rücklauf Verschraubungen ganz auf) und neu anzufangen....

Lass es... Bring die Heizkurve runter und schau ob du einen "schlechten Raum hast" dann geht es hydraulisch weiter.... "

Ich hatte auch gar nicht vor, den HA zu ändern ;-)

Die Werte stimmen ja mit den errechneten Werten überein. Wenn die Änderung der Heizkurze bzw. ggf. die Änderung der Raumtemperatur nicht zu den gewünschten Ergebnissen führen, dann gucke ich mir die Durchflussmengen an.

Was der Satz "(...) alle Rücklaufeinstellungen ganz auf, hier kurze Kreise vielleicht gleich mal auf Halb stellen um einen Kurzschluß zu vermeiden" genau bedeutet, interessiert mich übrigens noch immer.

Vielleicht äußert sich der Ersteller dazu ja noch mal.

Grüße
Boeserwolf(-benutzer)

Verfasser:
Rastelli
Zeit: 12.11.2018 19:56:31
0
2704617
Zitat von Boeserwolf Beitrag anzeigen
Die Werte stimmen ja mit den errechneten Werten überein[...]
nur leider sind die errechneten Werte in 98% der Fälle für die Tonne. Theorie und Praxis klaffen allzuoft weit auseinander. Die Durchflussmengen müssen hinterfragt werden.

Verfasser:
Boeserwolf
Zeit: 15.11.2018 15:25:44
0
2705691
Zitat von Rastelli Beitrag anzeigen
Zitat von Boeserwolf Beitrag anzeigen
[...]
nur leider sind die errechneten Werte in 98% der Fälle für die Tonne. Theorie und Praxis klaffen allzuoft weit auseinander. Die Durchflussmengen müssen hinterfragt werden.


Lustig, ich hatte vorher einige Zeit hier im Forum recherchiert und dort schrieb ein User, dass er die Durchflussmengen verändert hat und kurz darauf wurde er von einem Installateur zurechtgewiesen, dass die Fachleute sich schon etwas dabei denken und man sich dann jedes Mal freut, wenn der Kunde meckert, weil die Heizung nicht funktioniert und später stellt sich heraus, dass der Durchfluss verändert worden ist.

Bitte nicht falsch verstehen, ich bin auch ein großer Fan davon, Dinge zu hinterfragen und nicht alles hinzunehmen, was einem die "Fachleute" auftischen. Aber die pauschale Aussage, dass die Werte praktisch nie stimmen, finde ich etwas seltsam.

Zum einen sagst Du damit, dass die Firmen und Ihre Mitarbeiter alle unfähig sind und zum anderen bin ich mir recht sicher, dass solche Berechnungen in Deutschland auf Basis eines definierten Systems erfolgen, im Zweifel einer DIN oder EU-Norm, und die Variablen sind ja zum Großteil auch bekannt (Raumgröße etc.). Wie kommt es dann, dass die Werte in 98% der Fälle unbrauchbar sind?

VG

Verfasser:
reglerprofi
Zeit: 15.11.2018 15:45:09
1
2705700
Warum sollte die Berechnung nicht stimmen?

Weil der "Berechner" nicht absehen konnte, dass
- sich Fenster- und Türendichtungen verschlechtert haben
- "tierische Handwerker" die Aussen- oder Dachdämmung zerstört haben
- Haarrisse in der Bausubstanz die Dämmwerte verändert haben
- sich Ablagerungen im Heizsystem gebildet haben
- schon die angegebenen Dämmwerte nicht mit der Realität übereingestimmt haben
- usw...

In meinen Augen kann die Berechnung des HA nur als Startwert gesehen werden, der schneller zum Ziel führt. Es wird zur Optimierung immer ein manuelles Nachjustieren notwendig sein.

Viele Grüße
Jürgen Beisner

Verfasser:
Texlahoma
Zeit: 16.11.2018 11:37:41
0
2705965
Es kommt halt darauf an, welche Qualität die Daten haben, mit denen man in eine Berechnung hineingeht.

Sind das im Wesentlichen geschätzte Daten, weil die tatsächlichen Werte im Dunkeln liegen, kann eine Berechnungsergebnis auch nicht besser sein, als eine grobe Abschätzung.

Richtig ist, das gerade auch bei FBHs eine korrekte empirische Vorgehensweise zum gewünschten Ergebnis führt.

Richtig ist aber auch, das gerechnete "Startwerte" -wenn denn die Bezeichnung "Berechnung" auch gerechtfertigt ist (s.o.)- die eine oder andere Iterationsschleife einspart, insbesondere auch bei Anlagen mit Heizkörpern.

Verfasser:
Boeserwolf
Zeit: 16.11.2018 12:42:28
0
2705992
Zitat von reglerprofi Beitrag anzeigen
Warum sollte die Berechnung nicht stimmen?

Weil der "Berechner" nicht absehen konnte, dass
- sich Fenster- und Türendichtungen verschlechtert haben
- "tierische Handwerker" die Aussen- oder Dachdämmung zerstört haben
- Haarrisse in der Bausubstanz die Dämmwerte[...]


Ok, da hast Du bestimmt Recht.
Vielen Dank noch mal an alle für die Antworten

BG
Boeserwolf(-benutzer)

Aktuelle Forenbeiträge
reglerprofi schrieb: Der Preisunterschied zwischen Cat5e und Cat6/Cat7 beträgt nur ca. 0,25€ pro Meter. Der Arbeitsaufwand ist identisch und da stellt sich die Frage nach 100Mbit oder 1000Mbit nicht mehr! Viele Grüße Jürgen...
donnermeister schrieb: Ja, bei Heizkurve und Heizzeiten muss man probieren. Bei den Heizzeite muss du auch bedenken, daß 9 bis 19 Uhr nur 10 Stunden sind. Abzüglich ca. eine Stunde WW bleiben nur noch 9 Stunden heizen übrig....
ANZEIGE
Hersteller-Anzeigen
GET Nord 2018
Halle: B6 · Stand: 171
Sockelleisten, Heizkörperanschlüsse
und Steigstrangprofile
Hochleistungsfähige, intelligente Systeme und Produkte für Bad und Sanitär
GET Nord 2018
Halle: · Stand:
UP-fix
Messstationen
Verteilerstationen
Regelstationen
Website-Statistik