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Stahlrohr verzinkt 3/4" 10255 h zweckentfremdet
Verfasser:
Astor
Zeit: 05.07.2019 18:26:48
0
2800130
Liebe Experten,
für ein kleines Projekt in Holz muss ich auf mehr als 170 Breite 4m lange gehobelte Kanthölzer spannen. "Normale" Schraubzwingen gibt es da nicht, und meine Hobelbank geht auch nicht. Ich habe mir also sogenannte "Endlose Schraubzwingen" angeschafft, die eine Ausladung von ca. 16 cm haben. Der ein oder anderen kennt die Dinger vielleicht.
Dabei ersetzt ein Stahlrohr verzinkt 3/4" EN10255 die Schiene einer normalen Schraubzwinge.
Wegen der Biegesteifigkeit will ich die Stahlrohre als 10255 h (höhere Wandstärke) nehmen - und weil Rostflecken auf unbehandeltem Holz gruselig sind, auch verzinkt.
Mal abgesehen davon, dass ich diese Kombination offenbar derzeit nirgends kaufen kann, frage ich mich, ob ich da nicht ziemlich übertreibe.

Kann jemand aus Erfahrung sagen, wie sehr sich der Unterschied zwischen Stahlrohr verzinkt 3/4" EN 10255 m und Stahlrohr verzinkt 3/4" EN 10255 h in Bezug auf die Beigesteifigkeit auswirkt?

Für schwarze Rohre wird mit unter beworben, dass sie durch ein vorangegangene Warmverformung besonders gut zum Biegen geeignet seien. (so ziemlich das letzte was ich will).
Was nehme ich?
Worauf muss ich beim Kauf achten?
Vielen Dank für Eure Mühe!

Verfasser:
alorie
Zeit: 06.07.2019 08:14:20
0
2800181
Evtl mit Spanngurten umreifen (einer oben, einer unten um gleichmäßig ziehen zukönnen) wenn unter den 170 Brettern etwas Platz ist?
Zu den Rohren kann ich sonst nichts sagen.

Verfasser:
Astor
Zeit: 06.07.2019 09:46:29
0
2800199
Das verschiebt sich zu leicht mit Spanngurten, weil ja die Latten auch nie 100% gerade sind. Außerdem: Ich hab ja die Zwingen, und brauche nur die besten Rohre dazu.
Aber danke fürs Antworten :)

Verfasser:
Martin24
Zeit: 06.07.2019 10:00:25
0
2800205
Zitat von Astor Beitrag anzeigen
Das verschiebt sich zu leicht mit Spanngurten, weil ja die Latten auch nie 100% gerade sind. Außerdem: Ich hab ja die Zwingen, und brauche nur die besten Rohre dazu.


Verstehe ich nicht. Auch mit den Zwingen musst du die Latten ja zusätzlich runterdrücken, wenn das eben werden soll. Sonst springen die in der Mitte beim Anziehen auch einfach hoch.

Ich denke ohnehin wichtiger als die Frage welches Rohr Du nimmst ist, ob die Zwingen so gebaut sind, dass sie die Kraft noch in der richtigen Richtung ausüben, auch wenn das Rohr sich etwas verbiegt oder ob sie dann sogar abrutschen.

Grüße
Martin

Verfasser:
Dieter C.
Zeit: 06.07.2019 12:07:30
0
2800250
Ich verstehe Deine Frage vielleicht falsch, Dir geht ews also darum, dass sich das Rohr beim spannen nicht nach innen durchbiegt und folglich abrutscht?

Dem könntest Du entgegen wirken, indem Du sofort unter dem Spannteil beginnend einen leichten I-Träger mit dem eine Flansch befestigst und diesen dann alle 50 cm wieder am Rohr befestigst. Die Crux ist die Befestigung, sie darf nicht nachgeben, also nicht einfach mit ein paar Umwicklungen von irgendeinen Draht.

Da es kein jahelanger dauerhafter Zustand sein wird, kann der Träger auch verrostest sein vom Alteisenhändler oder einer Baufirma ausleihen

Verfasser:
HFrik
Zeit: 06.07.2019 14:15:27
0
2800286
Zitat von Martin24 Beitrag anzeigen
Zitat von Astor Beitrag anzeigen
[...]


Verstehe ich nicht. Auch mit den Zwingen musst du die Latten ja zusätzlich runterdrücken, wenn das eben werden soll. Sonst springen die in der Mitte beim Anziehen auch einfach hoch.

Ich denke ohnehin wichtiger als die Frage welches Rohr Du nimmst ist, ob die Zwingen so[...]


Kann ich bestätigen. Hab schon genügend viele verleimte Patten gemacht - vertikal muss man das auch zwingen, mit entsprechend biegestefem Holz oder Stahl.
Wenn Du Angst vor Rost hast: ne Folie oder ein Holz dazwischen.

Verfasser:
alorie
Zeit: 06.07.2019 18:09:12
0
2800332
Zitat von alorie Beitrag anzeigen
Evtl mit Spanngurten umreifen (einer oben, einer unten um gleichmäßig ziehen zukönnen) wenn unter den 170 Brettern etwas Platz ist?
Zu den Rohren kann ich sonst nichts sagen.


Dann: Kantholz-zu pressende Hölzer-Kantholz, nur wenig Überstehen lassen und dann zurren. Dann kann durch ballastieren der oberen Kanthölzer auch nichts mehr wölben.

Verfasser:
derjoerg
Zeit: 06.07.2019 22:35:56
1
2800396
also die Biegesteifigkeit hängt einzig und alleine an der Wandstärke, mit der Verzinkung hat das gar nichts zu tun.
Früher waren die dickwandigen Rohre DIN 2441 (zum Gewindeschneiden geeignet) heute heisst das EN10255 schwere Reihe. Es gibt dann nahtlose und längstnahtgeschweisste (auch das ist für deine Anwendung wurscht).
Qualität ist das alles nicht mehr, ich schätze mal 90% kommt aus China...wenn man schon liest für Anwendungen < 10bar ist eigentlich alles gesagt. Verwendet auch fast niemnd mehr, wenn er es nicht unbedingt muss

Verfasser:
Astor
Zeit: 07.07.2019 18:25:41
0
2800613
Zunächst mal: Ich bin begeistert, dass Ihr Euch die Mühe gebt, mit so nem Kleinkram- Thema. Habt alle herzlichen Dank dafür.

Alle Tipps sind gut, und an vieles hab ich auch schon gedacht. (an Dieter C.s und HFriks Idee allerdings noch nicht).

Inhaltlich: Ich komme schon klar damit, mir Hilfskonstruktionen einfallen zu lassen, die meinen Zwingenaufbau irgendwie stabilisieren - natürlich auch mit Niederhalter.

@ Alorie: Ich muss das mit den Zuggurten vermutlich erst mal ausprobieren. Dann wird man sehen. Spanngurte hab ich.

@Martin: ganz recht, darum geht es. Je mehr das Rohr sich biegt, desto mehr weicht die Pressrichtung vom Sollwert ab, bis am Ende meine Zwingen abzurutschen drohen.

@derjoerg: Klar - verzinkt sollte gegen Rost, nicht für Stabilität sein. Der verwendete Stahl hat, neben der Wandstärke, doch sicher auch Auswirkung auf die Biegesteifigkeit. Welcher Stahl wäre richtig? Wie erkenne ich gute Qualität?

Was ich nicht klar genug gesagt habe ist folgendes: Diese Juuma Zwingen, (bitte runterscrollen) für die ich passende Rohre kaufen will, sind nicht als "Hilfswerkzeuge" für dieses eine Projekt gedacht, sondern ich werde sie wohl öfter mal brauchen. (Meine normale Zwingen enden bei 1m Spannweite).
Deshalb will ich auch die brauchbarsten Rohre finden für den Einsatz.
Natürlich ist da eine höhere Wandstärke immer besser. Weil aber die 3,5mm Wandstärke kaum zu bekommen ist, frage ich mich, ob es für die max. 1,8m Spannweite tatsächlich viel Unterschied macht, ob es die M oder H Ausführung ist.

Mir wäre also mit Aussagen wie: Die Rohre mit 3,5 Wandstärke sind gegenüber den Rohren mit 2,65 mm Wandstärke so ungefähr 30% biegesteifer.
und
Nimm Stahl der Sorte xyz (bitte kein Edelstahl - bin Normalverdiener)
oder sogar
Was Du suchst gibt es hier [Link]
sehr gedient. Traut sich jemand da eine Prognose zu. Ich weiß, das geht fast schon in die Materialwissenschaften rein, aber bitte, es geht nicht um exakte Werte, nur um eine Abschätzung von jemand mit Erfahrung (ich hab da nämlich keine)!

Und was mach mit mit der Aussage, dass bestimmte Rohre durch eine vorangegangene Warmverformung besonders gut zum Biegen geeignet seien?
Das sind dann wohl die Falschen für mich, oder?

nochmals Dank für Eure Hilfe
Astor

Verfasser:
alorie
Zeit: 07.07.2019 18:34:08
1
2800615
Und die Zwingen doppelt aufsetzen?
Also eine Zwinge zwingt die zu Spannenden Teile und 180° verdreht wird noch ein Satz aufgesetzt der mittels Latte/Rohr oder Kantholz einen gegendruck ausüben kann? Damit würde die Biegung des Rohres weitgehend aufgefangen.

Verfasser:
Astor
Zeit: 09.07.2019 09:59:13
0
2801165
@alorie (2800615)
Klar, Alorie - kann man alles machen. Ist zwar ein bissl mühsam im Handling bei den Dimensionen, aber sonst eine gute Lösung.

Aber bitte versteh doch, dass es mir jetzt zu allererst darum geht, die besten Rohre für meine Zwingen zu kaufen, und dann erst darum, notfalls die Schwächen meiner Schraubzwingen irgendwie auszugleichen.

Verfasser:
HFrik
Zeit: 09.07.2019 12:07:42
0
2801215
Nee, nicht doppelt aufsetzen (das schadet auch nix) sondern mit den langen Zwingen z.B. horizontal zwingen, und parallel dazu mit Kanthölzern und einem zweiten vertikalen Satz zwingen (kleiner als 1m...) dafür sorgen dass das ganze nicht beult und kein Holz vertikal auf dem Leim etc. gleitend ausbüchst. Ich nehme mal an das ganze soll am Ende auch eben sein, und nicht beim Spannen mit einem lauten Rums und fliegenden Hölzern nach oben oder unten durch Knicken ausbrechen.
Zu den Stahlrohren kannst Du das Flächenträgheitsmoment (sagt mein Hinterkopf der sich aber nicht 100% sicher ist) nachschlagen und miteinander vergleichen. Bzw. mit der passenden Formel berechnen. Das sagt die dan um wieviel stabiler die jeweils andere Type ist. Einen knapp linearen Verlauf würde ich erwarten.

Verfasser:
Astor
Zeit: 09.07.2019 18:14:46
0
2801354
@HFrik
Oh Mann - "Flächenträgheitsmoment" und "Formel" --- da hab ichs nicht so mit :)
Aber faule Ausreden gelten nicht - ich versuch mich mal schlauer zu machen - und nochmal Danke.
Ich hab vielleicht ne Quelle für die hohe Wandstärke. Die muss ich die dann zwar ablängen, aber das ist ja nun wirklich nicht das Problem.
Der Mensch wollte mir gleich Rundstäbe empfehlen mit noch höherer Biegesteifigkeit - aber Preis und Gewicht ist etwas abschreckend.

Verfasser:
derjoerg
Zeit: 09.07.2019 21:36:56
0
2801434
also nur das ich das richtig verstehe, Du willlst 4m lange Bretter, Holz was auch immer auf 170cn breiter nebeneinder legen,Leim dazwischen und denn spannen?
Dann würde das Rohr auf Zug belastet und der Bretterstapel auf Druck.
Wegen des Hebelarms der Zwingen hast Du dann eine Biegekraft auf das Rohr. Dem gegenüber steht die Spannkraft = Druckkraft des Bretterstapels. Es wird da für mein Verständnis eher der Bretterstapel ausbeulen (das heisst Eulersche Knickung) als das auf der Rohrseite etwas passiert...und dann sind die "normalen" Gewinderohre aus St 33 früher heute P195 schon recht stabil. 3/4 Zoll ist 42,3 x 3,2mm. Da gewinnst Du nicht viel mit höherer Wandstärke und oder Materialfestkgkeit z.B P235 früher St37. Vergleich die Literturwerte für das Flächenträgheitsmoment, da werden sich keine gigantischen Unterschiede auftun
Das Holz ist viel schwächer, Du musst Dir mehr Gedanken um das ausbeulen des Holzstapels als über Schwachpunkte der Rohre machen..Das klang oben schon an

Grüsse Luz

Verfasser:
Astor
Zeit: 10.07.2019 16:47:50
0
2801727
Danke Luz - Du hast die Situation exakt und richtig beschrieben - und mir nun auch genau die Auskunft geliefert, die ich erhofft hatte!
Da habe ich wohl (mal wieder) an einer unnötigen Stelle rumoptimieren wollen und Probleme gesehen, die es nicht gibt. Das passiert mir öfter.

Aber es gibt eine Diskrepanz: Ich bin davon ausgegangen, dass ein 3/4"-Rohr (drei-Viertel-Zoll Rohr - DN 20) einen Außendurchmesser von 26,9 mm hat und dabei eine Wandstärke von 2,65 mm (mittelschwere Ausführung) bzw. 3,25 mm schwere Ausführung hat.
Genau den Außendurchmesser brauche ich auch für die Zwingen. (Wandstärke ist nicht festgelegt)

Die Maße, die Du da anführst, hab ich als 5/4" Rohr. Wie stark ändert das Deine Abschätzung zur Stabilität?

Gruß Astor

Verfasser:
derjoerg
Zeit: 11.07.2019 22:25:10
0
2803161
...du hast natürlich Recht 42,3mm ist 5/4"!
1 " ist 33,7mm und 3/4" = 26,9mm stimmt. Sorry für den Fehler, hab nicht mehr so viel damit zu tun, in den 90igern ständig...

Ich bin kein Statiker, aber natürlich steigt die Steifigkeit des Rohres mit größerem Durchmesser und / oder Wandstärke, das ist klar. Der Unterschied zwischen den 2,6 und 3,2mm beim 3/4" Rohr ist nicht signifikant, würde man eine größere Rohrnennweite nehmen passiert da schon richtig was. Aber wie gesagt, das ist offensichtlich nicht das eigentliche Problem. Der Holzstapel muss igenwie auf ebener Fläche gegen das ausbiegen fixiert werden, oder sowas.

Verfasser:
Astor
Zeit: 12.07.2019 06:34:50
0
2803185
@ Luz - Okay - alles klar. Ich versuche weiterhin die schwere Qualität zu bekommen, aber ich nehme auch die Mittlere, wenn das zu aufwändig wird.

Was die Technik des Spannens angeht, hab ich ja nun wahrlich genug Tipps bekommen, dass ich mir zutraue, da eine vernünftige Platte zusammenzuleimen. Irgendwas davon wird schon funktionieren :)

@alle
Damit ist für mich dieser Thread abgeschlossen.
Ich möchte mich noch mal herzlich bei Allen bedanken, die mit hier geduldig mit Rat geholfen haben! Die Möglichkeit, das Wissen von Leuten mit Erfahrung anzapfen zu können ist ne großartige Sache. Ich bookmarke mir mal diese URL - kann gut sein, wir "sehen" uns wieder.

Astor

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