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Trivalentes teilparalleles Heizsystem für Altbau
Verfasser:
42kb
Zeit: 04.09.2019 17:48:05
0
2819698
Hallo an alle,

wir planen in unserem Haus einen Umbau der Heiztechnik um primär fossilen Brennstoff einzusparen, das Finanzielle ist nicht unwichtig, steht aber weniger im Fokus.

Die grundsätzliche Idee sieht so aus: Trivalentes teilparalleles Heizsystem aus
- Gasbrennwerttherme
- Luft/Wasser-Wärmepumpe
- Pelletoffen mit Wassertasche
- kombinierter Brauch-Warmwasserspeicher in hinreichender Größe?

Gedachte Funktionsweise:
- Die WP soll aus PV-Überschuss die Grundtemperatur im Speicher erzeugen (50°?)
- Die Gasbrennwerttherme liefert den Rest bis 60°, wenn kein PV-Überschuss vorhanden oder PV-Speicher leer, soll sie in der Lage sein das ganze Haus zu versorgen.
- Im der Übergangszeit und Winter soll der Pelletoffen (aktuell noch ohne Wassertasche - gelegentlich in Betrieb, da zu laut) den WW-Speicher zusätzlich laden.

Hier mal der Ist-Zustand:

Haus:
- Doppelhaushälfte BJ 1974, Dach gedämmt, Fenster neu und ganz neu (2-fach und 3-fach Wärmeverglasung)
- 4-Personen (zwei Kinder)
- Beheizte Fläche: 200qm + Keller teilweise (meistens aus)
- aktueller Wärmebedarf: 30000 kWh/pa

Heizung:
- Gas-Brennwert Vitodens 300 BJ 1999
- Vitocell 100 (120l - Brauchwasser)
- Wandheizkörper - im Erdgeschoss sind 50% Fussbodenheizung (Kupfer Hochtemperatur)
- Vorlauftemp. 55°

PV-Anlage:
- 17,6 kWp
- 17,5 kWh Speicher 3-phasig
- Erzeugung: rund 14000 kWh
- Einspeisevergütung 10 Cent

Mir ist bewusst, das die PV im Winter recht wenig Überschuss hat, aber wir haben selten lange Schnee und es gibt auch im Winter sonnige Tage (Bodensee).
Die WP soll nur in dem Bereich laufen, in die sie auch effizient ist (bis 50°? - wenn kein Frost ist).

Die Wandheizkörper (BJ des Hauses, direkt an der Wand - 12cm Aussenwand ungedämmt) sollen nach und nach ersetzt werden - gegen großflächigere mit Abstand und Dämmung (allerdings ist das bei der aktuellen Lage bei den Handwerkern nicht möglich - zuviel Gewerke - wir möchten nicht dauerhaft auf einer Baustelle leben. Vermutich lässt sich so die Vorlauftemperatur absenken, aber 45° werde ich wohl nicht erreichen)

Meine Fragen:
- das es prinzipiell möglich ist weiss ich, aber macht dieser Ansatz auch Sinn?
- die alte Heizung (Alter 20 Jahre) weiter verweden oder sollte man ein abgestimmtes System bevorzugen (was ich bis jetzt gefunden habe: Vitocaldens 222-F oder Rotex HPU hybrid) - hat jmd. Erfahrungen?
- Was ist ein sinnvolle Speicher-Größe für 4 Personen (gefühlt 800l - oder ist das zu gross)?

Da ich in diesem Forum und bei der Heiztechnik ein Neuling bin, habt bitte etwas Geduld mit mir. Wenn ich Angaben vergessen habe, bitte Bescheid geben.

Danke schonmal allen die sich die Zeit nehmen sich einzudenken und zu antworten.

VG

Verfasser:
hanssanitaer
Zeit: 04.09.2019 20:01:28
0
2819735
Und wie viel PV Überschuss hast du so im Jahr? Ist die Anlage überhaupt schon gebaut?

Ich würde die Finger von der trivalenten Lösung lassen. Das macht alles unglaublich kompliziert und hydraulisch schwierig.

Kauf dir einen SolvisBen oder SolvisMax, lass den Pelletofen (muss ja auch neu für Wasserführung?!) darauf arbeiten und wenn du wirklich signifikante Abregelungsverluste der PV hast, dann kannst du die paar kWh mit einem direktelektrischen Heizstab in den Solvis bringen.

Die gesparte Kohle steckst du in Fenster, Fassade, Dach und Co.

Verfasser:
lowenergy
Zeit: 04.09.2019 20:20:42
1
2819743
@42kb.
Dein trivalentes Konzept ist m. M. n. absolut unlogisch!

Bitte unbedingt zuerst prüfen, ob auf dem Grundstück eine preiswerte Erdwärmequelle zu realisieren ist! Dazu mal auf folgend verlinkter Seite querlesen: https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/

Wenn das in Eigenleistung funzen würde, wär's natürlich topstens!

Verfasser:
KOKON66
Zeit: 04.09.2019 20:27:12
1
2819746
@42kb

Dein Zitat
Die grundsätzliche Idee sieht so aus: Trivalentes teilparalleles Heizsystem aus.....


Schau in meinem Thread, da findest Du sicher interessante Informationen
- Es hat viele Daten, Tabellen und Schemas, über 2 volle Heizperioden.

Geisha-bivalent-mit-Oel-Brennwert-und-Heizkoerper-im-EFH-1960

Verfasser:
42kb
Zeit: 05.09.2019 10:36:24
0
2819883
Zitat von lowenergy Beitrag anzeigen
@42kb.
Dein trivalentes Konzept ist m. M. n. absolut unlogisch!

Bitte unbedingt zuerst prüfen, ob auf dem Grundstück eine preiswerte Erdwärmequelle zu realisieren ist! Dazu mal auf folgend verlinkter Seite querlesen:[...]


Unlogisch, ok. Vllt. habe ich mich falsch ausgedrückt. Ich möchte 3 Wärmeerzeuger nutzen (Gas, WP, Pelletoffen) um parallel Brauch- und Heizungswasser teilweise parallel zu erwärmen. Heißt das nicht trivalent?

Erdwärme wäre sicher erste Wahl, allerdings gibt unser Grundstück das leider nicht her. Dasr Grundstück ist von 3 Steiten komplett umbaut (Haus, Garagen). Die unbebaute Grünfläche (Garten) ist nur 10x6m mit Bäumen und Zaun.

Verfasser:
42kb
Zeit: 05.09.2019 11:57:17
0
2819915
Zitat von hanssanitaer Beitrag anzeigen
Und wie viel PV Überschuss hast du so im Jahr? Ist die Anlage überhaupt schon gebaut?

Ich würde die Finger von der trivalenten Lösung lassen. Das macht alles unglaublich kompliziert und hydraulisch schwierig.

Kauf dir einen SolvisBen oder SolvisMax, lass den Pelletofen[...]


Kompliziert ist mir bewusst, hat die Heizungsfrima auch gesagt. Die haben allerdings schon trivalente Systeme gebaut. Deswegen ich hier meine Fragen, die Heizungsfirma baut mir natülich alles was ich möchte. Ich suche halt nach einer Lösung den PV-Strom sinnvoll für die Erwärmung des Hauses zu nutzen.

Die Grundidee ist mit dem PV-Strom die Grunderwärmung herzustellen und mit Gas die restliche Wärme zu erzeugen. Soweit ich das bis jetzt verstanden habe ist eine Wärmepumpe dabei effektiver als ein Heizstab (1:3?).

Fenster und Dach sind schon gedämmt, bzw. neu. Fassade dämmen könnte man machen, aber selbst der Energieberater fand das aus Kostengründen uneffektiv.

PV ist schon gebaut, geht nächste Woche in Betrieb. Wir brauchen aktuell 3200 kWh (+500 kWh Eigenverbrauch PV+Speicher + 1000 kWh E-Auto). Die 14000 kWh Erzeugung ist eine sehr konservative Schätzung nach PvGis. Es sollten also rund 9000 kWh zur Einspeisung oder zur Verwendung übrig sein.

Das mit dem SolvisMax klingt interessant, da ich eh überlege ob die 20 Jahre alte Vissmann Vitodens 300 ersetzt wird. Ebenso, dass das Brauchwasser über Wärmetauscher bei Bedarf erhitzt und nicht bei 60° vorgehalten wird.
Ist das gutes Marketing oder ein wirklich gutes Produkt oder beides?

Verfasser:
passra
Zeit: 05.09.2019 12:55:57
3
2819939
Zitat:
Fassade dämmen könnte man machen, aber selbst der Energieberater fand das aus Kostengründen uneffektiv.


Aha, eine Fassadendämmung ist uneffektiv, aber 2 neue Wärmeerzeuger mit komplizierter Hydraulik und Steuerung, weil man keine Wp-geeigneten Vorlauftemperaturen erreicht, ist effektiv???
Warum sollte man mit einer Dämmung nicht unter 45°C maximalen Vorlauf kommen?

Bei meinem Haus (auch 200m², renoviert 1997, Dämmung 8cm, Dach 20cm, Fenster-k-Wert 1,3, Kellerdecke ungedämmt) funktioniert das ja auch. Die letzten beiden Winter hatten wir an 8 Tagen 47°C Vorlauf, an 15 Tagen 45°C und ansonsten weniger als 43°C.
Noch ein paar größere Heizkörper und der Vorlauf ist WP-geeignet.

Der Pelletofen mit Wassertasche ist mindestens 1 Erzeuger zu viel.

Verfasser:
42kb
Zeit: 05.09.2019 14:55:48
0
2819983
Zitat von passra Beitrag anzeigen
Zitat:
[...]


Aha, eine Fassadendämmung ist uneffektiv, aber 2 neue Wärmeerzeuger mit komplizierter Hydraulik und Steuerung, weil man keine Wp-geeigneten Vorlauftemperaturen erreicht, ist effektiv???
Warum sollte man mit einer Dämmung nicht unter 45°C maximalen Vorlauf[...]


Hallo Passra, das war die Aussage des Energieberaters und bezog sich auf die wesentlichen Einsparmöglichkeiten in Relation zur Investition.

Dass das durchaus Sinn macht ist klar. Aber die Fassade ist vor 3 Jahren neu gestrichen worden und die Fenstereinbauten und neue Fensterbretter dazugekommen (War kurz bevor wir das Haus übernommen haben). Das möchte ich ungern gleich wieder raussreissen. Wenn wieder Massnahmen an der Fassade anstehen ist das definitiv eine Option. Unser Haus ist durchweg renoviert, nur bei der Heizungsanlage hat der Vorbesitzer nichts gemacht.

Zwei Erzeuger (richtigerweise nur einen im Heizkreisláuf) gibt es ja schon, wirklich neu wäre nur die Wärmepumpe.

Der Pelletofen ohne Wassertasche (18 kW - ist denke ich leicht überdimensioniert?) ist aber recht alt und entspechend laut und sieht monströs aus. Daher die Überlegung ihn durch ein kleineres und leiseres Model mit Wassertasche zu ersetzen und an den neuen Wasserspeicher (den ich ohne Fage für die WP benötige) anzubinden. Er steht direkt über der Heizungsanlage im Keller, es wäre "nur" ein Deckendurchbruch für die Anschlussleitungen und der Anschluss notwendig.

Wäre es sinnvoller den aktuellen Pelletofen durch einen kleineren ohne Wassertasche zu ersetzen?

Größere Heizkörper bin ich schon dran, allerdings sieht es grad mit den Handwerkern echt übel aus hier bei uns. Austauschen durch Heizungsfirma wäre kein Problem, aber Dämmung anbringen, wieder verputzen (Nach Einzug haben wir ein 3/4 Jahr auf einen Stukateur warten müssen und der kam auch nur weil jmd. ein gutes Wort eingelegt hat) - davor scheue ich mich, wir möchten nicht ein Jahr auf eine Baustelle leben. Das mache ich erst wenn ich alle Gewerke zeitnah bei beieinander habe.

Verfasser:
42kb
Zeit: 10.09.2019 14:14:20
0
2822609
Zitat von KOKON66 Beitrag anzeigen
@42kb

Dein Zitat
Die grundsätzliche Idee sieht so aus: Trivalentes teilparalleles Heizsystem aus.....


Schau in meinem Thread, da findest Du sicher interessante Informationen
- Es hat viele Daten, Tabellen und Schemas, über 2 volle[...]


Hallo KOKON66,

vielen Dank für den Link auf den Thread. Sehr spannende herangehenweise und ein super Resultat.

Es hat ein paar Tage gedauert um alles zu lesen und die Grundsätze halbwegs zu verstehen. Bin noch arger Laie was die Heizungsanlage und Begrifflichkeiten betrifft: Bis jetzt weiss ich nur wo ich hin will, noch nicht wie dahin komme.

Verfasser:
HFrik
Zeit: 10.09.2019 14:37:28
1
2822626
Also ich vermute dass es weniger stunden bracuhen könnte selbst zu dämmen und zu verputzen als dafür einen Handwerker zu suchen... .-) Beim pelletofen würde ich zur Vereinfachung zum Wassertaschenlosen modell raten, dann wird die Anlage überschaubar. Die WP wird sich über sinkende Vorlauftemperaturen freuen, wenn aber die Fassade gerade erst saniert wurde verstehe ich dass man da nicht heran will. Ärgerlich dass da keine Nägel mit Köpfen gemacht wurde. Wie sieht es mit Rolladenkästen, Kellerdecke, oberster Geschossdecke aus? vielleicht gibt es da noch die eine oder andere tiefhängende Traube.

Verfasser:
42kb
Zeit: 10.09.2019 14:51:38
0
2822636
Da ich meine Gegebenheiten erstmal als fix angenommen habe, bin ich mir nun nach den ersten Antworten nicht mehr so sicher.

Als erstes werde ich vllt. mit einem fachmännischem hydraulischen Abgleich beginnen und dann schauen wieweit sich die Vorlauftemperatur jetzt schon absenken lässt - ohne Komforteinbußen im Winter zu haben. Es ist halt alles noch so eingestellt wie ich es übernommen habe und vermutlich seit 20 Jahren ist.

Vom Gehfühl her rücken die Wärmeerzeuger gerade etwas in den Hintergrund. Ich sehe gerade eher den Speicher und die intelligente Steuerung im Vordergrund.

Der Hinweis auf den SolvisMax hat mich dazu bewegt beim Hersteller nachzufragen - der kann aktuell nur einen Hauptwärmeerzeuger - entweder Gas oder Wärmepumpe. Beim weiteren recherieren bin ich auf den Ratiotherm Oskar mit der Steuerung gestossen.

Nachdem ich eingangs einen unspezifischen Kombispeicher erwähnt habe, würde ich jetzt einen Schichtspeicher mit Frischwasserstation präferieren - und auch weiterhin eine WP einem Heizstab vorziehen.

Geplant ist die Auführung eh erst im nächsten Frühjahr, bis dahin habe ich noch genug Zeit Pläne zu verwerfen.

Danke nochmal für eure Antworten.

Verfasser:
42kb
Zeit: 10.09.2019 15:45:59
0
2822669
Zitat von HFrik Beitrag anzeigen
Also ich vermute dass es weniger stunden brauchen könnte selbst zu dämmen und zu verputzen als dafür einen Handwerker zu suchen... .-) Beim pelletofen würde ich zur Vereinfachung zum Wassertaschenlosen modell raten, dann wird die Anlage überschaubar[...]


- ok, fand den Gedanken reizvoll: wenn er an ist auch ins Heizungssystem einzuspeisen. Zumindest müsste ich da zu jetzt akut nichts ändern.

Zitat von HFrik Beitrag anzeigen
Die WP wird sich über sinkende Vorlauftemperaturen freuen [...], Wie sieht es mit Rolladenkästen, Kellerdecke, oberster Geschossdecke aus? vielleicht gibt es da noch die eine oder andere tiefhängende Traube.


Oberste Geschossdecke ist das Dach, also beheizt, ausgebaut und gedämmt.

Kellerdecke wird vermutllich nicht soviel Sinn machen weil das das Temp.gefälle recht niedrig ist oder doch?

- zwei Räume sind beheizt - direkt unter Wohnküche mit Fussbodenheizung.
- in einem Raum steht die Gasbrennwerte Therme - der Raum wird dadurch auch leicht erwärmt.
- in einem Raum steht die PV-Inneneinrichtung und Server - auch leicht erwärmt
- bleiben noch der Flur und die Vorratskammer - darüber liegt der unbeheizte Eingangsbereich und das Treppenhaus.

Rollläden wäre tatsächlich möglich - die sind komplett ungedämmt mit dünner "Platte" - habe es bis jetzt nur im Dachgeschoss geöffnet - innen wie aussen ca. 2cm "Platte". Da schau ich nochmal rein wieviel Platz ist und was passen würde. Das kann ich sukzessive machen. Danke für den Tipp - das hatte ich nicht auf dem Radar.

Eine "tiefhängende Traube" ist vermutlich noch die Eingangstür mit einglasiger Scheibe und integrierte Briefkasten in Holz. Die sieht zwar toll aus ist aber recht zugig. Die Idee wird meine Frau nicht mögen:/

Der Balkon im OG ist zu 50% Decke der Wohnküche, da kommen aber dieses Jahr noch Dämmung und neue Fliesen drauf - Fliesenleger hab ich zum Glück zur Hand.

Verfasser:
lowenergy
Zeit: 10.09.2019 15:59:14
0
2822674
Zitat von 42kb Beitrag anzeigen
Nachdem ich eingangs einen unspezifischen Kombispeicher erwähnt habe, würde ich jetzt einen Schichtspeicher mit Frischwasserstation präferieren - und auch weiterhin eine WP einem Heizstab vorziehen ...
Den aber bitte nur für die Trinkwassererwärmung nutzen!
Erklärung siehe hier: http://aquarea.smallsolutions.de/index.php?title=Warmwasserbereitung#Speichersysteme_mit_geringem_Trinkwasservolumen


Dann solltest Du dich mit dem auf folgend verlinkter Seite beschriebenem beschäftigen:
https://www.energie-lexikon.info/thermodynamisch_optimiertes_heizen.html

Dann auch mal überdenken, ob die übermäßige Speicherung von thermischer Energie mit Wärmepumpe überhaupt Sinn macht.

Es sind hier im Forum einige User unterwegs, die mit ihrer Wärmepumpe tagsüber die vielen Tonnen Speichermasse innerhalb der thermischen Gebäudehülle ihres Hauses mit einer leichten Vorlauftemperaturüberhöhung laden.

Beispielsweise bei uns lasse ich die Wärmepumpe tagsüber zwischen 11 und 21 Uhr mit einer Sollwertverschiebung der Heizkennlinie von 3 bis 5 Kelvin - maximal mit +37°C Vorlauftemperatur - per Hausheizkreiswasser etwas mehr als nötig thermische Energie in die Speichermasse pumpen.

Dadurch kann in den kälteren Stunden zwischen 21 und 11 Uhr, währenddessen ist's im Winter draußen meist sowieso nicht wirklich hell, die von uns gewünschte thermische Behaglichkeit in den einzelnen Räumen gehalten werden, obwohl die Wärmepumpe zum Teil garnicht läuft, oder nur mit relativ geringer Vorlauftemperatur gefahren wird.

Verfasser:
S.Riedel
Zeit: 10.09.2019 16:23:02
0
2822684
Ich verkauf seit 20 Jahren Heizungen, und ich verkaufe sie gern, aber wenn du mit so einem Bauvorhaben zu mir kommen würdest, würde ich sagen, es ist bisschen übertrieben.

Du redest hier grob von Investitionen von 40 bis 60 Teuro... glaube das bekommst du nie wieder rein.

Baue dir eine Wärmepumpe (Schafft dein Haus sicher komplett zu beheizen) und wenn du willst eine neue Gastherme als Spitzenlastkessel. (Anstatt E-Stab zur Zuheizung)

Oder nur einen Pelletkessel (nicht Kamin) um die hohen Temperaturen besser zu verarbeiten.

Glaube das Verhältnis zwischen Ausgaben und Ergebnis/Nutzen sollte doch im Auge behalten werden.

Verfasser:
Didi-MCR52
Zeit: 10.09.2019 17:02:32
0
2822711
Also die Idee "Warmwasser mit WP bis 50°C und dann die Gasheizung nochmal 10 Grad drauflegen lassen" halte ich für grenzwertig, mindestens Steuerungstechnisch.

Nimm ne Friwa, da kannst du dann das gespeicherte Heizungswasser bedenkenlos (aus Legionellensicht) nur auf 45-50°C erwärmen mit einer WP. Fürs Badezimmer reicht ca. 40°C Warmwasser locker aus. Und wenns die Küche unbedingt wärmer braucht, über einen Kleindurchlauferhitzer zum nacherwärmen nachdenken. Direktelektrisch ist zwar nicht schön, aber die Wassermengen die man in der Küche braucht sind ja deutlich geringer als im Bad. Und er muss ja nur die Differenz zu dem machen, was schon aus der Heizung kommt.

Und drei Wärmeerzeuger halte ich auch zu viel. Hoher Invest, komplizierte Regelung.
Pelletding separat lassen (ja 18kW ist zuviel, über was kleineres nachdenken) und Bivalent WP+Gas, oder direkt auf 100% Wärmepumpe migrieren.

In jedem Fall erstmal planen und optimieren.

Zitat von 42kb Beitrag anzeigen
- in einem Raum steht die Gasbrennwerte Therme - der Raum wird dadurch auch leicht erwärmt.
- in einem Raum steht die PV-Inneneinrichtung und Server - auch leicht erwärmt

Trotzdem dämmen. Die Räume sind trotzdem kühler als deine Wohnung, und erst recht DEUTLICH kühler als die Fußbodenheizung. D.h. du hast Wärmeverluste dorthin. Bei Räumen ohne FBH steigt die Fußbodentemperatur durch die Kellerdeckendämmung, mehr Komfort und ggf. weniger Raumtemperatur nötig.
Wenn der Kellerraum hinterher kühler ist, werden zwar die Verluste der Heizungsanlage an den Raum etwas höher. Aber solange der Raum kühler ist als vorher, hast du in Summe weniger Verluste.
Und die PV- und Servertechnik freut sich über eine kühlere Umgebung.

Zitat von 42kb Beitrag anzeigen
Eine "tiefhängende Traube" ist vermutlich noch die Eingangstür mit einglasiger Scheibe und integrierte Briefkasten in Holz. Die sieht zwar toll aus ist aber recht zugig. Die Idee wird meine Frau nicht mögen:/

Wenn die Türe aus optischen Gründen bleiben soll, dann die Scheibe durch eine Isolierglasscheibe (notfalls "dünnes" Isoglas mit geringem Scheibenzwischenraum, dämmt zwar schlechter als normales, aber immer noch deutlich besser als Einscheibenglas) ersetzen (lassen), und alle ritzen Dichten.
Einscheibenglas und zugige Ritzen sind definitiv tiefhängende Trauben.

Zu den Rolladenkästen meine Tips:
Wand RK nach außen ist IMHO "egal", im Kasten ist eh Außenluft. Da wirst du wegen des nahe außen liegenden Rolladen-Auslasses eh nicht wirklich was hinbringen.
Innenseite zum Raum und Deckel an der Unterseite sind das wichtigste; Oberseite und Seitenwände (wegen Auskühlung der anschließenden Wand) schadet auch nicht.
Wegen begrenzter Dicke mindestens Neopor (WLG 032), gerne das noch bessere PUR (WLG 022-028) nehmen, statt normales Styropor (WLG 040), bessere Dämmung auf gleicher Dicke.
In "normalen" Fenstern geht mehr Dämmung rein als bei Balkontüren, da der Rolladen kürzer und damit die Rolle im aufgerollten Zustand dünner ist. Würde ich auch nutzen.

Verfasser:
42kb
Zeit: 12.09.2019 10:18:03
0
2823306
Zitat von lowenergy Beitrag anzeigen
Zitat von 42kb Beitrag anzeigen
[...]
Den aber bitte nur für die Trinkwassererwärmung nutzen!
Erklärung siehe hier: http://aquarea.smallsolutions.de/index.php?title=Warmwasserbereitung#Speichersysteme_mit_geringem_Trinkwasservolumen

Dann solltest Du dich mit dem auf folgend verlinkter Seite beschriebenem beschäftigen:
https://www.energie-lexikon.info/thermodynamisch_optimiertes_heizen.html

Dann auch mal überdenken, ob die übermäßige Speicherung von thermischer Energie mit Wärmepumpe überhaupt Sinn macht. [...]


Bzgl. Schichtspeicher mit Frischerstation: Bin mir nicht ganz sicher ob meine Gebäudehülle dafür geeignet ist, Plan war den Speicher sowohl für Heizkreislauf als auch Brauchwasser zu verwenden.

Danke für die Links, kannte Herrn Paschotta bis jetzt nur aus der PV-Planungsphase (da habe ich die anderen Teile von Ihm ausgeblendet)


Zitat von S.Riedel Beitrag anzeigen
Ich verkauf seit 20 Jahren Heizungen, und ich verkaufe sie gern, aber wenn du mit so einem Bauvorhaben zu mir kommen würdest, würde ich sagen, es ist bisschen übertrieben.

Du redest hier grob von Investitionen von 40 bis 60 Teuro... glaube das bekommst du nie wieder rein [...]


Der Preis deckt sich mit dem was ich bis jetzt eingeplant habe. Das mit dem sich rechnen ist mir bewusst. Ziel ist es eher die Fixkosten und den Gasbezug dauerhaft zu senken. Wobei die Wartung natürlich wieder oben daruf kommt.
In Summe gehe ich von knapp 10k Förderung aus, so dass der Gesamtpreis Richtung 40k gehen solte.

Zitat von Didi-MCR52 Beitrag anzeigen

Trotzdem dämmen. Die Räume sind trotzdem kühler als deine Wohnung, und erst recht DEUTLICH kühler als die Fußbodenheizung. D.h. du hast Wärmeverluste dorthin. Bei Räumen ohne FBH steigt die Fußbodentemperatur durch die Kellerdeckendämmung, mehr Komfort und ggf. weniger Raumtemperatur[...]

Wenn die Türe aus optischen Gründen bleiben soll, dann die Scheibe durch eine Isolierglasscheibe (notfalls "dünnes" Isoglas mit geringem Scheibenzwischenraum, dämmt zwar schlechter als normales, aber immer noch deutlich besser als Einscheibenglas) ersetzen (lassen), und alle ritzen[...]


Danke Deine für die Tipps.

Was ich als nächstes tun werde:
- die Dämmung der Rolllädenkästen Stück für Stück vornehmen
- für Dämmung der Kellerdecke belesen und machen
- vor die Eingangstür kommt im Winter abends erstmal ein dicker Vorhang bevor ich in die Tür nochmal Geld reinstecke, nach den Ritzen schau ich vorher noch
- Ausserdem hab ich einen hydraulischen Abgleich (mit BAFA-Zususs) beauftragt um zu schauen wieweit ich die Vorlauftemp. des Heizkreislaufes eventl. schon jetzt absenken kann wenn die jetztige Anlage optimal läuft.

Danke euch allen, jetzt hab ich erstmal was zu tun bevor die Planung weitergeht.

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