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Grabenkollektor bei hohem Grundwasser möglich/sinnvoll?
Verfasser:
diome
Zeit: 29.12.2018 12:55:33
0
2726540
Hallo liebe Grabenkollektor-Community,

bei uns geht es im Frühjahr endlich los mit dem Bau unseres Einfamilienhauses im Norden von München.
Für dir Heizung liebäugle ich schon länger mit einem Ringgrabenkollektor auf den ich hier im Forum aufmerksam geworden bin. Solewärmepumpe (Vaillant flexotherm exclusive) ist beim Haus eingeplant und für den Kollektor haben wir mit dem Bauunternehmen vereinbart, dass wir diesen selbst erstellen bzw. separat vergeben. Platz genug wäre aus dem Baugrundstück auch vorhanden (1100qm Grundstück). Von daher würden uns hier alle Optionen offen stehen.
Allerdings liegt unser Grundstück neben einem Fluss und wir haben einen hohen Grundwasserstand. Im Gartenbereich der für den Kollektor in Frage käme liegt das Grundwasser bei 1,2-1,4m unter Geländeoberkante. In manchen Jahren wurde der Bereich bei Hochwasser überschwemmt. Aufgrund des Grundwassers bin ich mir nicht sicher ob das Projekt Grabenkollektor bei mir möglich/sinnvoll ist, konkreter frage ich mich gerade:

1) Um beim Graben des Kollektors nicht noch Wasser abpumpen zu müssen kann der Kollektor max. auf 1,2m Tiefe gelegt werden. Denkt ihr dass bei dieser Tiefe der Kollektor noch halbwegs effizient arbeiten kann oder ist das zu nah an der Oberfläche?

2) Ist eine Lage so nah am Grundwasser eher gut oder schlecht für den Kollektor? Bei erhöhtem Grundwasser würde der Kollektor wahrscheinlich direkt im Wasser liegen. Besteht hier die Gefahr von Vereisungen o.ä.?

3) Soweit ich das bisher recherchieren konnte wird je nach zuständigem Amt bei Kollektoren so nah am Grundwasser nicht nur eine Anzeige sondern eine volles Genehmigungsverfahren verlangt. Endgültig kann ich das natürlich erst mit dem Wasserwirtschaftsamt klären, aber hat von euch zufällig jemand Erfahrung ob so ein Bau in Bayern genehmigungspflichtig ist und falls ja wie aufwändig die Genehmigung war?

Hier noch ein paar Fakten zum Haus und Boden falls es relevant ist:
- EFH, KFW 55 Standard, 158qm Wohnfläche
- Wand aus mit Steinwolle gefüllten Ziegeln, U-Wert 0,18 W/m²K
- Keller mit 16cm Perimeterdämmung
- Zentrale Wohnraumlüftung
- Heizlast wurde noch nicht berechnet, aber aus Vergleichsobjekten würde ich schätzen ca. 6kW
- Boden besteht nach Bodengutachten aus schluffigen, kiesigen Sanden (quartäre Sande) und kiesige, sandige Schluffe (quartäre Schluffe)
- Kein Wasserschutzgebiet

Besten Dank und viele Grüße,
Diome

Verfasser:
DV-Gergen
Zeit: 29.12.2018 13:09:41
0
2726547
mit wenig Aufwand kannst Du auf dem beschriebenen Gelände einen Flächenkollektor als Direktverdampferanlage installieren, es sei denn die Vaillant ist gesetzt!
Bist Du noch frei in Deiner Entscheidung, dann ist die DV-Technik insofern interessant, als die Kollektoren auf nur 1 Meter Tiefe verlegt werden und Du somit keine Probleme mit dem Wasserstand bekommst.
Kurt

Verfasser:
htduser
Zeit: 29.12.2018 13:23:40
0
2726551
Zitat von diome Beitrag anzeigen
Allerdings liegt unser Grundstück neben einem Fluss und wir haben einen hohen Grundwasserstand. Im Gartenbereich der für den Kollektor in Frage käme liegt das Grundwasser bei 1,2-1,4m unter Geländeoberkante. In manchen Jahren wurde der Bereich bei Hochwasser überschwemmt.


Hi Diome,

ok und Du hast dir das gut überlegt, in einer Überschwemmungszone ein Haus zu bauen.

Verwende Wärmekörbe, einen Kettenbagger mit einer großen Schaufel.
Bei mir hat das Loch machen 3-4 Minuten gedauert, Tiefe 4,5m, Wärmekorb rein und gleich wieder verfüllt. Bei mir stehen die auch im Grundwasser und die Soleeintrittstemperatur am Ende eines Zyklus liegt bei 8°C, mal 0,2 Grad drüber oder drunter. Die Wärmekörbe kannst Du auch in Eigenleistung erstellen, dauert ein paar Tage ist aber günstiger als sie fertig zu kaufen. Ich habe dafür 900m 32er Rohr verwendet, jeweils 2 Körbe aus 300m Rohr, pro Korb etwa 120m, der Rest für Abstand der Körbe und Leitungen zum Sammler.
Bei dir sollte eine Tiefe von 3,5m reichen, dann stehen die aufgrund des Flusses immer im Grundwasser.

Gruss
Jochen

Verfasser:
diome
Zeit: 29.12.2018 13:42:58
0
2726558
Zitat von DV-Gergen Beitrag anzeigen
mit wenig Aufwand kannst Du auf dem beschriebenen Gelände einen Flächenkollektor als Direktverdampferanlage installieren, es sei denn die Vaillant ist gesetzt!
Bist Du noch frei in Deiner Entscheidung, dann ist die DV-Technik insofern interessant, als die Kollektoren auf nur 1 Meter Tiefe[...]

Hallo Kurt,
die Vaillant-WP ist schon gesetzt, hier nochmal umzuschwenken wird schwierig.
Danke trotzdem für deine Antwort

Verfasser:
diome
Zeit: 29.12.2018 13:52:40
0
2726561
Zitat von htduser Beitrag anzeigen

ok und Du hast dir das gut überlegt, in einer Überschwemmungszone ein Haus zu bauen.

Ja, das ist leider nicht ideal :/. Aber das Haus selbst steht durch Hanglage 1,4m über dem Gartenteil und damit nicht mehr im direkten Überschwemmungsgebiet. Im Hangbereich ist aber leider kein Platz mehr für den Kollektor.

Zitat von htduser Beitrag anzeigen

Verwende Wärmekörbe, einen Kettenbagger mit einer großen Schaufel.
Bei mir hat das Loch machen 3-4 Minuten gedauert, Tiefe 4,5m, Wärmekorb rein und gleich wieder verfüllt. Bei mir stehen die auch im Grundwasser und die Soleeintrittstemperatur am Ende eines Zyklus liegt bei 8°C, mal 0,2 Grad drüber oder drunter...

Interessante Idee, vielen Dank! Wie schätzt du verhalten sich die Kosten in diesem Fall im Vergleich zum Grabenkollektor? Die Körbe würde ich wahrscheinlich eher fertig kaufen.
Wenn bei dir die Körbe auch im Grundwasser stehen war es schwierig dafür eine Genehmigung zu bekommen?

Verfasser:
crink
Zeit: 29.12.2018 14:07:08
0
2726569
Hi,

auch bei 1,2 m Tiefe ist ein RGK möglich, braucht dann allerdings mehr Platz. Zeichne Dein Grundstück im TrenchPlanner, speichere auf dem Server und setze hier den Link rein, dann können wir gemeinsam planen.

Wann wurde der Grundwasserstand gemessen und in welchem Monat soll der Kollektor realisiert werden? Je nach Jahreszeit und vorherigem Niederschlag variiert der Grundwasserstand und ist im Sommer meist niedriger.

Viele Grüße
crink

Verfasser:
klayman
Zeit: 29.12.2018 14:09:08
0
2726570
Das Problem wird das buddeln eines entsprechenden Grabens sein. Zu den bisher genannten Alternativen möchte ich eine weitere in den Raum werfen: Grundwasser-Wärmepumpe. Bei dem hohen Wasserstand hättest Du auch sehr geringe Pumpenkosten. Wenn man die Leitungen alle richtig dicht macht reicht schon eine einfache Umwälzpumpe.
Ich selbst habe eine Nibe F1255-6 als GW-WP in Betrieb. Leider ging aufgrund der Lage im Wasserschutzgebiet kein Flächenkollektor, Wärmekorb oder Tiefensonde, da hier zwingend mit Frostschutz gearbeitet werden muss. Meine JAZ liegt so bei 4.2, wobei da natürlich die 250W für die GW-Pumpe ordentlich rein hauen. Bei Deinem Wasserstand könntest Du mit 50W für die Pumpe auskommen und eine deutlich(!) höhere JAZ erreichen.
Zu den Kosten: 6.500€ für die WP, 800€ für einen großen Wärmetauscher, 600€ für die GW-Pumpe und 3.000€ für zwei Bohrbrunnen mit 12 und 14 Metern Tiefe (GW-Stand bei 9m). Dazu wahrscheinlich noch 1000€ Kleinkram wie Fittinge und Ventile. Ohne Lohnkosten, da selbst gebaut ;-)
Meine persönliche Meinung zu den Lösungen:

Graben-/Flächenkollektor:
+ Einfacher Aufbau
+ Kostengünstig
+ Keine / geringe Wartung
- Schwierig bei hohem Grundwasser
- Viiieeeel umgraben (etwas weniger bei Grabenkollektor)
- Geringe Quellentemperatur

Wärmekorb:
+ Kostengünstig
+ Keine / geringe Wartung
+/- machbar bei hohem Grundwasser wenn man schnell ist
- Geringe Quellentemperatur

DV:
+ Sehr effizient
+ Machbar bei hohem Grundwasser
+/- noch wenig Langzeiterfahrung und wenige Fachbetriebe
- Regelmäßige Wartung durch Fachfirma wegen Kältemittelmenge
- Teurer als FK oder WK

Grundwasser:
+ Sehr effizient
+ Ideal bei hohem Grundwasser
+ Geringe Wartung
- Abhängig von Wasserqualität (insbes. Eisen+Mangan)
- Teurer als FK oder WK

Just my 2 cents ;-)
Klayman

Verfasser: DV-Gergen
Beitrag entfernt. Grund: Werbung (siehe Forumsregeln)
Verfasser:
klayman
Zeit: 29.12.2018 14:32:15
0
2726577
ok, einigen wir uns auf "vergleichsweise geringe Langzeiterfahrung" ;-) Die Kosten können wir schlecht an einem Beispiel fest machen. Beispiel vom Beispiel: Angebot zweier Heizungsbauer für meine Anlage: 36k bzw. 40k mit Übergabe Vor- und Rücklauf bzw. Warmwasseranschluss von der Heizung. Alles andere inklusive. Hab es dann selbst für um die 12k gemacht - beides sicher keine allgemeingültigen Preise. Aber in Summe und über die Menge gesehen wirst Du mir sicher zustimmen, dass DV-Technik zwar teurer, aber auch effizienter ist. Ob es sich rechnet muss im Einzelfall geprüft bzw. anhand von Angeboten verglichen werden...

Verfasser:
diome
Zeit: 29.12.2018 15:13:53
0
2726602
Zitat von crink Beitrag anzeigen
Hi,

auch bei 1,2 m Tiefe ist ein RGK möglich, braucht dann allerdings mehr Platz. Zeichne Dein Grundstück im TrenchPlanner, speichere auf dem Server und setze hier den Link rein, dann können wir gemeinsam planen.

Wann wurde der Grundwasserstand gemessen und in welchem Monat soll der Kollektor realisiert werden? Je nach Jahreszeit und vorherigem Niederschlag variiert der Grundwasserstand und ist im Sommer meist niedriger.

Hallo crink,
vielen Dank für das Angebot mit der gemeinsamen Planung! Ich versuche mal das Grundstück im Planer einzugeben und melde mich dann wieder.

Der Grundwasserstand wurde im September gemessen, der Wert passt auch zu den Werten die ich als mittleren Grundwasserstand hier für die Umgebung finde. Wann genau der Kollektor gebaut werden soll steht noch nicht fest. Entweder vor dem Baubeginn im März oder dann im Bereich April/Mai.

Zitat von klayman Beitrag anzeigen
Zu den bisher genannten Alternativen möchte ich eine weitere in den Raum werfen: Grundwasser-Wärmepumpe. Bei dem hohen Wasserstand hättest Du auch sehr geringe Pumpenkosten.[...]

Hallo klayman,
mit dem Gedanken Grundwasser-Wärmepumpe hatte ich auch schon mal gespielt. Die Vaillant-WP wäre dazu wohl auch geeignet. Was mich etwas abgeschreckt hat waren Berichte, das teilweise die Brunnen sich nach x Jahren zusetzen und erneuert werden müssen. Auch wenn die Bedenken wahrscheinlich Quatsch sind und wir bis dahin unsere Häuser sowieso mit einer völlig anderen Technik heizen wäre mir eine Lösung lieber die langfristig sicher funktioniert. Oder ist das Brunnenproblem nicht so dramatisch wie es sich für mich anhört?

Allgemein: Bitte kein Grundsatzdiskussionen ;-) Die DV-Technik ist wie beschrieben in unserem Fall sowieso schon ausgeschieden.

Verfasser:
ET76
Zeit: 29.12.2018 15:31:09
0
2726614
Hier wurde mal über die Möglichkeit geredet, die Rohre mit einer Drainagefräse einzulassen. Geht aber nur bei grader Verlegung und langem Grundstück.
Also ohne Slinky, nicht ohne Bogen. 😆

Verfasser: DV-Gergen
Beitrag entfernt. Grund: Nicht zum eigentlichen Thema gehörig (siehe Forumsregeln)
Verfasser:
Tommeswp
Zeit: 29.12.2018 15:37:49
1
2726617
@ Kurt

Die oben und erstgenannte Wärmepumpe hat ne Kühlfunktion.
Hat deine das auch?

Verfasser:
elelom2
Zeit: 29.12.2018 17:19:17
1
2726655
Ein Kollektor direkt im Grundwasser ist mE optimal.
Fraglich ist allerdings, ob du es überhaupt genehmigt bekommst.
Du solltest also erstmal die Untere Wasserbehörde konsultieren, was überhaupt möglich ist.

Verfasser:
htduser
Zeit: 29.12.2018 17:24:35
0
2726658
Zitat von diome Beitrag anzeigen

Zitat von htduser Beitrag anzeigen
[...]

Interessante Idee, vielen Dank! Wie schätzt du verhalten sich die Kosten in diesem Fall im Vergleich zum Grabenkollektor? Die Körbe würde ich wahrscheinlich eher fertig kaufen.
Wenn bei dir die Körbe auch im Grundwasser stehen war es schwierig dafür eine Genehmigung zu bekommen?


Da lass dir mal ein Angebot von betatherm machen, alles andere wäre nur Spekulation. Die Genehmigung sollte mit dem passenden Frostschutzmittel, auf der Basis von Propylenglykol, kein Thema sein.

Zitat von diome Beitrag anzeigen

mit dem Gedanken Grundwasser-Wärmepumpe hatte ich auch schon mal gespielt. Die Vaillant-WP wäre dazu wohl auch geeignet. Was mich etwas abgeschreckt hat waren Berichte, das teilweise die Brunnen sich nach x Jahren zusetzen und erneuert werden müssen. Auch wenn die Bedenken wahrscheinlich Quatsch sind und wir bis dahin unsere Häuser sowieso mit einer völlig anderen Technik heizen wäre mir eine Lösung lieber die langfristig sicher funktioniert. Oder ist das Brunnenproblem nicht so dramatisch wie es sich für mich anhört?


Wie wäre denn die Lösung mit einem Saug-/Schluckbrunnen. Jeweils links und rechts in der Grundstücksecke. Den Brunnen aus Schacht- und Sickerringen, Tiefe 4m, 1,5-2m drumrum mit Kies verfüllen. Das dürfte langfristig funktionieren. Zum Schutz der WP, einen Wasserfilter einbauen. Da brauchst Du dann auch kein Frostschutzmittel.

Zitat von klayman Beitrag anzeigen
Wärmekorb:
+ Kostengünstig
+ Keine / geringe Wartung
+/- machbar bei hohem Grundwasser wenn man schnell ist
- Geringe Quellentemperatur


@klayman
Geringe Quellentemperatur?
Ich habe eine Quellentemperatur von 8°C am Ende eines Zyklus und eine AZ von 6,15.

Verfasser:
klayman
Zeit: 29.12.2018 17:43:09
0
2726671
joh, untere Wasserbehörde ist echt so eine Sache ;-) Bei mir ging bei denen nur Grundwasser-WP mit Zwischenkreis, dieser auch nur ohne Forstschutz. Ist aber kein Problem, bei meiner WP liegt der Rücklauf bei mindestens 5°C und mit höherer Drehzahl der GW-Pumpe könnte man den auch noch etwas anheben. Ist aber so ok.

Was man nicht verschweigen darf ist tatsächlich die Gefahr der Verockerung. Ich hatte daher aus dem Brunnen meiner Nachbarn eine Wasserprobe entnommen und sie auf Eisen und Mangan untersuchen lassen. Da beides sehr gering war, habe ich es dann gewagt. Zudem sollte man darauf achten, möglichst wenig Sauerstoff ins Wasser einzutragen, also den Rücklauf deutlich unter dem Wasserspiegel des Schluckbrunnens einleiten (nicht plätschern lassen). Daher verockern auch eher die Schluckbrunnen, da es hier eher dazu kommt. dass gelöstes Eisen und Mangan ausfällt und sich im Filter absetzt. Will demnächst auch mal ne Kamera drin versenken und das Ding von innen ansehen...

Als WP würde wohl so ziemlich jedes Gerät gehen das mit bis zu 10°C Quellentemperatur umgehen kann, notfalls mit Zwischenkreis. Direkt GW-tauglich wäre z.B. noch eine von Dimplex. Ich hatte mich damals für die Nibe entschieden weil man sie online günstig kaufen konnte, es keine künstlichen Beschränkungen für Selbstbauer gibt, viel Dokumentation verfügbar ist und sie umfassend zu programmieren bzw. in mein Bussystem integrierbar ist.

Du kannst ja zum einen mal ne Probe bei Nachbarn nehmen und analysieren lassen (ca. 30€) und zum anderen kannst Du Dir so oder so einen Brunnen bohren lassen (oder selbst plunschen :-P), der Garten wird es Dir danken.

Viele Grüße,
Klayman

Verfasser:
klayman
Zeit: 29.12.2018 17:45:29
0
2726675
Zitat von htduser Beitrag anzeigen
Zitat von diome Beitrag anzeigen
[...]


@klayman
Geringe Quellentemperatur?
Ich habe eine Quellentemperatur von 8°C am Ende eines Zyklus und eine AZ von 6,15.


cool, egal ob Sommer oder Winter? Liegt der Korb auch im GW?

Verfasser:
htduser
Zeit: 29.12.2018 18:05:13
0
2726688
WP ist nur von Okt.-Mrz. aktiv. Ja, die Wärmekörbe liegen im Grundwasser.
Anfang Nov. waren das noch 12,9°C am Ende eines Zyklus, jetzt hat sich das bei 7,9-8,2°C stabilisiert.

Verfasser:
diome
Zeit: 29.12.2018 19:03:26
0
2726722
Ich habe das Haus mit Grundstück jetzt im Trenchplaner gezeichnet (der Pool ist nur Wunschdenken, ich würde aber versuchen dafür einen Bereich freizulassen) : https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=HUX7T96qb6xydH2HLRjZ
@crink und andere Grabenkollektorexperten: Wäre super wenn ihr mal einen Blick drauf werfen könntet was auf dem Grundstück passen könnte

Danke für die weiteren Antworten und die Alternativen. Für die Wärmekörbe werde ich mir auf jeden Fall mal ein Angebot machen lassen. Die Variante mit dem Grundwasserbrunnen behalte auch ich im Hinterkopf.

Verfasser:
fdl1409
Zeit: 29.12.2018 19:34:27
2
2726737
Bei mir war das Wasser auch ein Problem. Habe extra fast ein Jahr gewartet bis es bei der Trockenheit möglich war, auf 1,50m zu baggern. Bei mir ist der Boden aber nicht so kiesig und sandig. Da fließt also nicht so viel, sondern das Wasser kam nur hier und da aus Adern gequollen, die sich durch den ansonsten sehr nassen, aber kaum wasserführenden Boden zogen. Alles was an Wasser nachlief konnte mit einer einzigen Schmutzwasserpumpe abgepumpt werde, die sogar noch ins Takten kam. Weiß gar nicht ob man das als Grundwasser bezeichnen würde, denke es ist eher Schichtwasser.
Das wird bei dir anders sein, gehe davon aus dass der Boden sehr durchlässig ist.

Aus energetischer Sicht optimal, besser geht nicht. Die energetische Qualität ist mindestens so gut wie Ton/Schluff, das kannst du also im Trenchplanner verwenden.
Der Boden ist aber insofern noch besser, als hier nicht die Beschränkungen eines Tonbodens hinsichtlich Bodenhebungen und erlaubter minimaler Temperatur gelten. Einen wassergesättigten Kiesboden kannst du auch auf -5° frieren, da hebt sich nichts, weil die Ausdehnung beim Gefrieren durch Verdrängung von Wasser am Rand der vereisten Zone ausgeglichen wird.

Ob 1,20 oder 1,50 ist dann nicht so wichtig. Bei so einem Boden würde ich dann aber schon versuchen, das Rohr direkt ins Wasser so legen. Man kann ja mit Gummistiefeln bei trockenem Wetter auf z.B. 10cm unter Wasserspiegel gehen. Beim Verfüllen muss man dann auf das Rohr treten oder muss es von oben mit entsprechenden Gerätschaften nach unten drücken.

Wasserbehörde ist natürlich immer so eine Sache. Es kommt auf den einzelnen Sachbearbeiter an. Der kann es nach Gutdünken verbieten oder ohne Probleme genehmigen.

Entgegenkommen kann man denen, indem man darauf hinweist dass es beim RGK keinerlei Schweißverbindungen oder sonstige Verbindungen und auch keinen Sammelschacht gibt. Ausschließlich nahtloses Rohr PE 100 RC.

In diesem Fall würde ich glaube ich nur ein einziges 300m Rohr 40x3,7mm nehmen. Das ist zwar eigentlich für modulierende WP vorgesehen, funktioniert aber auch mit einer nicht modulierenden 6 kW WP. Du verlierst zwar ein wenig Soletemperatur, das wird durch den exzellenten Boden aber mehr als kompensiert.
Ich habe hier eine sehr kalte Gegend, deshalb kann man davon ausgehen dass der Boden nicht sonderlich warm wird. Habe an anderer Stelle einen Brunnen auf 30m gebohrt. Der hat Sommer wie Winter nur zwischen 8 und 9°...
Habe aktuell heute noch einen Soleeingang von 6,4°. Die Rohre liegen nach dem vielen Regen im Dezember jetzt voll in wassergesättigtem Boden, das macht sich sehr bezahlt.

Was das Frostschutzmittel angeht, ohne das du vermutlich nicht auskommen wirst verlinke ich dir hier eine Tabelle:

Empfehlungen der LAWA für wasserwirtschaftliche Anforderungen an Erdwärmesonden und Erdwärmekollektoren
Tabelle 2: Wassergefährdende Wärmeträgermedien und deren prozentuale Anteile an
WGK 1-, WGK 2- und WGK 3-Stoffen (Stand: 20.07.2018)


Grüße von den Kollegen der LAWA an den Mann im Amt. Wenn du mit der Liste kommst siehst er dass du das Problem kennst und seine Belange ernst nimmst.

Wie du siehst sind in der Liste reichlich Produkte gelistet die ausschließlich Inhaltsstoffe der WGK1 enthalten, gar keine von WGK2 oder 3. Auf eines dieser Produkte würde ich mich dann festlegen. Vorzugsweise Ethylenglykol, bei der nicht modulierenden WP macht das einen gravierenden Unterschied. Die WGK1 sind ja sehr gut abbaubar, und ich denke es ist relativ egal ob die dann im Falle einer Havarie im Wasser frei würden oder 20cm höher, die sickern in diesem Boden ja sofort ins Wasser. Bei Flut steht der Wasserspiegel sowieso drüber.

Könnte sogar sein dass du gar keinen Frostschutz brauchst. Wenn das Grundwasser strömt kommt ständig frische Wärme nach. Habe bei mir auch überlegt und bin bis vor 2 Wochen erst mal nur mit Wasser ohne Frostschutz gefahren. Habe erst am 14. Dezember 16% Ethylenglykol eingefüllt. Ganz ohne wird bei mir nicht gehen, dafür wird es hier zu frostig. Und von strömendem Grundwasser profitiere ich wohl nicht oder es strömt wenn überhaupt dann nur in wesentlich tieferen Schichten. Jedenfalls liefert mein Graben sehr viel höhere Temperaturen als meine 3x150m Erdsonden in einem anderen Haus, die ich seit 11 Jahren betreibe und die sich um diese Jahreszeit zwischen 0 und 3° bewegen je nach Witterung.

Einfach mal mit der Behörde sprechen, dann sieht man wie die reagieren.

Grüße
Frank

Verfasser:
kOxXeN
Zeit: 29.12.2018 19:34:31
1
2726738
Ganz easy bei dem großen Grundstück würde ich sagen.

Ich saniere gerade zum KFW55 Haus. Wohnfläche ca. 180qm. Heizlast unter 5kW.
Von daher denke ich wenn du den RGK auf 6kw auslegst, sollte das locker reichen bei einem Neubau.

Hier mal ein Vorschlag. KLICK

Verfasser:
fdl1409
Zeit: 29.12.2018 19:39:44
2
2726742
Was die Wärmekörbe angeht: prinzipiell nichts dagegen einzuwenden.

Sie lösen aber keins deiner Probleme. Wasserbehörde ist die gleiche Situation, eher verschärft sich das durch die größere Tiefe im Grundwasser. Und die Betatherm Körbe erfordern auch Schweißverbindungen, die Körbe müssen ja angebunden und die Rohre bis in den Heizungskeller verlängert werden. Aus Sicht der Genehmigungsfähigkeit eine deutliche Verschlechterung.

Körbe sind m.E. schwieriger einzubringen, schon allein wegen des Auftriebs im Wasser. Sicher alles machbar, sehe aber wieder keinen Vorteil gegen normalen Graben.

Und wenn du fertig konfektionierte Körbe nimmst sind die vielfach teurer.

Grüße
Frank

Verfasser:
crink
Zeit: 29.12.2018 21:01:08
1
2726794
Hi,

da Du mit Keller baust würde ich den Kollektor direkt vor dem Aushub der Kellergrube realisieren mit dem gleichen Bagger, der hoffentlich schön groß ist (20t) und eine Baggerschaufel in Grabenbreite benutzt. Der Vorschlag von koxxen gefällt mir mit umgedrehter Laufrichtung, damit dem Pool nicht friert. Die Anbindungsleitungen können dann vor dem Schließen der Kellergrube dort mit reingelegt werden mit mindestens einem Meter Abstand zur Kellerwand und gerade oder auch in Schlaufen am warmen Ende an die Grubenwand gelehnt (Kellergrubenkollektor) verlegt.

Argumente gegenüber der Unteren Wasserbehörde:
- PE100 RC Rohre, die außerhalb des Hauses nicht geschweißt oder verbunden werden
- Soleverteiler im Haus
- Sole von der LAWA-Liste
- Drucktest vor Inbetriebnahme
- Druckwächter schaltet die WP im unwahrscheinlichen Fall eines Lecks ab

So zeigst Du, dass Du Dich bereits ausführlich mit dem Thema beschäftigt hast.
Weitere Infos in Ringgrabenkollektor für Anfänger.

Viele Grüße
crink

Ps: Wie klappt das dann mit der Kellergrube bei dem Grundwasserstand? Wird laufend abgepumpt? Oder höheres Niveau?

Verfasser:
Lupo1
Zeit: 30.12.2018 11:29:44
1
2727035
Hallo Diome, es ist bereits fast alles angesprochen und theoretisch steht einer Erschließung nur eventuell die Behörde im Weg. Eine gute Vorbereitung und sein Vorhaben detailiert darlegen öffnet meist die Türen.
Wir haben vor einigen Jahren bereits einen RGK erstellt und würde bei euch perfekt passen. Da ihr mit Keller baut wäre auch möglich den warmen Teil des RGK in die Baugrund zu legen.
Übrigens gibt es in deiner Nähe einige RGK.

Wolfgang

Verfasser:
diome
Zeit: 30.12.2018 13:46:34
0
2727149
Hallo an alle,

vielen, vielen Dank für den ersten Planungsentwurf und die hilfreichen Ergänzungen dazu! So wird das ganze gleich konkreter und ich weiß besser wie ich gegenüber dem Wasserwirtschaftsamt argumentieren kann.

Zitat von crink Beitrag anzeigen
Ps: Wie klappt das dann mit der Kellergrube bei dem Grundwasserstand? Wird laufend abgepumpt? Oder höheres Niveau?
Beides, die Kellergrube liegt durch eine Hanglange an diesem Ende höher, aber ein kleines Stück stehen wir trotzdem im Grundwasser und werden abpumpen müssen.

Zitat von Lupo1 Beitrag anzeigen
Übrigens gibt es in deiner Nähe einige RGK.

Hallo Wolfgang,
das ist interessant, kommst du aus der Nähe? Falls du dich hier auskennst, kennst du zufällig einen RGK-aufgeschlossenen Heizungsbauer im Münchner Norden?

Viele Grüße,
Diome

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Grabenkollektor bei hohem Grundwasser möglich/sinnvoll?
Verfasser:
diome
Zeit: 30.12.2018 13:46:34
0
2727149
Hallo an alle,

vielen, vielen Dank für den ersten Planungsentwurf und die hilfreichen Ergänzungen dazu! So wird das ganze gleich konkreter und ich weiß besser wie ich gegenüber dem Wasserwirtschaftsamt argumentieren kann.

Zitat:
...
Ps: Wie klappt das dann mit der Kellergrube bei dem Grundwasserstand? Wird laufend abgepumpt? Oder höheres Niveau?
Beides, die Kellergrube liegt durch eine Hanglange an diesem Ende höher, aber ein kleines Stück stehen wir trotzdem im Grundwasser und werden abpumpen müssen.

Zitat:
...
Übrigens gibt es in deiner Nähe einige RGK.
Hallo Wolfgang,
das ist interessant, kommst du aus der Nähe? Falls du dich hier auskennst, kennst du zufällig einen RGK-aufgeschlossenen Heizungsbauer im Münchner Norden?

Viele Grüße,
Diome
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