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Scheitholz Ofen/Heizungsanlage Aufrüsten
Verfasser:
howagga
Zeit: 16.04.2019 14:57:19
0
2773877
Guten Tag,

ich hatte kürzlich ein sehr unangenehmes Gespräch mit unserem Schornsteinfeger - mein Ofen wird mittelfristig stillgelegt.
Ich bewohne ein 1-2 Familienhaus mit ca 180qm Wohnfläche auf 2 Etagen.
Im Keller befindet sich unser Ofen/Brennkammer (Scheitholz). Der Rauch steigt, so wie ich das verstehe, in den ersten Stock, wo er durch einen Kachelofen geführt wird und diesen erwärmt. Gleichzeitig strömt warme Luft vom Bereich über dem Ofen durch einen 2. Schacht in den Kachelofen und aus diesem heraus in die Wohnung. Über einen "Drehschalter" kann warme Luft zu einem Minikachelofen im 2. Stock geleitet werden.
Über dieses System beheize ich fast das ganze Haus.
Es sind im Haus keine Heizkörper oder Rohre vorhanden, die entsprechend genutzt werden könnten, das System funktioniert ausschließlich über die warme Luft und die Speicherwärme des Kachelofens.
Es handelt sich bei dem Heizeinsatz wohl um einen Buderus mit Naturzug aus den 90ern.

Nun stellt sich mir die Frage, auf welches System ich am einfachsten/günstigsten umbauen könnte.
Ich möchte bei Scheitholz bleiben, da ich immer mal wieder günstig/gratis Holz bekomme.
Die günstigste Option wären wohl mehrere Holzöfen, was jedoch unpraktikabel erscheint, da ich dann das Schlafzimmer nicht mehr heizen könnte (dort ist ein regelbarer Zugang zum Warmluftschaft für die 2. Etage), außerdem müsste ich Holz in den jeweiligen Räumen lagern und u.a. 2 Stockwerke nach oben schleppen, was mir mit Ausblick aufs Alter äußerst bescheiden (gelinde gesagt) erscheint.

Ein Holzvergaser im Keller (an der Stelle an der jetzt der Ofen steht) erscheint mir als gute Lösung, jedoch scheinen diese (fast?) alle mit Wasser zu funktionieren, was eine Integration in mein bestehendes System für mich fragwürdig erscheinen lässt.

Gibt es Holzvergaser, welche ich in mein System integrieren könnte?
Welche Alternativmöglichkeiten könnte es noch geben? (Rohre + Heizkörper wären wohl enormer Aufwand und kostspielig)
Könnte man vielleicht einfach den Heizeinsatz gegen einen neueren tauschen?

Für Tips und Anregungen wäre ich sehr dankbar.

Verfasser:
OldBo
Zeit: 16.04.2019 15:35:43
0
2773894
Zitat von howagga Beitrag anzeigen
Ein Holzvergaser im Keller (an der Stelle an der jetzt der Ofen steht) erscheint mir als gute Lösung, jedoch scheinen diese (fast?) alle mit Wasser zu funktionieren, was eine Integration in mein bestehendes System für mich fragwürdig erscheinen lässt.

....

Welche Alternativmöglichkeiten könnte es noch geben? (Rohre + Heizkörper wären wohl enormer Aufwand und kostspielig)[...]

Das wäre aber in diesem Fall die einzige Lösung. Warmluftheizungen und Hypohaustenheizungen sind nicht mehr angesagt.

Verfasser:
schorni1
Zeit: 16.04.2019 22:00:07
1
2773984
Wieso soll der Ofen stillgelegt werden, auf welcher Rechtsgrundlage basiert das?

Ist diese Feuerstätte die EINZIGE Wärmequelle im Haus und wird diese ausschließlich zum Beheizen benutzt, dann gibts hier keine "Einstufung gemäß BImSchV" mit entsprechender Austauschpflicht.

Verfasser:
howagga
Zeit: 17.04.2019 09:08:38
0
2774021
Was du geschrieben hast gilt nur für Einzelraumfeueranlagen. Meine Anlage ist aber keine solche.

Ich muss die Grenzwerte laut BImSchG einhalten und während bei Einzelraumfeueranlagen wohl die Herstellerangabe als Nachweis ausreichend ist, muss bei einer Anlage wie meiner die Einhaltung per Messung nachgewiesen werden.
Zwar erfüllt mein Heizeinsatz auf dem Papier diese Anforderungen, in der Realität jedoch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht (laut Schornsteinfeger).
Habe nun dennoch für Ende des Jahres eine Messung verabredet und werde dann weitersehen.

Verfasser:
Karl-Heinz Groß
Zeit: 17.04.2019 14:19:06
0
2774104
In welchem Bundesland wohnt dein Haus?

Verfasser:
Texlahoma
Zeit: 17.04.2019 15:23:16
1
2774115
Ja grüß' Dich Falk, Du wurdest hier schon vermisst :-)

Sorry für OT.

Zum Thema:
Es stellt sich halt die Frage, ob der Anlass -berechtigt oder nicht- nicht zum Einbau eines Wärmeabgabesystems auf der Basis von Wasser -also Heizkörper oder Fußbodenheizung- genutzt werden sollte.

Man ist dadurch bei der Wahl des Wärmeerzeugers (und auch des Primärenergieträgers) schlicht flexibler.

Verfasser:
Karl-Heinz Groß
Zeit: 17.04.2019 16:25:01
0
2774121
Zitat von Karl-Heinz Groß Beitrag anzeigen
In welchem Bundesland wohnt dein Haus?

Und genaues Baujahr und Nennleistung wären auch gut. Dann könnten wir jedenfalls schon mal den IST-Stand definieren.

Verfasser:
EyKaramba
Zeit: 17.04.2019 18:44:31
0
2774154
Einzelraumfeuerungsanlagen müssen nicht gemessen werden, da reicht es wenn die laut Typprüfung erreichten Werte passen - soweit hast du recht. Hat in diesem Fall aber nichts mit deiner Situation zu tun, denn wenn ein Ofen als einzige Wärmequelle in einem Haus dient ist er von der BImSchV ausgenommen.

So steht es in einem Infoblatt vom Umweltbundesamt:

Um die Übergangsregelung sozial verträglich zu
gestalten, gibt es mehrere Ausnahmen: Öfen, die
die einzige Heizmöglichkeit einer Wohneinheit
darstellen, sind von der Nachrüstverpflichtung

ebenso ausgenommen wie historische Öfen,
Herde, Badeöfen, offene Kamine und handwerk-
lich vor Ort gesetzte Grundöfen. Als „historische
Öfen“ gelten alle Einzelraumfeuerungsanlagen,
die vor 1950 errichtet wurden.

Verfasser:
OldBo
Zeit: 17.04.2019 20:03:59
0
2774173
Wo steht das genauer?

Verfasser:
Karl-Heinz Groß
Zeit: 17.04.2019 20:54:30
1
2774187
§ 26 Übergangsregelung für Einzelraumfeuerungsanlagen für feste Brennstoffe
(1) Einzelraumfeuerungsanlagen für feste Brennstoffe, die vor dem 22. März 2010 errichtet und in Betrieb genommen wurden, dürfen nur weiterbetrieben werden, wenn nachfolgende Grenzwerte nicht überschritten werden:
1. Staub: 0,15 Gramm je Kubikmeter,
2. Kohlenmonoxid: 4 Gramm je Kubikmeter.

Der Nachweis der Einhaltung der Grenzwerte kann
1. durch Vorlage einer Prüfstandsmessbescheinigung des Herstellers oder
2. durch eine Messung unter entsprechender Anwendung der Bestimmungen der Anlage 4 Nummer 3 durch eine Schornsteinfegerin oder einen Schornsteinfeger geführt werden.

(3) Die Absätze 1 und 2 gelten nicht für
1. nichtgewerblich genutzte Herde und Backöfen mit einer Nennwärmeleistung unter 15 Kilowatt,
2. offene Kamine nach § 2 Nummer 12,
3. Grundöfen nach § 2 Nummer 13,
4. Einzelraumfeuerungsanlagen in Wohneinheiten, deren Wärmeversorgung ausschließlich über diese Anlagen erfolgt, sowie
5. Einzelraumfeuerungsanlagen, bei denen der Betreiber gegenüber dem Bezirksschornsteinfegermeister glaubhaft machen kann, dass sie vor dem 1. Januar 1950 hergestellt oder errichtet wurden.

(4) Absatz 2 gilt nicht für Kamineinsätze, Kachelofeneinsätze oder vergleichbare Ofeneinsätze, die eingemauert sind. Diese sind spätestens bis zu den in Absatz 2 Satz 1 genannten Zeitpunkten mit nachgeschalteten Einrichtungen zur Minderung der Staubemission nach dem Stand der Technik auszustatten. § 4 Absatz 6 gilt entsprechend.


Wobei sich hier wirklich die Frage stellt, ob der Ofen überhaupt eine Einzelfeuerstätte ist? Da müsste man mal prüfen, soweit das Bundesland nicht Bayern oder Niedersachsen ist, ob die LAI-Regelungen greifen.

Verfasser:
EyKaramba
Zeit: 17.04.2019 22:09:09
0
2774208
Verfasser:
sukram
Zeit: 17.04.2019 22:38:32
1
2774214
Zitat von Karl-Heinz Groß Beitrag anzeigen
Wobei sich hier wirklich die Frage stellt, ob der Ofen überhaupt eine Einzelfeuerstätte ist? Da müsste man mal prüfen, s...]


Njet

3.
Einzelraumfeuerungsanlage:
Feuerungsanlage, die vorrangig zur Beheizung des Aufstellraumes verwendet wird, sowie Herde mit oder ohne indirekt beheizte Backvorrichtung;

Verfasser:
Karl-Heinz Groß
Zeit: 18.04.2019 09:16:14
1
2774251
Sehe ich auch so. Also wäre es wohl das einfachste nach einer misslungenen Messung lediglich den Heizeinsatz zu tauschen. Das machen Ofen- und Lüftungsbauer beruflich.

Anmerkung zum eigentlichen Threet:
Da ja seit 2014 das EuGH-Urteil C-100/13 zum CE-Zeichen gilt, kann die Zulassung beim Einbau einer Vermiculitte-Platte nicht mehr verfallen, da die bestehenden Zulassungen ja i.d.R. europarechtlich unzulässig sind.

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