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Erdwärmepumpe - Soletemperatur zu niedrig?
Verfasser:
Reschu
Zeit: 18.03.2019 22:48:16
0
2765431
Hallo zusammen,

ich erhoffe mir einmal wieder Euren Rat.

die Facts:
- Haus Baujahr 2018, 200 m^2, EnEv-Standard, FBH komplett
- Erdwärmepumpe, Modell Stiebel Eltron WPF07
- 2 x 60m Tiefenbohrung

Ich beobachte für meinen Geschmack durchgängig sehr niedrige Soletemperaturen.

Unmittelbar bei Taktbeginn liegen die Sole-Temperaturen bei den derzeitigen Außentemperaturen von 0 bis 10 Grad im hohen einstelligen Plusbereich. Diese fallen recht fix, meistens auf 0,8 bis 1,4 Grad, wo die Temperaturen auch bei langer Laufzeit der Wärmepumpe konstant bleiben.

Lediglich bei Außentemperaturen in Richtung -10 Grad konnte ich beobachten, dass die Soletemperaturen auch in den negativen Bereich (bis -1,x Grad zum Taktende) gehen.

Was mich nun am meisten wurmt: der Vorteil der teuren Bohrung soll doch sein, dass die Temperaturen in der Tiefe ganzjährig mehr oder minder konstant sein sollen. Dass ich bei -10 Grad AT nun Sole mit -1 Grad habe, okay. Aber dass bei einer AT von +5 Grad die Sole bei +1,4 Grad zum Taktende liegt, das macht mir Bauchschmerzen.

Wäre in diesen Fällen die JAZ ein Lüft-Wärmepumpe nicht sogar besser?
Wenn ja: die Anlage läuft im Winter öfter bei +5 Grad als sie es bei -10 Grad tut. Dann wäre meine Erdwärmepumpe ja eine echte Effizienzvernichtungsmaschine.

Sehe ich das falsch?
Sind meine Werte wirklich so schlecht, oder glaube ich das nur?
Hätte das jemand (Bohrfirma? Sani? ich?) vorher wissen oder prüfen können?
Habe ich einfach Pech?
Kann ich etwas tun?
Kann ich gefahrlos die Leistung der Solepumpe reduzieren (aktuell 100%), damit die Sole mehr Zeit hat, die Wärme aufzunehmen? Würde das etwas nutzen?

Danke für Eure Einschätzung.

Viele Grüße
reschu

Verfasser:
Tommeswp
Zeit: 18.03.2019 23:03:56
2
2765435
Spart sich Stiebel nicht einen Temperaturfühler und zeigt nur Soleausgang an?

Verfasser:
Reschu
Zeit: 19.03.2019 07:57:32
0
2765465
Wow! Ich habe gerade kurz recherchiert, und scheinbar ist das wirklich der Soleausgang.

Die Bezeichnung in der WP-Steuerung ist hier sehr irreführend, weil dort von Quellentemperatur gesprochen wird. Und da es nur diesen einen Wert gibt, bin ich stets vom Soleeingang ausgegangen.

Das verändert meine Ausgangslage jetzt deutlich (zum Positiven).

Danke für den Tipp!

Kann ich denn irgendwie den Soleeingang messen? Zusätzlich Temp.fühler müsste wohl der Sani verbauen?

Und kann ich irgendwo die Spreizung sehen/einstellen? In der Steuerung ist mir kein Menüpunkt dazu bekannt, auch nicht im Handwerkermenü.

Verfasser:
de Schmied
Zeit: 19.03.2019 08:06:57
0
2765466
Wurde ein thermischer Abgleich durchgeführt und somit deine Heizkurve richtig eingestellt?
Oder arbeitest du nur mit ERR und deine WP kann machen was sie will?

Gibt es einen Pufferspeicher?

Die momentane Temperatur sagt nichts über die Jaz. Es gibt hier einen unterdimensonierten Grabenkollektor der eine gute Jaz bringt, besser als es eine LWWp hin bekommt.

Bei +5 wird deine WP Takten und bei - 10 Grad muß sie mehr arbeiten um dein Haus warm zu halten, ist bei anderen Heizungen auch nicht anderst.

Verfasser:
winni 2
Zeit: 19.03.2019 11:43:52
0
2765549
Verfasser:
Reschu
Zeit: 19.03.2019 21:42:03
1
2765765
Zitat von de Schmied Beitrag anzeigen
Wurde ein thermischer Abgleich durchgeführt und somit deine Heizkurve richtig eingestellt?
Oder arbeitest du nur mit ERR und deine WP kann machen was sie will?
Gibt es einen Pufferspeicher?


Ja, es gibt einen Pufferspeicher. (Leider.)
Es gibt aber zumindest keinen Mischer und kein Überstromventil.

ERRs gibt es auch. Diese sind (bis auf drei Räume, wo ich sie auch bewusst aktiv haben möchte) deaktiviert. Die Durchflussregler der übrigen Räume sind alle manuell auf Offen gestellt.

Eine Heizlastberechnung wurde im Vorfeld gemacht.
Unabhängig davon wurden die Stellventile zunächst vom Sanibetrieb alle auf 1,5 l Durchfluss eingestellt. Das würde am besten funktionieren, sagte er.
Das lief ein paar Wochen so. Es wurde auch warm in der Bude.
Auf meinen Protest hin wurden nach ein paar Wochen alle Stellventile gemäß Heizlastberechnung exakt eingestellt.
Traurig, aber wahr: Es wurde nicht mehr warm genug im Haus. Die Wärmepumpe lief viel weniger. Die Wärme aus dem Puffer wurde viel langsamer verteilt. Zu langsam.
So dass ich anschließend Heizkreis für Heizkreis manuell so justiert (erhöht) habe, dass die Räume jetzt exakt passend warm werden.

SOLL-Temperatur der WP (die den Namen nicht verdient, weil sie ja lediglich die Heizkurve beeinflusst und nichts mit den tatsächlichen Temps im Haus zu tun hat) und Heizkurve sind von mir parallel dazu nach und nach nach unten justiert wurden, bis ich die gewünsche Zieltemperatur im Haus habe.

SOLL Temp in der WP aktuell: 20,0 Grad
Steigung Heizkurve in der WP aktuell: 0,34
tatsächlich realisierte Temperatur im Haus durchschnittl: ~21,7 Grad (egal ob AT -5 oder +5 Grad)

Insgesamt sind die Takte der WP durch all diese Maßnahmen deutlich länger geworden. Die Vorlauftemps sind niedriger als zuvor. Lediglich das konsequente Takten (1-2 Stunden Takt, dann 35 Minuten Sperrzeit, dann 1-2 Stunden Takt, dann 35 Minuten Sperrzeit, ... bei AT von 0 Grad) bekomme ich der WP nicht abgewöhnt. Dazu müsste ich wohl den Puffer rauswerfen.

So viel zu meinen Hobby Optimierungsmaßnahmen. Sicherlich nicht alles ideal, aber besser als alles vom Sani, der meinte: die ERRs regeln die Räume runter. Es macht gar keinen Sinn, die Parameter der WP gezielt nach unten anzupassen.

Verfasser:
Reschu
Zeit: 19.03.2019 21:42:35
0
2765766
Zitat von winni 2 Beitrag anzeigen
Hi, die Temperatur könntest Du am einfachsten mit so was in der Art messen: [...]


Danke, besorg ich mir!

Verfasser:
de Schmied
Zeit: 19.03.2019 23:33:31
0
2765793
Dann bist du schon auf einem guten Weg!

Da ich Stirbel nicht so kenne übergebe ich anderen.

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