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Alte Bestandsanlage modernisieren / optimieren
Verfasser:
Espresso im Tale
Zeit: 10.09.2019 09:29:02
0
2821477
Hallo in das Forum. Gleich vorweg, ich bin Laie und auch noch ziemlich unwissend aber lernwillig.
Wir sind letztes Jahr im Januar in unser Haus eingezogen. Jetzt, da fast alle Baustellen im Haus soweit erledigt sind möchte ich die Heizungsanlage optimieren bzw. modernisieren.

Das Haus ist 1921 gebaut. Die Wohnfläche beträgt ca. 120m². Erdgeschoss, Dachgeschoss und teilweise unterkellert. Alle Fenster sind neu. Freistehender Giebel ist gedämmt. Die Zimmerdecken zum Boden sind schon teilweise gedämmt, der Rest wird zeitnah noch gedämmt. Im Zuge der Renovierung wurden alle Heizungsleitungen und Heizkörper erneuert. Zusätzlich wurde im Erdgeschoss eine Fußbodenheizung eingebaut.

Als Heizkessel ist ein Viessmann Atola AVV24 mit 24KW Nennleistung vorhanden. Als Energieträger fungiert Erdgas. Brauchwasser wird durch den Kessel in einem Speicher (ca. 300 Liter?) bereitgestellt. Als Regelung ist die Trimatik MC von Viessmann verbaut.

Geheizt werden im Winter eigentlich nur das Bad im Obergeschoss (14m²) und das Erdgeschoss mit ca. 45m² (kombinierter Raum Küche, Esszimmer, Wohnzimmer mit Fußbodenheiztung) In diesem Raum steht auch der nachgerüstete Kaminofen. Das Schlafzimmer wird eigentlich gar nicht beheizt, die beiden Kinderzimmer nur mäßig. (Alles OG)

Ziel der Optimierung, Modernisierung ist vor allem die Einsparung von Energie und der optimale Lauf/ Regelung der Heizung und Heizflächen. Da entsteht ja schon ein Problem, wenn die Fußbodenheizung an ist, und der Kaminofen befeuert wird.
Ich habe jetzt schon einiges gelesen, Pufferspeicher oder nicht. Andere, modernere Regelung (Rücklaufgeführt), Brauchwasserwärmepumpe, Solaranlage ect.

Wie gehe ich denn jetzt am besten an eine solche Aufgabe ran? Welche Daten muss ich erheben? Welche zusätzlichen Investitionen sind langfristig sinnvoll? Den Kessel möchte ich eigentlich noch eine Weile stehen lassen.

Ich würde mich über die Unterstützung durch das Forum freuen.

Verfasser:
ThomasShmitt
Zeit: 10.09.2019 11:40:20
0
2821536
Eine wichtige Information ist die benötigte Wärmemenge.
Da voraussichtlich keine Wärmemengenzähler installiert sind, sollte man die Verbräuche (insbesondere das verheizte Holz) dann entsprechend protokollieren.

Sonst wäre für die Zukunft noch die benötigte Vorlauftemperatur interessant (Heizkurve)?
Welche Heizkörper wurden denn verbaut? Schön schicke (ziemlich unbrauchbare) flache Heizkörper und Handtuchwämer oder ordentliche Typ33-Heizkörper?

Hat die Fußbodenheizung Stellantriebe mit Raumthermostaten oder hast du es schon entsprechend abgeglichen und benötigst sowas nicht (mehr)?

Verfasser:
sukram
Zeit: 10.09.2019 12:01:06
0
2821552
Zitat von Espresso im Tale Beitrag anzeigen
Den Kessel möchte ich eigentlich noch eine Weile stehen lassen..[...]


Na, der Mensch denkt- der Schorni lenkt ;-)

Zitat:
Atola AVV
Viessmann Werke
Nennleistung:24 kW
Brennstoff:Gas
Kesselgruppe:Standard-Kessel
Kesseltyp:Atmosphärischer Gasheizkessel
Zündflamme:Nein
Effizienzwert:68 %
Effizienzklasse:D
Auszutauschen bis (genaue Regelung siehe §10 EnEV): 30 Jahre nach Erstabnahme


Abnahmejahr siehe Baujahr auf jährlichem Schorniprotokoll.

Bundesland?
Anz. Nutzer?
Haus freistehend?
Verbrauchsdaten?

Die kleinsten aus dieser Liste (Modelle nicht mehr alle aktuell), bei Thermen möglichst geringe Mindestleistung oder ein bodenstehender Kessel daraus mit viel Wasserinhalt; Invest 7-10K abzgl. Förderung.

Verfasser:
Espresso im Tale
Zeit: 10.09.2019 12:43:10
0
2821577
@Thomas Shmitt

Die verbauten Heizkörper sind alles Typ 22. Für 12 m² habe ich 1,2x0,6m gewählt. Im Bad ist ein Typ 33 verbaut, der Handtuchheizkörper nur zum Handtücher trocknen.

Die Fußbodenheizung hat noch keine Thermostate verbaut. Diese liegen zwar schon nagelneu im Keller, aber die Stellantriebe mit der passenden Steuerung habe ich noch nicht. Der Einzug letztes Jahr war wegen Nachwuchs ein wenig hektisch und danach ist das liegen geblieben.

Die Heizkurve habe ich letzten Winter auf 0,6 runter genommen.

Was mich stört sind die häufigen Brennerstarts. Auch jetzt im Sommer kann ich die Steuerung nicht so einstellen, dass zum Beispiel nur einmal am Tag heißes Wasser gemacht wird. So wie ich die Anleitung der Trimatik verstehe müsste ich alle Zeiten umprogrammieren und die Programme im Herbst wieder neu einstellen.

@ sukram

Die Zulassung des Kessels war 1992.
Im schönen Thüringen, nördlich des Thüringer Beckens
4 Personen im Haushalt, aber nur 3 täglich im Haus
freistehendes Haus in Tallage ( im Osten, hinter dem Haus ein Hang)

Die Verbrauchsdaten aus dem letzten Jahr suche ich heute mal raus.

Verstehe ich das richtig, dass ich den Kessel 2022 dann endgültig stilllegen muss?

Verfasser:
OldBo
Zeit: 10.09.2019 13:02:36
0
2821579
Bei einem Eigentümerwechsel, muss der neue Hausbesitzer die Austauschpflicht innerhalb von zwei Jahren erfüllen.

Verfasser:
lowenergy
Zeit: 10.09.2019 13:45:14
0
2822593
Zitat von Espresso im Tale Beitrag anzeigen
Was mich stört sind die häufigen Brennerstarts ...
Der Brenner ballert konsequent mit ziemlich 24 kW direkt im Kessel in das Heizwasser.

Wenn die Suppe dann in der Hausheizkreishydraulik nicht ordentlich in Wallung gehalten wird und zudem nur wenige Heizkörper genutzt werden ... wo soll denn Deiner Meinung nach solch geballte Menge an thermischer Energie hin?

Bleibt dem WE also nur Takten ... kurzes Aufheizen und aus ...kurzes Aufheizen und aus!
Nennt sich Kuhschwanzheizung! 😉

Rüste um auf einen modulierenden Wärmeerzeuger, der bei wenig Heizleistungsbedarf das Hausheizkreiswasser mit möglichst geringer Minimalleistung auf nötigem Temperaturniveau halten kann. 👍

Verfasser:
sukram
Zeit: 10.09.2019 13:59:08
0
2822603
Zitat von Espresso im Tale Beitrag anzeigen
Verstehe ich das richtig, dass ich den Kessel 2022 dann endgültig stilllegen muss?[...]


Das wird Dir dann spätestens der Feuerstättenbescheid als Ergebnis der alle 3-4 Jahre erfolgenden Feuerstättenschau ist, verklamüsern ;-) also 2023 - 2027 plus "angemessene Frist" ohne Rechtsmittelinanspruchname.

Verfasser:
HFrik
Zeit: 10.09.2019 14:16:55
0
2822610
Ergo wird es zeit das Haus auf Wärmepumpe vorzubereiten, damit der Kessel dann ohne zu viel Streit in Rente kann. Die Anpassung der Heizkennlinie ist ja schon mal ein erster Schritt in die richtige Richtung. Mal über den ganz dicken Daumen: die heizung habe eine Heizgrenztemperatur von 14° und starte da mit (tatsächlich benötigten ) 30° - dann wären es bei -14° dann 47°, nicht optmal aber geht noch wenn sein muss. So auf 0,5 sollten wir mit Verbesserungen die Steigung noch herunter bekommen, noch besser 0,4 und 12 ° Heizgrenztemperatur, dann könnte der alte Kessel endgültig raus.
Welche Dämmmassnahmen wurden schon getan, wie sieht der Rest des Hauses aus?

Verfasser:
lukashen
Zeit: 10.09.2019 14:39:31
0
2822628
Zitat von OldBo Beitrag anzeigen
Bei einem Eigentümerwechsel, muss der neue Hausbesitzer die Austauschpflicht innerhalb von zwei Jahren erfüllen.

Der Fall zieht hier nicht, da 1992 errichtet.

Verfasser:
lukashen
Zeit: 10.09.2019 14:50:35
0
2822634
Zitat von Espresso im Tale Beitrag anzeigen

Verstehe ich das richtig, dass ich den Kessel 2022 dann endgültig stilllegen muss?
[...]


Wenn es ein Niedertemperaturkessel ist, dann nicht.
Trimatic MC = Außentemperaturgeführte Regelung mit Schaltuhr?

In der Liste stehen wohl viele NT-Kessel als "Standard-Kessel" drin, da es sie auch ohne gescheite Regelung gab. So auch mein Buderus von 1984.

Ausschlaggebend ist Kessel+Regelung als Gesammtsystem, und schlussendlich die Meinung Deines zuständigen Schornsteinfegers.


Gruß

Verfasser:
Espresso im Tale
Zeit: 10.09.2019 15:07:29
0
2822648
Thema Kuhschwanzheizung:
Ist es den sinnvoll für diese Problematik einen Pufferspeicher zu installieren? Vielleicht auch mit Solarunterstüzung? Da würde der Brenner länger laufen und die Heizung effektiver oder habe ich da einen Denkfehler? Mal von den Verlusten durch die Wasserspeicherung abgesehen.

@HFrick

Mein Ansatz im letzten Winter war die Reduzierung der maximalen Temperatur im Kessel und die Senkung der Kennlinie. Da ja die hauptsächliche Heizleistung im Haus durch die Fußbodenheizung erfolgt benötigte ich nicht so heißen Vorlauf. Der Typ 33 Heizkörper funktionierte auch mit dem kälteren Vorlauf prima.

Im Bad selbst wurde bis auf den Dachaufbau (Walmdach) hin zurückgebaut und von dort aus mit Dämmung (24 cm) wieder hergestellt.
Im Erdgeschoss wurde der Fußboden mit der Heizung neu gebaut, die Fenster erneuert und eine neue Haustür kommt in den nächsten Wochen. Die Wände im Erdgeschoss sind massiv und 33 cm stark. Der Vorbesitzer hat einen Dämmputz aufbringen lassen aber nur auf der Giebelseite eine 12cm Dämmung.
Die restlichen Seiten des Walmdaches sollen Irgendwann noch mal von außen zwischen den Sparren gedämmt werden.

@all

Da ich ja für die Fußbodenheizung noch keinerlei Steuerung installiert habe hier die Frage nach einer Lösung. Letzten Winter habe ich den Vorlauf mittels Thermostat am Mischer mit ca. 28 Grad eingestellt und die Pumpenlaufzeiten mit einer mechanischen Zeitschaltuhr gesteuert.
Gibt es Steuerungen die zum Beispiel die Temperatur des Bodens überwachen und nicht die Raumtemperatur (Kaminofen)

Verfasser:
HFrik
Zeit: 10.09.2019 15:17:05
0
2822651
Also wenn WP angedacht ist, dann kann die vollmodulierend in den Schwachlastzeiten laufen, und der Kessel übernimmt dann wenn seine Leistung am ehesten gefragt ist - mit dann längeren Brennerlaufzeiten. Die WP lifert dann z.B. 80-90% der Energie 8kWh) der Kessel 50% der Leistung (kW) - bzw. 100% der leistung aber nur während weniger Tage.

Was die Regelung angeht: es gibt witerungsgeführt Mischer für Fussbodenheizungen, wäre das passend? Dann könnte man Stellantriebe für Einzelheizkreise etc. weglassen, das wäre für die Heizung besser. 28° sind schon mal prima für die WP, es verbleiben also die Heizkörperbereiche als "Problemfälle" - die werden aber mit der Dachdämmung eher besser.

Verfasser:
Espresso im Tale
Zeit: 10.09.2019 15:22:04
0
2822655
Daten des Kessels:

Brenner ohne Gebläse nach DIN 4702Teil3 Kategorie I2HL Bauart 1

Herstellungsjahr: 1993
Bauartkennzeichen:02-223-323
Wärmeleistung: 24kw
Inhalt Kesselwasser 18,2l

Verfasser:
lowenergy
Zeit: 10.09.2019 15:25:17
0
2822658
Zitat von Espresso im Tale Beitrag anzeigen
... für die Fußbodenheizung noch keinerlei Steuerung installiert habe hier die Frage nach einer Lösung ...
Gibt es Steuerungen die zum Beispiel die Temperatur des Bodens überwachen und nicht die Raumtemperatur (Kaminofen)
Kannst ganz simpel eine Pumpen-Mischer-Gruppe inklusive außentemperaturgeführtem Regler installieren ... beispielsweise all-in-one: https://www.selfio.de/pumpengruppe/witterungsgefuehrte-regelstation-flowbox-control-hc.html

Dann brauchst keine Einzelraumregelung und auch keine Sensoren im Haus. Einfach die wasserführenden Wärmeaustauschflächen hydraulisch einregeln und die Parameter der außentemperaturgeführten Regelung optimal justieren.

Wenn der Ofen brennt, verringert die Fußbodenheizung dann übrigens die Wärmeabgabe im Raum automatisch, weil der Selbstregeleffekt funzt wenn Du den TA korrekt gemacht hast und das System mit geringstmöglichem Heizwassertemperaturniveau fährst.

Verfasser:
Espresso im Tale
Zeit: 10.09.2019 15:41:35
0
2822666
Zitat von HFrik Beitrag anzeigen
Also wenn WP angedacht ist, dann kann die vollmodulierend in den Schwachlastzeiten laufen, und der Kessel übernimmt dann wenn seine Leistung am ehesten gefragt ist - mit dann längeren Brennerlaufzeiten. Die WP lifert dann z.B. 80-90% der Energie 8kWh) der Kessel 50% der Leistung (kW) - bzw. 100%[...]


Das Ganze funktioniert dann mit einem Pufferspeicher? Die Wärmepumpe arbeitet in den Speicher und auch der Kessel. Solar oder und Photovoltaik wären dann ja auch möglich. Natürlich vorausgesetzt, der Wärmebedarf des Hauses passt zur Auslegung des Gesamtsystems.

Verfasser:
lowenergy
Zeit: 10.09.2019 16:24:59
1
2822685
Zitat von Espresso im Tale Beitrag anzeigen
... funktioniert dann mit einem Pufferspeicher? Die Wärmepumpe arbeitet in den Speicher ..
Sollte besser nicht!

Wärmepumpe am besten immer direkt an der Hausheizkreishydraulik anbinden, um die per außentemperaturgeführter Regelung im optimalen Betriebsbereich arbeiten lassen zu können.

Ich würde persönlich auch keinesfalls Solarthermie und Wärmepumpe zusammen realisieren!

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