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Wunsch und Realität Anlagenregelung-/ Steuerung
Verfasser:
Hannes/esbg
Zeit: 10.03.2019 13:47:09
9
2762028
In letrzter Zeit mehren sich hier Threads und Anfragen über alle nur möglichen "Anlagenautomatisierungen" mit Homecontrol, KNX, Instabus, EIB Bus, diverse Apps und so weiter.

Wie man dann zwischen den Zeilen lesen-/ erahnen kann haben die Frager leider oft nicht die geringsten Kenntnisse von Elektrik bzw Anlagentechnik und glauben dass man eine Heizung genauso an-/ ausknipst wie die Nachttischlampe mit dem gleichen Effekt AN= warm, AUS= kalt (vulgo totales Energiesparen).

Gleichzeitig gibt es noch immer zigtausende Anlagen wo es gerade einmal einen "Kesselthermostat" und wenns hoch her geht vielleicht noch einen "Handmischer" welcher in der seit vielen Jahren unveränderten Mittelstellung inzwischen versteinert ist.

Die Pumpe wird im September eingeschaltet und im Mai wieder ausgeschaltet (wenn überhaupt) und das Warmwasser wird entweder über "Schwerkraft" aus dem immer warmen Kessel gemacht oder es läuft noch ein E-Boiler 24/7 durch.

Gleichzeitig wird stark gejammert dass die Heizkosten sooo hoch sind, ebenso soo viel Strom verbraucht wird, obwohl schon überall LED Lampen drin sind!

Ich hab schon Verständnis dafür dass nicht jeder Nutzer eine technische Ausbildung als Hintergrund hat, aber beim Auto wissen alle auf was sie schauen müssen (ausser auf die Farbe und die Alupatschen), auch beim Handy sind sie alle so fix dass ich mit dem Schauen nicht nachkomme und auch sonst reden Sie wie die geborenen Diplomingenieure, aber bei der eigenen vorsintflutlichen Haustechnik herrscht absolutes Stillschwegen!

Warum eigentlich??

Verfasser:
martinwall
Zeit: 10.03.2019 14:01:30
2
2762034
Zitat von Hannes/esbg Beitrag anzeigen
Ich hab schon Verständnis dafür dass nicht jeder Nutzer eine technische Ausbildung als Hintergrund hat, aber beim Auto wissen alle auf was sie schauen müssen (ausser auf die Farbe und die Alupatschen), auch beim Handy sind sie alle so fix dass ich mit dem Schauen nicht nachkomme und auch sonst reden Sie wie die geborenen Diplomingenieure, aber bei der eigenen vorsintflutlichen Haustechnik herrscht absolutes Stillschwegen!

Warum eigentlich??


Weil die Hersteller die Daten entweder gar nicht, oder in für Laien unverständlicher Form ausgeben ( Codieraddresse Fx:yy ). Es fehlen Sensoren ( z.B. Rücklauftemperatur, Durchflussmenge ), und vernünftige Mensch - Maschinenschnittstellen.
Da hat kein " normaler " Mensch Lust, sich mit zu beschäftigen. Der WE werkelt im Keller, wie soll ich im Wohnzimmer feststellen, daß der taktet?

Grüße

Verfasser:
JoRy
Zeit: 10.03.2019 14:06:11
5
2762036
Hi Hannes ,

ich teile deine Erfahrung, dass noch viel zu viele Heiz-und WW-Anlagen
mittelalterlich geblieben sind.

Aber auch bei moderneren Anlagen die mit Allem ausgestattet sind, und
Kessel-T nach Bedarf-max, VL nach Heizkurve und diese nach gutem AF
fahren können erlebe ich ein so erschreckendes Unwissen von Bauherren,
die sich für diese Hütten bis auf die Enkelgeneration verschuldet haben, dass
man den Begriff Energiesparen nicht hört oder findet.

Die Mehrheit der deutschen Häuslebauer, auch in den letzten Jahren , die
mit umfangreicher Elektronik bestückt sind werden oft so hirnrissig betrieben
dass es nicht nachvollziehbar ist.

Am Häufigsten bekomme ich die Antwort :
"Ach Handbücher, manuals, Bedienanleitungen u.s.w. habe ich noch nie gelesen !"
Und die sind auch noch stolz darauf.!!

Von ihrem geleasten SUV haben sie aber jeden Knopf nachgeschlagen.
Wenn es aber um die mehr als 20 fach Summe, ihr Haus geht, dann fällt eine
massive Klappe.

Deshalb erlebe ich viele HB die zwar "Klugscheißer-Kunden" annehmen,
aber mit denen nicht diskutieren wollen.
Dann werden eben diese Kisten "in Werkseinstellung" aufgehängt und die
Unterlagen und Handbücher überreicht und das quitiert.

Das ist eben nicht Digitalisierung , die auch einige Vorteile hat , wenn die
entsprechende Sensortechnik mit eingebunden ist, sondern eher wie Prof.Spitzer
er formuliert : "Die digitale Demenz "

Gruß JoRy

Verfasser:
Karl-Heinz Groß
Zeit: 10.03.2019 14:11:23
2
2762038
Mit Smarthome und dickem Auto können alte, weiße Männer Erektionsstörungen kompensieren. Mit ner Heizung nicht :-))

Verfasser:
Hannes/esbg
Zeit: 10.03.2019 18:03:55
3
2762163
Ja leider, die (vulgärmodus EIN) "Zumpferlverlängerung" vor´m Haus sieht jeder, auch die 3 zusätzliche Zierstreifen und die Breitreifen samt Racingfelgen (für letztere beiden Teile waren 2500,-€ Auifpreis fällig), macht ja nichts, ist eh auf Leasing!

Die still im Keller vor sich hinwerkelnde Heizung kann man halt nicht so "publikumswirksam präsentieren"

Wenn man zu diesen Leuten in den Heizungskeller kommt (weil "Heizung spinnt") und sagt die Regelung ist defekt, kostet ca 700,-€ + Umbau, dann geht das Jammern los.

Dass genau diese sagen wir nun 1000,-€ ab sofort jedes Jahr rund 500,-€ einsparen, das will nicht in den Schädel!

Ich erlebe solche Situationen nun schon seit über 40 Jahren mit wechselnden Beteiligten, obwohl ich damals schon dachte die Preissteigerungen bei den Energieträgern würden doch irgendwann ein Umdenken anstoßen, leider nicht!

Ich hatte vor etwa 25 Jahren einmal eine Art Leasingmodell für Heizungserneuerung durchgedacht, kombiniert, mit einer Art Kontraktingvertrag, wo der Kunde ein jährliches Fixum in Höhe der bisherigen Energiekosten bezahlt (Berechnet aus dem Durchschnitt der letzten 5 Jahre), natürlich gekoppelt mit einem Wartungsvertrag um auch die Anlage effizient betreiben zu können.

Sobald die Anlage getilgt ist läuft nur noch ein Wartungsvertrag weiter, natürlich auch dieser mit den üblichen Konsumentenschutzregeln, den kann der Kunde dann jährlich kündigen, allerdings erst NACH Ende des Finanzierungsleasingvertrages.

Leider haben einige Versuche damals ergeben, dass manche Kunden bei der alten Anlage oft mit Brutalosparmethoden (nur abschalten ist 100% sparen) und entsprechendem Komfortverlust diese "Verbrauchswerte" dann der neuen wesentlich effektiveren Anlage bei 24/ Komfortzone fürs ganze Haus gegenübergestellt haben und somit diese Methode illegal ausgehebelt haben!

Entsprechende "onlinefähige" Mess und Überwachungsgeräte gabs damals noch nicht (zumindest nicht zu bezahlbaren Preisen), somit hab ich dieses Modell damals wieder verworfen.
Inzwischen ist vieles geschehen und es gibt Geräte und Anlagenteile wo man derartige "Auswüchse" sauber nachweisen kann und auch durch Fernzugriff sofort abstellen kann (TA UVR16x2 + CMI).
Für mich ist dies nur mehr am Rande interessant, da im Ruhestand und eigentlich nur mehr Zuschauer!

Verfasser:
lobau01
Zeit: 11.03.2019 08:36:29
0
2762363
Hallo die Runde!
Ich verstehe es auch nicht.
Und es betrifft nicht nur die "Unwissenden".
Befreundetes Pärchen, um die 30 . Er gelernter Elektriker. Bauen neues Haus. Sie sehr interessiert an "Öko", er sehr interessiert an "Niedrigenergie".
Jetzt wohnen die den 4ten Winter in dem Haus, und können sich eine Sanierung der Heizung nicht leisten. Der Verbrauch der LWP friesst sie Arm.
Auto auch schon über das Lebensende hinaus kaputt - aber kein Geld mehr da.
Ich weiss nicht woran es liegt. An den Verkaufstalenten der Heizies?!?!?

Beste Grüße

Verfasser:
gnika7
Zeit: 11.03.2019 08:52:32
9
2762367
Hi,

bevor man über die Kunden jammert, die nur einmal im Leben ein Haus kaufen und im Allgemeinen weder die Heizungstechnik in irgendeiner Form testen können (im Gegensatz zum Auto, Smartphone) noch überhaupt mitbestimmen können, was und wie verbaut wird, sollte man sich Fragen, warum bei den HBs in Bezug auf ERR, Puffer, WP, BKA, etc. ähnliches (Un)Wissen herrscht, wie bei den Kunden.

Solange die Handwerker zum Teil wissenstechnisch noch im letzten Jahrtausend stecken, ist es unwahrscheinlich, dass die Kunden da dann besser sich auskennen. Und wenn, dann ist man leider ein Problemkunde und hat Schwierigkeiten einen HB zu finden.

Grüße Nika

Verfasser:
Hannes/esbg
Zeit: 11.03.2019 13:10:23
3
2762517
Ich möchte hier bewusst nicht pauschalieren, aber ein Heizungs- und Sanitärfachbetrieb ist heute nicht mehr nur "GWS, soll heissen Gas, Wasser, Scheiße", sondern soll alles beherrschen.

Gesamte Rohinstallation mit inzwischen hunderten teils sehr verschiedenen Rohr und Verbindungssystemen, wobei man oft schon sagen muß was gestern war kennt morgen keiner mehr!

Gesamte Bad und Feininstallation mit ebenso tausenden verschiedenen Ausführungsarten.

Gastechnik, von der Hauptleitung bis zum BW-Gerät, samt allen Vorschriften, teilweise von Bundesland zu Bundesland verschieden.

Heiztechnik, vom Holzvergserkessel über Brennwert, Wärmepumpe (egal welche Art) bis zum Wohnzimmerlagerfeuer mit Heizungsanschluss.

Und schließlich noch die gesamte Wärmeabgabepalette, vom Radiator über FBH, Wandheizung, Deckenheizung, Warmluftregister und....

Sowie dann noch Wohnraumlüftung, in allen Varianten, mit oder ohne WRG mit Wärmepumpe und......

Keine Berufssparte hat so ein vielfältiges Berufsbild, nur dass die die nichs weiterlernen in dieser Sparte am ehesten sichtbar werden.

Es gibt wesentlich mehr Heizis als Elektriker und (fast) alle sind sehr gut ausgelastet, so dass die Argumentation "kritischer Kunde ist Problemkunde und wird eher abgelehnt" sehr wohl zutrifft.
Denn warum soll ich viel Hirnschmalz investieren und abendelang tüfteln und rechnen, wenn genügend Kunden warten mit Produkten von der Stange bedient zu werden.
So ganz nebenbei erwähnt, kann ich dann diese Kunden bei Problemen an den Werkskundendienst delegieren und bin fein raus, ohne Gesichtsverlust!

Denn wenn ich gute Produkte von verschiedenen Firmen kombiniere, muß ich erstens selbst schon viel mehr wissen (auch über manche Eigenheiten dieser Produkte), die gesamte Hydraulik selbst berechnen und aufeinander abstimmen, aber ich bleibe beim Kunden auch in Zukunft DER Ansprechpartner und sichere damit auch das "Aftersalesgeschäft"!
Leider ist derartiges Denken in dieser Zunft im Gegensatz zur Autozunft überhaupt nicht vorhanden, wozu selbst irgendwie aktiv Werbung betreiben wenn die zahlende Kundschaft sowieso schon Schlange steht!

Verfasser:
gnika7
Zeit: 11.03.2019 13:19:22
3
2762521
Zitat von Hannes/esbg Beitrag anzeigen

Ich möchte hier bewusst nicht pauschalieren, aber ein Heizungs- und Sanitärfachbetrieb ist heute nicht mehr nur "GWS, soll heissen Gas, Wasser, Scheiße", sondern soll alles beherrschen.

Da gebe ich dir Recht. Deshalb habe ich auch bewusst geschrieben "zum Teil..."
Jedoch kann/darf ein HB sich spezialisieren, z.B. nur WP oder nur Gas... Mein Elektriker macht auch keine PV...

Zitat von Hannes/esbg Beitrag anzeigen

Denn warum soll ich viel Hirnschmalz investieren und abendelang tüfteln und rechnen, wenn genügend Kunden warten mit Produkten von der Stange bedient zu werden.
So ganz nebenbei erwähnt, kann ich dann diese Kunden bei Problemen an den Werkskundendienst delegieren und bin fein raus, ohne Gesichtsverlust!

Ich finde da junge Firmen recht interessant. Diese sind recht ofen für Neues, bereit zu lernen und gehen auf den Kunden eher zu. Leider gibt es davon nicht viele. Und deren Personalkapizität ist leider auch etwas beschränkt...

Grüße
Nika

Verfasser:
Karl-Heinz Groß
Zeit: 11.03.2019 13:51:45
1
2762533
Finde es gut, dass hier kein allgemeines Bashing statt findet, sondern mal konstruktiv Gesellschaftsprobleme besprochen werden.

Wer will heute denn noch in einem Beruf arbeiten, der einen letzendlich nicht bis zur Rente ernähren kann, weil vorher die Gesundheit vorher schlapp macht? Und zum Verdienst von Putzfrauen, Bäckern, Metzgern, Altenpflegern, etc. muss man ja nix mehr sagen.

Lustig finde ich allerdings immer wieder den Verweis auf "Planwirtschaft" im Zusamenhang mit Mindestlöhnen. Komisch nur, dass die Controller bei den Heuschrecken nix anderes als Planwirtschaft den lieben langen Tag machen :-))

Dann doch lieber in den Bereich Marketing gehen, wo man den Leuten was von Pferd vorschwärmen kann. Leider ist die Elektronikerfraktion da IMHO auch sehr anfällig für.

Verfasser:
gnika7
Zeit: 11.03.2019 16:17:50
1
2762596
Zitat von Karl-Heinz Groß Beitrag anzeigen
Wer will heute denn noch in einem Beruf arbeiten, der einen letzendlich nicht bis zur Rente ernähren kann, weil vorher die Gesundheit vorher schlapp macht? Und zum Verdienst von Putzfrauen, Bäckern, Metzgern, Altenpflegern, etc. muss man ja nix mehr sagen. [...]

Naja, im Gegensatz zu vielen anderen Berufen im (akademischen) Dienstleistungssektor sind die oben genannten (aktuell) weniger durch die Digitalisierung (und KIs) bedroht. Bis diese Berufe durch Computer ersetzt werden können, gibt es Scharen von arbeitslosen Akademikern (mich inklusive ;-)

Zitat von Karl-Heinz Groß Beitrag anzeigen

Dann doch lieber in den Bereich Marketing gehen, wo man den Leuten was von Pferd vorschwärmen kann. Leider ist die Elektronikerfraktion da IMHO auch sehr anfällig für.

Ob gerade die mit ihren ewigen Praktikanten und vielen Aufgaben, die durch KIs übernommen werden können ein gutes Beispiel sind!?

Wenn man heute ein Job sucht, der auch in Zukunft sicher sein soll, sollte sich bei Handwerkern umsehen. Das Einkommen ist zwar niedriger, dafür aber langfristig wahrscheinlich sicherer als bei Akademikern. Außerdem ist eh bekannt, dass genug akademische Abschlüsse gibt, bei denen das Lebenseinkommen schlechter ausfällt als bei einem Handwerker...

Grüße
Nika

Verfasser:
Hannes/esbg
Zeit: 11.03.2019 16:29:37
1
2762600
Noch ein kleiner Nachtrag, bei meinem letzten Posting hätt ich fast einen der wichtigsten Punkte vergessen welchen der Heizi auch noch abkönnen sollte!

Die Steuerung und Regelung: welche das ganze Gewerk überhaupt erst zum funktionieren bringt, da ist es fast so wie bei den Leitungs- und Verbindungssystemen, unzählige Marken, Typen und Varianten, noch dazu mit oft "kundenspezifischen" Sonderfunktionen, ohne jedes logische Bedienkonzept (denn jeder sieht seine Sache ja völlig anders).

Ich kann ja noch verstehen dass jeder Kessel oder WP Erzeuger die mindestens 30% des Umsatzes welche die Regelung-/ Steuerung ausmacht selbst lukrieren möchte, andrerseits gebe ich aber auch zu bedenken, dass man gerade mit diesem Bauteil ein ansonsten hervorragendes Gerät auch mit Sicherheit an die Wand fahren kann.
Im Großanlagenbereich hat es sich schon lange durchgesetzt, dass sämtliche Gerätespezifische Sicherheitsrelevante Bauelemente im jeweiligen Gerät sind (Gasbrennner, Kaltwassersatz, etc.) aber alle Leistungsanforderungen entweder als Digitalanforderung (Kontakt) oder als stetiges Signal (0-10V) kommuniziert werden.

Nur in der "Pipifax Haustechnik" macht jeder was Er will und da muß ich den normalen Heizi auch einmal in Schutz nehmen, denn da müsste er Anlagenelektroniker oder Regeltechniker sein.
Da gebe ich @ martinwall zu 100% recht, man kann nicht alle Klimmzüge mit Codetabellen nachvollziehen, denn oft sind die betroffenen Funktionen nur sehr unvollständig beschrieben!

Besonders deutlich sieht man es hier im Forum bei den vielen Anfragen zu den Wärmepumpen, krasser als bei dieser Sparte gehts ja kaum noch.

Verfasser:
martinwall
Zeit: 11.03.2019 16:56:10
0
2762610
Ein Web - Interface sollte heute eigentlich zum Standard gehören. Auch mit Fachmannebene, die mit einem Zugangscode geschützt ist. Und eine Loggingfunktion auf einen externen Datenträger.

Zusätzlich ( von mir aus optional ) die Möglichkeit, die gesamte Anlage in eine Hausautomation zu integrieren, natürlich mit offenen Protokollen und Schnittstellen.

Grüße

Verfasser:
loli
Zeit: 11.03.2019 17:36:11
2
2762627
Zitat von Hannes/esbg Beitrag anzeigen
Ich möchte hier bewusst nicht pauschalieren, aber ein Heizungs- und Sanitärfachbetrieb ist heute nicht mehr nur "GWS, soll heissen Gas, Wasser, Scheiße", sondern soll alles beherrschen.

Gesamte Rohinstallation mit inzwischen hunderten teils sehr verschiedenen Rohr und[...]

Sorry,
aber die Lösung ist sehr, sehr einfach: Spezialisierung (wie Nika schon geschrieben hat)

Das wird dann natürlich zur Folge haben, dass man den einen oder anderen Auftrag dankend ablehnen muss, aber es lässt sich halt nicht ändern...

Dass der Beruf des Eli´s einfacher sein soll, kann nur behaupten, wer sich damit nicht auskennt...

Ich bin z.B. im Bereich BMA/EMA tätig - und da betreuen wir nur einige Modele von einigen Herstellern. Ständig kommen natürlich Anfragen von Kunden die Probleme mit Anlagen haben, die wir nicht, oder nicht gut genug beherschen - diese lehnt mein Chef dann ab. Trotzdem haben wir gut zutun ;)

Dafür ist es in meiner etwa 15Jährigen Berufspraxis höchstens 1-2Mal passiert, dass ich abziehen musste, ohne dass die Anlage wieder am laufen war. Spezialisierung hat natürlich auch was mit Ersatzteilvorhaltung zutun.
Dass es Neu-Kunden nicht gewohnt sind, erkennt man auch daran, dass wenn ich sage: Teil xy ist kaput - zunächst ein langes Gesicht gezogen wird. Wenn ich dann sage: hab ich im Wagen, ist in paar Minuten erledigt - ist die Erleichterung umso grösser.

Dafür verlangen wir erfahrungsgemäss höhere Preise, werden aber trotzdem immer wieder gerufen und haben viele gute, langjährige Wartungs-Kunden.
Das Problem ist eher Personal zu finden ;(

Das Problem, dass viele Betreiber ihre Heizungs- (und generell Haustechnik-) Steuerungen nicht verstehen, liegt m.M.n. daran, dass viele Hersteller (und speziell Programmierer und Produktentwickler) ihre Geräte aus ihrer eigenen Sicht bauen, und Nutzerbedürfnisse teils vollkommen unberücksichtigt lassen.
Das Problem haben wir mit unserer Technik natürlich auch.

Aber auch da liegt es in der Hand eines guten Installateurbetriebs, die Anlagenfunktionen kundengerecht zu erklären und die (wichtigsten) Funktionen vorzuführen. Und nicht nur: "Da ist die Anlage - Unterschirft (Geld) her!"

Ich gebe den Kunden grundsätzlich bei jeder Wartung (die zum Festpreis gemacht wird) die Möglichkeit einer (zusätzlichen) Einweisung. Wenn es dann doch zu lange dauert, gibt es eben keine Frühstucks- oder Mittagspause ;)

loli

Verfasser:
gnika7
Zeit: 11.03.2019 17:38:02
0
2762628
Zitat von martinwall Beitrag anzeigen
Ein Web - Interface sollte heute eigentlich zum Standard gehören. [...] Und eine Loggingfunktion auf einen externen Datenträger.

Wenn Web-Interface, dann sollte interne geloggt werden und die Logs per Web-Interface abgefragt werden können. LOKAL! KEINE CLOUD!

Zitat von martinwall Beitrag anzeigen

Zusätzlich ( von mir aus optional ) die Möglichkeit, die gesamte Anlage in eine Hausautomation zu integrieren, natürlich mit offenen Protokollen und Schnittstellen.[...]

Aus diesem Grund mag ich IDM mit dem KNX-Modul... Genauer Funktionsumfang leider unbekannt :-\

Verfasser:
martinwall
Zeit: 11.03.2019 17:50:45
1
2762633
Zitat von gnika7 Beitrag anzeigen

Wenn Web-Interface, dann sollte interne geloggt werden und die Logs per Web-Interface abgefragt werden können. LOKAL! KEINE CLOUD!


Mit "externer Datenträger" meinte ich eigentlich Usb - Stick, NAS o.ä. Im WE muß ja nicht eine Festplatte verbaut sein :-))

Grüße

Verfasser:
martinwall
Zeit: 11.03.2019 18:25:22
0
2762652
Alles, was Sicherheit betrifft sollte nach wie vor " in Hardware gegossen " sein. Für den Rest ( Steuerung und Teile der Regelung ), ich drücke es mal flapsig aus; baut man einen Raspberry ein und ( fast ) Alles ist möglich. Incl. VPN, falls man dem HB Zugang gewähren möchte.

In der heutigen Zeit braucht sich eigentlich niemand mehr mit Heizkuven beschäftigen. So etwas kann völlig Automatisiert werden. Aussenfühler, Raumfühler und fertig.

Meine Therme z.B. verfügt noch über einen Freigabeeingang für Bimetallthermostate. Damit habe ich das gesamte WW - Regime an die Hausautomation übergeben, da ich dort viel Flexibler bin.

Oder Nachtabschaltung / absenkung. Mein Haus ist Bj. 1914 und nicht besonders gut gedämmt. Ich steuere die Abschaltung / Absenkung von aussen. Abschaltung über 3°C AT, aber wenn ein Raum unter eine bestimmte RT fällt Umschaltung auf Absenkung. Unterhalb von 3°C Absenkung, aber wenn ein Raum zu warm ist Abschaltung. Völlig Dynamisch und innerhalb eines von mir vorgegebenen Zeitfensters.

Und wenn ich will ( und es freigegeben habe ), kann ich von Aussen via VPN zugreifen. Natürlich mittels Browser :-))

Grüße

Verfasser:
Automadrant
Zeit: 11.03.2019 19:17:06
2
2762687
Jetzt muss ich mal doof fragen. Wozu Webinterface? Wozu Logging?
Das ganze Gefummel von wegen hey Heizung ich geh jetzt oder ich komm jetzt heim ist ja nochmal eine andere Kategorie, aber was bringt es seine Heizung aus der Ferne parametrieren zu können? Was wird geloggt und wer wertet das wie aus?

Hier wird von "modern" etc. geredet und eigentlich genau das gemacht was in der Originalfrage durchklingt. Überall meint jeder alles zu wissen - und ist oft nur heiße Luft. Ist es bei Heizungen die angeblich ohne Cloud nicht funktionieren nicht genau das selbe?

Verfasser:
OliverSo
Zeit: 11.03.2019 19:21:56
0
2762691
Zitat von Hannes/esbg Beitrag anzeigen
Dass genau diese sagen wir nun 1000,-€ ab sofort jedes Jahr rund 500,-€ einsparen, das will nicht in den Schädel!


Ist doch ganz einfach: Schriftliche Garantie der Einsparung, sagen wir mal, über 10 Jahre. Dazu dann Ratenzahlung über zwei Jahre ;)

Leider macht das kein SHKler. Nicht einer. Obwohl doch die ganzen Maßnahmen so supertolle Einsparungen bringen.

Oliver

Verfasser:
driver55
Zeit: 11.03.2019 19:27:26
1
2762694
Zitat von lobau01 Beitrag anzeigen
Hallo die Runde!
Ich verstehe es auch nicht.
Und es betrifft nicht nur die "Unwissenden".
Befreundetes Pärchen, um die 30 . Er gelernter Elektriker. Bauen neues Haus. Sie sehr interessiert an "Öko", er sehr interessiert an "Niedrigenergie".
Jetzt wohnen die den 4ten Winter[...]


So geht's mir auch. Was soll uns Dein Beitrag hier mitgeben? Wer will eine neue Heizung in einem neuen Haus sanieren?
Und was hat ein "klassischer Elektriker" mit einer Luftpumpe zu tun?
Wäre die Heizungsanlage ordentlich ausgelegt worden, würde sie auch funktionieren. Genau dafür gibt es ja das Fachpersonal (zumindest auf dem Papier).

Du meinst, er hätte sich im Vorfeld ausführlich darüber infomrieren sollen - am besten noch nachrechnen - ob die WP zum Haus passt? Seriöse Firmen können und machen das, da kann sich der Bauherr drauf verlassen.
____________________
Die Vergleiche mit Smartphone und Auto hinken natürlich. Wer sitzt schon täglich im Keller vor seiner Heizung? ;-/

Verfasser:
Marco7395
Zeit: 11.03.2019 19:59:53
1
2762719
Für ein normales Einfamilienhaus oder Zweifamilienhaus,ist eine Smarhome oder Fernsteuerung für einen effizienten Betrieb nicht nötig.
Es ist praktisch um mal zu schauen ob alles OK ist.
Ansonsten wird die Regelung einmal vernünftig eingestellt. (Dafür muss natürlich in der ersten Heizsaison optimieren).
Und danach wird nicht mehr daran rumgefummelt.
Z.B. Wärmepumpe mit FBH, da wird nicht bei jedem verlassen des Hauses die Anlage AUS, und beim betreten wieder EIN geschaltet.

Verfasser:
loli
Zeit: 11.03.2019 20:00:37
1
2762721
Zitat von OliverSo Beitrag anzeigen
Zitat von Hannes/esbg Beitrag anzeigen
[...]


Ist doch ganz einfach: Schriftliche Garantie der Einsparung, sagen wir mal, über 10 Jahre. Dazu dann Ratenzahlung über zwei Jahre ;)

Leider macht das kein SHKler. Nicht einer. Obwohl doch die ganzen Maßnahmen so supertolle Einsparungen bringen.

Oliver

Hallo,

dass das "Geschäftsmodel" von Hannes nicht funktionieren kann, hätte ich ihm auch vorher sagen können ;)
Vernünftigen Umgang mit Ressourcen geht halt nur über den Preis.
Wir heizen z.B. aktuell (bei Bedarf) mit dem Backofen, weil:
1. Der Strom im Mietpreis des Ferienhauses drin ist;
2. Das Haus eine Heizung genau so wenig hat, wie eine Dämmung, oder Fenster- und Türdichtungen ;(
Weil Strom hier (Kanaren) viel günstiger ist, interessiert es aber weder Vermieter, noch Mieter...

Gruß

Verfasser:
lobau01
Zeit: 11.03.2019 20:16:47
1
2762725
Zitat von driver55 Beitrag anzeigen
Zitat von lobau01 Beitrag anzeigen
[...]


So geht's mir auch. Was soll uns Dein Beitrag hier mitgeben? Wer will eine neue Heizung in einem neuen Haus sanieren?
Und was hat ein "klassischer Elektriker" mit einer Luftpumpe zu tun?
Wäre die Heizungsanlage ordentlich ausgelegt worden, würde sie auch funktionieren.[...]


Es tut mir leid wenn ich mich missverständlich ausgedrückt habe.
Sagen wollte ich, dass auch Menschen die eine fachspezifische technische Ausbildung (eben Elektriker) UND Interesse an ihrem Haus haben, eine Heizung bekommen können die dem Versprechen des Installateurs/Planers nicht ansatzweise entsprechen.
Leid tun mir Leute die selbsternannten Spezialisten glauben müssen.
Sorry für diesen weiteren Beitrag zur Klarstellung.
Störe nicht weiter.

Beste Grüße

Verfasser:
KleinTheta
Zeit: 11.03.2019 20:17:06
0
2762726
Zitat von Hannes/esbg Beitrag anzeigen
[...] aber alle Leistungsanforderungen entweder als Digitalanforderung (Kontakt) oder als stetiges Signal (0-10V) kommuniziert werden.

Nur in der "Pipifax Haustechnik" macht jeder was Er will [...]


Meines Wissens gibt es für die private Haustechnik überhaupt keinen herstellerübergreifenden Standard, der es erlauben würde, dass z. B. PV, WP, Batterie- und Warmwasserspeicher, beliebige Sensoren incl. Energiezähler in einem "Wärmemanagementsystem" orchestriert werden könnten.

Wie soll sich ein solcher moderner Datenbus mit zugehörigem Protokoll überhaupt entwickeln, wenn die Hersteller maximal potentialfreie Kontakte, 0-10 V oder dergleichen gegen saftigen Aufpreis bieten?
- Das will kein Kunde bezahlen.
- Das will kein Hersteller entwickeln, weil dann plötzlich Fremdkomponenten integriert werden könnten, an denen ein anderer Geld verdienen könnte.
- Das will kein Heizi zusammensetzen, weil er genug Kunden mit dem Wunsch "es soll nur warm werden" vor der Türe stehen hat, die er mit "haben wir schon immer so gemacht" gewinnbringender "abfertigen" kann.

Komisch, warum schaffen das andere Branchen z. B. mit EIB/KNX?

An Potentaten wie z. B.
Zitat von Hannes/esbg Beitrag anzeigen
TA UVR16x2 + CMI[...]
mangelt es nicht.

Verfasser:
martinwall
Zeit: 11.03.2019 20:22:56
0
2762730
Zitat von Automadrant Beitrag anzeigen
Jetzt muss ich mal doof fragen. Wozu Webinterface? Wozu Logging?
Das ganze Gefummel von wegen hey Heizung ich geh jetzt oder ich komm jetzt heim ist ja nochmal eine andere Kategorie, aber was bringt es seine Heizung aus der Ferne parametrieren zu können? Was wird geloggt und wer wertet das[...]


Webinterface, weils praktisch jeder aufrufen kann. Ganz ohne App.

Logging, ja wozu? Ich kann sehen ob mein WE taktet und wie oft. Und da der WE ja auch " weiß " wann er WW bereitet, könnte er mir sogar eine art Ampel darstellen, Gut Schlecht, geht so. Man könnte in den WE gleich einen Verbrauchszähler integrieren. Man kann sehen wenn etwas schief läuft. Ich kann sehen wie sich eine Änderung der Heizkurve auswirkt.
Schau mal in den Thread mit dem FI. Wenn ich weiß was meine Heizung gerade macht wenn der Fi auslöst, ist die Fehlersuche ein klacks.

U.s.w, u.s.w.

Grüße

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Wunsch und Realität Anlagenregelung-/ Steuerung
Verfasser:
martinwall
Zeit: 11.03.2019 20:22:56
0
2762730
Zitat:
...
Jetzt muss ich mal doof fragen. Wozu Webinterface? Wozu Logging?
Das ganze Gefummel von wegen hey Heizung ich geh jetzt oder ich komm jetzt heim ist ja nochmal eine andere Kategorie, aber was bringt es seine Heizung aus der Ferne parametrieren zu können? Was wird geloggt und wer wertet das[...]

Webinterface, weils praktisch jeder aufrufen kann. Ganz ohne App.

Logging, ja wozu? Ich kann sehen ob mein WE taktet und wie oft. Und da der WE ja auch " weiß " wann er WW bereitet, könnte er mir sogar eine art Ampel darstellen, Gut Schlecht, geht so. Man könnte in den WE gleich einen Verbrauchszähler integrieren. Man kann sehen wenn etwas schief läuft. Ich kann sehen wie sich eine Änderung der Heizkurve auswirkt.
Schau mal in den Thread mit dem FI. Wenn ich weiß was meine Heizung gerade macht wenn der Fi auslöst, ist die Fehlersuche ein klacks.

U.s.w, u.s.w.

Grüße
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