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Neubau EFH mit WP und RGK
Verfasser:
Jockel582
Zeit: 11.09.2019 00:34:32
0
2822818
Moin zusammen,

seitdem ich im Studium davon gehört habe, fand ich es eine grandiose Idee Heizenergie aus der Erde zu gewinnen. Als wir vor einiger Zeit mit Überlegungen zum Hausbau anfingen war für uns schnell klar, dass wir -sofern es finanzierbar bleibt- Erdwärme für unser Häuschen nutzen wollen.
Meine Frau ist irgendwann über das Thema Ringgrabenkollektor gestolpert, wir haben uns einigermaßen eingelesen und wollten so ein Teil haben - bei unserem Häuslebauer hätten wir uns den sogar einkaufen können, dachten aber, dass es eine gute Möglichkeit wäre den in Eigenleistung herzustellen.

Tja, jetzt stehen wir kurz davor den Kollektor zu "verbuddeln". Eigentlich war der Baubeginn für kommenden Sommer vorgesehen, aber dank glücklicher Fügungen soll es mit dem Haus jetzt schon im Dezember losgehen - wir stehen also jetzt etwas unter Zugzwang, daher möchten wir um Eure Meinung und Euren Rat bitten.

Wir bauen im nordwestlichen Niedersachsen, der Boden soll, nach ersten Erkenntnissen bei der Baugrunduntersuchung, trockener Sand sein, evtl. ist noch etwas Ton mit drin (die Ergebnisse bekommen wir voraussichtlich im Laufe der nächsten Woche, erst dann wird auch der Energieausweis irgendwann stehen).

Das Haus wird komplett über eine FBH beheizt (145m² Nutzfläche). Die NIBE F1255-6 liefert auch das Warmwasser, evtl. rüsten wir sie noch zwecks Kühlung nach.

Meine bisherige Planung sieht so aus: Trenchplaner
Der Transmissionswärmekoeffizient stammt momentan noch aus dem KfW-Antrag, kann sich im Energieausweis aber eigentlich nur verbessern.
Da meine Frau ein Frostköttel ist, ist die mittlere Temperatur so hoch angesetzt :-)

Hoffentlich hab ich mich da nirgends vertan. Ich habe etwas Bedenken, weil meine ermittelte Heizlast und der errechnete Energieertrag so dicht beieinander liegen. Ich habe natürlich gelesen, dass es keiner "Angstreserve" bedarf, aber irgendwie ist haben besser als brauchen...hm.

Zum Layout:
Auf dem westlichen Nachbargrundstück ist in 3m Entfernung von der Grenze ein Haus. Im Süden und Osten schließen öffentliche Flächen an.
Leider hat sich der Erschließungsträger des Baugebiets gedacht es wäre toll die Kanalschächte ganz weit weg von der günstigsten Position für ein Haus hinzusetzen, daher müssen wir die Entwässerung einmal quer durch den Garten legen und den Kollektor kreuzen. Die Leitungen würden wir aber mit Dämmplatten voneinander isolieren und die Kollektorleitung würde ich da auch noch etwas tiefer setzen als den Rest.

Die Hardware möchten wir aus Österreich importieren. Wir sind uns noch nicht einig bzw. im Klaren darüber, ob wir 2x300m verlegen sollten/müssen oder ob eine Länge ausreichen würde, und wenn ja ob es sich nicht doch lohnt gleich eine Reserveleitung mit rein zu packen.

Bevor wir loslegen können, muss ich auch noch die Online-Anzeige bei der hiesigen Bergbaubehörde einreichen, es fehlen mir aber die Angaben aus dem Energieausweis und ein Sicherheitsdatenblatt für die grüne Ethanol-basierte Sole. Glücklicherweise signalisierte mir die untere Wasserbehörde schon, dass es da keine Probleme geben sollte.

Ich muss zugeben, dass ich großen Respekt vor der bevorstehenden Aufgabe habe - hoffe aber, dass alles glatt läuft.
Wenn Ihr da aber mal drüber schauen könntet und noch ein paar Tipps und Tricks hättet wäre uns das eine riesige Hilfe.

Viele Grüße aus dem Alten Land
Jakob

Verfasser:
gnika7
Zeit: 11.09.2019 06:30:44
0
2822822
Hallo Jakob,

zur Planung können andere viel besser was sagen. Meinerseits gibt es nur paar Anmerkungen
1. Auf jeden Fall BKA verbauen
2. Die WP gleich mit Kühlung verbauen. Die Sommer werden nicht kälter.
3. Bergbaubehörde? Eigentlich sollte die bei RGK nicht relevant sein.
4. Import aus Österreich? Die sind nicht gerade für niedrige Preis bekannt. Wenn Import, dann aus Schweden, Litauen, Dänemark... Hier gibt es ein Thread dazu
https://www.haustechnikdialog.de/Forum/p/2821289
Ist zwar lang, aber man findet schon was....
5. BAFA-Antrag! Sofort! Nicht vergessen!

Grüße Nika

Verfasser:
hbrockmann
Zeit: 11.09.2019 13:39:15
0
2822966
im bereich horneburg habe ich auch schon bei einer kollektorverlegung mitgeholfen..

wenn der termin passt, kann ich evtl. unterstützen..

Verfasser:
winni 2
Zeit: 11.09.2019 17:36:12
0
2823056
Hi,

ich finde Deinen Entwurf gut, würde da nur minimale Änderungen machen:
https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=RcZvhLXbanbVjIDOROYc

Hauptsächlich würde ich ein 40er Rohr, 300 Meter lang, wählen, weil das
mehr Wärmetauscherfläche zum Erdreich hat.
Es geht auch mit dem 32er, aber der Preisunterschied macht m.M. den
Braten nicht fett und mit dem 40er wirst Du etwas bessere Soletemperaturen
haben und weniger Druckverlust = weniger Pumpenstrom.

Das Haus wird keinen Keller haben, vermute ich?

Grüsse

winni

Verfasser:
Jockel582
Zeit: 11.09.2019 20:45:43
0
2823135
Erstmal Danke für die fixen Antworten.

@Nika:
zu 1: BKA = Betonkernaktivierung? Ist bei unserem Häuslebauer leider nicht drin.
zu 2: da müssen wir erst schauen was der Geldbeutel noch hergibt
zu 3: in NDS ist die Anzeige leider vorgesehen und da wir im WSG IIIa bauen, muss die untere Wasserbehörde ihr OK geben.
zu 4: schauen wir uns auf jeden Fall an
zu 5: hatte ich vergessen zu erwähnen - ist bereits in die Wege geleitet ;-)

@hbrockmann:
Cool, wir kommen gerne darauf zurück :-)

@winni:
Danke für die Tipps, würden wir dann wohl so machen.
Ich entnehme dem, dass Du keine zweite "Reserveleitung" empfielst?
Und ja, richtig, Haus ist nicht unterkellert.

Gruß
Jakob

Verfasser:
gnika7
Zeit: 11.09.2019 22:37:10
0
2823184
Zitat von Jockel582 Beitrag anzeigen
Erstmal Danke für die fixen Antworten.

@Nika:
zu 1: BKA = Betonkernaktivierung? Ist bei unserem Häuslebauer leider nicht drin.
zu 2: da müssen wir erst schauen was der Geldbeutel noch hergibt
zu 3: in NDS ist die Anzeige leider vorgesehen und da wir im WSG IIIa bauen,[...]

Zu 1.
BKA kann man auch leicht in Eigenleistung machen. Die Vorteile sollten einem die paar Stunden Arbeit Wert sein. Ich ärgere mich ungemein, dass ich es viel zu spät entdeckte.

Zu 3.
Untere Wasserbehörde ist IMHO etwas anderes als Bergbaubehörde. Letztere braucht man AFAIK erst ab 100m Tiefe.

Grüße Nika

Verfasser:
crink
Zeit: 11.09.2019 22:45:23
0
2823186
Moin,

ist der Häuslebauer zufällig Dammann-Haus? Würde von der Gegend her passen und die haben schon einige RGK realisiert.

Viele Grüße
crink

Verfasser:
Jockel582
Zeit: 12.09.2019 00:23:42
0
2823210
@Nika
Ja, ist schon klar, dass das zwei verschiedene Behörden sind. Dennoch ist das das Prozedere -> siehe Leitfaden Erdwärmenutzung in NDS (S. 27, 4.2.2)
Zugegeben, nach nochmaligem Lesen des Leitfadens sehe ich, dass die Anzeige "empfohlen" wird, aber nachdem mir das von der UWB aufgetragen wurde, werd ich es halt zu machen.

@crink
Nein, ist eine recht große Firma aus Harsefeld ;-)

Verfasser:
crink
Zeit: 12.09.2019 08:16:30
0
2823253
Moin Jockel,

alles klar, die Firma aus Harsefeld ist auch für mein Haus verantwortlich (bin bis auf die ursprüngliche Haustechnik zufrieden). Schön zu lesen, dass der RGK inzwischen auch in deren Vertrieb angekommen ist - bei meinem ersten Kontakt zu deren Technik-Chef vor zwei Jahren war die Einstellung noch sehr zurückhaltend. Wie teuer wurde Dir der fertige RGK angeboten?

Viele Grüße
crink

Verfasser:
Jockel582
Zeit: 14.09.2019 14:29:05
0
2824126
rund 10k

Verfasser:
winni 2
Zeit: 14.09.2019 14:36:15
2
2824129
Puuuh....

Da wirst Du einen fürstlichen Stundenlohn für Deine Eigenleistung realisieren.
:-)

Grüsse

winni

Verfasser:
Lupo1
Zeit: 15.09.2019 08:13:06
0
2824271
Zitat von Jockel582 Beitrag anzeigen
rund 10k


da bleibt einen die Spucke weg,
Wird hier ab der Hauseinführung eine Schicht Blattgold auf das Solerohr aufgebracht?

Verfasser:
Jockel582
Zeit: 04.11.2019 00:59:19
0
2849537
Guten Abend zusammen,
das Projekt tritt in die heiße Phase ein.

Für kommendes Wochenende ist der Bagger bestellt, das Material im Zulauf und die Helfer informiert. Wer Interesse am gucken oder sogar helfen hat -> PN

Die finale Planung sieht so aus:
Trenchplaner

Was uns jetzt noch unter den Nägeln brennt:
Es muss (?) offenbar eine Druck-/Dichtigkeitsprüfung vorgenommen werden.
Meine Vorstellung wäre dazu, dass ich mir irgendeine Abdrückpumpe besorge, die Leitung mit Wasser befülle, mit zwei Kugelhähnen vorn und hinten verschließe, an einer Seite die Pumpe in Stellung bringe und dann nach dem Kontraktionsverfahren vorgehe.

- Können wir die Druckprüfung selber durchführen und protokollieren oder muss/sollte das doch ein Fachmensch machen und unterschreiben?

- Die Prüfmethode nach Norm ist, wenn ich es richtig verstanden habe für alle möglichen PE-Leitungen gültig, richtig? Sie kann für den RGK also 1:1 übernommen werden - oder kann/muss man was anders machen?

- Die Abdrückpumpe verfügt i.d.R. über ein Manometer: Reicht das aus, oder sollte jenseits des Absperrhahns noch eins eingebaut sein?

- Wenn ich mit dem ganzen Prozedere fertig bin; wie bekomme ich das ganze Wasser aus der Leitung? Druckluft?

Grüße
Jakob

Verfasser:
winni 2
Zeit: 04.11.2019 12:02:02
0
2849698
Hallo Jakop,

den Plan finde ich gut, nur würde ich keine gedämmten Rohre in den
Kreuzungspunkten verwenden, sondern entsprechend tief gehen.
Bei der geraden Führung könnte man ein paar Meter Baggerarbeit
sparen, wenn man das Rohr mit in den Slinkygraben I. legt
https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=jGZiir3YVxQg29Hh4QkF

Steht in Deiner Genehmigung nichts zu Fachunternehmern und
Druckprüfung, würde ich das selber machen.
Allerdings mit Druckluft, ohne Wasser.
Wie das geht, hat hier jemand gut beschrieben, aber ich weiss das
Thema leider nicht.

Grüsse

winni

Verfasser:
Jockel582
Zeit: 05.11.2019 02:17:46
0
2850151
Danke Winni,

aber wenn ich die gerade Leitung mit in den Slinky-Graben lege, beeinflussen sich die Leitungen nicht gegenseitig? Dann läuft doch kalt neben warm. Oder ist das zu vernachlässigen? Du hast auch die Flussrichtung geändert - hat das etwas damit zu tun?

Gruß
Jakob

Verfasser:
winni 2
Zeit: 05.11.2019 11:33:33
0
2850300
Ja, es gibt eine Beeinflussung, aber die ist minimal.
In einer Erdwärmebohrung laufen Warm und Kalt auf voller Länge
dicht aneinander vorbei.

Ja, Laufrichtungsänderung, damit ich den geraden kalten Verlauf
im Slinky Graben habe. Andersherum wäre die Beeinflussung
Kalt/Warm größer, denke ich.

Grüsse

winni

Verfasser:
Jockel582
Zeit: 06.11.2019 16:34:27
0
2851071
Moin
Winni,ich habe mir Deinen Vorschlag noch mal durch den Kopf gehen lassen und im Trenchplaner gebastelt:
neue Version
Ich denke so machen wir das dann auch. So haben wir wenigstens ein paar Flächen wo nix drunter ist :-P
Den Graben E würden wir dann an der Stelle etwas breiter machen um etwas Abstand zu bekommen.
Wenn ich die Flussrichtung umkehre, komme ich allerdings auf rund 200 W weniger Kollektorleistung. Das werden wir wohl nicht machen.

Die Kreuzungsbereiche (mit SW) werden wir in Schutzrohr packen - für alle Fälle.

Leider fordert das Amt eine Druckprobe durch den Fachmann - aber den Test mit Druckluft werden wir wohl dennoch machen bevor wir das Loch zumachen.

So, morgen mache ich die Latten fertig und dann kann die Schlacht beginnen.

Gruß
Jakob

Verfasser:
winni 2
Zeit: 06.11.2019 17:34:57
0
2851104
So sieht der Graben gut aus.

Ich denke, ich würde mir den Drucktest sparen und statt dessen den Bagger
beim Verfüllen nicht aus dem Auge lassen...
Wenn Du das Rohr unfallfrei in den Graben gebracht hast, kann eigentlich
nur noch der Bagger ein Malheur anrichten.

Gutes Gelingen!

winni

Verfasser:
Jockel582
Zeit: 10.11.2019 12:32:00
2
2853190
Moin

Zwischenstand heute:
Der Kollektor ist unter der Erde - der Bagger muss aber am Montag noch den Rest zu machen.

Am Freitag wurden die Gräben wie geplant aufgemacht, leider war mehrfach ein Umschichten der Erdhaufen notwendig. Der 8t Bagger hat die Aufgabe insgesamt gemeistert, aber die relativ kleine Schaufel (Volumen) und der beschränkte Armradius haben Zeit gekostet. Am Ende fehlten noch rund 10m Graben, die dann aber am Samstagmorgen flott ausgehoben waren.

Für Samstag hatten wir unsere Helfer eingeladen. Wegen der Verzögerung mit dem Bagger haben wir erst um 9:30 mit dem Kolli angefangen. Wir befürchteten schon, dass der Tag nicht reichen würde.
Unser allerherzlichster Dank geht an dieser Stelle an hbrockmann! Ohne seinen Erfahrungsschatz hätten wir ganz bestimmt wesentlich länger als 90 (!) Minuten gebraucht um die Leitung komplett auszulegen. Wahnsinn!
Nach rund einer Stunde konnte der Bagger bereits mit dem Verfüllen anfangen. Und wir haben nur so "lange" gebraucht, weil wir einmal einen "Knoten" drin hatten (die Leitung hatte sich etwas vertüddelt, weil wir zu viele Schlaufen vom Bund genommen hatten, ohne dass das notwendig war) und weil wir eine Engstelle passieren mussten.

So ist es jetzt geworden

Ab 11 Uhr war der Kollektor im Grunde fertig und es ging ans lagenweise Verdichten. Das dauerte in der Tat etwas länger weil der Aushub z.T. den Weg versperrte. Bis 15 Uhr war dann aber auf ganzer Länge die erste Lage eingebracht und konnte verdichtet werden.

Beim Wiedereinbauen des Sandes hatten wir erst mit einer Siebschaufel angefangen, aber da in dem Sand so gut wie nix drin ist, haben wir das eingestellt und haben mit der großen Schaufel weiter gemacht - ging auch wesentlich schneller.

Den (Luft-)Drucktest haben wir uns gespart. Der fürs Amt wir natürlich noch gemacht.

Wir hatten richtig Glück mit dem Wetter; bis auf ein paar Tropfen am Samstagmorgen blieb es Trocken und Zeitweise sogar richtig sonnig. Nervig ist allerdings die kurze Tageslichtverfügbarkeit in dieser Jahreszeit. 2-3 Std. mehr am Tag und das Ding wäre jetzt schon erledigt. Naja, wir hatten den Montag ohnehin eingeplant.

Tja, und in zwei Wochen rollen schon die nächsten Bagger an - dann für die Sandplatte. Da werde ich mich aber auf die Stelle stellen wo die Leitungen hoch kommen, damit die motivierten Folgegewerke nicht unseren schönen Kolli zerrupfen :-)

Bilder und Kosten folgen!

Gruß
Jakob

Verfasser:
winni 2
Zeit: 10.11.2019 14:22:47
0
2853275
Hallo Jakob,

90 Minuten... Super, so ein Einrohrkollektor ist was feines. :-)

Gutes Gelingen weiterhin!

winni

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PaulSch schrieb: Super, danke Euch! Das hilft mir extrem weiter bzw. wenn es jetzt an die Anfrage beim Profi geht. Die Ziegel habe ich vielleicht nicht mehr da, zumindest nicht in der Menge, aber das Dach ist wie gesagt...
kathrin schrieb: @Mechatroniker Vielen Dank für die interessanten Zahlen! Grob überschlagen kommst du auf etwa 35000 kWh (Output) in 5 Jahren für Heizung und WW, also etwa 7000 kWh für gut 170 m2, also rund 40 kWh/m2a...
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