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Risiko Schimmel - Neues Dachfenster in altes Haus?
Verfasser:
Shiela
Zeit: 13.01.2019 22:40:07
0
2734858
Hallo zusammen,


wir bräuchten eure Meinung zu einem nachträglich Neueinbau eines Dachfenster. Wir leben als Familie seit vielen Jahren im ausgebauten Dachgeschoss des Elternhauses. In den Kinderzimmern ist jeweils ein Dachfenster vorhanden. Im Heimbüro nicht, hier ist nur ein normales Fassadenfenster vorhanden und dort möchten wir nun gerne zusätzlich ein Dachfenster nachträglich einbauen lassen. Geplant wäre Kunststoff von Velux (78x140), 2fach Verglasung.

Gegebenheiten: Altes Zweifamilienhaus aus den 60ern, Dachaufbau von außen nach innen: Eternit Rhombenschalung - Dämmwolle - Holzdecke. Kein Kaltdach, keine Folie, gar nix. Typisch für damalige Bauten eben.

Schimmelprobleme bis dato: Null. Auch nicht in Räumen mit alten Dachfenstern.

Nun war Mitte letzter Woche der Chef einer Dachdeckerei hier, zwecks Angebot und hat sich die Sache angesehen. Seine ehrliche Meinung war: machbar ist es schon, Preis passt uns auch, allerdings möchte er ausdrücklich auf die dann erhöhte Schimmelgefahr hinweisen, die früher oder später kommen wird.
Seine Begründung: das neue Velux wäre im Vergleich zur alten Dacheindeckung die dichteste Stelle im Raum und die entstehende (oder vorhandene ?) Feuchtigkeit wird sich über kurz oder lang am Fenster oder noch wahrscheinlicher an der Laibung/Innenverkleidung/Futter zu Schimmel entwickeln und trotz noch zumutbarer und konsequenter Lüfterei nur schwer zu vermeiden sein.

Es sei das klassische "altes Haus und neue Fenster-Problem", wo die Luft nicht mehr bei alten, undichten Rahmen, Fenstern, Dichtungen.... sich automatisch rausschleicht und austauscht. Er hat es uns dann zwar noch genauer erklärt mit der Verschiebung des Taupunktes usw.... aber so richtig auskennen tun wir uns wohl doch nicht.
Mein Paps hat dann die Woche über etwas recherchiert, das Net ist auch voll von solch ähnlichen Berichten und nun sind wir halt verunsichert.

Wir hätten zwar sehr gerne mehr Licht im Raum, da das Fassadenfenster nur nordseitig ist und wir mittels Dachfenster von oben schon deutlich mehr Helligkeit erreichen würden, aber halt keine Lust auf Feuchtigkeit und Schimmel.

Anzumerken wäre noch, dass wir gelernte Frostbeulen sind, gut heizen (23 °) und bei uns die Luftfeuchtigkeit in den Räumen generell bei max. 25 - 30 % liegt. Keine Ahnung, ob das eine Rolle spielt.
Jedenfalls wäre ich sehr an eurer Meinung dazu bzw. Erfahrung interessiert. :-)

Lieben Dank!

Verfasser:
Stefan2601
Zeit: 13.01.2019 22:46:53
0
2734865
Ich bin da anderer Meinung. Und auch passt das Beispiel mit den Fenstern nicht.
Es ist ja jetzt kein undichtes Fenster vorhanden, wie soll es denn dichter werden?
Klar ist das neue Fenster dicht, aber die Diffusion wird weiterhin über den Rest der Fläche statt finden.

Es spricht also nichts dagagen, ein Dachfenster einzubauen.

Verfasser:
Poeggsken
Zeit: 13.01.2019 23:00:26
0
2734868
Wenn in einem Haus alle alten, undichten Fenster gegen neue, dichte Fesnter getauscht werden und die Bewohner ihr Lüftungsverhalten nicht ändern kann es anfangen zu schimmeln. Zumal es bei dir nur ein Büro ist.

Wenn du jetzt die 1,5m² Dach gegen ein Fenster tauscht sollte es kein Problem geben.
Vor allem da dir das Problem bewusst ist.

Aus meiner Sicht: Fenster rein bauen, regelmäßig lüften, einen Blick auf die Luftfeuchtigkeit werfen und gut ist.

Gruß
Poeggsken

Verfasser:
Martin24
Zeit: 13.01.2019 23:06:23
0
2734871
Alles bisher geantwortete ist weitgehend richtig, aber zusätzlich kann - je nach Ausführung - die Fensterlaibung deutlich kälter werden als vorher die ununterbrochene Dach-Innenfläche und damit steigt dann tatsächlich die Schimmelgefahr.
Da sollte man sehr ordentlich planen und arbeiten.

Wobei ich bei 23 und max. 30% Luftfeuchtigkeit nicht so große Probleme erwarten würde.
Am besten kommt das Dachfenster aber über einen Heizkörper. Oder ein Heizkörper unter das Dachfenster.

Grüße
Martin

Verfasser:
Stefan2601
Zeit: 13.01.2019 23:10:53
0
2734873
Die Dachfenster haben mittlerweile einen BDX-Rahmen, also einen Dämmrahmen um den Fensterrahmen.
Damit werden die Wärmebrücken minimiert.

Verfasser:
silence63
Zeit: 13.01.2019 23:53:38
0
2734888
Moin,

hatten doch gerade erst einen viel diskutierten Thread zu diesem Thema..."Schimmel am Dachfenster "...oder so ähnlich...😉

Ich persönlich sehe in eurem Fall jedenfalls keine Probleme.

Grüsse von Thomas

Verfasser:
cacer
Zeit: 13.01.2019 23:58:19
0
2734889
die neuen laibungen müssen ordentlich gedämmt, luftdicht am fenster angeschlossen werden und vor allem muss die laibung wieder luftdicht an der vorhandenen innendecke angeschlossen werden.
dann ist nurnoch das fenster selbst die "schwachstelle".
bei sehr niedriger luftfeuchte eher kein problem.

aber wie breit ist das lichte maß zwischen den sparren?
wird ein wechsel erstellt?
um genug dämmung in die laibung zu bekommen würde ich bei 78er fensterbreite um die 98cm lichtes maß zwischen den sparren empfehlen.
unten und oben 10cm dämmung senkrecht zum fenster und dann erst schräg für optimalen lichteinfall und gute luftzirkulation.

und nehmt n rolladen dazu!

alles in allem ist immer auch die frage ob die verbesserung durch mehr licht die knapp 3000€ (fenster/rolladen wechsel einbau laibungen dreck + ärger[?] hitze) rechtfertigen.

gruß
micha

Verfasser:
Martin24
Zeit: 14.01.2019 07:43:00
0
2734922
Zitat von cacer Beitrag anzeigen
die neuen laibungen müssen ordentlich gedämmt, luftdicht am fenster angeschlossen werden und vor allem muss die laibung wieder luftdicht an der vorhandenen innendecke angeschlossen werden.


Das sagt sich so leicht. Muss aber eben auch so ausgeführt werden.
Und egal wie man es macht, man hat direkt am Fenster immer einen Bereich, der schlechter gedämmt ist.

Zitat von cacer Beitrag anzeigen

unten und oben 10cm dämmung senkrecht zum fenster und dann erst schräg für optimalen lichteinfall und gute luftzirkulation.


Und auch darüber kann man streiten.
Senkrecht vom Fenster weg ist besser für die Dämmung aber schlechter für die Luftzirkulation in diesem kritischen Bereich. Was überwiegt - keine Ahnung.

Wie gesagt, bei ordentlicher Ausführung erwarte ich im geschilderten Fall aber auch keine Probleme.

Grüße
Martin

Verfasser:
cacer
Zeit: 14.01.2019 08:34:24
1
2734939
ja martin:
da es doch so wichtig ist hab ichs ja extra hervor gehoben.

zu den 10cm senkrecht: selbst damit hat man besonders im kehlbereich noch eine schwachstelle in der dämmung, wenn man bedenkt, daß direkt drüber nur cm bis zur außenluft sind.

zieht man die obere laibung nun direkt waagerecht ist direkt am rahmen quasi 0 dämmung .

die bdx dämmrahmen finde ich übrigens nur in spezialfällen sinnvoll bzw funktionsfähig, weil dicht ausgestopft von laibung bis unter den eindeckrahmen weniger wind in diesem bereich rankommt.der dämmrahmen allein ist dann nutzlos.

im bestand is da meist nix mit windichter verklebung von außen : entweder keine unterspannbahn oder eh hinterlüftet.

wenns innen nicht luftdicht wird, kann sogar keine dämmung besser sein, weil es dann schneller wieder trocken wird im laibungsbereich.
manchmal werden die laibungen dann schwarz, manchmal nicht...

am geilsten sind da immer die innenverleidungen mit nut/federbretter aus den 70er-90ern.
da pfeift es oft aus allen ritzen.
da hilft nur alles raus und neu.

dachfenster waren und sind immer stiefkinder... nur wenige werden richtig geliebt :D

viele grüße

Verfasser:
Stefan2601
Zeit: 14.01.2019 08:54:47
0
2734942
Liest ihr auch mal wie die Ausgangssituation ist?
Wenn du es bei dem Dach schaffst, luftdicht zu verkleben, bekommst von mir einen Orden. ;-)

Anschlußprodukte werden zwar verbaut, haben hier aber kaum eine Wirkung, außer eben die Anschlußschürze von außen, die ist immer wichtig. Ansonsten BDX Rahmen verbauen und ringsum vom Fenster dämmen. Es dürfen keine Luftspalte bleiben.

Alles in allem ist das recht unproblematisch.

Verfasser:
Peter 888
Zeit: 14.01.2019 09:27:38
0
2734964
Hallo Shiela

23-30% gemessen?
23-30% Luftfeuchtigkeit - kann es sein, dass Ihr unter dauerndem Schnupfen, Husten, Heiserkeit leidet.

Der menschliche Körper muss die eingeatmete Luft auf dem Weg zur Lunge auf 100% Luftfeuchtigkeit bei 37°C bringen, um eine "schädigung" der Lunge zu verhindern (z.B. best. Form der Lungenentzündung). Das ist an sich schon eine enorme Leistung.
Wenn nun die Luftfeuchtigkeit so niedrig ist, werden die Schleimwege zumindest teilweise an-/austrocknen und es bilden sich Mikrorisse in der Schleimhaut. Und somit ist Tür und Tor für alle Arten von Bakterien, Erregern, Keimen usw. weit offen.

Andererseits, je niedriger die Luftfeuchtigkeit, desto geringer die Wahrscheinlichkeit von Schimmel.....

ciao Peter

Verfasser:
Shiela
Zeit: 15.01.2019 02:29:24
0
2735373
Erstmal vielen lieben Dank für eure Einschätzungen und Rückmeldungen.

Zu ein paar Dingen möchte ich der Vollständigkeit oder der Frage halber gerne antworten bzw. was ergänzen:

Ein Heizkörper ist zwar vorhanden, jedoch unter dem nordseitigen Fassadenfenster. Versetzen oder einen zweiten neu installieren.... naja.

Das Lichtmaß zwischen den Sparren ist 89 cm. Ein Wechsel wird nicht eingesetzt.

Wir haben den Chef gestern nochmal angerufen und nachgefragt, worin genau seine größten Befürchtungen bzgl. Schimmelrisiko liegen. Wie hier schon vermutet ist es nicht das Fenster an sich, sondern eben die Laibungen bzw. der nötige luftdichte Anschluss an eine nicht vorhandene Dämmung in unserem alten Haus. Hier haben wir leider keine Dampfbremse, keine Unterspannbahn, gar nichts.

Was die Gesundheit betrifft, scheinen wir entweder Glück zu haben oder zuwenig zuhause zu sein :-) Im Ernst, trotz dieser knapp max. 30 % Luftfeuchtigkeit in sämtlichen Räumen und der doch überdurchschnittlichen Raumtemperatur sind Husten, Schnupfen und Heiserkeit kein Thema. Wer bei uns am nächsten Morgen mit trockenem Mund aufwacht, hat garantiert in der Nacht bei offenem Mund geschnarcht.


Vielleicht sind wirs auch schon gewohnt. Da macht uns der Sommer unterm Dach je nach Jahr mehr zu schaffen. Hier kühlen wir nämlich im Wohnzimmer mit Einbauklima auf moderate 25 Grad runter, und das ist dann wirklich trockene Luft. Bei einer längeren Hitzeperiode und Klimabetrieb merkt man es an brennenden, trockenen Augen, Hals und Stimme. Das ist aber auch die einzige Jahreszeit die mir einfällt, bei der ohne Klima die Luftfeuchte doch deutlich die Mittdreißiger Marke übersteigen würde. Sonst nur nach dem Duschen oder Kochen.

Liebe Grüße
Manuela

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