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Aufsparrendämmung mit Steico-Platten sinnvoll?
Verfasser:
jotari
Zeit: 25.07.2019 23:31:24
0
2806591
Hallo zusammen,

ich bin gerade am Überlegen bezüglich der Dämmung des Daches für unser EFH, das demnächst gebaut werden soll. Es handelt sich um ein Satteldach, bei dem im Wohnbereich eine Zwischensparrendämmung mit 22 cm Klemmfilz WLG 032 vorgesehen ist. Zwischen den Sparren im Spitzbodenbereich gibt es also keine Dämmung mehr, sondern es wird dann nur noch die obere Geschossdecke gedämmt.

Wir haben jetzt überlegt, als Aufsparrendämmung Steico-Dachdämmplatten zusätzlich verbauen zu lassen, 52 mm dick und mit WLG 035. Diese Dämmschicht würde dann nicht nur den Wohnraum abdecken, sondern das komplette Dach, und soll vor allem auch ein Hitzeschutz sein.

Jetzt stellt sich mir allerdings die Frage: Wäre es nicht eventuell besser, die Zwischensparrendämmung mit dem Klemmfilz auf die komplette Dachfläche auszuweiten? Oder sollten wir einfach nur die Geschossdeckendämmung aufpeppen? Dann wäre es ein klassisches Kaltdach und der Spitzbodenbereich würde nicht mehr zur thermischen Hülle gehören? Vorteil bei den Steico-Platten ist der, dass im Wohnbereich quasi doppelt gedämmt wird (Steico-Platten + Klemmfilz als Zwischensparrendämmung).

Ich freue mich über alle Tipps und Ratschläge und sage schon mal Danke im Voraus!


Viele Grüße
jotari

Verfasser:
KleinTheta
Zeit: 26.07.2019 00:03:04
0
2806595
Aufpeppen der Geschossdeckendämmung geht praktisch nicht. Die Aufdachdämmung muss bis zum First durchlaufen, sonst würde sich eine Stufe ergeben (oder aufgedoppelt werden - auch Nonsense)

Ich werde nie verstehen, warum die Dämmung bei der obersten Geschossdecke enden und ein Spitzboden kalt bleiben soll. Wahrscheinlich gilt gemeinhin "Geiz ist geil!"

Keine Ausbaureserve, kaum begehbar, als Lager wegen der Temperaturschwankungen nur bedingt nutzbar, zusätzliche Wärmebrücken an den Giebelseiten, uswusf. - im Gegenzug nur minimaler Materialmehraufwand, aber einfachere Verarbeitung und bessere Luftdichtheit möglich.

Verfasser:
winni 2
Zeit: 26.07.2019 00:56:27
0
2806600
Sorry, Theta, das sehe ich ganz anders.

Ein gedämmter Spitzboden, ohne Beheizung, neigt zu Schimmelproblemen,
wenn er nicht gut belüftet wird.
Wird er aber belüftet, ist die Dämmung für die Katz.
https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&ved=2ahUKEwjMtYWylNHjAhXMDOwKHahSD8AQFjAAegQIAxAC&url=https%3A%2F%2Fwww.ib-scheffler.de%2Ffileadmin%2Fdocuments%2FDer-Bausachverstandige-15-1-Scheffler-Raumklima.pdf&usg=AOvVaw1EhyVpFctimjfXWfcJK3lL

Ich würde den Sparren im Spitzboden auf die Höhe der Aufsparrendämmung
aufdoppeln, was auch preiswerter ist und die oberste Geschossdecke sehr gut
dämmen.

Grüsse

winni

Verfasser:
jotari
Zeit: 26.07.2019 09:48:59
0
2806666
Danke euch beiden! :-)

Also der Spitzboden wird definitiv unbelüftet sein, da es keinerlei Fenster in diesem Bereich geben wird. Die einzige Öffnung ist der Zugang zum Spitzboden vom OG aus. Als Lagerraum soll der Spitzboden schon genutzt werden, zum Beispiel für eine Kiste voller ausrangiertem Kinderspielzeug oder Kleidung etc. Der Spitzboden kann daher ruhig ein Kaltdach sein. Die thermische Hülle wird dadurch kleiner und die Heizlast sicherlich auch geringer. Das würde uns natürlich entgegenkommen.

Die Steico-Platten bis zum First durchzuziehen, wäre demnach Geldverschwendung, richtig? Dann lieber das Material für die Geschossdeckendämmung upgraden, da die ja sowieso gemacht wird. Welche Vorschläge hättet ihr hierfür? Für die Bodenplatte werden wir auf Alu-kaschierte PUR-Dämmplatten umschwenken. Wären die auch als Geschossdeckendämmung geeignet?


Viele Grüße
jotari

Verfasser:
KleinTheta
Zeit: 26.07.2019 10:19:25
0
2806679
Sorry, Winni2, das sehe ich anders.

Ein gedämmter Spitzboden, benötigt keine Heizung und keine Belüftung (nach außen), wenn die Dämmung in ausreichendem Umfang vorgenommen wurde. Je besser die Dachdämmung (und die Luftdichtheit) umso weniger weicht die Temperatur im Spitzboden von den darunterliegenden Räumen ab. Ergo sind dann auch die "Schimmel-" Bedingungen / mögliche unterschrittene Taupunkte nicht gegeben.

Da der TE von einem Neubau mit "üppiger" Dämmung spricht kann er das gerne so planen. Den rechnerischen Nachweis für die Nichtunterschreitung der Taupunkte kann sein Energieberater gerne vor einer endgültigen Entscheidung liefern.

Verfasser:
winni 2
Zeit: 26.07.2019 12:24:44
0
2806719
Ja, jotari, die Steico durchzuziehen ist für mich Geldverschwendung und
bauphysikalisch bedenklich.

Die oberste Geschossdecke ist eine Betonplatte?
Die alukaschierte PUR würde ich da aus Preisgründen nur nehmen, wenn die Dämmhöhe eine Rolle spielt, ansonsten mehr Dicke eines preiswerteren
Dämmstoffs, z.B. Neoporplatten oder Zelluloseflocken-Schüttung.

Grüsse

winni

Verfasser:
jotari
Zeit: 26.07.2019 12:41:36
0
2806730
Hallo winni,

die oberste Geschossdecke ist eine 12,5 cm dicke Gipskartonplatte. Darauf kommt dann eine PTFE-Folie (Dampfbremse) und schließlich 20 cm Mineralwolle WLG 032. Ich denke, bezüglich der Dämmhöhe haben wir hier noch Spielraum. Welchen U-Wert sollten wir denn anstreben für ca. KfW 55 Niveau? Es würde sich bei einem Kaltdach ja um eine Decke gegen Außenluft handeln?


Viele Grüße
jotari

Verfasser:
winni 2
Zeit: 26.07.2019 15:11:36
0
2806786
Die Decke hat ca. U-Wert 0,2.
Wäre mir in dem Bereich nicht gut genug.

Daher würde ich die Balken mindestens 10 cm quer aufdoppeln, dazwischen
dann noch Mineralwolle verlegen und darauf einen Rauspunddielenboden
verlegen.
Der ist bauphysikalisch besser, als relativ dampfdichte OSB-Platten, die hier
heute "gerne" genommen werden.

Der U-Wert wäre so ca. 0,13, was sehr ordentlich ist.

Machst Du die Aufdoppelung 18 cm hoch, hättest Du U-Wert ca. 0,1, was
ein Passivhauswert wäre und auch den Hitzeschutz weiter verbessert.

Grüsse

winni

Verfasser:
jotari
Zeit: 26.07.2019 20:35:48
0
2806855
Hallo winni,

vielen Dank, wie immer. :-)

Ich muss noch mal wegen des Aufbaus nachfragen: Im Dachschrägenbereich hätten wir dann also die Zwischensparrendämmung mit 22 cm Klemmfilz WLG 032 plus die Steico-Platten (52 mm, WLG 035) als Aufsparrendämmung. So weit ist alles klar.

Die Geschossdecke würde erst mal wie vorgesehen mit 20 cm Mineralwolle WLG 032 gedämmt werden. Darauf käme dann eine weitere Dämmschicht mit Mineralwolle, entweder 10 cm für U = 0,13 oder 18 cm für U = 0,1. Die Balken müssten aufgedoppelt werden, um die Rauhspunddielen befestigen zu können. Habe ich dich so richtig verstanden?

Was ist eigentlich mit dem Bereich, wo die Geschossdecke auf die Dachschrägen trifft? Muss da etwas beachtet werden, um keine Schwachstelle in der Dämmung zu haben?


Viele Grüße
jotari

Verfasser:
winni 2
Zeit: 27.07.2019 14:12:42
1
2806951
Ja, die Balken tragen die begehbare Schicht.
Je nach Balkenabstand da drunter, können die aber relativ schmal sein.
So ab 5 cm Breite würde ich die wählen.

Zwischensparrendämmung und Dämmung oberste Geschossdecke
sollten nahtlos zusammenstossen.

Grüsse

winni

Verfasser:
Stefan2601
Zeit: 27.07.2019 19:08:36
0
2807008
Ich habe ähnliches vor.
Winter ´18 habe ich mein Dachgeschoss komplett ausgebaut. Darüber existiert noch ein kleiner Spitzboden als Kaltraum.
Als Zwischensparrendämmung habe ich aktuell 180er 035. Decke abgehängt und auch mit 180er gedämmt.
Nun kommt noch eine Linzmeier Aufsparrendämmung drauf. LINITHERM PGV T in 80mm.
Die Aufsparrendämmung geht komplett bis zum First. Zwischen den Sparren ist im Spitzbodenbereich keine Dämmung.
Spitzboden ist nicht belüftet.
Da ich die Geschoßdecke unten im Wohnbereich gedämmt habe und ordentlich die Dampfbremse(Vario KM Duplex UV) verlegt habe, sollte es keine Probleme mit Schimmel bzw. Feuchtigkeit geben.
Die Aufsparrendämmung selbst hat keine Dampfsperre.

Verfasser:
winni 2
Zeit: 27.07.2019 19:33:16
1
2807012
Toi, Toi, Toi, siehe Link.

Ich würde das so nicht machen.
Eine Dampfbremse ist keine Dampfsperre.
SD-Wert der Folie 0,3 - 5 m.

Grüsse

winni

Verfasser:
jotari
Zeit: 27.07.2019 22:13:55
0
2807031
Hallo winni,

bei uns ist auch eine Dampfbremse vorgesehen. Ich hatte gelesen, dass eine Dampfsperre unter Umständen problematisch sein kann, eben weil sie die Wasserdampfdiffusion vollständig unterbindet. Das kann ja auch zu Schimmel führen?


Viele Grüße
jotari

Verfasser:
KleinTheta
Zeit: 27.07.2019 22:52:25
0
2807036
Nein, eine Dampfsperre pauschal als Schimmelquelle zu sehen ist nicht richtig.

Nur in Kombination mit ausreichender Dämmung und Luftdichtheit können Stellen mit möglicher Taupunktunterschreitung vermieden werden.

Dann (und nur dann) ist auch die philosophische Betrachtung, ob Feuchtigkeit zur gleichen Seite oder auch zur gegenüberliegenden Seite den (Dämm-)Aufbau wieder verlassen soll, irrelevant.

Verfasser:
jotari
Zeit: 29.07.2019 23:04:36
0
2807537
Hallo Theta,

Danke dir für die Rückmeldung! Also mit einer Dampfsperre brauche ich dann keine Sorgen zu haben, dass sich Schimmel wegen sich stauender Feuchtigkeit bildet?


Viele Grüße
jotari

Verfasser:
KleinTheta
Zeit: 29.07.2019 23:16:06
0
2807538
@jotari:
Ich steige hier jetzt aus. Es macht keinen Sinn von Dir nur pauschalisierte Zusammenfassungen absegnen zu sollen.

Lass Deinen Energieberater rechnen; er wird Dir sagen, was geht und was vermieden werden muss.

Verfasser:
winni 2
Zeit: 30.07.2019 11:39:02
0
2807642
Stand der Technik sind für mich variable Dampfbremsen.

Die lassen Feuchtigkeit in beide Richtungen passieren, was gut ist, weil
die Diffusion in beide Richtungen laufen kann (Umkehrdiffussion).
Gibt es einen gewissen Feuchteanfall in der Dämmung, begünstigen
sie die Rücktrocknung.

Von Dampfbremsen halte ich nichts, weil baupraktisch eine 100 %
Dichtigkeit nicht zu erwarten ist und sie dann eine Rücktrocknung
stark behindern könnten.

Grüsse

winni

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