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Erfahrungsbericht BKA / Betonkernaktivierung / Bauteilaktivierung
Verfasser:
Woogl
Zeit: 17.04.2019 22:38:59
0
2774216
Liebe Forumsgemeinde,

wir haben letztes Wochenende die Betonkernaktivierung auf eine Filigrandecke (Fertigteildecke) gelegt und möchte euch berichten, wie es uns dabei ergangen ist.

Grunddaten:

Das Doppelhaus hat die Außenmaße von 10x10 Metern und wird mit Schlagmann T8 Ziegeln (Lamda 0,8) gemauert. Wir haben eine berechnete Heizlast von 4,5 kW.

Beheizt wird das Haus mit einer 6 KW Novelan Sole-WP. Die Wärmequelle wird von Nicjian erstellt. Ein Grabenkollektor wäre platztechnisch möglich gewesen, doch meine bessere Hälfte bestand auf einen Einbau durch einen "Profi"!!

Die KWL Rohre (75er Rundrohr) werden auch in der Betondecke verlegt.

Für die BKA habe ich 600 Meter 20er Xc Rohr bestellt (Kosten ca. 350€).

Die Filigrandecke wurde mit möglichst großen Abstandhaltern bestellt (ca. 12 cm). Der Statiker war mit im Boot und bestand auf eine 24 cm starke Decke.

Auslegung:
Lupo01 (nochmals VIELEN DANK für deine Unterstützung) hat in Abhängigkeit zu meiner geplanten Fußbodenheizung die BKA Auslegung übernommen. Er plante 3 Kreise mit je 110 bis 115 Metern mit ca. 30 cm Verlegeabstand.

Mein Heizungsbauer hat mir eine Abrollspindel und 20er Muffen (falls ein Rohr abknicken sollte) zur Verfügung gestellt. Er hat mir mehrfach abgeraten das 20er Rohr zu verwenden, da sich dies sehr schlecht verarbeiten lasse.

Ausführung:
Am Freitag wurden die KWL Rohre verlegt. Es wurde versucht, zwischen den KWL Rohren ca. 6 bis 7 cm Platz zu lassen, damit noch genug Beton dazwischen fließen kann. Zu kurze KWL Leitungen (z.B. nur 2 Meter vom Verteiler bis zum Schlafzimmer) wurden mit Schleifen verlängert und an die restliche Rohrlänge angeglichen.

Abschließend kann man sagen, dass die KWL Verrohrung wirklich problemlos war.

Am Samstag machten wir uns dann an die BKA. Wir versuchten zunächst 120m abzurollen um diese dann zwischen die Abstandshalter einzuziehen.
Dieser Versuch ist jedoch kläglich gescheitert! Dieses 20er Rohr ist sowas von störrisch, hart und unflexibel. Weiterhin haben die Temperaturen am Wochenende (ca. 6 Grad) gegen uns gearbeitet, was das Rohr noch weiter verhärtet hat. Das Einfädeln hat bis zu 2 bis 3 Bahnen funktioniert, danach war Schluss, weil man das Rohr nicht mehr weiter ziehen konnte. Auch die Biegeradien dieses Rohrs sind so unheimlich groß, dass ein Verlegeabstand von 30 cm unmöglich machte. Somit mussten wir 50 Meter abrollen, mit dem Rohr 50 Meter in die Pampa laufen und entzwirbeln. Danach mit dem Rohr wieder zurück zum Haus laufen und eine Bahn einfädeln. Danach wieder 45 Meter weit laufen, Rohr entzwirbeln und zurück. Ihr könnt euch vorstellen was das für ein Kraftakt war.

Problem an der Sache war, dass die KWL- und Elektrorohre bereits verlegt waren. Wir mussten die BKA Rohre daher unter die KWL schieben. Hätten wir zuerst die BKA verlegt, wäre das ganze um ein vielfaches einfacher gewesen. Durch den großen Abstand der Bügel haben die KWL Rohre samt BKA locker darunter gepasst!. Da das Rohr uns ein paar mal abknickte haben wir leider “8er” verlegen müssen. Wir konnten keinen 30er Abstand einhalten…da es einfach zu kalt war! Nur mit der 8er Verlegung konnten wir sichergehen, dass das Heizrohr nicht abknickt. Letztendlich sind uns 2 Kreise kurz vor Schluss böse abgeknickt, sodass ich jetzt 95m 90m und einen 80m Kreis habe. Die Muffen wollte ich nicht verwenden, da der Heizungsbauer am kommenden Montag um Punkt 7 Uhr die Rohre verpressen hätte müssen, da der Beton von der Baufirma so früh bestellt war. Diesen Abstimmungsschwierigkeiten wollte ich aus dem Weg gehen und wir haben die zu kurzen Kreise belassen.

Meine BKA ist zwar jetzt ein ziemlicher Murks...aber ich werde berichten ob und wie sie funktioniert!!

Macht nicht den gleichen Fehler wie ich...legt zu erst die BKA und dann den Rest!! Oder lasst eure Decke gleich mit Ortbeton herstellen...dann funktioniert es noch besser!!

Hier noch ein paar Fotos. Wir haben gute 9 Stunden für die Aktion gebraucht!!












Verfasser:
Pedaaa
Zeit: 18.04.2019 08:10:02
1
2774240
Schade dass du da so viele Probleme hattest.
Wundert mich aber ehrlich gesagt auch etwas. Hab auch 20x2mm Rohr verlegt. Allerdings hab ich Aluverbundrohr verwendet. Da gabs Null Komma Null Probleme. Wurde schön parallel und bei den Umkehrungen mit großem Radius verlegt. Die ganze Aktion hatte keine 3 Stunden gedauert. Allerdings war da auch keine Lüftung oder Elektro, etc. verlegt.


Verfasser:
berhan
Zeit: 18.04.2019 10:53:03
1
2774270
Ich habe von Uponor das Comfort Pipe PLUS PE-Xa 20x2 Rohr genommen, bekommst du halt nicht um € 0,58 p. Meter. Damit war es eigentlich kein Problem einen 30 Abstand zu verlegen. Was mir bei dir jedoch auffällt, ist der fehlende Rohrschutz im Übergangsbereich der Deckendurchführung (vorletztes Bild). Würde das auf jeden Fall nachholen (z.B. mit einem Elektroschlauch FXP32), ansonsten kann dir dort das Rohr brechen. Im übrigen kannst du einen Knick des PEX-Rohrs mit einem Heisluftföhn wieder reparieren (zumindest bei Uponor siehe PEX Reparatur S. 308).


Verfasser:
Elektobi
Zeit: 18.04.2019 11:10:31
0
2774275
So wie auf dem letzen Foto hätte ich es auch gerne gemacht, ich mußte das Rohr 17x2
leider unter die Abstandshalter fummeln. Also schön Meter für Meter durchfädeln.
Dass zahlreiche statische Verstärkungen/ Körbe das Unterfangen nicht gerade erleichterten kam da noch zu.
Eine meiner dümmsten Ideen - die BKA betreffend - war es , alleine mit der Verlegung
anzufangen, für den ersten Kreis habe ich unzählige Stunden vergeudet, und das auch
bei knapp über 0°C. Das Rohr ist dann sowas von starr - ich habe nur geflucht.

Mein Ergebnis ist leider nicht so schön gradlinig, aber ich bin trotzdem zufrieden.

Ein Empfehlung:

Macht unbedingt Drohnenaufnahmen vor dem Ortbeton. Wir mußten schon die Positionen von Heizungs- und Leerrohr zum Vergrößern von Ausschnitten prüfen.

SG Tobias


Verfasser:
Elektobi
Zeit: 18.04.2019 11:26:43
0
2774282
Und gleich noch die um den ersten Platz konkurrierende Dummheit:

Um möglichst nicht von meiner Cadplanung abzuweichen hielt ich es für eine gute
Idee, das Rohr zwischen zwei Styroporklötzen (Platzhalter für Durchbrüche)
zwischendurchzuführen.
Nach dem Trocknen des Ortbetons wollten mir die Bauarbeiter helfen und haben
Styropor samt Heizungsrohr rausgestemmt...Reparatur steht noch aus.


Verfasser:
Woogl
Zeit: 18.04.2019 11:51:58
0
2774286
Hallo Peddaa,

Aluverbundrohr wäre auch eine Alternative!!! Deine Decke sieht sehr schön leer aus :-) Da ging das Verlegen bestimmt schneller :)

Hallo berhan,

das Schutzrohr habe ich gottseidank noch bemerkt und nachträglich eingebaut. Beinahe hätte ich es vergessen. Und du hast ja ne Ortbetondecke....das wär für BKA auch meine erste Wahl. Das zweite Haus bekommt ne Ortbetondecke :-)

Verfasser:
Woogl
Zeit: 18.04.2019 11:55:24
0
2774289
Coole Aufnahmen!! Das hab ich natürlich auch komplett vergessen!

Irgendwelche zusätzliche Aussparungen sind jetzt quasi nicht mehr möglich!!!

Der Trockenbauer konnte mich aber beruhigen...wenn er weiß, dass er nur 6cm zum Verankern in den Rohbeton hat...dann dürfte da nichts passieren.

Verfasser:
LWWP_Peter
Zeit: 18.04.2019 12:07:29
0
2774294
Hab bei mir auch Kilometer 20er Aluverbundrohr verlegt, dass geht kinderleicht - mein Beileid zu dem PE-Krampf.

Aber wer hatte denn die Idee die KWL-Rohre in schleifen zu legen... das regelt man am Auslassventil und nciht über die Reibungsverluste..

Verfasser:
Woogl
Zeit: 18.04.2019 12:23:05
0
2774299
Ich sehe schon, die Tendenz geht eindeutig Richtung Aluverbundrohr.

Aber ich freue mich über die zahlreichen Fotos! Das Thema BKA im Bereich des Einfamilienhauses ist nicht wirklich weit verbreitet. Da finde ich ein paar Fotos und nützliche Verlegehinweise gold wert!!!

Der Heizungsbauer meinte, dass er immer versucht die KWL Rohrlängen anzugleichen. Bei einer extrem kurzen KWL Leitung hätte man im Verteiler drosseln müssen (diese Strohhalme). Direkt am Auslass extren zu drosseln würde Geräusche zur Folge haben.

Verfasser:
gnika7
Zeit: 18.04.2019 13:00:41
0
2774316
Zitat von Woogl Beitrag anzeigen
Der Heizungsbauer meinte, dass er immer versucht die KWL Rohrlängen anzugleichen. Bei einer extrem kurzen KWL Leitung hätte man im Verteiler drosseln müssen (diese Strohhalme). Direkt am Auslass extren zu drosseln würde Geräusche zur Folge haben.[...]

Stimmt voll! Aber was spricht gegen Luftmengendrosseln im Verteiler? Rohrschleifen finde ich auch ziemlich kontraproduktiv....

Off-Topic: Ich muss(te) bei mir für 2 Schlafräume es mit Luftmengendrosseln machen. Die Rohre sind zwar lang genug aber die Anbindung ist überdimensioniert. Man müsste also am Ventil (zu) stark drosseln.

Grüße Nika

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