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Temperatursensoren im Ringgrabenkollektor
Verfasser:
homeier
Zeit: 05.01.2019 07:53:39
0
2730112
Tag zusammen,

bzgl. Temperatursensoren zur Überwachung der Grabentemperatur:

Hab in irgend einem Thread in einem Nebensatz gelesen, dass sowas gelegentlich mal gemacht wird, konkret aber nur das hier gefunden https://www.haustechnikdialog.de/Forum/t/199836/Temperaturfuehler-im-Grabenkollektor. Der Ersteller/Frager scheints dann doch gelassen zu haben, Antworter cubase scheint nur eine Messstelle im Graben gemacht zu haben.

Aus welchem Grund ausser Spielerei würde man alle 1? 2? X? Meter im Graben einen Sensor einbauen wollen? Nicht dass Spielerei als Grund eigentlich schon genug wäre... Forschung? Optimierungen? Dokumentation?

Grüße
S.

Verfasser:
fdl1409
Zeit: 05.01.2019 08:23:41
1
2730120
Ich bin dabei, Temperatursensoren im Garten zu verbuddeln. Ein Sensor in 20cm Tiefe läuft schon seit ein paar Wochen. Wenn es aufhört zu regnen und der gestern gelieferte Erdbohrer in dem steinigen Boden mitmacht wollte ich eigentlich heute den auf 150cm Tiefe verlegen. Geplant sind dann noch 2 weitere auf 200cm und 400cm, wenn ich so tief komme.

Die Sensoren verlege ich 6m vom warmen Ende des Grabens entfernt, um eine Beeinflussung zu vermeiden bzw. auf ein unbedeutendes Minimum zu reduzieren.

Forschung? Optimierungen? Dokumentation?

Optimierungen nein. Forschung und Dokumentation.
Mich interessiert die Differenz zwischen der ungestörten Bodentemperatur und der Soleeeingangstemperatur. Damit kann man die energetische Effizienz einer Erdwärmequelle messen und einstufen. Theoretisch kann eine Quelle maximal eine Soletemperatur liefern, die der ungestörten mittleren Bodentemperatur entspricht. Angenommen die liege an einem Standort und der gewählten Tiefe bei 8° dann könnte man, wenn man für eine 6 kW WP 10 Kilometer Rohr auf einem Fußballplatz verlegen wollte eine gewichtete mittlere Soletemperatur von 7,9xx° erreichen. In der Praxis ist das weder machbar noch sinnvoll. Mich interessiert wie groß der Abstand bei meiner Quelle tatsächlich ist. Mein Graben ist super, ich erwarte einen Wert von nur 2-3° im Jahresmittel.

Die anderen Sensoren vergrabe ich um die Bedingungen für einen zusätzlichen Graswurzelkollektor zu ermitteln ( 20cm Sensor ) und die beiden auf 200 und 400cm einfach aus Interesse und weil noch 2 Sensorplätze frei waren.

Es gibt nur sehr wenige Messungen der Bodentemperatur in mehr als 1m Tiefe. Die einzigen mir bekannten und öffentlich zugänglichen sind die in Potsdam.

Werde jeden Tag die Soleeingangstemperatur und die Bodentemperatur in 150cm Tiefe sowie die Wärmeproduktion notieren und daraus die nach Entzug gewichteten mittleren Temperaturen berechnen.

Meine Sensoren hängen an meiner Wetterstation und sind öffentlich einsehbar.
Den 20cm Sensor sieht man gleich auf der Startseite, die anderen wenn man von dort auf "Alle Daten der Station Feudingen" klickt und dann auf Grafiken. Die 3 anderen Sensoren liegen momentan noch auf dem Boden oder hängen am Mast.
Die Daten sind auch alle archiviert, können für jeden Tag unter "Archiv" aufgerufen werden.

Sensoren direkt am Rohr zu befestigen ist für mich nicht sinnvoll, das kann ich auch so ungefähr berechnen. Zahlreiche Sensoren im Grabenverlauf brauche ich auch nicht.

Grüße
Frank

Verfasser:
crink
Zeit: 05.01.2019 08:28:55
1
2730123
Hi,

fdl1409 ist gerade dabei, seinen Graben mit Sensoren auszustatten. In Österreich gibt's auch eine Messung, da kann dyarne mehr zu sagen. Ziel ist die Erfassung der Temperaturen in verschiedenen Abständen zum Rohr, um den berechneten Temperaturtrichter rund ums Rohr in der Praxis nachvollziehen und verifizieren zu können. Auch der Temperaturverlust durch die Rohrwand ist von akademischem Interesse.

Ein normaler Nutzer braucht das nicht, da reicht schon der Blick auf die Soletemperaturen für die Überwachung der Anlage. Abgeglichen mit den täglichen Bodentemperaturmessungen des PIK in Potsdam lässt sich schon eine Menge aussagen.

Willst Du allerdings einen Graswurzelkollektor mit automatischer Umschaltung realisieren, dann sind mehrere Tempsensoren notwendig.

Viele Grüße
crink

Verfasser:
Chrashi
Zeit: 05.01.2019 08:33:14
0
2730124
Warum machst du das nur am warmen Ende aber nicht am kalten Eingang? Wird da relativ gesehen nicht mehr Wärme entzogen durch das größere dT zwischen Sole und Erde?
Sorry lese zwar fleißig mit weil ich das sehr interessant finde, habe aber selbst keine WP. Bis zu welcher Entfernung vom Graben wird denn Wärme entzogen?

Verfasser:
FranksBude
Zeit: 05.01.2019 08:47:30
0
2730126
Neben der Spielerei kann man die Daten nutzen, um die Vorhersagen der Simulationen zu bestätigen. Dass der RGK wunderbar funktioniert, sieht man aber mittlerweile an der schieren Anzahl der erfolgreichen Projekte.

Hätte ich damals schon gewusst, dass wasserfeste 1wire-Sensoren unter 1$ kosten, hätte ich vermutlich so einige Sensoren mit verbuddelt. Ich schlage mal alle zehn Grabenmeter vor und dann jeweils ein Sensor am Rohr und einer 1m darüber. Das Kabel mit den Sensoren sollte man vorbereiten - bei 1wire geht alles mit einem Strang.

Na dann - auf bunte zukünftige Thermodarstellungen...oder gar animierte 3D Animationen...lass dem Spieltrieb freien Lauf ;)

Gruß
Frank

Verfasser:
fdl1409
Zeit: 05.01.2019 08:51:55
0
2730128
Warum machst du das nur am warmen Ende aber nicht am kalten Eingang?

Weil ich die ungestörte Bodentemperatur messen will, die so wenig wie möglich vom Graben beeinflusst ist.

Bis zu welcher Entfernung vom Graben wird denn Wärme entzogen?

Theoretisch unendlich. Praktisch denke ich, dass in 6m Abstand die Absenkung durch den Graben bei <0,1° liegt.

Grüße
Frank

Verfasser:
Flachkollektoren
Zeit: 05.01.2019 09:04:25
1
2730134
Hallo,

Habe ebenfalls zwei Temperatursonden in meinem Garten verlegt. Einmal in 200 cm Tiefe und einmal in 140 cm Tiefe. Standort ist Waldviertel in Österreich mit AT -16°. Ebenfalls in ungestörtem Erdreich. Die bestehenden DV-Kollektorrohre sind mindestens 6 Meter bzw. weiter entfernt.

Erstmalige Messungen (mit einem eigenen Gerät mit Digitalanzeige, das ich jedes Mal anstecken muss) am 31. Dezember 2018 ergab bei 200 cm eine Temperatur zwischen +13° und +14°. Die Anzeige schwankte aber eher Richtung +13°.

Bei 140 cm kam ich am selben Tag auf +11°, manchmal schwankte er auf +12°. Der Boden ist zumindest bis auf 200 cm Tiefe fetter Lehm.

Beim Hineinbohren mit einem 150 cm langen Bohrer gab es keine Probleme, das Herausbringen war schwieriger, weil der Boden so dicht ist. Die restlichen 50 cm habe ich mit einem 200 cm Eisenrohr hineingeschlagen - auch ohne Schwierigkeiten. Dann gingen die Bodensensoren ohne Schwierigkeiten hinein.

Die Bodensensoren habe ich mir von der deutschen Firma Pronova liefern lassen und es funktioniert. Nur muss ich bei jeder Messung in den Garten gehen, das Ablesegerät mitnehmen, anstecken und dann wieder ins Haus tragen. Die Ansteckhülsen der Sonden decke ich oben einfach mit einem Kübel ab, auf den ein schwerer Ziegelstein liegt, sodass kein Regen/Schnee dazu kann. Ist vielleicht etwas vorsintflutlich, aber preislich (300 Euro) erträglich.

Mein Grund: Ich wollte ebenfalls wissen, womit ich an tiefster Bodentemperatur im Jahresverlauf zu rechnen habe, weil ich künftig eine WP mit Solerohren verlegen möchte. Interessant wird die Entwicklung bis Ende Februar/Mitte März.
Lg Horst

Verfasser:
homeier
Zeit: 05.01.2019 10:12:51
0
2730152
Dann fang ich doch mal an, laut zu denken:

1. Sensoren günstig, siehe Kommentar von FranksBude

2. Leitungslänge vmtl. kein Problem, vgl. 1-Wire-Spezifikation

3. Anzahl der Sensoren am Bus auch kein Problem

4. Auslesen der Sensoren mittels RaspberryPi/Arduino/XYZ ist Fleissarbeit

Wie würdet ihr einen Graben während der Verlegung mit Sensoren zupflastern, sagen wir mal: 50 Stück?

Grüße
S.

Verfasser:
Kevin89
Zeit: 05.01.2019 10:36:29
0
2730162
Zitat von homeier Beitrag anzeigen
Wie würdet ihr einen Graben während der Verlegung mit Sensoren zupflastern, sagen wir mal: 50 Stück?
[...]

Den Graben garnicht, wozu? Interessant ist doch wirklich nur die ungestörte Erdreich Temperatur wie Frank sie messen will.

Verfasser:
homeier
Zeit: 05.01.2019 11:34:08
0
2730198
Ich hab noch keinen Graben, vielleicht hab ich deswegen noch nicht alles verinnerlicht, aber wäre es nicht interessant, zur Dokumentation oder einfach nur zur Darstellung, zu sehen wie sich die Temperatur der Grabenabschnitte im Laufe des Jahres entwickelt?

Oder stehe ich da irgendwie auf der Leitung und der Graben sollte im Idealfall sowieso überall die gleiche Temperatur haben, wenn er z.B. vereist, dann überall? Bisher habe ich es so verstanden, dass die Temperatur des Grabens am kalten Ende eine andere sein kann als am warmen Ende, auch wenn die Slinkies extra so ausgelegt werden, dass möglichst gleichmäßig entzogen wird.

Dass der RGK mehr als gut funktioniert ist ja längst geklärt. Mein Gedanke ist grad einfach, ob man für ganz wenige Euros mehr nicht einfach ein paar Sensoren mit in den Graben legt, wenn man Spaß an sowas hat.

Aus den Sole Ein- und Ausgangstemperaturen kann man doch nur auf den Graben als ganzen schließen, oder nicht?

Als Gedankenspiel: Wenn ich beim Verlegen des Grabens alle 50cm einen Sensor in der Mitte des Grabens auf die gleiche Tiefe der Slinkes lege, dann sollte ich doch sehen können, wie sich die einzelnen Abschnitte regeneriern, ob ein schattiger Abschnitt sich anders verhält als ein sonniger usw? Und wenn ich dann nach dem ersten Verdichten einfach nochmal so eine Sondenleitung lege, dann hab ich sogar noch eine Ebene.

Wie gesagt: alles Fantasien eines Anfängers. Vielleicht sind sich die Fachleute einig, dass praktisch null Erkenntnisgewinn stattfindet und selbst eine reine Darstellung absolut langweilig ist, weil überall gleich?

Gruß
S.

Verfasser:
Flachkollektoren
Zeit: 05.01.2019 11:48:06
0
2730206
Hallo Frank,

Spannende Geschichte. Du schreibst „mein Graben ist super, ich erwarte einen Wert von nur 2-3° im Jahresmittel“. Heißt das, dass bei einer angenommenen Tiefsttemperatur beispielsweise von 6° in 1,5 Meter im ungestörten Erdreich die Abweichung für die tiefste Soletemperatur nur 2-3° beträgt - also dann 3-4° wäre?

Und gibt es dann Unterschiede bei der Höhe der Abweichungen zwischen ungestörter Erdreichtemperatur und Soletemperatur, wenn die ungestörte Erdreichtemperatur höher oder tiefer liegt als beispielsweise die vorher angenommenen 6°? - Also bei ungestörter tiefster Erdreichtemperatur von 9 Grad ist dann die Abweichung ebenfalls linear 2-3° nach unten und bei nur 3 Grad tiefster ungestörter Erdreichtemperatur sind es auch 2-3° weniger für die tiefste Soletemperatur?

Ändert sich die Abweichungsgröße auch je nach Verlegetiefe? - Soll heißen, wenn ich in 2 Meter Tiefe eine Temperatur von ungestört etwa 8 Grad habe, rechne ich dann auch mit 2-3° weniger tiefster Soletemperatur? Oder wird die Abweichung bei tieferer Verlegung weniger/mehr?
Danke lg Horst

Verfasser:
FranksBude
Zeit: 05.01.2019 11:54:19
0
2730207
@homeier: ich würde mir aufbereitete Daten interessiert anschauen. :)

Die ungestörte Temperatur brauchst du dann aber auch zum Vergleich.

Bezeichne es doch als Hobby - maximaler Einsatz für minimalen Effekt.

Verfasser:
fdl1409
Zeit: 05.01.2019 12:02:05
0
2730212
Hallo Horst,

Heißt das, dass bei einer angenommenen Tiefsttemperatur beispielsweise von 6° in 1,5 Meter im ungestörten Erdreich die Abweichung für die tiefste Soletemperatur nur 2-3° beträgt - also dann 3-4° wäre?

Nein, ich spreche von der gemittelten und gewichteten Temperatur über das ganze Jahr. Im Sommer und Herbst ist das geringer, bei Spitzenlast im Winter ist die Differenz größer.

Und gibt es dann Unterschiede bei der Höhe der Abweichungen zwischen ungestörter Erdreichtemperatur und Soletemperatur, wenn die ungestörte Erdreichtemperatur höher oder tiefer liegt als beispielsweise die vorher angenommenen 6°? - Also bei ungestörter tiefster Erdreichtemperatur von 9 Grad ist dann die Abweichung ebenfalls linear 2-3° nach unten und bei nur 3 Grad tiefster ungestörter Erdreichtemperatur sind es auch 2-3° weniger für die tiefste Soletemperatur?

So ist es. Wenn der Boden wärmer ist ( z.B. wärmeres Klima ) ändert sich parallel dazu bei ansonsten gleichen Bedingungen die Soletemperatur.

Ändert sich die Abweichungsgröße auch je nach Verlegetiefe? - Soll heißen, wenn ich in 2 Meter Tiefe eine Temperatur von ungestört etwa 8 Grad habe, rechne ich dann auch mit 2-3° weniger tiefster Soletemperatur? Oder wird die Abweichung bei tieferer Verlegung weniger/mehr?

Bei einer größeren Verlegetiefe von z.B. 2m steigt die nach Entzug gewichtete mittlere Bodentemperatur etwas an. Die Regeneration verläuft aber etwas langsamer, deshalb sollte die Differenz leicht zunehmen.
Das ist ein Grund, warum ich auch auf 2m messen werde. Um genau das zu berechnen. Die Soletemperatur bei tieferer Verlegung kann ich natürlich nicht feststellen, wohl aber die Auswirkungen auf die gewichtete Bodentemperatur. Der Gewinn bei der Soletemperatur ist dann etwas niedriger. Ich denke es wird dabei herauskommen dass es sich nicht lohnt, tiefer zu gehen als 1,50m.

Wenn meine Erwartung von 2-3° Differenz zur Bodentemperatur sich bestätigen lässt wäre das eine herausragend gute Quelle. Bei MaJen am anderen Ende der Skala ist der Unterschied mehrfach so hoch.
Meine Quelle ist großzügig ausgelegt, 160m Graben bei 9-10 kW Heizlast. Der Boden ist wassergesättigt. Begünstigend wirkt auch die Modulation der Wärmepumpe.

Meine Quelle hat mich bisher sehr positiv überrascht. Habe immer noch +5,6° Soleeingang. In dieser kalten Gegend hätte ich das nicht erwartet. Habe 10km Luftlinie entfernt einen 30m tiefen Förderbrunnen. Da kommt das Wasser ganzjährig mit ca. 8,5° raus mit Schwankungen von +/- 0,2°.

Grüße
Frank

Verfasser:
hbrockmann
Zeit: 05.01.2019 12:07:54
0
2730218
Zitat von homeier Beitrag anzeigen
Als Gedankenspiel: Wenn ich beim Verlegen des Grabens alle 50cm einen Sensor in der Mitte des Grabens auf die gleiche Tiefe der Slinkes lege, dann sollte ich doch sehen können, wie sich die einzelnen Abschnitte regeneriern, ob ein schattiger Abschnitt sich anders verhält als ein sonniger usw? Und wenn ich dann nach dem ersten Verdichten einfach nochmal so eine Sondenleitung lege, dann hab ich sogar noch eine Ebene.

Wie gesagt: alles Fantasien eines Anfängers. Vielleicht sind sich die Fachleute einig, dass praktisch null Erkenntnisgewinn stattfindet und selbst eine reine Darstellung absolut langweilig ist, weil überall gleich?

ich persönlich würde solche zahlen sehr interessant finden und ich denke mal auch crink wäre daran interessiert zu sehen ob die berechnungen zu den slinky verteilungen sich in der realität so genauso verhalten wie erwartet.

da wäre dann natürlich eine verlegung möglichst nah an den vorgaben des jeweiligen trenchplanner plans notwendig um dort rückschlüsse ziehen zu können.

bei "normalen" gräben ist der vorschub auch bei "grobem augenmaß" noch im grünen bereich, für so eine auswertung sollte man dann die abstände sehr genau einhalten.

Verfasser:
fdl1409
Zeit: 05.01.2019 12:16:17
0
2730224
@homeier,

der Graben wird am Anfang stärker ausgekühlt als am Ende. Das ist keine feste Größe, aber so Pi mal Daumen 130% am Grabenanfang, 70% am Grabenende. Wenn also die ungestörte Bodentemperatur bei 8° liegt und der Graben in der Grabenmitte eine Temperatur von 5° hat dann hast du am Anfang etwa 4,1 und am Ende 5,9°. Das sind keine fixen Werte, sondern das hängt von diversen Parametern ab. Nur als grobe Richtschnur gedacht.

Es bringt also nicht so wahnsinnig viel alle 50cm einen Sensor zu vergraben. Wenn ich ein paar Messpunke am Anfang, Ende, Mitte habe kann ich den Rest extrapolieren.
Recht deutliche Unterschiede sieht man übrigens abhängig von der Entfernung vom Rohr. Direkt am Rohr anliegend ist die Temperatur deutlich höher als in 5 oder 10cm Entfernung davon.

Bei Eisbildung werden die Unterschiede nivelliert. Der Unterschied zwischen Anfang und Ende des Grabens wird ebenso kleiner wie der zwischen einem Punkt direkt am Rohr und einige Zentimeter entfernt. Auch der Unterschied zwischen ungestörter Bodentemperatur und Sole wird gedämpft. Wobei solche Anlagen, bei denen es zur Eisbildung kommt, qualitativ schlechter sind als meine, d.h. der Unterschied zum ungestörten Boden ist größer als die vermuteten 2-3°. Das liegt v.a. an Belastung und Bodenart.

Der Einfluss von Schatten und Sonne ist relativ begrenzt. Ein voll sonniger Graben hat vielleicht 1° höhere Bodentemperatur und damit Soletemperatur als ein stark von Bäumen beschatteter.

Grüße
Frank

Verfasser:
cubase
Zeit: 05.01.2019 12:22:45
2
2730225
Zitat von homeier Beitrag anzeigen
Der Ersteller/Frager scheints dann doch gelassen zu haben,,,
[...]


Nicht korrekt!
Wollte eigentlich die Heizsaison noch abwarten, hier schon mal ein kleiner Vorgucker:



5x 1 Wire-Sensoren per Busmaster am Raspi2


Warum die Sensoren? : Ich habe einen bewusst 4-fach unterdimensionierten Kollektor eingegraben. (2x 40er Rohre in einem 110m langen Schlitzgraben)
Und da sind die Bodentemperaturen im Umfeld nebst der geloggten Soletemperaturen, VL/RL, etc schon sehr interessant. Zumal für keine 50 Euro (+ etwas Hirnschmalz & Zeit) recht budgetschonend.


LG cub

Verfasser:
Flachkollektoren
Zeit: 05.01.2019 13:15:36
1
2730245
Hallo

Danke Frank für Information. Ich bin schon gespannt, wie Deine Werte sein werden. Ich kann sie bei mir vorerst leider nicht täglich ablesen. Bin noch bis Anfang April im Ausland und komme nur zwischendurch ein Wochenende im Februar zurück. Da werde ich wieder messen. Ab April dann zumindest wöchentlich.

Die Messung von cubase finde ich auch super. Vor allem Dein Wert in 3 Meter Entfernung der Kollektorrohre mit etwa 7,5 Grad in 1 Meter Tiefe laut Grafik und nur gering darunter in 0,5 Meter Tiefe sind interessant, nachdem ich in 1,4 Meter 11 Grad und in 2 Meter 13 Grad gemessen habe. Das kommt wahrscheinlich ziemlich gut hin - wobei ich mindestens 6 Meter Abstand von meinen DV-Rohren habe. Deine geringen Ausgaben für die Messung sind auch großartig, bei mir hat mein Hirnschmalz keine so kostengünstige Lösung erlaubt.
Lg Horst

Verfasser:
Flachkollektoren
Zeit: 26.01.2019 17:31:50
0
2741398
Hallo

Meine Bodensensoren im Waldviertel haben heute am 26. Jänner in 2,0 m Tiefe eine ungestörte Erdreichtemperatur von 8° angezeigt. Am 1. Jänner waren es noch 13°. Ein Absinken um 5° in knapp 4 Wochen.

In 1,4 m Tiefe waren es am 26. Jänner 6°, gegenüber 11 Grad vom 1. Jänner. Also ein Absinken ebenfalls um 5°.

Ich hoffe, dass ich Anfang März noch einmal in Österreich bin, da kann ich die weitere Ablesung machen. Ab April dann wöchentlich.

Eine Frage, die eigentlich nicht in diesen Thread passt: Ich habe gemessen, dass bei der geplanten Sole-Verlegung der höchste Punkt im Garten fast so hoch liegt wie der First des Hauses mit der WP drinnen. Wenn sich als höchster Punkt innerhalb des Dachraums die Sole-Entlüftung ausgeht, wäre das sehr gut. Wenn nicht, soll ich dann im Garten bei der Stelle mit dem höchsten Punkt eine Entlüftung mit einer Anborschelle machen? Brauche ich dann bei 4 Solekreisen 4 Anbohrschellen samt Entlüftung und muss ich da auch eine Art Schacht machen, um notfalls etwas zu richten?

Lg Horst

Verfasser:
Brombaer
Zeit: 26.01.2019 18:27:23
0
2741429
Bloß nicht. Der Kollektor im Garten hat dort keine Entlüftung. Der wird gespült ähnlich wie eine FBH. Den Entlüfter setzt man im Technikraum an der höchsten Stelle. Oder man hat dort die Nibe Vase.

Verfasser:
crink
Zeit: 26.01.2019 21:38:32
0
2741527
Hi,

bitte die Solekreise alle einzeln am Soleverteiler absperrbar ausführen, dann klappt's mit der Entlüftung.

Viele Grüße
crink

Ps: Das PIK hat im Januar bisher nur 3,7 Grad in 1 m Tiefe verloren, in 2 m Tiefe knapp 2 Grad: https://www.pik-potsdam.de/services/klima-wetter-potsdam/klimazeitreihen/bodentemperatur

Verfasser:
Flachkollektoren
Zeit: 26.01.2019 22:25:22
0
2741549
Danke Brombaer und crink,

Jeden einzelnen Solekreis am Soleverteiler absperren ist klar. Die höchste Stelle im Heizraum für Entlüfter auch ok.

Die Jänner-Bodentemperaturen von der Potsdam-Seite habe ich mir angeschaut. Knapp 2 Grad weniger im Monatsverlauf in 2 m Tiefe ist wirklich nicht viel. Hoffe, dass meine Messgeräte in Ordnung sind, weil 5 Grad weniger schon deutlich drüber liegen.
Lg Horst

Verfasser:
Lupo1
Zeit: 27.01.2019 10:34:47
1
2741675
Hallo Horst, man sollte hier keinen direkten Vergleich Potsdam zu deinem Standort machen. Beide Orte haben andere klimatische Bedingungen und vor allem Bodenverhältnisse. Soweit mir bekannt gibt es in Potsdam und Umgebung Sand bzw sandhaltigen Boden also tendeziell trockenen Boden. Im Waldviertel wird es überwiegend bindigen und wassergesättigter Boden geben jener auch eine bessere Lehrtätigkeit aufweist. Die tendenz einer fallenden Temperatur trifft für beide zu.

Wolfgang

Verfasser:
Flachkollektoren
Zeit: 19.04.2019 05:52:36
1
2774442
Hallo,

Meine ungestörte Bodentemperatur im Waldviertler Lehmboden in 2 m Tiefe hat am 25. Jänner 8 Grad betragen (leider keine Zehntelgrade). Die PIK-Potsdam-Temperatur betrug 6,6 Grad.

Bei der nächsten Messung am 31. März lag sie ebenfalls bei 8 Grad (Potsdam 7,2 Grad).

Bis zum 12. April hat sich bei den 8 Grad nichts getan (Potsdam stieg sie kontinuierlich auf 8,7 Grad).

Am 13. April pendelte die Anzeige bei mir zwischen 8 und 9 Grad, also leichte Steigerung (Potsdam wies bereits 8,8 Grad aus).

Gestern 18. April dann eindeutig 9 Grad (Potsdam wies 8,8 auf).

Das erste Mal hatte ich Ende 2018 Anfang 2019 gemessen. Am 2. Jänner hatte ich 13 Grad abgelesen (was ich ehrlich gesagt nicht glauben kann und wahrscheinlich habe ich das Lesegerät zu kurz im Freien zum Messen gelassen) - Potsdam hatte da 8,0 Grad.

Leider konnte ich zwischen Ende Jänner und Ende März nicht messen, weil ich im Ausland war. Die Potsdam-Temperaturen gingen bei 2 m Tiefe Mitte Februar auf den Tiefstand von 5,2 Grad runter. Da hätte mich natürlich meine Temperatur interessiert.

Jedenfalls dürfte es stimmen, dass der Lehmboden gegenüber dem sandigen Potsdam-Boden dämpfend wirkt - also nicht so rasch mit den Temperaturen runter geht und vielleicht auch nicht so tief, aber dass dann bei wärmeren Außentemperaturen die Bodentemperatur beim Lehmboden nicht so rasch ansteigt wie beim sandigen.
Lg Horst

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