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Dächer mit PV oder Solarkollektoren bei hohen Schneelasten
Verfasser:
OldBo
Zeit: 18.01.2019 17:14:17
0
2737048
Welche Erfahrungen gibt es, wie man ein Dach mit PV oder Kollektoren schneefrei bekommt. Beispiele sind zur Zeit bei den Schneehöhen auf den Dächern in einigen Bereichen Deutschlands und Österreichs zu sehen.

Verfasser:
mdonau
Zeit: 18.01.2019 17:33:01
1
2737058
PV kann man entsprechend planen, ein Einlegesystem z.b. gibt eine geschlossene Oberfläche
und das passende Gerät: snøhøvel

geht natürlich nicht bei jedem Gebäude...

Verfasser:
OldBo
Zeit: 18.01.2019 18:06:04
0
2737072
Aha, soetwas habe ich in den Filmberichten nicht gesehen. Da waren immer einige Helfer mit Schneeschiebern auf dem Dach.

Verfasser:
mdonau
Zeit: 18.01.2019 18:43:30
0
2737085
...was mir durchaus lebensgefährlich vorkommt!
mit Glück fällt man ja in dem Schnee...

Verfasser:
Poeggsken
Zeit: 18.01.2019 19:04:27
0
2737092
Ich habe auch ein Video vom Snohovel gesehen und habe mich gefragt warum nicht eher jemand auf so ein einfaches Gerät gekommen ist...

Warum sind die DAchneigungen dort in Bayern/Österreich so flach? Damit man drauf laufen kann?
Würde der Schnee nicht bei 45 Grad eher abrutschen?

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 19.01.2019 02:07:59
0
2737191
Hier die Beschreibung einer möglichen Methode für PV.

PV-Anlagen könnten Häuser vor Schneebruch schützen


Bei ST - Kollektoren ist die Methode Abtauhilfe durch Einschalten der Solarkreispumpe und Wärmetransport aus dem Speicher in Richtung Kollektorfeld bekannt.
Das Prinzip wird auch als Frostsicherung bei Solarkreisläufen mit Wasser angewendet.

Dietmar Lange

Verfasser:
OldBo
Zeit: 19.01.2019 09:51:13
0
2737230
Moin Dietmar,

das ist richtig. Ob das aber bei großen Schneemengen in kurzer Zeit ausreichen wird, ist zu bezweifeln. Hier würde dann die Gefahr für Dachlawinen erheblich sein. Die Abtaueinrichtungen werden auch kritisch diskutiert.

Gruß

Bruno

Verfasser:
Lupo1
Zeit: 19.01.2019 10:35:50
0
2737250
Hallo Bruno,

man sollte zuerst mal den Begriff "hohe Schneelasten" definieren, wir im oberbayrischen Raum haben hier andere Vorstellungen als der überwiegende Teil in DE.
Was in diesen Winter etwas ungewöhnlich ist, die Menge in einer kurzen Zeit wobei es anschließend noch geregnet hat. Der Regen erhöht hier vor allem die Dachlasten wobei dann dieser auch 800kg/m³ wiegen kann.
Wir haben PV und wenn es schneit dann ernten wir auch nichts, wenn die Sonne scheint kommt je nach Neigung des Daches der Schnee schnell in Bewegung und rutscht ab.
Bei öffentlichen Zugang wie zB. Gehwegen ist es zwingend erforderlich Schneefangnasen oder Gitter an zu bringen.
Was hier nachteilig ist und dies trifft auch auf das Abtauen mit ST oder PV zu, es ist unkontrolliert. Bei kleineren Mengen fängt man dies mit Gittern oder den Nasen ab, bei sehr großen leider nicht mehr möglich.

Der Schneehobel jener mdonau eingestellt hat, ist eine gute Lösung nur vielleicht noch etwas verbesserungswürdig. Der Ansatz nicht auf das Dach zu gehen ist oberste Prio denn hier begibt man sich wirklich in Gefahr. Man könnte mit einer stabileren Variante auch von fahrbaren Hubeinrichtung die Häuser von den hohen Dachlasten befreien. Übrigens gibt es noch eine Variante, es wird ein Seil über das Dach geworfen und an den Enden ziehen jeweils abwechselnd eine Person am Seil.
Problem hier sind unsere Kamine und Antennen auf den Dächern und man bekommt nur einen gewissen Teil herunter.
Es wäre sicherer und günstiger mit dem Schneehobel und Hubeinrichtung die Dächer zu befreien als wie die Bundeswehr auf die Dächer zu schicken.

Wolfgang

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 19.01.2019 12:17:54
0
2737297
Zitat von OldBo Beitrag anzeigen
Moin Dietmar,

das ist richtig. Ob das aber bei großen Schneemengen in kurzer Zeit ausreichen wird, ist zu bezweifeln. Hier würde dann die Gefahr für Dachlawinen erheblich sein. Die Abtaueinrichtungen werden[...]


Hallo Bruno,

das Thema Schneelasten bei Solaranlagen ist ein sehr spezielles Thema, das sehr oft hinsichtlich der Auswirkungen stark unterschätzt wird.

Arbeitsblatt zur Ermittlung von Schneelasten an Solarthermischen Anlagen

Die Ausführungen sind z.T. auch für PV – Dachbefestigungen zutreffend.
Gruß

Dietmar Lange

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 19.01.2019 12:32:56
0
2737303
Hier noch ein aktueller Fachbeitrag zu Schneelastschäden in Deutschland

Kritik an Schneelastnormen für Module

Das normierte Verfahren zur Prüfung der Stabilität von Solarmodulen unter Schneelasten reicht nicht aus, um Schäden abzuwenden. Nicht alle Kräfte, die auf die Module einwirken und schädigen können, werden bei der Prüfung berücksichtigt

Schadensbilder wie dort im Bild gezeigt, sind aus eigenen Erfahrungen bei Reklamationsauswertungen bekannt.

Modul – und Kollektorherstellern aus südlichen Regionen Asiens fehlt oft das Vorstellungsvermögen und Erfahrungen mit Schneelasten in Deutschland.

Dietmar Lange

Verfasser:
OldBo
Zeit: 19.01.2019 13:32:30
0
2737338
Zitat von Lupo1 Beitrag anzeigen
Hallo Bruno,

man sollte zuerst mal den Begriff "hohe Schneelasten" definieren, wir im oberbayrischen Raum haben hier andere Vorstellungen als der überwiegende Teil in DE.
Was in diesen Winter etwas ungewöhnlich ist, die Menge in einer kurzen Zeit wobei es anschließend noch[...]

Bei allen Räumvorrichtungen muss man bedenken, dass sie auch für Dächer mit Solar- und PV-Anlagen und Schneefangsysteme geeignet sind. Da wäre z. B. die Seilmethode nicht geeignet. Die norwegische Methode ist wunderbar, weil hier auch die Dachrinnen einigermaßen geschützt werden.

Also so einfach ist die Schneeräumung auch wieder nicht. Ich bin mir sicher, dass diese Dinge von vielen nicht bedacht und die Schneelasten unterschätzt werden.

Verfasser:
Phil a.H.
Zeit: 19.01.2019 16:40:16
0
2737423
Habe es in einem anderen Thread auch erwähnt, Schnee abrutschen lassen geht oft eben nicht. Bei uns bei beiden Häusern nicht - einmal Straße drunter, beim anderen Haus das Nachbargrundstück (Garage + Hof direkt darunter). Da muss das Zeug eben drauf bleiben, um jeden Preis.
Bei letzterem allerdings egal, da schneit es eh nie (Oberrhein). Beim anderen kann aber schon mal gut was auf's Dach kommen.

Was ich mich aber eher frage: Die geringe Neigung der Dächer im Alpenraum hat doch sicher eine Bedeutung. Drauf stehen, ok. Oder eben, damit der Schnee oben bleibt?

Dann wiederum ist die nächste Frage, weshalb man die Dächer nicht so auslegt, dass sie diese durchaus öfter vorkommende Schneelast auch tragen können. Bei großen Spannweiten wie Hallen etc. sicher irgendwann schwierig, aber bei EFH oder einer Scheune doch sicher machbar. Mir wäre es jedenfalls zu blöd, ständig da rauf steigen zu müssen, um den Quatsch da runter zu pullern.

Was PV-Module betrifft: Bekannte mit so einem "flachen" Dach bei Hintertux (auf ~1400 m Höhe unterhalb des bekannten Gletschers) hatten die letzten 8 Jahre keine Schäden.

Verfasser:
winni 2
Zeit: 19.01.2019 17:16:25
1
2737438
Hallo Phil,

fand Deine Frage interessant und habe da diese historischen Gründe für
gefunden:
"Früher war es im Alpenraum üblich, dass die flach geneigten Dächer mit Natursteinplatten oder großen Legschindeln gedeckt wurden, wobei diese mit lose aufgelegten Steinen gegen Windsogeinwirkungen gesichert wurden. In Norddeutschland waren früher Dacheindeckungen aus Reed üblich. Um das Wasser besser und vor allem schneller abzuleiten, waren dazu größere Dachneigungen (Steildächer mit mindestens 45° Dachneigung) erforderlich, so dass sich Steildächer auch heute noch trotz geänderter Materialien für die Dacheindeckung dort überwiegend wieder finden."
http://www.dachdeckerei-jenewein.de/fachbegriffe/l-n/neigung/

An anderer Stelle wurde die Dämmwirkung einer Schneeschicht als Grund in
den Raum gestellt. Alpen-Iglu. :-)

Grüsse

winni

Verfasser:
Phil a.H.
Zeit: 19.01.2019 18:05:08
0
2737458
Hallo winni,

danke, das mit dem Schnee als Dämmschicht (gerade bei klaren Nächten ein Argument) kannte ich, der "historische Rest" ist aber echt interessant :-)

Doch auch bei modernen Dächern wäre mir persönlich wirklich ein flaches Dach lieber. Hätte so viele Projekte auf dem meinigen, aber der Aufwand, weil's so steil ist... nee.
Hätte es 20° Neigung, wäre schon längst eine PV drauf. Da könnte man auch den Schutz vor Dachlawinen im unteren Bereich wesentlich besser umsetzen, ohne, dass es darüber zu Einschränkungen kommt.

Achso, wir sind ja auch weit im Süden, im Breisgau, aber auch hier haben quasi alle Dächer um 45°. Da waren wohl die Frankfurter mit ihren Dachziegeln (die man hier üblicherweise verbaute) wohl leider eine Generation voraus ;-)

Verfasser:
OldBo
Zeit: 19.01.2019 18:08:51
0
2737459
Dächer müssen doch nach der maximal möglichen Schnee- und Windlast ausgelegt werden. Nur was ist im Zeitalter des Klimawandels maximal? In alten Häusern werden hier wohl zunehmend Probleme haben.

Aktuelle Forenbeiträge
Buddy5 schrieb: Euer Problem ist alt bekannt, kein einziger Techniker hat euch beschrieben wie es funktioniert. Das Stichwort "Betriebsbedingungen" kennt wohl keiner mehr. Ihr habt keinen Brennwertkessel der moduliert...
feanorx schrieb: zu1. 17mm Querschnitt ist ok sofern die FBH Kreisanzahl passt zu2. Das sollte eigentlich so üblich sein aber es gibt auch hier genug schwarze Schafe die frei Schnauze arbeiten wenn man sie denn lässt...
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