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Zukunft der Energiewende
Verfasser:
Nicole4711
Zeit: 18.01.2020 16:37:28
0
2894018
Zitat von wpibex Beitrag anzeigen
die Schreibweise 'ph' für den Lippen-Reibelaut ist altmodisches Griechisch nachäffen. Die alten Griechen hatten für diesen Laut das Zeichen phi. Obwohl die Römer dafür das 'f' benutzten, wollen 'Gebildete' mit dem 'ph' ihre griechische Bildung betonen.

https://gfds.de/warum-kann-ph-nicht-immer-durch-f-ersetzt-werden/

Es geht schlicht um deutsche Rechtschreibung. Bitte auch mal den Duden konsultieren.

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 18.01.2020 17:04:04
1
2894031
Zitat von fdl1409 Beitrag anzeigen
Die hier genannten Werte für PV unterscheiden sich sehr deutlich von viel höheren .Zahlenwerten, mit denen hier immer wieder mal argumentiert wird.

Gar nicht. Ich würde heute annehmen dass wir in 2050 eine Kapazität von 200 - 300 GW PV haben werden. Von 2035 bis 2050 ist noch eine Weile.

Ein ganz wesentlicher Teil der zu ersetzenden Kohlekraftwerke wird durch neue Gaskraftwerke ersetzt.

Wer hat etwas anderes gesagt? [...]


Ich mache mir jetzt nicht die Mühe, im Forum nach anderen und den höchsten Werten zu suchen

Zitierfähig und mit Quellen belegbar sind die Vorstellungen/Forderungen für den notwendigen jährliche Zubau PV

• 4-4,5 GW(Netzbetreiber 2020)
• 10 GW (BEE, BSW 2019)
• 15 - 20 GW Zubau (Prof. Quaschning HTW Berlin 2018 )

Dietmar Lange

Verfasser:
HenningReich
Zeit: 18.01.2020 17:47:09
1
2894050
2019 lagen die Kosten für PV Strom in den Ausschreibungen in Deutschland bei circa 5Cent /KWh. Bis 2025 werden sich die Kosten für PV Module vermutlich noch einmal halbieren (basierend auf dem Verlauf der letzten 15 Jahre und Analystenforecasts - die Fabriken die gerade im Bau sind geben das dann her).
Ab 2025 wird also PV Strom ab 3.xCent /KWh zur Verfügung stehen. Kein Mensch der rechnen kann wird - wenn die Sonne scheint - dann noch gleichzeitig Kraftwerke mit fossiler Energie laufen lassen. Fossile Energien fliegen dann durch Merit Order aus dem Rennen oder verbrennen massiv Geld.

Die Finanzinvestoren werden also dann versuchen maximal PV zuzubauen. Jeder Industriebetrieb der signifikant Strom verbraucht MUSS sich dann PV Anlagen zubauen oder Contracting Verträge abschließen, weil er sonst einen finanziellen Nachteil bekommt.
Was das für den PV Zubau bedeutet - da bin ich überfordert das abzuschätzen. Ich denke aber mal es wird nicht weniger werden als 4GW/Jahr. Das obere Limit kann imho durchaus bei 20GW liegen. Ich glaube auch nicht, daß der Staat das dann über Auschreibungsmengen limitieren kann (so wie bisher). Zumindest mir fallen mal gleich sehr sehr viele Umgehungsmöglichkeiten ein und Finanzinvestoren sind erfahrungsgemäß viel kreativer als ich wenn es ums Geldscheffeln geht.
Schaun wir mal dann sehn wir mal.

Verfasser:
HenningReich
Zeit: 18.01.2020 18:02:59
1
2894058
Weitere Fakten zum Nachdenken für alle Leute die gerne Zahlen mögen und selber rechnen:
Der PV Markt in der EU hat sich von 2018 auf 2019 verdoppelt (von 8 auf 16GW).
Ich denke nicht, daß 100% Wachstum pro Jahr dauerhaft machbar ist, aber 30% schon.
Wo stehen wir dann in 2025 und 2030?
Jeder der gerne Exponentialfunktionen rechnet kann seinen Spass haben.

Verfasser:
Nicole4711
Zeit: 18.01.2020 18:21:38
0
2894070
Zitat von HenningReich Beitrag anzeigen
Jeder Industriebetrieb der signifikant Strom verbraucht MUSS sich dann PV Anlagen zubauen oder Contracting Verträge abschließen, weil er sonst einen finanziellen Nachteil bekommt.


Gleich wird der übliche Verdächtige mit seinem FUD kommen, dass das alles voraussetzt, dass PVA überhaupt ins Netz einspeisen dürfen; EE weiterhin Vorrang hat; Selbstverbrauch legal ist.

3.....2.....1

:-)))))))

Verfasser:
Woldler
Zeit: 18.01.2020 18:24:44
2
2894075
Servus,
also ich find das schon klasse das die EE´s so zügig voranschreiten.
Doch bin ich sehr skeptisch ob 100%EE in 2050 machbar sind.
Ich hab das Video von @Henning angesehen. Das ist in der Theorie und im kleinen Maßstab schon wunderbar.
Doch in der Realität sind das, wie selbst im Video gesagt, Visionen. Und ich bin der Meinung, wer Visionen hat sollte mal einen kompetenten Arzt aufsuchen.
Aber mal im Ernst, es wird von riesigen Gaskavernen gesprochen um das erzeugte Methan und Biogas zu speichern.
Welches dann bei zu wenig EE die Gaskraftwerke antreiben soll. Diese Kavernen würden auch bitter nötig sein, denn die bestehenden reichen bei weitem nicht aus.
Und das in D, wenn ich schon sehe welcher Aufstand wegen einer Stromleitung aufgeführt wird. Dann will ich gar nicht erst den Aufschrei bei riesigen Gaskavernen im Boden hören.
Wir haben aktuell knapp 30GW installierte Gaskraftwerke. Wenn das real sein soll bräuchten wir min. 75GW.
Grüße
M.

Verfasser:
pflanze 132
Zeit: 18.01.2020 18:33:32
4
2894086
Doch in der Realität sind das, wie selbst im Video gesagt, Visionen. Und ich bin der Meinung, wer Visionen hat sollte mal einen kompetenten Arzt aufsuchen.

Wenn man dann bei Frank (fdl) landet, wird die Umsetzung dieser Visionen in die Realität wahrscheinlicher...:-)

Grüße
Stefan

Verfasser:
Tom Berger
Zeit: 18.01.2020 18:48:15
4
2894099
Zitat von Woldler Beitrag anzeigen
Und ich bin der Meinung, wer Visionen hat sollte mal einen kompetenten Arzt aufsuchen.


Worin unterscheidet sich denn ein Mensch ohne Visionen von, sagen wir, einem Schimpansen? Ohne Visionen würden Sie noch immer auf Bäumen leben ...

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 18.01.2020 19:16:17
1
2894119
Zitat von Woldler Beitrag anzeigen


Aber mal im Ernst, es wird von riesigen Gaskavernen gesprochen um das erzeugte Methan und Biogas zu speichern.
Welches dann bei zu wenig EE die Gaskraftwerke antreiben soll. Diese Kavernen würden auch bitter nötig sein, denn die bestehenden reichen bei weitem nicht aus.
Und das in D, wenn ich schon sehe welcher Aufstand wegen einer Stromleitung aufgeführt wird. Dann will ich gar nicht erst den Aufschrei bei riesigen Gaskavernen im Boden hören.
Wir haben aktuell knapp 30GW installierte Gaskraftwerke. Wenn das real sein soll bräuchten wir min. 75GW.

,[...]


Aktuelle Zahlen dazu aus erster Hand:

Rund 227 Milliarden Kilowattstunden Gas können Untertage-Gasspeicher in Deutschland aufnehmen

Deutschland verfügt über die größten Gasspeicherkapazitäten in der Europäischen Union. 47 Untertage-Gasspeicher sind an insgesamt 38 Standorten über ganz Deutschland verteilt. Sie können rund 227,3 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Arbeitsgas aufnehmen (Quelle: Gas Infrastructure Europe, GIE). Das entspricht gut einem Viertel der in Deutschland im Jahr 2018 verbrauchten Gasmenge.
Arbeitsgas ist solches Gas, das aus dem Speicher entnommen werden kann, ohne dass der erforderliche Mindestdruck unterschritten wird. Aktuell sind die Gasspeicher durchschnittlich zu rund 95 Prozent gefüllt.

Die vorhandenen Speicherkapazitäten für Erdgas könnten zum Teil künftig auch für grüne Gase genutzt werden und somit einen wichtigen Beitrag zur Flexibilisierung der Energiewende leisten. So ließe sich in sogenannten Untergrund-Kavernenspeichern, die fast zwei Drittel des Volumens der deutschen Gasspeicher ausmachen, bis zu 100 Prozent Wasserstoff speichern.


Dietmar Lange

Verfasser:
Brombaer
Zeit: 18.01.2020 19:19:51
2
2894120
Super dass wir speichern können, jetzt muss nur noch einer zu bezahlbaren Kosten produzieren.

Haben Sie eine Preisinfo für das geschätzte HTD Publikum ?

Verfasser:
delta97
Zeit: 18.01.2020 19:34:46
4
2894124
In Dänemark und Schweden stehen Bevölkerung, Parteien & Regierung hinter EE Wende. Hierzulande gibt es querbeet Widerstände und zu viele Worte statt Taten.

Es ist mir schleierhaft, wieso wir noch Fossile importieren. Und damit Staaten unterstützen, von denen ich nicht abhängig sein möchte. EE wird laufend kostengünstigster. Die EE Wende kostet ein paar Dublonen. Aber dafür druckt die EZB Geld. Bei lokaler EE Produktion und Gebäudesanierung bleibt die Wertschöpfung hier.

Ich bewundere Dänemark. Da geht es nur noch darum ob Wind, Wasser, PV oder doch ST. Fossile werden diskussionslos verboten & Gruss delta97

www.energynet.de/2016/11/07/daenemark-energiewende/

....satirisch...eufemismus .. ist tschechisch .. oder geht es um eufeminismus ;-)
www.linguatools.de/deutsch-tschechisch/?query=Eufemismus&prefix=1
https://literaturkritik.de/id/4810 ...........Ende Satire..............

Verfasser:
Poeggsken
Zeit: 18.01.2020 19:47:31
5
2894127
Zitat von Woldler Beitrag anzeigen
Servus,
also ich find das schon klasse das die EE´s so zügig voranschreiten.
Doch bin ich sehr skeptisch ob 100%EE in 2050 machbar sind.
Ich hab das Video von @Henning angesehen. Das ist in der Theorie und im kleinen Maßstab schon wunderbar.
Doch in der Realität sind das,[...]


Immer diese Skeptiker.....es nervt.

Es müssen einfach viel mehr EE zugebaut werden als in der Vergangenheit. Die letzen paar Prozente sind immer die schwierigsten, da brauchen wir dann ab 2040 etwas mehr Zeit um uns langsam an die 100% heranzutasten.
Ich behaupte, niemand kann heute sagen wie genau das dann funktioniert, aber das brauchen wir ja auch noch nicht. Es wird auch mehrere Lösungsmöglichkeiten geben.

Kannst du denn sagen warum es garantiert nicht funktioniert? Nö, oder? Also wirds schon gehen.

Gruß
Philipp

Verfasser:
HFrik
Zeit: 18.01.2020 19:52:25
2
2894129
Zitat von pflanze 132 Beitrag anzeigen
Doch in der Realität sind das, wie selbst im Video gesagt, Visionen. Und ich bin der Meinung, wer Visionen hat sollte mal einen kompetenten Arzt aufsuchen.

Wenn man dann bei Frank (fdl) landet, wird die Umsetzung dieser Visionen in die Realität[...]

Jupp, wenn ich ne Vision habe wie man die Heizungstechnik optimeren will, ist eine der besten Ideen dis hier im Forum mit Frank zu diskutieren, da hat Wodler schoin recht :-)
Auf die Art und weise sind Wärmepumpenheizungen mit Jahresarbeitszahlen entstanden, von denen man früher nur träumen konnte.

Verfasser:
crink
Zeit: 18.01.2020 21:09:20
0
2894162
Zitat von Woldler Beitrag anzeigen
Aber mal im Ernst, es wird von riesigen Gaskavernen gesprochen um das erzeugte Methan und Biogas zu speichern. Welches dann bei zu wenig EE die Gaskraftwerke antreiben soll. Diese Kavernen würden auch bitter nötig sein, denn die bestehenden reichen bei weitem nicht aus.

Moin Woldler,

stell Dir vor, Du stellst Dein hypothetisches Haus mit 20.000 kWh Gasbedarf auf eine Wärmepumpe um. Bei 18.000 kWh Wärmebedarf und JAZ 3,5 wegen Altbau sind das 5150 kWh Strom. Nun stell Dir weiter vor, dass die Hälfte des Stroms aus EE-Erzeugung kommt und die andere Hälfte aus einem Gaskraftwerk mit 55% Wirkungsgrad. Dann brauchst Du dafür wieviel Gas? Richtig, ca. 5.000 kWh.

Also ein Viertel der ursprünglichen Menge.
Und das noch komplett ohne weitere Dämmmaßnahmen.

Nun stell Dir vor, dass nicht nur Du das machst, sondern noch weitere 10 Mio Hausbesitzer. Schwupps, wurden 150 TWh Gas pro Jahr eingespart. So wird nach und nach Platz geschaffen in den bestehenden Kavernen.

Natürlich ist für den Betrieb der obigen 10 Mio WP noch EE-Zubau erforderlich. Bereits 25 TWh reichen. Jedes Dach der 10 Mio Häuser bekommt eine 10 kWp-Anlage mit jeweils 9.000 kWh pro Jahr Ertrag - aber halt, dann wird ja viel zu viel Strom erzeugt...

Viele Grüße
crink

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 18.01.2020 22:47:12
1
2894214
Zitat von Brombaer Beitrag anzeigen
Super dass wir speichern können, jetzt muss nur noch einer zu bezahlbaren Kosten produzieren.

Haben Sie eine Preisinfo für das geschätzte HTD Publikum ?


Ich habe keine wirkliche Ahnung, was ab 2030 m³ Erdgas auf dem Weltmarkt kosten wird.

Ich habe aber schon mehrmals mit Quellenangabe gepostet, dass die deutsche Gasbranche davon ausgeht, dass ab 2030 EE- Gase zu wettbewerbsfähigen Preisen produzierbar sind.

Ich habe schon mehrfach gepostet, dass der Richtliniensetzer Gas (DVGW) mitgeteilt hat, dass bis 20 % Wasserstoffanteil im Gasnetz sofort technisch möglich sind, bei Einspeisung von Methan 100%.

Ich habe schon mehrfach darauf hingewiesen, dass die deutsche Heizungsindustrie (BDH) solche Anteile im Gasnetz bei Wärmeerzeugern für unbedenklich erklärt hat.

Ich habe auch schon darauf hingewiesen, dass die ersten Brennwertgeräte für 100% Wasserstoff für den Markt zugelassen wurden.

Schlussfolgerungen aus solchen prüfbaren Angaben sollte jeder Leser selbst ziehen.

Die Bundesregierung (BMWi) hat in dieser Legislaturperiode mehrfach mitgeteilt. die Fixierung auf all electric war ein strategischer Fehler und wird nicht weiter verfolgt.

An all electric halten gegenwärtig nur die Grünen fest, die vor 20Jahren den Einsatz von Strom im Wärmebereich auf keinen Fall tolerieren wollten.


Dietmar Lange

Verfasser:
delta97
Zeit: 18.01.2020 23:15:47
4
2894224
Es spielt keine Rolle wie oft man fragwürdige Aussagen postet.
Die Aussagen bleiben immer noch fragwürdig & Gruss delta97

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 19.01.2020 00:07:06
1
2894241
Zitat von delta97 Beitrag anzeigen
Es spielt keine Rolle wie oft man fragwürdige Aussagen postet.
Die Aussagen bleiben immer noch fragwürdig & Gruss delta97


Ich habe auf eine an mich gestellte konkrete Fage geantwortet.

Den Wahrheitsgehalt der geposteten Aussagen kann jeder Leser selbst prüfen.

Ob Schlussfolgerungen auf die Zukunft 2030/ 2050 zutreffend sein werden, kann heute noch nicht beurteilt werden.

Dietmar Lange

Verfasser:
pflanze 132
Zeit: 19.01.2020 00:11:16
4
2894244
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
Ich habe keine wirkliche Ahnung, was ab 2030 m³ Erdgas auf dem Weltmarkt kosten wird.
...
Schlussfolgerungen aus solchen prüfbaren Angaben sollte jeder Leser selbst ziehen.

Die Bundesregierung (BMWi) hat in dieser Legislaturperiode mehrfach mitgeteilt. die Fixierung auf all electric war ein strategischer Fehler und wird nicht weiter verfolgt.

Hallo Dietmar,

alles schön und gut - man muss sich ja an irgendwas orientieren.

Stellt sich halt die Frage, ob man sich ausgerechnet an dem orientieren sollte, was im BMWi beschlossen wird.



Laut Bundestagsdrucksache 19/13924 (Etattitel 0903-68301) soll es im Haushalt des BMWi schon im nächsten Jahr die stärksten Einschnitte mit einer Senkung der sogenannten Verpflichtungsermächtigungen von fast 105 auf gut zehn Millionen Euro geben. 2022 sollen sie von 127 auf 45 Millionen Euro fallen. Für 2023 stehen statt 149 knapp 106 Millionen Euro im Plan. Nominell wurde dieser Betrag zur Unterstützung von „Real­laboren“ zur experimentellen Erprobung von Energieinnovationen zwar in den Sondertitel des Energie- und Klimafonds (EKF) außerhalb des Etats des BMWi verschoben – “aber mit erheblichen Folgen für die Projekte, wie die Forscher voraussehen,” so Manfred Ronzheimer am 11.01.2020 in der taz.

Das Bundeswirtschaftsministerium behaupte demgegenüber, dass die Mittel für die Energieforschung „in Summe ansteigen“, weil es die Fördermittel für die Reallabore mitrechne. Insgesamt würden die Aktivitäten im Bereich des Energieforschungsprogramms in den kommenden Jahren deshalb auf konstant hohem Niveau fortgeführt. Die BMWi-Sprecherin betonte, die für das Energieforschungsprogramm insgesamt bereitgestellten Haushaltsmittel stiegen mit dem diesjährigen Haushalt: “In den kommenden Jahren werden damit die Aktivitäten im Bereich des Energieforschungsprogramms auf konstant hohem Niveau fortgeführt”. Bereits bewilligte Projekte würden weiterlaufen wie geplant. Experten halten das für einen Etikettenschwindel.

https://www.solarify.eu/2020/01/16/796-bmwi-bestreitet-kuerzungen-der-energieforschung/

BERLIN taz | In der vom Bund geförderten Energieforschung regiert der eiserne Besen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat seine Programmplanung für die kommenden Jahre deutlich reduziert. Im Forschungsressort wurden Teile der Kopernikus-Projekte, des Wissenschaftsprogramms für die Energiewende, sogar ersatzlos gestrichen. Die Wissenschaftler fühlen sich überrumpelt.
...
FVEE-Geschäftsführer Martin hält dagegen: „Das zentrale Problem sind die völlig unerwartet um 90 Prozent gekürzten Verpflichtungsermächtigungen für das Jahr 2021 und die Kürzungen der Folgejahre.“ Mit ihnen könnten „die Projektträger keine Finanzpläne für die üblicherweise mehrjährigen Projekte darstellen“. Das werde angedachte Projekte ins Schleudern bringen.

https://taz.de/Umbau-der-staatlichen-Energieforschung/!5651368/

Ich hatte das Thema am 15.01. schon mal angesprochen - interessiert hat es scheinbar niemanden.
Zitat von pflanze 132 Beitrag anzeigen
Das klingt nicht gut:

https://www.solarserver.de/2020/01/15/kritik-an-kahlschlag-bei-energieforschung-waechst/
„Die Reduktion der Verpflichtungsermächtigungen um 90 Prozent von[...]


Aber was soll's - Hauptsache all electric ist abgesagt und via Wasserstoff kann Solarthermie sich als idealer Partner für Gasheizungen präsentieren:

https://www.sonnenseite.com/de/politik/bundesverband-solarwirtschaft-setzt-sich-fr-hhere-subventionen-fr-erdgasheizungen-ein.html

Man könnte es für einen Aprilscherz halten, aber tatsächlich hat sich der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) erfolgreich dafür eingesetzt, dass im Klimapaket der Bundesregierung der Neubau von Erdgasheizungen in Verbindung mit Solarkollektoren, sogenannte Hybridheizungen, mit Steuergeldern hoch subventioniert wird. Von Hans-Josef Fell

Damit hat sich der BSW deutlich gegen den Klimaschutz eingesetzt. Denn gerade im Heizungssektor gibt es seit Jahren keinen nennenswerten Klimaschutzerfolg, weil der Neubau von Erdöl- und Erdgasheizungen immer noch den Heizungsmarkt dominiert. Genau dies hat der BSW nun mit seiner Lobbyarbeit im Vermittlungsausschuss nicht nur zementiert, sondern sogar noch verstärkt.


An ihren Taten sollt ihr sie erkennen...:-(

Grüße
Stefan

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 19.01.2020 00:50:29
1
2894258
Hallo Stefan,

nur zu dem Punkt BSW.

der Artikel von H.J. Fell wurde von ihm bei pv magazine eingestellt.

Ein Kommentar von mir steht dort unter dem Artikel.

Der BSW hat auf diesen Artikel in pv magazine selbst geantwortet.

Noch eine Bemerkung.

Die meisten Kollektoren werden 2020 in D von Unternehmen produziert, die nicht im BSW, sondern im BDH organisiert sind.

Im BSW überwiegen bei den Mitgliedsunternehmen aus D Firmen, die ihren Schwerpunkt nach Umsatz im PV- Bereich haben.

Die Antwort des BSW bei pv magazine auf den Beitrag von Fell ist aus der Feder eines PV Spezialisten.

Dietmar Lange

Verfasser:
pflanze 132
Zeit: 19.01.2020 01:49:45
1
2894274
Hallo Dietmar,

ich hatte das auch inklusive Deines Kommentars bei pv magazine gelesen - die Replik allerdings nicht.

Beim BSW hatte ich ebenfalls gelesen:
Abwehren konnte der BSW in letzter Minute noch einen sicher gut gemeinten, aber in der Praxis fatalen Vorstoß im Vermittlungsausschuss, bei Hybridsystemen ausschließlich den erneuerbaren Teil als förderwürdig einzustufen. Dies hätte für das Gesamtsystem Solar-Hybridheizung eine Förderquote von unter 15 Prozent zur Folge gehabt, was sicherlich für die Neukundenwerbung zu wenig gewesen wäre.

Die Aussage ist übrigens irreführend - das betrifft nicht "Solar-Hybridheizungen", sondern "Gas-Hybridheizungen". Der Begriff "Solar-Hybridheizung" ist eine Eigenschöpfung des BSW, die meines Wissens nach nicht in den Förderrichtlinien vorkommt - genausowenig wie "WP-Hybridheizung". Hybridheizungen mit z.B. Holz und Solar wären nicht betroffen gewesen.

https://www.bafa.de/DE/Energie/Heizen_mit_Erneuerbaren_Energien/Foerdervoraussetzungen/foerdervoraussetzungen_node.html#doc13413306bodyText15
Voraussetzungen für Gas-Hybridheizungen

Die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz ηs (ETA S) muss mindestens 92 % bei Nennlast erreichen (Herstellernachweis).
Die verschiedenen Wärmeerzeuger müssen über eine gemeinsame Steuerung verfügen.
Die thermische Leistung der regenerativen Wärmeerzeuger muss mindestens 25 % der Heizlast des Gebäudes betragen. Die Gebäudeheizlast ist bevorzugt nach EN 12831 zu ermitteln, alternativ sind auch überschlägige Heiztlastermittlungen auf der Basis der EN 12831 zulässig (z. B. Online-Rechner). Bei solarthermischen Anlagen wird eine Kollektorleistung von 635 W/m² Bruttokollektorfläche zugrunde gelegt zur Ermittlung der 25 % Heizlast.
Bei Solarthermie als regenerativen Wärmeerzeuger, muss die Solarthermieanlage (zur Raumheizungsunterstützung) förderfähig nach diesen Richtlinien sein. Biomasse- und Wärmepumpenanlagen müssen durch ein akkreditiertes Prüfinstitut getestet worden sein.
Hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage.

Die Gas-Hybridheizung ist nur im Gebäudebestand förderfähig.


Nach meiner Lesart sind dann bei 25kW Gebäudeheizlast knapp 10m² ST ausreichend. Man kann sich jetzt darüber streiten, ob die Aussage von Fell
"In einer typischen Hybridheizung kommen meist weniger als 10 Prozent der Jahresenergie von der Solarenergie"
richtig ist. Ich halte das so, wie er es gesagt hat, für zu niedrig. Bei der Dimensionierung, die meiner Lesart der Förderrichtlinie entspricht, gehe ich allerdings davon aus, dass er nicht komplett daneben liegt. Auf jeden Fall sehe ich eher 10% als 30%.

Du wirst sicher berechnen können, wie hoch der zu erwartende Beitrag einer 10m² ST bei 25kW Gebäudeheizlast ist - würde mich interessieren, was Deiner Meinung nach der zu erwartende ST-Anteil sein wird.

Grüße
Stefan

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 19.01.2020 02:20:10
0
2894284
Hallo Stefan,

auf Grund der späten Stunde nur soviel.

Die Replik des BSW wurde von keinem Heizungs /Solarthermie Fachmann, sondern von einem ausgewiesenen PV Spezialisten verfasst.

Der BDH hält sich bisher in der Angelegenheit öffentlich vornehm zurück. Dieser Verband vertritt schon länger die Auffassung, dass Solarthermie keine eigenständige technische Disziplin, sondern ein sinnvoller Bestandteil jeder modernen Hausheizung mit anderen Wärmeerzeugern sein sollte.

Der BSW hat noch in seiner Roadmap Solarthermie von 2012 eine andere Philosophie vertreten und den in D entstehenden Wettbewerb zwischen ST und PV im Marktsegment EFH nicht erkannt und verneint.

Zu den anderen Punkten aus Zeitgründen später.

Gruß

Dietmar Lange

Verfasser:
crink
Zeit: 19.01.2020 07:55:56
4
2894317
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
Dieser Verband vertritt schon länger die Auffassung, dass Solarthermie keine eigenständige technische Disziplin, sondern ein sinnvoller Bestandteil jeder modernen Hausheizung mit anderen Wärmeerzeugern sein sollte.

(Hervorhebung von mir)

Hallo Dietmar,

ist das ernsthaft die Leitlinie dieses Verbandes? Quelle? Oder ist das Deine Interpretation? Klingt ziemlich weltfremd.

Viele Grüße
crink

Verfasser:
HFrik
Zeit: 19.01.2020 08:37:53
3
2894336
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
Zitat von Brombaer Beitrag anzeigen
[...]


Ich habe keine wirkliche Ahnung, was ab 2030 m³ Erdgas auf dem Weltmarkt kosten wird.

Ich habe aber schon mehrmals mit Quellenangabe gepostet, dass die deutsche Gasbranche davon ausgeht, dass ab 2030 EE- Gase zu wettbewerbsfähigen Preisen produzierbar[...]

Ebenso wie Daimler ab 1990 Wasserstoffautos in Grosserie produzieren wollte, sie sind aber ebensowenig in Sicht wie all die anderen Ankündiugungen mit Wasserstoff der letzten 40 Jahre. Damit man die Aussagen in den richtigen Kontext bekommt.

Dass die Grünen beim Strom lernfähig waren und sind, ist gut. Blenden wir doch einfach mal beim Strom 20-30 jahre zurück. Damals ging man bei der Dekarbonisierung von folgenden Ansätzen aus: Bei Gebäuden Dämmung auf Passivhausniveau, auch bei Bestandsgebäuden, Jennyspeicher durch Umbau je eines Zimmers je Stockwerk integrieren, ST aufs Dach. Im Verkehrssektor ales auf die Schiene, oder Fahrrad oder zu Fuss gehen, auf alles andere muss man eben weitgehend verzichten, bei Schiffen wieder Segelbetrieb. Bei der Stromversorgung schien windkraft im Winter für Erzeugungskosten mit 10 ct/kWh machbar, aber schwankend, und das Sommerloch schien völlig unfüllbar, da sich die Gesellschaft PV vür 1€/kWh Gestehungskosten nicht würde leisten können. Dass Biomasse und Wasserkraft die Lücken nicht würde füllen können wa klar, eine kleine Hofnung bestand mit Solarthermischen Kraftwerken in den Wüsten die auch für 10-15ct/kWh im Sommer liefern konnten.
Auf diesem Stand argumentieren viele EE-Gegner noch heute.

Dann kamen die bahnbrechneden Arbeiten von Czisch und Co die zeigten dass grosse Netze die Schwankungn der Winderzeugung verschwinden lassen (und ein weltweites Netz auch die Schwankung der PV verschwinden lässt) und dass das baubar ist, nicht teurer als eine fossile Versorgung.
Dan kam Tesla mit brauchbaren E-Autos.
Dann kamen die unerwartet hohen Kostensenkungen bei der Wind und Solarenergie.

Und auf einmal waren die Konzepte ganz andere. Im Verkehr behalten die Verkehrsmittel des Umweltverbunds ihre Vorteile, aber ein Auto ist auch in nutzbarer Form machbar. Im Gebäudesektor reicht für den Bestand KfW55 oder KfW70 wenn man gut ausgelegte Wärmepumpen nutzt, und man muss nicht einen spürbaren Teil des Hauses für einen Jennyspeicher opfern. Ein Sommerloch in der Stromversorgung gibt es nicht mehr, und der Stromsektor ist das was sich am allereinfachsten dekarbonisieren lässt - Wind und Solar hinstellen, Leitungen in alle Richtungen ziehen, fertig.
Ebenso hat man in den letzten Jahren Lösungen für beeiche gefunden die vor 20-30 jahren völlig unlösbar schienen wie z.B. Kohlefreie Stahlerzeugung.

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 19.01.2020 11:06:47
0
2894435
Hallo crink,

Dieser Verband vertritt schon länger die Auffassung, dass Solarthermie keine eigenständige technische Disziplin, sondern ein sinnvoller Bestandteil jeder modernen Hausheizung mit anderen Wärmeerzeugern sein sollte.
(Hervorhebung von mir)

Hallo Dietmar,

ist das ernsthaft die Leitlinie dieses Verbandes? Quelle? Oder ist das Deine Interpretation? Klingt ziemlich weltfremd.


Dieser Verband unterzeichnet schon längere Zeit jede Mitteilung mit dem Abspann:

BDH: Verband für Energieeffizienz und erneuerbare Energien

Die im Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie e.V. (BDH) organisierten Unternehmen produzieren Heizsysteme wie Holz-, Öl- oder Gasheizkessel, Wärmepumpen, Solaranlagen, Lüftungstechnik, Steuer- und Regelungstechnik, Klimaanlagen, Heizkörper und Flächenheizung/-kühlung, Brenner, Speicher, Heizungspumpen, Lagerbehälter, Abgasanlagen und weitere Zubehörkomponenten



Der Hauptgeschäftsführer betont bei seinen Vorstellungen des BDH häufig, dass der Verband eine „Doppelstrategie Energieeffizienz und erneuerbare Energien“ verfolgt.
Ich erinnere mich daran, dass die Bemerkung zur Solarthermie bei einem Vortrag des damaligen . Fachgruppenleiters Solarthermie auf der ISH so verwendet wurde.

Weltfremd ist das nicht.

Die großen Heizkesselhersteller führen Solarthermie schon sehr lange in ihren Fertigungs- und Lieferprogramm und verfügen in Summe weltweit über die größte Fertigungskapazität für Flachkollektoren.

Das kann man regelmäßig in den erscheinenden neuen „Weltkarten Solarthermie“ der Agentur solrico nachprüfen

Gruß

Dietmar Lange

Verfasser:
MaJen
Zeit: 19.01.2020 11:43:34
0
2894463
Der BSW vertritt nunmal nicht die Interessen des Klimaschutzes. Sondern die Interessen der Mitglieder, die „Kessel“ und ST Kollektoren herstellen.

Die Technologieführeschaft bei PV und WP haben wir verloren bzw. bis heute noch nicht. Das ist der Grund.

Irreführend ist der Name „Solarwirtschaft“.

Hans Josef Fell hat völlig Recht. Ein Skandal, die 85% plus x fossilen Technikanteil zu fördern.

Deutschland wird mit solchen Verbänden, ihren Wasserträgern im I-Net und Politikern, die es nicht blicken, Schiffbruch beim Umbau der Energieversorgung erleiden.
International stehen wir dann auch auf diesem Terrain wie Bettnässer da.

Stellt sich nur die Frage, wer im Ausland mit einem Loser Land mit seinen Loser Trolls dann in 20 Jahren noch Business machen will.

Aktuelle Forenbeiträge
kurse_pe schrieb: Hallo Zusammen, ich werde es nun vermutlich so machen: Wasser wird von Dach in Zisterne für Gartenbewässerung gesammelt. Überflüssiges Wasser wird über den Überlauf auf den Ringgrabenkollektor geführt. Ist...
Sebastian987 schrieb: Ach ja eine Sache die ich beobachtet habe, habe ich vergessen zu erwähnen. Vor der Einstellung der Heizkurve war es zu warm. Die RL-Temp. hat 25,5C betragen. Zu diesem Zeitpunkt hat die WP so lange...
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Zukunft der Energiewende
Verfasser:
MaJen
Zeit: 19.01.2020 11:43:34
0
2894463
Der BSW vertritt nunmal nicht die Interessen des Klimaschutzes. Sondern die Interessen der Mitglieder, die „Kessel“ und ST Kollektoren herstellen.

Die Technologieführeschaft bei PV und WP haben wir verloren bzw. bis heute noch nicht. Das ist der Grund.

Irreführend ist der Name „Solarwirtschaft“.

Hans Josef Fell hat völlig Recht. Ein Skandal, die 85% plus x fossilen Technikanteil zu fördern.

Deutschland wird mit solchen Verbänden, ihren Wasserträgern im I-Net und Politikern, die es nicht blicken, Schiffbruch beim Umbau der Energieversorgung erleiden.
International stehen wir dann auch auf diesem Terrain wie Bettnässer da.

Stellt sich nur die Frage, wer im Ausland mit einem Loser Land mit seinen Loser Trolls dann in 20 Jahren noch Business machen will.
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