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Woher kommt EE-Gas (für Gasheizungen)
Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 08.02.2019 12:33:59
0
2747833
Zitat von Tom Berger Beitrag anzeigen
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
[...]
Jaja, niemand bestreitet, dass man alle möglichen Meinungen veröffentlicht sieht. Du kannst zu jeder beliebigen Meinung immer auch zahlreiche Studien finden, die diese stützen, und für die gegenteilige Meinung natürlich auch. Google doch einfach mal nach Studien, die belegen, dass die Erde eine Scheibe ist ...Mein Vorwurf lautete nicht, dass Du Studien fälschst. Er lautete, dass Du behauptest, den aktuellen Stand der politischen Diskussion wiederzugeben, während Du tatsächlich nur die Teile der politischen Diskussion abbildest, der Deiner Meinung entspricht[...]
Ich möchte darauf hinweisen, dass man gestellte Fragen an einen zuständigen Staatssekretär und ein beobachtbarer Änderungsprozess an einem energiepolitischen Grundsatzdokument (Klimaschutzplan 2050) nicht in die Kategorie " beliebige Meinungen" einordnen sollte.Die Themen Zukunft des EEG ,die zukünftige Bedeutung von EE- Gasen und die technische Zukunft von Gastechnologien in Deutschland sind sehr eng miteinander verknüpft.Ich habe mich dabei auf die nachverfolgbaren Teile der politischen Diskussion von und mit politischen Entscheidungsträgern konzentriert.Ich habe nie behauptet, einen kontroversen politischen Diskussionsprozess im vollen Umgang zu skizzieren.Es bleibt aber festzustellen dass die nächsten politischen Weichenstellungen zur Zukunft von EE- Gasen und EE- Strom in dieser Legislaturperiode erfolgen müssen und wahrscheinlich auch erfolgen werden.Deshalb sind für mich Positionierungen aus dem BMWi zu diesen Themen relevanter als hier lesbarer Meinungen, dass man dort keine Ahnungen von den wirklichen Problemen hat.Dietmar Lange

Verfasser:
HFrik
Zeit: 08.02.2019 12:40:41
1
2747838
Und wieder am Thema vorbei das da heisst: Woher kommt EE-Gas (für Gasheizungen) ,und erfolgreich die Diskussion zu dem Thema unterbrochen / verhindert. Mission mit der Spamaktion erfüllt....

Meine Frage warum man den nicht besser statt PtG den Strom transportiert bleibt natürlich unbeantwortet....

Verfasser:
MaJen
Zeit: 08.02.2019 12:46:24
0
2747840
Zitat von Tom Berger Beitrag anzeigen
Zitat von MaJen Beitrag anzeigen
[...]


Das fordert natürlich wieder mal zu Widerspruch heraus.

Erstens ist Deine Grenze von 4 ct/kWh doch sehr willkürlich und ohne Bezug zur Realität gezogen. Russisches Erdgas hat schon mal 5 ct/kWh gekostet, und dazu muss man fairerweise noch eine vernünftige CO2-Abgabe[...]


Ich gebe zu, etwas willkürlich, aber 2 cent über dem normalen Preis zahlen vielleicht einige mit schlechtem Gewissen ("Ökogas"). Mit CO2-Steuer auf fossiles Gas sieht das natürlich anders aus. Das bestätigt aber die Vermutung, dass Gas insgesamt deutlich teurer werden muss.

Die Fragen, die sich dann noch ergeben sind: Wie teuer ist der Helmeth-Prozess in großtechnischer Anwendung?
Woher kommt der EE-Strom dafür, ohne dass man dafür fossil erzeugtem Strom verwenden muss.
Was macht die Konkurrenz langfristig? Besonders WP-PV, zur Not auch als bivalenter "Partner" von Gasbüchsen (zB hybridfähige Gas-LuftWP-Konfigurationen von Vaillant)?

Verfasser:
Aue
Zeit: 08.02.2019 16:24:56
7
2747910
Das Thema ist "woher kommt das EE-Gas". Bitte schreiben Sie hier nur zu diesem Thema, alle anderen teilweise persönlichen Auseinandersetzungen gehören nicht hier hin. Aber vielleicht ist es ja auch unmöglich, der Themenabschweifung Herr zu werden. Dann bliebe nur noch die Möglichkeit, bestimmte Schreiber von einem Thema auszuschließen.

Verfasser:
Tom Berger
Zeit: 08.02.2019 16:31:55
0
2747913
Zitat von MaJen Beitrag anzeigen
Die Fragen, die sich dann noch ergeben sind: Wie teuer ist der Helmeth-Prozess in großtechnischer Anwendung?


Keine Ahnung. Noch existieren diese Anlagen nicht, und ich habe keine Ahnung, was die kosten werden.

Zitat von MaJen Beitrag anzeigen

Woher kommt der EE-Strom dafür, ohne dass man dafür fossil erzeugtem Strom verwenden muss.


Der EE-Strom kommt daher, wo er heute auch herkommt. Aus Wind- und Solaranlagen, Gezeitenkraftwerken uswusf ...

Strom aus lagerfähigen fossilen Brennstoffen zu erzeugen, um damit deutlich geringere Mengen lagerfähiger nichtfossiler Brennstoffe zu erzeugen, wäre wohl ein Nachweis für besondere Dämlichkeit.

Zitat von MaJen Beitrag anzeigen

Was macht die Konkurrenz langfristig? Besonders WP-PV, zur Not auch als bivalenter "Partner" von Gasbüchsen (zB hybridfähige Gas-LuftWP-Konfigurationen von Vaillant)?


Das musst Du die Konkurrenz fragen. Und was ist "WP-PV" in diesem Zusammenhang? Im Winter liefert unsere PV nicht genug Strom, um damit Wärmepumpen betreiben zu können. Also ist das keine Konkurrenz zu irgendwelchen Heizungen.

Heizen mit synthetischem EE-Gas wird sicher teurer sein als mit einer Wärmepumpe. Es wurde ja schon oft vorgerechnet, wie viel effizienter man das EE-Gas verstromen und damit die WP betreiben könnte, als das EE-Gas direkt zu verbrennen.

Verfasser:
Tom Berger
Zeit: 08.02.2019 16:42:59
1
2747918
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
Zitat von Tom Berger Beitrag anzeigen
[...]
Ich möchte darauf hinweisen, dass man gestellte Fragen an einen zuständigen Staatssekretär und ein beobachtbarer Änderungsprozess an einem energiepolitischen Grundsatzdokument (Klimaschutzplan 2050) nicht in die Kategorie " beliebige Meinungen" einordnen sollte.


Nun, das ist dann bestenfalls, aber keineswegs zwingend die Meinung der aktuellen Regierung. Genau genommen ist das aber eben nur die Meinung des Staatssekretärs. Bis vor gar nicht so langer Zeit haben diverse Staatssekretäre gegen stärkste Mehrheitsmeinungen im Volk Atomkraftwerke verteidigt. Welche Relevanz hat das heute?

Aber wir leben ja gottseidank in einer Demokratie, und wir müssen das, was der Staatssekretär eines Ministers dazu meint, nicht als ordre de mufti akzeptieren. In diesem Fall ist wohl auch die Regierung nicht einig, und schon gar nicht sind das die Regierungsparteien. Ich bin mir ziemlich sicher, dass über alle politischen Parteien diese Meinung dieses Staatssekretärs nicht mehrheitsfähig ist. Die Energiewende ist weitgehend konsens, und das bedeutet nicht nur das Aus für Atom- und Kohlestrom, sondern eher mittel- als langfristig auch das Aus für Erdgas.

Auf jeden Fall ist Deine Darstellung grundfalsch, derzufolge Du hier die "politische Diskussion" wiedergeben würdest. Du selektierst extrem, um Deine eigene Agenda zu befördern.

Verfasser:
HFrik
Zeit: 08.02.2019 16:47:34
0
2747922
Nun, die Frage ist - anderstherum gestellt - wo kann man EE-Strom derart billig herstellen, dass die Herstellung von EE-Gas nur dann wenn lokal EE-Strom vorhanden ist wirtschaftlich ist, Inkl. lokaler Speichermöglichkeiten, aber gleichzeitig so entlegen dass es nicht möglich ist diesen Ort in ein kontinentales / Kontinentübergreifendes/ Weltweites Stromnetz einzubinden.
Mir fällt ein solcher Ort nicht ein. Algherien z.B. läuft bereits im europäischen Verbundnetz
Nordwestaustralien, am Popo der Welt wo nun wirklich garniemand wohnt, aber mit guten Wind und Solarressourcen gesegnet, wird in absehbarer Zeit mit dem Eurasisch-Afrikanischen Netz (gekoppelte Verbundnetze) verbunden werden.
Algeriens PV-Erzeugung hat, wie die in Suadi Arabien, Winterüberschüsse, weil die Sonne dort nicht so viel schwächer scheint, aber die ganzen Klimatisierungslasten wegfallen. Die EE-Überschüsse dort würden also passend zum Europäischen Winterbedarf anfallen und können ohne Speicherung direkt verwendet werden. Die Planungen für die Einbindung von Island ins Europäische Netz laufen bereits, Grönland oder SPitzbergen sind für eine Einbindung auch nicht zu weit weg.
Wo also ist der Ort wo die EE-Gase erzeugt werden sollen? Antarktis?
Die Frage ist ernst gemeint.

Verfasser:
crink
Zeit: 08.02.2019 16:53:45
0
2747923
Hi HFrik,

man könnte auch Projekte wie die Doggerbank statt mit Kabeln per EE-Gas ans Festland 'anbinden', wirtschaftlich Sinn macht das wahrscheinlich nicht.

Ich sehe gerade, dass Tennet schon die gleiche Idee hat - allerdings im Konjunktiv formuliert.

Viele Grüße
crink

Verfasser:
Kautabak
Zeit: 08.02.2019 16:55:03
0
2747925
Meine Fresse, ihr schreibt hier ja schneller, als man lesen kann!
Ist das Thema wirklich so schwierig? Fazit aus meiner Sicht:

EE-Gas ist eine tolle Idee, leider sehr Verlustbehaftet.
Da das kein elektronischer Prozeß ist, gelten hier die "konventionellen" Rationalisierungsraten, von daher wird es sehr lange dauern, bis es zu wirklichen Verlustreduktionen kommt. Falls nicht, ist das toll.
Da derzeit und bis auf weiteres der Fall der 110%-igen Überversorgung mit Erneuerbaren nicht vorkommen wird, steht auch kein "überflüssiger " Strom zur Verfügung. Weiterhin sind globale Stromnetze günstiger als PtX (warum eigentlich X? als Liquid, oder was? Noch mehr Verluste!)

Von daher: Man sollte den Fuß nicht von dieser Schiene (Forschung!) nehmen, aber:
Außer in ganz speziellen Bereichen (Windkraft in Feuerland verkauft Gas nach Europa) sollte man da nicht allzu viele Hoffnungen drauf setzen!

Davon unabhängig ist latürnich die (im Allgemeinen, kann ja in diesem Fall anders sein) Lobbyarbeit für exorbitante Förderungen für (noch) kapitalstarke Interessen!

Verfasser:
Tom Berger
Zeit: 08.02.2019 17:12:32
0
2747933
Zitat von HFrik Beitrag anzeigen
Nun, die Frage ist - anderstherum gestellt - wo kann man EE-Strom derart billig herstellen, dass die Herstellung von EE-Gas nur dann wenn lokal EE-Strom vorhanden ist wirtschaftlich ist, Inkl. lokaler Speichermöglichkeiten, aber gleichzeitig so entlegen dass es nicht möglich ist diesen Ort in ein kontinentales / Kontinentübergreifendes/ Weltweites Stromnetz einzubinden. [...]

Wo also ist der Ort wo die EE-Gase erzeugt werden sollen? Antarktis?
Die Frage ist ernst gemeint.


Ganz ehrlich: ich verstehe die Frage nicht mal ansatzweise. Warum muss dieser Ort entlegen sein? Warum darf der nicht in einem Stromnetz hängen? Das ist doch absurd. Er sollte im Gegenteil möglichst gut eingebunden sein.

Verfasser:
HFrik
Zeit: 08.02.2019 17:17:04
0
2747934
Zitat von crink Beitrag anzeigen
Hi HFrik,

man könnte auch Projekte wie die Doggerbank statt mit Kabeln per EE-Gas ans Festland 'anbinden', wirtschaftlich Sinn macht das wahrscheinlich nicht.

Ich sehe gerade, dass Tennet schon die gleiche Idee hat - allerdings im Konjunktiv formuliert.

Viele[...]

Ja, das weis ich. Was ich nicht weis: wie sieht das zu Grunde liegende Geschäftsmodell aus, oder ist das nur mal so eine Idee.
Von der Doggerbank wären ja Stromleitungen in alle Richtungen vorgesehen, auch für den Stromaustausch zwischen den Ländern wenn mal kein Wind dort weht. Für Chemische Produkte und Luftfahrt dort die PtG und PtL-Produktion anzusiedeln wäre von der permanenten Stromverfügbarkeit aus irgendeiner Richtung sicherlich von Vorteil. Dafür wären die Verbraucher weiter weg, als wenn man die Erzeugung direkt bei BASF oder am frankfurter Flughafen bauen würde. Allerdings gibts in der Nordsee ein recht dichtes Gas-Pipelinenetz von den alten Gasfeldern.
Aber wie die Elektrolyseure dort die kWh Wärme billiger bereitstellen sollen als wenn man die Leitungen dorthin etwas dicker auslegt und den Strom direlt nutzt ist mir unklar, wenn es um Hausheizung geht. Das bracuhe ich jemanden, der mir erklärt wie sich das rechnen soll.

Verfasser:
HFrik
Zeit: 08.02.2019 17:21:25
0
2747937
Nun Tom, für eine Nutzung für die Erzeugung von PtG /PtL für die Chemie oder die Luftfahrt gebe ich die völlig recht. Dafür sollten die Elektrolyseure bestens eingebunden sein, damit sie möglichst rund um die Uhr (vielleicht ausser bei Dunkelflaten) sprich 8000h je Jahr oder mehr laufen.
Nur mit dem Strom kann man auch die Häuser mit WP direkt heizen, das ist wenigstens um Faktor 5 effizienter als den Umweg über PtG zu nehmen.
Für Gasheizungen müsste also der Strom von einem Ort kommen, von wo man den Strom nicht zu den Wärmepumpen bekommt, wohl aber das Gas. Womit er nicht im Eurasisch-Afrikanischen Netz hängen darf. Denn der Threadtitel ist " woher kommt EE-Gas (für Gasheizungen) - letzteres macht die Sache schwierig, da gehen mir die Ideen aus.

Verfasser:
Kautabak
Zeit: 08.02.2019 17:22:24
0
2747938
Es wäre tatsächlich zu prüfen, ob es nicht sinnvoll sein könnte, z.B. die eisfreien Wüstengebiete der Antarktis mit Solarzellen zu bestücken (wenn auch halbjährlich dunkel) und entsprechende Leitungen zu verlegen.
Nicht alles muss sofort realisiert werden.
Genau das ist die Stärke des Menschen: Finde Lösungen, wo Jahrmillinonendelang nichts in irgendeinerweise lösungsorientierte zu Finden gewesen war!

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 08.02.2019 17:28:56
0
2747943
Aktuelle News vom Tage.

EE-Gase können auch in Norddeutschland in nennenswerten Mengen produziert werden

Produktion von erneuerbarem Wasserstoff: Energie des Nordens kauft Windgas-Elektrolyseur mit 1 MW Leistung

Die neu entwickelte Anlage mit einer Nennleistung von einem Megawatt soll im schleswig-holsteinischen Haurup ab 2020 aus überschüssigem Windstrom jährlich bis zu drei Millionen Kilowattstunden Wasserstoff ins Gasnetz einspeisen.

Ähnliche Meldungen waren 2018 keine Seltenheit.

Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass solche Nachrichten bald noch häufiger werden, wenn diese Vorhaben umgesetzt werden

Zusätzliche Sonderausschreibungen bei Windkraft und Photovoltaik

Dieser zusätzliche Ausbau geht über die Ziele des Erneuerbare-Energien-Gesetzes EEG 2017 hinaus und wird mit jeweils vier Gigawatt (GW) für Wind und Photovoltaik in den nächsten drei Jahren ausgeschrieben. Das bedeutet, dass die bisherigen Ausschreibungsmengen 2019 um jeweils 1 GW, 2020 um jeweils 1,4 GW und 2021 um jeweils 1,6 GW steigen.


Das in Bayern im neuen Koalitionsvertrag CSU / Freie Wähler die Ausarbeitung einer Wasserstoffstrategie Bayern beschlossen wurde, sei nur noch am Rande erwähnt

Die heutige Bedeutung des Freistaates Bayern bei der Nutzung der Sonnenenergie lässt sich bis zur Verabschiedung des Programms „Bayern Zukunft Sonne“ Anfang der neunziger Jahre zurückverfolgen.

An die Dimensionen GW haben damals nicht einmal Optimisten geglaubt

Dietmar Lange

Verfasser:
HFrik
Zeit: 08.02.2019 17:34:38
0
2747948
Prüfen könnte man das. State Grid China hat in den gebieten z.B. schon überlegt, Windenergieanlagen aufzustellen und über HVDC-Seekabel über Australien in das Chniesische Netz einzubinden. Sicher ist das aber nicht ob es sich rechnet.

Verfasser:
Tom Berger
Zeit: 08.02.2019 17:43:01
1
2747953
Zitat von HFrik Beitrag anzeigen
Nun Tom, für eine Nutzung für die Erzeugung von PtG /PtL für die Chemie oder die Luftfahrt gebe ich die völlig recht. Dafür sollten die Elektrolyseure bestens eingebunden sein, damit sie möglichst rund um die Uhr (vielleicht ausser bei Dunkelflaten) sprich 8000h je Jahr oder mehr laufen.

Nur mit dem Strom kann man auch die Häuser mit WP direkt heizen, das ist wenigstens um Faktor 5 effizienter als den Umweg über PtG zu nehmen.


Mein Gott, immer diese frei erfundenen absurden Bauchgefühlfaktoren. Jetzt also Faktor 5. Warum kannst Du das nicht einfach lassen?

Und nein: mit dem Strom kannst Du keine Häuser direkt heizen, denn dann, wenn der Strom anfällt, brauchst Du keine Heizung, und dann, wenn Du heizen willst, gibt's den Strom nicht.

Was geht ist das: Du kannst das EE-Gas verstromen, um damit Wärmepumpen zu betreiben. Aber die Erzeugung und die Verwendung des EE-Gases fallen zeitlich nicht zusammen. Und genau deshalb ist es sinnvoll, die Erzeugungsanlagen für EE-Gas möglichst gut ins Stromnetz einzubinden.

Ohnehin wird es sicher keine getrennte Erzeugung von EE-Gas für verschiedene Verwendungen geben. Es wird EE-Gas erzeugt, das dann bei Bedarf und von der Erzeugung entkoppelt für alle möglichen Verwendungen dient, angefangen von Flugverkehr bis hin zum Heizen.

Verfasser:
HFrik
Zeit: 08.02.2019 17:51:12
1
2747957
Also der Strom auf der Doggerbank fällt überwiegend im Winter an, daann wenn ich heizen will. Und im europäischen Verbundnetz steht deratrtiger Windstrom so regelmässig zur verfügung dass man sich kostenseiten über verbleibende Lücken keine Gedanken machen muss in der überschlägigen Abschätzung. So viel ist schon bekannt (siehe auch entso-e, e highways 2050, 100%-EE-Szenario)
Ebenso bei PV-Strom aus MENA. Auch da gibts die Winterüberschüsse.
Bis 2010 war in den wissenschaftlichen Modellen immer das Proble die Sommerlücke zu schliessen. Mit billig werdender PV in Mitteleuropa gelingt das genau passend. Nur haben wir deswegen immernoch kein Winterloch. Schau Dir die EE-sTrom-Erzeugung in D an. Die schwächsten Monate sind im Sommer. Im Winter macht die Windkraft Überstunden. In dieser Stunde haben wir gerade 32,5GW Windeinspeisung. Letzten Monat hatten wir über 15TWh Windeinspeisung, mehr als doppelt so viel wie PV in den besten Monaten, fast so viel wie Braun und Steinkohle zusammen....

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 08.02.2019 17:51:37
0
2747958
Zu der hier viel diskutierten Frage, wo kommt der Strom zum Betrieb von EE- Gaserzeugern her, noch eine aktuelle Meldung

EnBW prüft Bau eines Solarparks mit 175 Megawatt ohne Förderung in Deutschland

Das Photovoltaik-Projekt soll im brandenburgischen Weesow-Willmersdorf entstehen und ohne Solarförderung auskommen. Nach eigenen Angaben hat sich EnBW für das Projekt bereits die Flächen gesichert und die baurechtlichen Voraussetzungen über den Bebauungsplan geschaffen.

Der bisher größte zusammenhängende Photovoltaik-Komplex Deutschlands steht ebenfalls in Brandenburg. Er befindet sich auf Kippenflächen des ehemaligen Braunkohletagebaus Meuro und besteht aus dem Solarpark Schipkau mit 72 Megawatt sowie den Solarparks Senftenberg I, II und III mit 96 Megawatt.


Das ist nicht die erste Meldung, dass in Deutschland große PV- Leistungen ohne Inanspruchnahme von Fördergeldern errichtet werden sollen.

Über neue Geschäftsmodelle EE- Strom für eine Zeit nach dem EEG wird in letzter Zeit immer häufiger berichtet.

Das ist eine Antwort auf die gestellte Frage, woher kommt der regenerative Strom, der für Pt(X) Technologien benötigt wird

Dietmar Lange

Verfasser:
pflanze 132
Zeit: 08.02.2019 18:45:10
0
2747978
Zitat von HFrik Beitrag anzeigen
Meine Frage warum man den nicht besser statt PtG den Strom transportiert bleibt natürlich unbeantwortet....

1. Bei P2G und P2L findet eine höhere Wertschöpfung in dem produzierendem Land statt.
2. Vermutlich wird es besser kalkulierbare Preise als für Strom geben - es muss nicht in Echtzeit verkauft werden und für CO2-neutrale Brennstoffe wird besonders in der Anfangszeit ein Markt vorhanden sein, der überproportional zahlungsbereit ist.
3. Weil man mit P2G und P2L einen neuen Markt aufbauen und besetzen kann. Im Falle von Öl- und Gasexportierenden Ländern auch noch unter Nutzung vorhandener Strukturen.
4. Weil die Wahrscheinlichkeit, dass in D P2G und P2L Anlagen in nennenswerter Größenordnung schnell und unbürokratisch genehmigt und gebaut werden können, gering ist...

Nochmal die Grafik zum Energiemix in D:



Anmerkung: Das Gelbe ist nicht PV, sondern Gas und das Grüne ist nicht Biomasse, sondern die gesamte Menge an EE - wir haben zwar 40% EE-Anteil, aber halt nur bei Strom...

Die Frage ist nicht, was D für seine Energiewende bevorzugt, sondern, ob jemand ein tragfähiges Geschäftsmodell für P2X findet. Persönlich würde ich erwarten, dass die Niederländer da eher im Industriemaßstab engagiert sein werden als die Deutschen.

Grüße
Stefan

Verfasser:
Tom Berger
Zeit: 08.02.2019 19:07:09
0
2747984
Zitat von HFrik Beitrag anzeigen
Also der Strom auf der Doggerbank fällt überwiegend im Winter an, daann wenn ich heizen will. Und im europäischen Verbundnetz steht deratrtiger Windstrom so regelmässig zur verfügung dass man sich kostenseiten über verbleibende Lücken keine Gedanken machen muss in der überschlägigen Abschätzung. So[...]


Nun, den Strom von der Doggerbank musst Du ja erst mal bis zu Dir bringen. Das hast Du ja selbst als Problem bezeichnet. Und dann stellt sich die Frage, wie Du all den überschüssigen PV-Strom, den Du im Sommer auf deutschen Dächer erntest, sinnvoll verwendest.

Wir planen bekanntlich vorerst für 80% EE-Strom, aber langfristig sollen es sicher 100% werden. Und wir betreiben ja nicht nur eine Stromwende, sondern eine Energiewende. Wir brauchen dazu auch die Langzeitspeicherung von Strom, und das geht nur mit P2G. Und wenn wir in einem 100%-EE-Szenario jährlich viele hundert TWh P2G für den Flug- und Schiffsverkehr und für LKW produzieren müssen, dann bleibt da auch genug übrig für die, die damit ihren denkmalgeschützten Altbau beheizen wollen und sich das leisten können.

Ich mach' mir keine Sorgen darüber, woher in einem 100%-EE-Szenario dann das nach aktuellem Stand der Technik unverzichtbare und alternativlose P2G kommen soll, denn dafür gibt es viele Lösungen. Das bis dato erreichte Kostenniveau für EE-Strom macht alles möglich.

Verfasser:
Kautabak
Zeit: 08.02.2019 19:08:23
1
2747986
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
Zu der hier viel diskutierten Frage, wo kommt der Strom zum Betrieb von EE- Gaserzeugern her, noch eine aktuelle Meldung

[url=https://www.pv-magazine.de/2019/02/06/enbw-prueft-bau-eines-solarparks-mit-175-megawatt/]EnBW prüft Bau eines Solarparks mit 175 Megawatt ohne Förderung in[...]


Geil! Das ist ja supertoll!
Aber warum sollte dieser Strom nicht direkt genutzt werden, sondern erst in PtG verwandelt werden?

Verfasser:
crink
Zeit: 08.02.2019 19:20:25
0
2747989
Hi,

da sind wir wieder bei der Frage nach der Zeitschiene - wann stehen wie viel % EE-Gas zur Verfügung?
- Bis 2030 praktisch nix
- Bis 2040 maximal einstelliger Prozentbereich
- Bis 2050 immer noch weniger als die Hälfte

Selbst bei seeehr optimistisch gedachtem Szenario. Ich denke auch, dass EE-Gas mal wichtig wird, aber nicht für eine heute eingebaute Heizung. Warten wir die sinnvolle Forschung und die Erfahrung mit im Vergleich kleinen Versuchsanlagen ab und unterhalten uns dann noch mal in 5 Jahren über das Thema.

Viele Grüße
crink

Verfasser:
Georg Fiebig
Zeit: 08.02.2019 19:27:14
0
2747991
Wie war das noch ? Der erste ins Netz eingespeiste pv Strom war extrem teuer und dadurch ist der Strompreis gestiegen .

Genauso wird es dann auch bei EEGas sein . Es wird am Anfang extrem teures EE gas ins Erdgasnetz eingespeist , dadurch steigt der Gaspreis. Aber natürlich nur für den kleinen Erdgas Kunden., dies subventionieren dann über ihren Gaspreis das billige Gas für industrielle grossverbraucher .

Also los geht's, je eher desto besser .

Verfasser:
Tom Berger
Zeit: 08.02.2019 20:06:07
0
2747998
Zitat von crink Beitrag anzeigen
Ich denke auch, dass EE-Gas mal wichtig wird, aber nicht für eine heute eingebaute Heizung.


Das mit absoluter Sicherheit nicht. Das wird eher abhängig davon sein, wie schnell man im Transportwesen auf synthetische Kraftstoffe umstellt. Das wird man aber erst mal nur dort machen, wo Elektromobilität nicht taugt, also erst dann, wenn die Elektromobilität schon nennenswerte Marktanteile erreucht hat.

Als Speicher für's Stromnetz braucht man bis 80% EE-Anteil, also bis ca 2050, gar kein P2G, und selbst bei 100% EE-Anteil braucht man dafür nur dann geringe Mengen, falls die Regelzonen so klein bleiben wie bisher. Laut Fraunhofer braucht man in DE bei einer europaweiten Einspeiseregelung gar keine Langzeitspeicher.

Der Anschub muss also von den anderen Energiesparten kommen. Und da gibt es noch nicht mal Ansätze ...

Verfasser:
MaJen
Zeit: 08.02.2019 21:56:31
0
2748020
Zitat von crink Beitrag anzeigen
Hi,

da sind wir wieder bei der Frage nach der Zeitschiene - wann stehen wie viel % EE-Gas zur Verfügung?
- Bis 2030 praktisch nix
- Bis 2040 maximal einstelliger Prozentbereich
- Bis 2050 immer noch weniger als die Hälfte

Selbst bei seeehr optimistisch[...]


Crink da hast Du völlig recht. Die nächsten Jahrzehnte kann EEGas fossiles Gas nicht in erheblichem Umfang ersetzen, zumindest, wenn fossiles Gas nicht über Abgaben künstlich stark verteuert wird.

Es gibt aber einen Trick, wie man EE Gas in erheblichem Umfang quasi schon jetzt bereitstellen kann. Man nehme eine Wundermaschine, die solches Gas dem Gasnetz sogar ganz ohne WKA zur Verfügung stellt - indem sie es einspart. Sie hat einen Wirkungsgrad von mind. ca. 20 bis über 50%. Wenn jeder dieser Maschinen noch eine Menge von PV beiseite gestellt wird - in Größenordnungen von typischen ST-Anlagen zur HU - gern wenn möglich größer-, steigt der Wirkungsgrad nochmal deutlich an.

Das Beste ist: Stand der Technik heute schon, im Großserieneimsatz und sogar in Reichweite der Amortisation.

Nicht persönlich nehmen, Du weißt was ich meine...

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Woher kommt EE-Gas (für Gasheizungen)
Verfasser:
MaJen
Zeit: 08.02.2019 21:56:31
0
2748020
Zitat:
...
Hi,

da sind wir wieder bei der Frage nach der Zeitschiene - wann stehen wie viel % EE-Gas zur Verfügung?
- Bis 2030 praktisch nix
- Bis 2040 maximal einstelliger Prozentbereich
- Bis 2050 immer noch weniger als die Hälfte

Selbst bei seeehr optimistisch[...]

Crink da hast Du völlig recht. Die nächsten Jahrzehnte kann EEGas fossiles Gas nicht in erheblichem Umfang ersetzen, zumindest, wenn fossiles Gas nicht über Abgaben künstlich stark verteuert wird.

Es gibt aber einen Trick, wie man EE Gas in erheblichem Umfang quasi schon jetzt bereitstellen kann. Man nehme eine Wundermaschine, die solches Gas dem Gasnetz sogar ganz ohne WKA zur Verfügung stellt - indem sie es einspart. Sie hat einen Wirkungsgrad von mind. ca. 20 bis über 50%. Wenn jeder dieser Maschinen noch eine Menge von PV beiseite gestellt wird - in Größenordnungen von typischen ST-Anlagen zur HU - gern wenn möglich größer-, steigt der Wirkungsgrad nochmal deutlich an.

Das Beste ist: Stand der Technik heute schon, im Großserieneimsatz und sogar in Reichweite der Amortisation.

Nicht persönlich nehmen, Du weißt was ich meine...
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