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Heizlastberechnung - was muss ich dem Berater geben - was muss er tatsächlich machen?
Verfasser:
Ringel
Zeit: 11.07.2019 16:34:26
0
2803069
Hallo zusammen,
am Montag kommt der Energieberater zur Heizlastberechnung unseres Hauses.
Er möchte gerne die Baupläne des Hauses und die Unterlagen zu Fenster und der vorhandenen Dämmung.

Da wir bisher leider keine so gute Erfahrung mit diesem "Beraterunternehmen", der auch Schornsteinfeger ist, gemacht haben und dort alles ein wenig chaotisch schein, wollte ich nachfragen, was er denn abfragen muss.

Wir werden sagen, welche Temperatur wir in den jeweiligen Räumen haben wollen. Wohnzimmer soll z.B. wärmer als nach der DIN sein.

Werden/bzw. muss er auch die vorhandenen Heizkörper berücksichtigen ob diese mit der zukünftigen Brennwerttechnik ausreichend sind, damit es warm wird.
Muss er eine bestimmte Vorlauftemperatur zugrundelegen oder können wird diese vorgeben?
Vielen Dank für Rat, denn wir haben den Eindruck, dass diese Firma bisher nur kassieren/sich alles so einfach wie möglich machen will, da eine Beratung wie ich es erwarte nicht wirklich statt findet...

Verfasser:
lowenergy
Zeit: 11.07.2019 17:04:56
1
2803085
Kannst ja mal Fragen ob er die Berechnung auch nach PHPP (Dr. Feist) machen würde.

Verfasser:
ThomasShmitt
Zeit: 11.07.2019 17:17:01
2
2803088
Warum benötigst du denn diese Berechung überhaupt und warum beauftragst du die Firma, bei der du schon am Anfang ein ungutes Gefühl hast.

Meine Erfahrung mit einem 120 Jahre alten Altbau, wo kaum Pläne vorhanden sind:
Folgende Optionen hast du
1) Du lieferst du Daten, je genauer desto genauer kann auch die Berechnung werden. Fehlendes wird geschätzt. Und da gehen dann die Probleme los, da mit "damals üblichen Baumaterialen und Bauweisen" gerechnet wird. Komischerweise wollte mir bisher noch keiner glauben, dass unsere Hauswand nach vorne 50cm massiv Ziegel ist. "Da muss ne Lücke sein" oder " Das ist nur vorne und hinten, sonst ist anderes Material" usw. Mehrere Kernborhungen durch diese Wand sagen aber was anderes! Ziegel und sonst nichts.
2. Du probierst es mit ubakus.net selbst. Da kannst du die Wandaufbauten kostenlos nachbauen und dann Werte simulieren. Solltest du auf neue Erkenntnisse stoßen (z.B. weil du in eine Wand reinbohrst und da eben Sandstein und kein Ziegel ist), kannst du es jederzeit "live" anpassen. Da können natürlich Fehler passieren.

Um aber wirklich die Berechnung des Experten prüfen zu können, musst du es eigentlich schon selbst können, dann biste wieder bei Punkt 2.

Nochmal: Jeder Wert den du nicht liefern kannst wird mehr oder weniger gut geschätzt. Da wird keiner kommen und den U-Wert der Wand "messen".

Verfasser:
Ringel
Zeit: 11.07.2019 18:44:53
0
2803109
Die Heizlastberechnung ist für die KfW Förderung/hydr. Abgleich notwendig.

Den "Berater" haben meine Eltern beauftragt - ich will nun einfach sicherstellen, dass alles soweit wie möglich auch korrekt gemacht wird - Sie wollen nicht mehr wechseln.
Ich hätte gewechselt...
Kann noch jemand etwas zu meinen obigen Fragen schreiben?
Vielen Dank

Verfasser:
schorni1
Zeit: 11.07.2019 20:19:56
1
2803133
Er IST Schornsteinfeger - und Energieberater im Nebenerwerb!

Bei alles was er schätzen muss, weil man es nicht genau angeben kann, wird es immer Differenzen geben. Da müsstest Du es selbst errechnen um ihn zu überprüfen - also kannst es gleich selbst machen.

Eine Heizlastberechnung berücksichtigt nicht die Auslegung der Heizungsanlage - also ob die Heizkörper "ausreichend" sind bei vollem Brennwertnutzen-Betrieb. WARM wirds so oder so, wirds ja bisher auch.

Verfasser:
OldBo
Zeit: 11.07.2019 20:53:36
1
2803144
Zitat von Ringel Beitrag anzeigen
Die Heizlastberechnung ist für die KfW Förderung/hydr. Abgleich notwendig.[...]

Wie hoch ist denn die Förderung? Einen hydraulishen Abgleich oder besser einen thermischen Abgleich kann eigentlich nur der Betreiber der Anlage selbermachen. Und dabei sollte die Systemtemperatur möglichst niedrig sein.

Verfasser:
OldBo
Zeit: 11.07.2019 21:04:59
0
2803151
Zitat von schorni1 Beitrag anzeigen
Er IST Schornsteinfeger - und Energieberater im Nebenerwerb![...]

Meinst Du, dass dieser Energieberater das auch richtig kann?

Verfasser:
Ringel
Zeit: 11.07.2019 22:57:53
0
2803164
Die Förderung ist 15% von den Gesamtkosten.

Verfasser:
schorni1
Zeit: 11.07.2019 23:16:09
0
2803166
@ OldBo:
Eine Wärmebedarfsberechnung ist sogar schon im Berufsbild des Schornsteinfegers

Verfasser:
ewende
Zeit: 12.07.2019 01:41:08
3
2803175
Hallo Ringel,
wenn er es vernünftig machen will braucht er für die Heizlastberechnung
- Abmessungen von jedem Raum
- Raumhöhe
- Solltemp. von jedem Raum
- unbeheizte Räume
- Fensterfläche von jedem Raum
- U Wert von Wänden, Fenster, Bodenplatte oder Keller und Dach
Evtl. will er Euer Lüftungsverhalten wissen und in den Plänen schaut er nach welche Räume nach aussen, innen, Keller, Dach grenzen.
Den größten Fehler kann man bei der Abschätzung der U-Werte machen. Je nach Alter habt Ihr vielleicht schon einen Wärmebedarfsausweis o.ä. Da stehen die schon drin.
Sind die U-Werte erst einmal bekannt, ist es auch nicht mehr so schwer es selbst zu rechnen. GGf. zur Kontrolle wenn Ihr so wenig Vertrauen habt.

Heizkörper, Vorlauftemp. usw. kommen erst beim hydr. Abgleich ins Spiel. Bei der Heizlast wird nur berechnet wie viel Energie das Gebäude braucht unabhängig welche Heizung rein kommt.
VG ewende

Verfasser:
OldBo
Zeit: 12.07.2019 09:07:51
0
2803220
Zitat von schorni1 Beitrag anzeigen
@ OldBo:
Eine Wärmebedarfsberechnung ist sogar schon im Berufsbild des Schornsteinfegers

Na, dann müsst ihr ja viel Zeit übrig haben. Aber in den Berufsbildern steht viel drin ;>))

Verfasser:
Texlahoma
Zeit: 12.07.2019 09:56:16
1
2803235
Man muss zunächst unterscheiden zwischen einer

- Gebäudeheizlastberechnung nach DIN EN 12831 und einer
- raumweisen Gebäudeheizlastberechnung nach DIN EN 12831

Erstere dient zur Auslegung eines Wärmeerzeugers, letztere zur Auslegung von Heizflächen (Heizkörper, FbH).

Für die Berechnung der Voreinstellwerte an den Thermostatventilen der Heizkörper für den hydraulischen Abgleich wird also eine raumweise Heizlastberechnung benötigt.

Grundlage dafür sind die Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Werte) der einzelnen Gebäudeteile (Außenwand, Dach, Fenster, Kellersohle, Geschossdecken, oberste Gebäudedecke, Innenwände, Türen etc.)

Die Ermittlung dieser Werte ist in einem Altbau, bei dem häufig keine gesicherten Daten z.B. über den Aufbau der Außenwand (verwendete Baustoffe, Dicke der einzelnen Schichten, wie Außenputz, Wandschale, ggf. Dämmschicht, Innenputz) vorliegen, ziemlich schwierig und werden deshalb häufig nach Baualtersklassen abgeschätzt.

Bei einer Schätzung dieser Daten kann man im Zweifelsfall auch schon mal um 50% am wahren Wert vorbeischrammen. Wird nur geschätzt, weil entweder keine Daten vorhanden sind oder keine Zeit vorhanden ist, diese Daten z.B. durch "Probebohrungen" etc. zu ermitteln, stellt sich dann irgendwann die Sinnfrage der angedachten Vorgehensweise.

Denn eine Berechnung ist nur so gut, wie die Daten, mit denen gerechnet wird. Und je schlechter die Daten sind, desto mehr wird aus der Berechnung eine grobe Abschätzung, auf der dann nur noch "Berechnung" draufsteht.

Stehen auch keine Daten zur Rohrnetztopologie des Heizkreises zur Verfügung, wirds dann komplett schwierig mit der Rechnerei. Man kann dann mit einer Wärmebildkamera zwar die Topologie aufklären, aber auch dafür braucht man Zeit (nämlich bis zum Beginn der nächsten Heizsaison).

Fazit:
Sofern wenig oder keine Daten vorliegen und auch keine Zeit zur Ermittlung der Daten ist, würde ich von einer Berechnung absehen und mit dem Näherungsverfahren (Verfahren A) arbeiten, der als Nachweis für den HA gegenüber Bafa oder KfW immer noch zulässig ist und dann in einem zweiten Schritt den HA empirisch optimieren.

Der zweite Schritt geht auch allein ohne Energieberater mit Hilfe des Forums.

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