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Lüftungsanlage verpfuscht? Dringend Hilfe gesucht!
Verfasser:
Pommes01
Zeit: 09.01.2019 22:42:43
0
2732738
Hallo,

ich komme gerade von meiner Baustelle und habe das Gefühl, dass die Ausführung meiner KWL in eine ganz falsche Bahn läuft.

Ausgangssituation:
Eigentlich wollte ich das Gewerk Lüftungsanlage komplett vergeben ohne mich großartig damit zu beschäftigen. Es wurde beim Sanitärmensch eine Wolf CWL 400 mit 50x140cm Flachkanal in Auftrag gegeben. Die Firma hat dann beim Kellerbau die Ventile für die Kellerräume in die Filigrandecke instaliert und ein paar Meter Rohr nach oben stehen lassen (Bild 1). Diese sollten dann weiter in die Installationsebene des Holzständer Haus weitergeführt werden bis in den Spitzboden.
Vor kurzem wurde mir angeboten doch die restlichen Rohre selber zu verlegen auf Regie, welches wir auch annahmen.

Das Gerät hängt im Spitzboden an der Giebelwand über dem Bad. Die beiden Luftverteiler direkt davor. Von dort aus werden alle Zu- und Abluftventile im Haus angesteuert. Alle Flachkanäle sind so weit angeschlossen, die Fort- und Außenluft noch nicht.

Der Installateur kam ein paar mal vorbei, schaute kurz ob alles passt und fertig. Ich bekam dann immer mehr das Gefühl das alles pi mal Daumen gemacht wurde und wunderte mich noch, dass es offenbar keine Richtlinien oder ähnliches gab. Ich bekam dann vor kurzem das Lüftungskonzept, welches ich mir jetzt mal geanuer zu Gemüte geführt habe.

Dort ist von einer Mindest- und Maximalrohrlänge von 5-15m die Rede. Die 5m habe ich eingehalten, die maximale Länge wird aber für die Kellerräume gnadenlos überschritten:

KG Zimmer Abluft 12,50m
KG Zimmer Zuluft 20,00m
Hauswirtschaft Abluft 17,00m
Flur Zuluft 15,80m
Versorgung Abluft 13,30m
WC Abluft 8,50m

Was genau verursacht eine zu lange Leitung? Schafft das der Ventilator dann nicht mehr? Ich könnte vielleicht den Strang nochmal rausziehen und über eine Bodenführung ein paar Meter einsparen, die 15m Grenze werde ich aber nicht erreichen. Ebenfalls könnte ich noch die Zu- und Abluft des Partyraums tauschen falls das was bringt?


Weitere Sachen die mir aufgefallen sind:

-Wir haben keine festen Bögen zur Verfügung gestellt bekommen und uns alles zu recht gebogen. Gerade der 90 Grad Übergang von Boden zu Wand sieht dann wie auf den Bildern aus. Durch den Knick wird das Rohr etwas eingedrückt, welche Folgen kann das verursachen?




-ich wollte die Außenluft direkt durch die Giebelwand über dem Gerät ansaugen und die Fortluft im Eck der Giebelwand ausblasen. Der Abstand dazwischen wäre ca. 2,50m. Ich könnte die Außenluft auch über die linke Ecke ansaugen und den Abstand auf 4,00m vergrößern. Ist das sinnvoll, da ja auch mit Mehrkosten von ca. 100 EUR verbunden? Kann es Probleme geben das die Fortluft über dem Kinderzimmer ausgeblasen werden soll?



-Im Erker ist ein Zuluft Ventil über der Sitzecke eingeplant. Macht es Sinn dieses in eine Ecke zu versetzen um die Gefahr der Zugluft zu minimieren?





Hier noch das Lüftungskonzept, allerdings wurde noch mit Aufstellung im Technikraum gerechnet:

https://docdro.id/8skOkf3

Ich bin für jede Hilfe dankbar

Verfasser:
KleinTheta
Zeit: 09.01.2019 23:46:23
2
2732772
Die Planung ist doch ganz i. O.. Auffällig ist auf den Seiten 8 und 9 nur, dass die Länge immer mit 10m angenommen wurde und die daraus resultierende Drosselung so nicht realisiert werden wird. Macht aber nix, da bei der Inbetriebnahme die Ventile einreguliert werden.
Auch wurde in der Planung die Luftdichtheit der Gebäudehülle etwas pessimistisch angenommen; dennoch sind die geplanten Luftmengen normal.

In der praktischen Realisierung sind die Einschnürungen in den 90 Grad Übergängen von Boden zu Wand nicht gut. Die sollten mit entsprechenden Formstücken nachgebessert werden. Das ist m. E. aber auch das Einzige, was geändert werden sollte.

Bezüglich der Länge zu den Kellerventilen: Bei genauem Lesen Deiner Auslegung auf Seite 14: Es handelt sich um eine Empfehlung! Praktisch kann es sein, dass die geplanten Luftmengen im Keller nur knapp erreicht werden, was ich aber nicht für kritisch erachte, da es sich eh' nur um Abstellräume handelt. Nur wenn da ein Fitnessraum eingerichtet werden soll wäre die erforderliche Luftmenge mit einer weiteren Zuluft zu erhöhen.

Kopf hoch! Da brennt nicht wirklich was an. Die Planung ist ehr konservativ. Außen- und Fortluft ist mit 2,5 m Abstand i. O., Zugluft über der Sitzecke ist auch nicht zu erwarten. Nur die Bögen Boden-Wand sollten nachgebessert werden.

Verfasser:
Pommes01
Zeit: 10.01.2019 09:56:51
0
2732867
Erstma danke fürs Feedback, da bin ich doch schon ganz schön erleichtert.

Diese starren Bögen kosten ja über den Fachhandel nochmal ganz schön Asche (da ja auf jeder Seite nochmal so ein Adapter benötigt wird).

Im Keller soll später ein Partyraum errichtet werden, wird also sporadisch genutzt aber dann auch mit mehreren Personen. Ich könnte hier nochmal ein paar Meter einspaen durch einen anderen Rohrverlauf. Sinnvoll? Oder vielleicht in diesem Raum Zu und Abluft tauschen?

Verfasser:
KleinTheta
Zeit: 10.01.2019 10:49:34
0
2732900
Nach den "Technische Daten Luftverteilsystem CWL-Excellent" hat das Rohr bei 23 m³/h einen Druckverlust von etwa 0,7 pa/m. M. E. bringt das Einsparen von wenigen Metern keinen merklichen Vorteil gegenüber dem Gesamtdruckverlust im Leitungssystem (ist leider nicht berechnet, liegt typisch bei 75-150 pa - Ventilatorstufe 3, Seite 12).
Tauschen von Zu und Abluft im "Zimmer" bringt nichts, da sich die Rohrlänge in Summe nicht ändert.

Verfasser:
Pommes01
Zeit: 11.01.2019 21:39:40
0
2733677
Mir ist gerade aufgefallen das ich eine Nennlüftung von 335m³/h habe. Bei 4 Personen (im Moment sind wir sogar nur 2 Erwachsene und 1 Kleinkind) wären das über 80m² pro Person.

Ist das nicht ein bischen viel?

Verfasser:
KleinTheta
Zeit: 11.01.2019 22:14:40
0
2733705
Ja, ist mir aufgefallen. ;-) Habe aber extra nichts dazu geschrieben, weil:

- Die Auslegung ist erstmal vorschriftsmäßig nach DIN.
- Es gibt die alternative Auslegung nach Anzahl der Bewohner. Aber da Du relativ viel Wohnfläche pro Bewohner hast ist das Verfahren nicht anwendbar. Die Luftmenge im jeweiligen Aufenthaltsraum sollte ja trotzdem zur Verfügung stehen. Dass dabei ungenutzte Räume unnötig gut belüftet sind ist unumgänglich.
- In der Praxis wirst Du die Lüftung später auf geringerer Stufe betreiben können. Daduch wird sich der Wärmerückgewinnungsgrad verbessern und der Stromverbrauch erkennbar sinken. Gratulation.
- Die vorgesehene Lüftung ist für die geplante Nennleistung relativ knapp bemessen. Wenn die später mit geringerem Luftvolumen betrieben wird, dann passt die richtig gut und ist dann auch schön leise.

Bau die bitte genau so, wie geplant; das wird richtig gut.

Verfasser:
Pommes01
Zeit: 13.01.2019 15:42:28
0
2734540
Aber wenn ich evtl. die Lüftung später eh auf einer geringeren Stufe betreiben kann (soll), macht es da nicht mehr Sinn gleich das Volumen der Nennlüftung herunter zu fahren? Ich habe aus einem anderen Forum noch die Aussage bekommen, dass mit den Vorgaben des Konzeptes die Luft erstes sehr trocken werden wird und zweitens aufgrund der hohen Volumenströme ein hoher Geräuschpegel entsteht, der augrund der Nähe der Schlafzimmer zum Aufstellort ein Problem werden könnte

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Martin24 schrieb: Ja schon aber das kann man per Wasserschlagdämpfer mindern oder beseitigen. Wir hatten das auch, dass wenn die Badewannenarmatur im Erdgeschoss schnell geschlossen wurde, die Leitungen im Obergeschoss...
crink schrieb: Hi, draußen ist es normalerweise teurer/aufwändiger. Und im Wasserschutzgebiet kann die komplett verbindungslose Verlegung außerhalb des Hauses eine Auflage zum Gewässerschutz sein, in dem Fall können...
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