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Viessman Gasheizung \ Warmwasserhysterese – unterer Schaltpunkt \ Vitocrossal und Vitotronic200
Verfasser:
kathrin
Zeit: 20.01.2019 21:08:25
0
2738151
@Mar70

Der WW-Bereich des Speichers wird nur während der eingestellten WW-Zeiten durch den Vitocrossal aufgeheizt (bei Bedarf). Ausserhalb dieser Zeiten ignoriert die Regelung die WW-Bereitung (in der Diagnoseabfrage steht dann Soll-WW-Temperatur 5) und der Speicher kann bis zur Frostschutzgrenze abkühlen, ohne dass der Brenner anspringt.

Die Solaranlage dagegen läuft immer dann, wenn sie kann, also wenn die eingestellte Temperaturdifferenz zwischen Kollis und Speichertemperatur (Solarbereich) ausreichend hoch ist und die max.Temperaturen noch nicht überschritten sind. Für die Solaranlage gelten keine Zeiteinstellungen.

Codieradresse 59: Einschaltdifferenz für WW-Aufheizung.
Mit 59:7 wird der Speicher aufgeheizt (während der eingestellten WW-Zeiten), wenn die Ist-WW-Temperatur mehr als 7 Grad unter der Soll-WW-Temperatur ist.
Mit Einstellung 59:0 wäre die Einschaltschwelle bei 2,5 Grad unter Soll-WW-Temp, die Speichertemperatur dürfte also weniger stark abfallen, bis der Speicher wieder nachgeheizt wird - bewirkt vermutlich häufigere Speicheraufheizung.
Bei angenommener Soll-WW von 64 Grad mit 59:7 Brenner an bei Ist-WW < 57,
mit 59:0 Brenner an bei Ist-WW < 61,5 (innerhalb der programmierten WW-Zeiten).

Die Ausschaltschwelle bleibt bei allen Einstellungen von Adresse 59 gleich, nämlich bei Ist-WW-Temp. von 2,5 Grad über Soll-WW geht der Brenner aus, dann folgt die Pumpennachlaufzeit, die den Speicher weiter aufheizt mit der vorhandenen Kesselwärme. Es ist also normal, dass die erreichte Ist-WW-Temp. einige Grad über der eingestellten Soll-WW-Temp. liegt - wieviele bei deinem Speicher konkret müsstest du durch Beobachtung herausfinden (ein paar Minuten nach Ende der WW-Aufheizung).

Codieradresse 67 - Nachheizunterdrückung: Die Nachheizunterdrückung dient dazu, das Heizgerät in gewissen Grenzen am Nachheizen des Speichers zu hindern, damit die Solaranlage den Speicher selber aufheizen kann. Dazu wird die Soll-WW-Temperatur von der Regelung herabgesetzt (ist also dann in der Diagnoseanzeige niedriger als die Soll-WW-Temperatur, die man „eigentlich“ eingestellt hatte).

Du hast eine Solarregelung SM1 (aus einem früheren Beitrag: Adresse 54:4).

Die Nachheizunterdrückung bei der Solarregelung SM1 erfolgt in 2 Stufen:
Die 1. Stufe beginnt, sobald die Solarpumpe angelaufen ist. In der 1. Stufe wird die Soll-WW-Temperatur reduziert, und zwar um 50 % der Differenz zwischen eingestellter Soll-WW-Temperatur und Einstellung in Adresse 67. Beispielsweise bei Soll-WW 64 und Codieradresse 67:40 Reduktion um 50 % von (64-40), d.h. neue Soll-WW ist 52 Grad für die 1. Stufe der Nachheizunterdrückung.

Die 2. Stufe beginnt, sobald die Solarpumpe mehr als 2 Stunden ohne Unterbruch gelaufen ist; erst dann gilt die volle Nachheizunterdrückung und somit der in Adresse 67 eingestellte Wert, also bei 67:40 Soll-WW-Temperatur 40 Grad.

Hinweis: Die in Codieradresse 59 eingestellte Einschaltdifferenz gilt immer noch. Beispielsweise erfolgt mit 59:7 und 67:40 bei aktiver 2. Stufe der Nachheizunterdrückung die Speicheraufheizung durch das Heizgerät erst, wenn die Speichertemperatur unter 33 Grad gefallen ist.

Die Nachheizunterdrückung ist fünfmal so lange aktiv, wie die Solarbeheizung dauerte. Nach einem sonnigen Tag ist es also durchaus möglich, dass die Nachheizunterdrückung noch am Folgetag aktiv ist.

Ob die Nachheizunterdrückung aktiv ist oder nicht kann an der Regelung abgefragt werden (erweitertes Menü unter Information – Solar), die von der Regelung verwendete Soll-WW-Temperatur findet man in der Diagnoseabfrage.

Unter dem Strich: Im Sommer ist WW-Zeit nur am Abend und Adresse 67:40 gut für viel Solarertrag und wenig Nachheizen durch den Vitocrossal, aber im Winter leidet darunter der WW-Komfort, und dann muss erstens die WW-Zeit auf die Zeit des WW-Bedarfs ausgedehnt werden und zudem vermutlich Adresse 67 einiges höher gestellt werden, bis zu maximal 67:63 in deinem Fall (= praktisch keine Nachheizunterdrückung mehr).

Schönen Abend + Gruss

Kathrin

Verfasser:
Mar70
Zeit: 20.01.2019 17:02:59
0
2737983
Erst einmal vielen Dank für den umfangreichen Beitrag von Kathrin.

Der Sommer-/Winterunterschied und das weniger Energie von der Solarthermie kommt leuchtet mir ein.
Auch, dass für Verbrauchs-WW nur das halbe Volumen des Bufferspeichers zur Verfügung steht.

Hinsichtlich der Einstellung und der Bedeutung der Parameter habe ich noc ein paar Rückfragen:

Was ist diese Codierung 67 Nachheizunterdrückung eigentlich?
Ich dachte der Brenner springt zur Nachheizung des WW im Bufferspeicher erst wieder an, wenn die
Temperatur des WW im Bufferspeicher diese Schwelle unterschreitet?
Ob die immer der Fall, oder nur während der programmierten "Zeitprogramm WW individuell".

In der Codieradresse 59 (Speicherbeheizung: Einschaltpunkt -2,5K/Ausschaltpunkt +2,5 K)
steht im Moment auf: "7"
Ich habe nicht verstanden, was das eigentlich ist, tendiere aber dazu dies auf "0" zu setzen.
Vielleicht könnte mir bitte Jemand erklären, was dieser Parameter bewirkt.

Die WW Solltemperatur: beträgt 64°C.

Viele Grüße aus Nürnberg,
Markus

Verfasser:
kathrin
Zeit: 17.01.2019 20:55:37
1
2736750
@Mar70

Das Problem ist, dass solare WW-Aufheizung im Winter sehr viel weniger "bringt" als im Sommer. Im Sommer schafft die Sonne die Speicheraufheizung in der Regel allein, im Winter dagegen ist es ganz normal, dass WW-Aufheizung zu einem grossen Teil durch das Heizgerät erfolgen muss und die Sonne nur etwas zur Vorwärmung beisteuert.

Im Sommer kommst du mit der sehr kurzen WW-Zeit am Abend durch (wird nur benötigt, wenn der Speicher nicht durch die Sonne ausreichend aufgeheizt wurde). Im Winter dagegen musst du die WW-Bereitungszeit auf die ganze Zeit des WW-Bezugs ausdehnen, also in einem MFH vermutlich von morgens bis abends, Zeiten je nach WW-Bedarf der Bewohner.

Ausserhalb der eingestellten WW-Zeiten wird der Speicher nicht nachgeheizt, da nützen alle WW-Hysteresen und sonstigen Einstellungen nichts. Also: WW-Zeiten verlängern!

Ich weiss nicht, was du mit "oberere Hysterese 65 Grad" meinst (welche Einstellung?).

Codieradresse 67 ist für die Nachheizunterdrückung. Hier muss bei vielen Anlagen im Winter eine höhere Temperatur eingestellt werden als im Sommer, aus dem gleichen Grund wie oben erwähnt: Wenn die Solaranlage im Sommer 2 Stunden läuft, bringt das in der Regel sehr viel mehr (höhere Aufheizung) als wenn die gleiche Anlage im Winter 2 Stunden läuft. Deshalb muss man in der Regel im Winter der Anlage "erlauben", die Soll-WW-Temperatur eher mit dem Gasgerät zu erreichen - Komfort geht vor.

Die WW-Hysterese wird an der Vitotronic in Codieradresse 59 eingestellt; einstellbar ist nur die untere Einschaltschwelle, die obere ist fix bei 2,5 K über der eingestellten Soll-WW-Temperatur.

In deinem früheren Thread noch den Speicher nachgeschaut: Vitocell 140-E; Typ SEIC mit 950 Litern (bitte in Zukunft im Eingangsthread angeben).
Dazu noch ein paar Bemerkungen zum Verständnis: Laut technischen Daten zum Speicher beträgt der Volumenbereitschaftsteil 453 Liter. Will heissen: der untere Teil des Speichers ist für Aufwärmung durch die Solaranlage "reserviert", durch den Vitocrossal wird bei Bedarf nur der obere Teil mit 453 Litern aufgeheizt. Im Sommer wird in der Regel der Speicher durch die Solaranlage "durchgeheizt", dann steht also der ganze Speicherinhalt mit "heissem" Wasser zur Verfügung. Im Winter dagegen wird die Solaranlage den unteren Speicherteil nur leicht aufheizen können, und für WW wird nur rund die obere Hälfte des Speichers durch den Vitocrossal auf Soll-Temperatur gebracht (sofern denn die WW-Zeiten entsprechend eingestellt sind ;-)). Konsequenz: Im Winter steht echt weniger heisses Wasser zur Verfügung als im Sommer (also muss der WW-Speicherbereich häufiger durch den Vitocrossal nachgeheizt werden). Zudem zieht im Winter die Heizung ordentlich Energie aus dem Speicher, im Sommer nicht.

In Kurzform: Im Sommer kann man eher aufs Sparen schauen: möglichst viel solare Aufheizung, möglichst wenig durch den Vitocrossal.
Im Winter dagegen muss man eher den Komfort priorisieren, weil die Sonne einfach zuwenig beitragen kann, deshalb im Winter die Regelung eher so programmieren, wie wenn gar keine Solaranlage vorhanden wäre, sodass der Vitocrossal den Speicher allein auf Temperatur bringen/halten muss und der Komfort gesichert ist (keine Bange, der untere Speicherteil ist reserviert für Solar - die Solaranlage kann liefern, was sie liefern kann).

Klarer geworden?

Schönen Abend + Gruss

Kathrin

Verfasser:
Mar70
Zeit: 17.01.2019 12:35:14
0
2736508
Hallo Zusammen,

würde mich über Expertenrat zu folgender Problemstellung freuen.

Ich betreibe eine neuere Gasheizungsanlage, mit Solarthermieunterstützung.
Wesentliche Systemkomponenten sind:
Vitocrossal, Vitotronic, Frischwasserstation (Vitotrans353), und 950l-Bufferspeicher.
Damit ich im Sommer über die Solarthermie genug Energie in das System bekomme,
habe ich die Gaszuheizzeit (Zeitsteuerung individuell an der Vitotronic) auf 18:00 bis 19:30 Uhr festgelegt.
Dies haben wir ausführlich in folgendem Threat diskutiert:
http://www.haustechnikdialog.de/Forum/t/209265/Kompromiss-Verbrauchsreduzierung-und-Legionellenschutz?page=3
Jetzt im Winter zeigt sich bei größeren Wasserentnahmen (Warmwasserwaschmasch, Warmwasserspülmasch, Regendusche), dass irgendwann nur noch lauwarmes Wasser kommt.
So habe ich mir gedacht, dass ich über setzen der unteren Hysteresetemperatur auf 45°C, unabhängig von der Gaszuheizzeit erreichen kann, dass das Warmwasser immer mindestens diese Temperatur hat.
Aber das hat nicht funktioniert.
Die obere Hysteresetemp ist 65°C und die Auslauftemperatur aus der Frischwasserstation: 57°C.
Was ich genau in der Codierebene 1 gesetzt habe ist:
/*
Warmwasser Codierungen
67:45
Bei solarer Trinkwassererwärmung: Trinkwassertemperatur Sollwert 40 °C. Oberhalb des ein-
gestellten Sollwerts ist die Nachheizunterdrückung aktiv.
67:0 bis 67:95
*/
Für konstruktive Ratschläge, wo da mein Verständnisproblem liegt, und wie ich die Funktionsweise verbessern kann, danke ich im Voraus.

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