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Weißes Blatt Papier: Dreiseitenhof mit WP heizen
Verfasser:
oliver165
Zeit: 01.08.2019 18:15:23
0
2809367
Hallo zusammen,

erst einmal: Ich bin beeindruckt von der Community hier, großartige Sache, vorab vielen Dank allen die auch mir helfen!

Ich habe vor gut 2 Jahren einen Dreiseitenhof (Wohnhaus auf der Ostseite, Scheune auf der Südseite, Stall auf der Westseite) im Spreewald gekauft und will diesen nun sanieren / modernisieren.
Bisher wurde nur das Wohnhaus (rund 220qm) beheizt, hierfür gibt es einen Holzvergaser mit 40KW, der langsam den Geist aufgibt und einer Wärmepumpe weichen soll. Platz ist genug da, das Grundstück hat 8 ha.

Ich möchte nun das bisherige Wohnhaus in 3 Wohnungen unterteilen, welche an Freunde / Bekannte und Feriengäste vermietet werden sollen. Selber werden wir (aktuell zu zweit, hoffentlich bald 3 bis 4 oder 5😉) zukünftig im jetzigen Stall wohnen, welcher zum Wohnhaus umgebaut werden soll (ca. 200qm).

Kurze Projektzusammenfassung:
Zu beheizende Wohnfläche: 420qm (200+220qm)
Kollektor: 2x 1400m PE32, also 14 Gräben a 100m (Sani rechnet mit 30W Entzugsleistung pro Meter)
Modell: Junkers SupraECO STE 100-1 bzw. STM 100-1 (inkl. Boiler für bisheriges Wohnhaus)
Antifrogen als Sole
NAT -14 bis -16
Fußbodenheizung wird installiert nach Sanierung
Preis: Zusammen rund 40TEUR (je 20TEUR) für Material und Installation (Buddeln muss ich selber, mach ich aber gerne 😊)

Beide Pumpen stehen in der Nähe der Kollektorfläche beim bisherigen Wohnhaus, WW empfiehlt der Sani über Boiler, nicht per WP bereitzustellen.
Da ich keinerlei Erfahrung habe und mich grundsätzlich nur hier eingelesen habe, habe ich mir 2 Angebote eingeholt. Da einer der beiden mir nur ein einseitiges, knappes Angebot gemacht hat und der andere sehr kompetent und freundlich wirkt, überlege ich diesem den Zuschlag zu geben.

Gerne hätte ich aber vorher eine Einschätzung von euch. Die beiden zu beheizenden Gebäude liegen rund 15m auseinander. Der Sani empfiehlt, zwei Wärmepumpen mit je 10kW einzusetzen, je 1 pro Gebäude. Somit sei auch bei Ausfall einer Pumpe ein Backup gewährleistet.
Da ich ja Platz habe soll ich je Pumpe 1400m PE32 verlegen, also 7 Gräben a 100m mit Hin-und Rückführung, je 60cm breit und mindestens 1m auseinander. Das ganze mal 2, da beide Gebäude aus demselben Kreislauf bedient werden. Bis auf eine kurze Passage (2 Bäume im Abstand von 18m) kann ich den Abstand der Gräben auch einhalten. Einen Bagger zum Graben habe ich auch, die 1,60m Tiefe die er empfiehlt sollten machbar sein, da momentan der Grundwasserspiegel durch die Trockenheit tief ist, bei 1,50m stoße ich langsam auf Wasser.
Auf der südlichen Scheune ist bereits eine Solaranlage montiert, welche mir nicht gehört, ich überlege daher, auf dem neuen Wohnhaus (ehemaliger Stall) eine Ost-West-Anlage aufzubauen. Somit hätte ich Strom für die Pumpe, WW, mein Elektroauto und einen Batteriespeicher, über den ich noch nachdenke. Mein Ziel ist es, komplett auf fossile Energien zu verzichten.

Nun meine Fragen:
1. Was sagt ihr zu der WP? Taugt Junkers hier was? Mein Holzvergaser von Junkers hat nach nicht mal 10 Jahren den Geist aufgegeben, ich muss also nicht unbedingt dem Konsotium Bosch / Buderus / Junkers Geld hinterherwerfen
2. Ist der GK die richtige Variante? Sehe ich es richtig, dass RGKs nur bei beschränktem Platz Sinn machen?
3. Passt die Dimensionierung aus eurer Sicht? Die NAT liegt bei -16 in Lübbenau, -14 in Königs Wusterhausen, wir liegen in der Mitte. Natürlich werden wir das Haus sinnvoll dämmen, hierzu und zur Heizlast kann ich noch nicht wirklich Angaben machen, Stichwort weißes Blatt Papier.

Vielen Dank für eure Hilfe,
Oliver

Verfasser:
winni 2
Zeit: 01.08.2019 19:04:08
2
2809384
Hi Oliver,

interessantes Projekt.

zu:
1. Ich habe nichts schlechtes über die Junckers gehört, aber auch nicht viel.

2. Nein, der RGK macht generell mehr Sinn, als ein VDI-Kolllektor, weil weniger
Aushub und mehr Rohr, aber weniger Verteileraufwand.
Je nach Boden, reichen für 10 kW Heizlast im besten Fall ca. 70 Meter Graben,
2 Meter breit, 1,7 tief oder im schlechtesten Fall 130 Meter.
Das ist viel schneller gebaggert, als 1400 Meter Gräben....
In die beiden Gräben kämen jeweils zweimal 300 Meter 40er Rohr.

3. Weiss nicht, keine Ahnung von dieser Auslegung von Gestern...:-), den
Kollektor betreffend.
Heizlast müsste halt erst mal klarer werden oder so gedämmt werden, das die
10 kW oder weniger, passen.

Warmwasser würde ich in Deinem Haus auf jeden Fall auch mit der Wärme-
pumpe machen. Bei den Wohnungen ist das Thema aus wasserhygienischen
und Abrechnungsgründen schwieriger.

Batterie lohnt sich z.Z. weder finanziell, noch ökologisch, solange EE-Strom
noch praktisch immer irgendwo sinnvoll direkt verbraucht werden kann.

Grüsse

winni

Verfasser:
lowenergy
Zeit: 02.08.2019 07:42:26
1
2809495
Zitat von oliver165 Beitrag anzeigen
... vor gut 2 Jahren einen Dreiseitenhof (Wohnhaus auf der Ostseite, Scheune auf der Südseite, Stall auf der Westseite) im Spreewald gekauft und will diesen nun sanieren ... möchte nun das bisherige Wohnhaus in 3 Wohnungen unterteilen ...
Dann wäre es meiner Meinung nach sinnvoll, dass eine entsprechend leistungsfähige und möglichst preiswerte Erdwärmequelle erschlossen wird, an die für jede Wohneinheit eine separate und optimal dimensionierte vollmodulierende Sole-Wasser-Wärmepumpe angebunden wird.

Siehe beispielsweise:

(Link zur Bildquelle = https://www.roth-werke.de/de/2099.htm)

Unter Umständen ist es zudem denkbar, dass zusätzlich auch noch ein Abluft-Trinkwasser-Wärmepumpenmodul zum Einsatz kommt, mit dem die thermische Raumabluftenergie in das Trinkwasser eingetragen werden kann.

Verfasser:
oliver165
Zeit: 05.08.2019 16:54:02
0
2810420
Zitat von winni 2 Beitrag anzeigen
Je nach Boden, reichen für 10 kW Heizlast im besten Fall ca. 70 Meter Graben,
2 Meter breit, 1,7 tief oder im schlechtesten Fall 130 Meter.
Das ist viel schneller gebaggert, als 1400 Meter Gräben....
In die beiden Gräben kämen jeweils zweimal 300 Meter 40er Rohr.


Hi winni, vielen Dank für Deine ausführliche Antwort! Womit hast Du die Berechnung gemacht? Mit dem Trenchplanner? Ich kann die Werte nicht ganz nachvollziehen (70 bzw. 130m).
Ich werde mal mit meinem Sani sprechen, mal schauen was er dazu sagt.

Vielen Dank,
Oliver

Verfasser:
winni 2
Zeit: 05.08.2019 16:58:12
1
2810421
Habe ich einfach im Trenchplaner mit der besten und schlechtesten Bodenart
und NAT ausprobiert.

Grüsse

winni

Verfasser:
oliver165
Zeit: 05.08.2019 17:01:40
0
2810425
Zitat von lowenergy Beitrag anzeigen
Zitat von oliver165 Beitrag anzeigen
[...]
Dann wäre es meiner Meinung nach sinnvoll, dass eine entsprechend leistungsfähige und möglichst preiswerte Erdwärmequelle erschlossen wird, an die für jede Wohneinheit eine separate und optimal dimensionierte vollmodulierende[...]


Wow, vielen Dank für die Links, jetzt muss ich mich noch weiter einlesen, was vollmodulierende Pumpen sind :-)
Ich sollte noch dazu sagen, dass es sich um Ferienwohnungen handelt. Ich konnte beim BAFA auf die Schnelle keinen Ausschluss von Ferienwohnungen der Mehrfachförderung finden, das wäre natürlich super, wenn das ginge und ich jede Wohnung separat über eine WP anschließen kann.
Beim Thema Abluft-Trinkwasser-Wärmepumpenmodul habe ich nun merere Meinungen gelesen, muss mich auch hier noch weiter einarbeiten. Mein Sani hatte mir gesagt, ich sollte WW separat machen, auch für mein Wohnhaus, da sonst die Pumpe selbst den gesamten Sommer läuft um gerade so auf 45 Grad VLT zu kommen, während dies mit einem Boiler viel effizienter sei und die Lebensdauer der Pumpe durch die geringere Belastung deutlich steigt.

Wer hat denn Erfahrungen mit beidem gemacht, also WW über WP und WW parallel über einen Boiler? Was lohnt sich langfristig?

Lohnt es sich im Sommer über die WP das Haus zu kühlen aus eurer Sicht?

Viele offene Fragen, danke nochmals für eure Hilfe!

Beste Grüße aus Lappland,
Oliver

Verfasser:
winni 2
Zeit: 05.08.2019 18:05:51
0
2810438
Boiler ist schön einfach, aber legst Du die Stromkosten auf die Gäste
um?
Eine kWh-Wärme direktelektrisch kostet halt das meiste.
Wenn so, würde ich eher Durchlauferhitzer nehmen, weil dann entfallen
wenigstens die Stand-by-Verluste.

Für eine Familiennutzung macht ein Boiler m.M. finanziell gar keinen Sinn,
wenn man schon eine Wärmepumpe am Start hat. Auch ökologisch ist
das nichts sinnvolles.

Grüsse

winni

Verfasser:
oliver165
Zeit: 21.08.2019 21:59:31
0
2815430
So, jetzt wollte ich eigentlich am Wochenende 2 Graben buddeln, nun meldet sich der Sani und sagt, dass ich einen Eisklotz bekäme und dass RGK nur für kleine Grundstücke mit geringem Verbrauch gedacht sein. Könnt ihr mir helfen? Greift der Trenchplanner wirklich bei großer Heizlast? Mein Sani sagt, wie denn das ganze mehr Energie aus dem Boden ziehen solle, wenn die Rohre Übereinander liegen?
Ich bin ziemlich verzweifelt. Gibt es Experten im Raum Spreewald, die mir helfen können?
Vielen Dank, Oliver

Verfasser:
Poeggsken
Zeit: 21.08.2019 22:13:53
0
2815434
Welchen Plan willst du denn nun umsetzen und was für einen Boden hast du?
Dem trenchplanner kann man schon vertrauen, das machen ja auch mittlerweile führende WP Hersteller.
Gruß Philipp

Verfasser:
Poeggsken
Zeit: 21.08.2019 22:15:19
0
2815436
Welchen Plan willst du denn nun umsetzen und was für einen Boden hast du? Dem trenchplanner kann man schon vertrauen, das machen ja auch mittlerweile führende WP Hersteller. Gruß Philipp

Verfasser:
oliver165
Zeit: 22.08.2019 14:57:56
0
2815582
Hallo Philipp,

so sieht mein Plan aus: https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=1Uc7i6qlQBjeWOHVsNdI

Laut Sani wäre das riskant, man könne ja nicht mehr Energie aus dem Boden ziehen, nur weil man Kreise legt, die sich dann auch noch überlappen. Er ist der Meinung, das wäre dann ein Eisklotz.

Zur Info: Das Grundstück liegt ca. 100m entfernt von der Spree, also der Grundwasserpegel ist im Winter mit gefühlt einem Spatenstich gefunden (bei ca. 1m im Schnitt kommt Grundwasser).

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