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Kühllast abschätzen mittels bekannter Heizlast?
Verfasser:
batavus
Zeit: 08.01.2019 17:17:19
0
2732006
Wir wohnen in einem EFH mit 300 m^3 Volumen. Während eines typischen Dezembers
oder Januars brauchen wir im Mittel 3 kW Heizleistung um die Innentemperatur
auf 20 Grad zu halten bei etwa 4 Grad mittlerer Außentemperatur (Frankreich).
Die sonstigen Wärmeeinträge belaufen sich auf 300 W mittleren Stromverbrauch
und die Mitglieder einer Kernfamilie. Solare Einträge sind leider vernachlässigbar. Rechnen wir großzügig mit 4 kW für
16 Grad Temperaturunterschied. Das macht also etwa 250 W/K.

Es scheint mir, dass man für kleine Temperaturausschläge keinen großen Fehler
macht, wenn man annimmt, dass die Innentemperatur sich linear zur Heizenergie
verhält. Möchten wir also die Raumtemperatur um 2 Grad auf 22 Grad anheben,
müssten wir mit 500 W mehr heizen.

Nun ist es so, dass das Haus sich während wochenlanger Hitzeperioden
(Frankreich...) zu stark aufheizt. Trotz konsequenter Abschattung von Außen
und maximaler Nachtlüftung (alle Fenster völlig offen). Um zu vermeiden, dass
immer wieder am frühen Abend 29 Grad im Kinderzimmer herrschen glaube ich, dass
wir um eine zusätzliche künstliche Abkühlung nicht herumkommen werden. Mir
scheint aber, dass bereits eine relativ geringe Kühlleistung dafür ausreichen
sollte.

Unbewohnt heizt sich das Haus während einer Hitzeperiode auf etwa 30 Grad auf.
Um es auf 25 Grad zu halten braucht es also 1,25 kW Kühlleistung. Nehmen wir
noch 750 W für die Wärmeeinträge (Bewohner + Stromverbrauch), so kommen wir auf
2,0 kW.

Mir scheint also, dass 2 kW Dauerkühlleistung ausreichen sollten um
das Haus während einer Hitzeperiode deutlich angenehmer zu temperieren. Damit meine
ich z.B. 26 Grad statt 28 oder 29, und das zwar ohne Nachtlüften. (Natürlich wäre es
bestimmt gut das zwei oder dreifache davon zu installieren um z.B. das Haus
nach Abwesenheit innerhalb eines Tages herunterzukühlen.)

Mit einer Klimaanlage mit Leistungszahl 3 die an 100 Tagen läuft bräuchten wir also 1600 kWh elektrische Energie zum Kühlen pro Jahr.

Frage an die Experten: Erscheint meine Rechnung plausibel? Oder mache ich
einen Fehler? Danke!

Verfasser:
Peter_Kle
Zeit: 08.01.2019 17:45:35
1
2732015
Du hast die entfeuchtung vergessen und dafür imho die Dauerleistung überschätzt...

Ich würde es versuchen....

Mir reichen 1 kw Kuhlleistung für 150m2

Nicht die Temperaturen werden gehalten sondern die niedrige Luftfeuchtigkeit breitet sich aus.

Man liegt im Bett und kann schwitzen ohne in nassen Laken zu liegen

Verfasser:
batavus
Zeit: 08.01.2019 18:04:05
0
2732024
Danke für die schnelle Antwort! Mir ist klar, dass trockenere Luft bei gleicher Temperatur im Sommer angenehmer ist. Inwiefern habe ich die Entfeuchtung vergessen? Meinst du, dass man weniger stark abkühlen muss, weil alleine schon die Entfeuchtung viel bringt?

Ich habe versucht die Kühlleistung vorsichtig abzuschätzen. Ich denke auch, dass sie deutlich unterhalb von 2 kW liegen müsste. Eigentlich würde ich sogar hoffen, dass schon 0,7 kW einen Unterschied bringen würden, denn die könnte ich über eine KWL verteilen: 200 m^h Luft um 10 K abgekühlt ergeben nämlich ziemlich exakt 700 W.

Aber hier im Forum heißt es immer, dass eine KWL überhaupt nicht zur Temperierung taugt wegen der zu geringen Luftströme.

Die 700 W sind dann aber wohl doch zu knauserig, denn sie entsprechen alleine schon fast der Leistung der el. Verbraucher zusammen mit der Körperwärme der Bewohner. Aber wenn ich dann noch das Dach isolieren würde (was ich vorhabe), würde es vielleicht reichen…

Verfasser:
Heimfried
Zeit: 09.01.2019 17:15:01
0
2732524
Zitat von batavus Beitrag anzeigen
[...] Meinst du, dass man weniger stark abkühlen muss, weil alleine schon die Entfeuchtung viel bringt?
[...]

Das ist der Fall. Die notwendige Entwärmung des Körpers ist bei Temperaturen um 30 °C ganz überwiegend auf Abgabe von Wasserdampf (Transpiration, Schwitzen, Atmen) gestützt. Je mehr (absolute) Feuchte die Umgebungsluft enthält, umso schwieriger ist die Entwärmung.

Eine Luftfeuchte von 12 Gramm Wasserdampf pro Kilogramm Luft wird von den meisten Menschen als schwül empfunden.

Ich hatte vor ein paar Jahren bei einer Reise nach Südindien ein Hotelzimmer mit Klimaanlage, die wir in Abwesenheit immer ausgeschaltet haben. Wenn wir nach Stunden zurückkehrten, war das Klima im Zimmer drückend und wurde nach Einschalten der Anlage binnen einer guten halben Stunden erträglich. (Dann habe ich schnell wieder ausgeschaltet, weil mir das Pusten und der Lärm auf den Senkel gingen.) Ich hatte ein Messgerät dabei und konnte klar feststellen, dass sich die Temperatur jeweils nur um weniger als 1 °C verringert hatte, aber die Feuchtigkeit sehr erheblich reduziert war.

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