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Verständnisfragen - Einstellungen - Viessmann Vitodens 300-W
Verfasser:
Zwilling76
Zeit: 16.10.2019 17:21:45
0
2840608
Hallo zusammen,

ich habe im Sommer eine aktuelle Viessmann Vitodens 300-W Gasheizung nur für den Heizungsbetrieb (kein Warmwasser) installiert bekommen. Leider heizt die Heizung noch nicht so wie gewünscht. Nun versuche ich für mich selbst (bin Laie) einige Funktionen besser zu verstehen.

Würde mich sehr freuen, wenn Ihr mir die folgenden Punkte erklären könntet. Dann kann ich meine Heizung besser einstellen. Natürlich bin ich parallel auch mit meinem Heizungsinstallateur dran. Aber es kann nicht schaden etwas besser Bescheid zu wissen.

Ich wohne in einem Einfamilien-Reihenhaus mit 80qm Wohnfläche. Der hydraulische Abgleich wurde im Zuge der neuen Heizung auch durchgeführt.



Hier nun zu den Punkten die ich gerne besser verstehen würde:

Diese beziehen sich auf den Fachkräftebereich (die Seitenzahlen führe ich auch).

Für eine bessere Antwortmöglichkeit nummeriere ich die Punkte durch.



Allgemein

1.) S.54 (528.0) Vorlauftemp.-Sollwert bei ext. Anforderung

eingestellt = 70°



Heizkessel

2.) S. 57 (1100.2) Solldrehzahl der Primärkreispumpe bei Heizbetrieb

eingestellt = 50%

3.) S. 58 (1432.1) Restförderhöhenregelung der Primärkreispumpe

eingestellt = 0mar

4.) S. 58 (1432.2) Betriebsweise der Primärkreispumpe

eingestellt = 0mbar

5.) S. 58 (1503.0) Minimale Heizleistung

eingestellt = 20 %



Heizkreis

6.) S. 60 (424.3) Erhöhung des Vorlauftemp.-Sollwerts beim Übergang von
Betrieb mit reduzierter Raumtemp. in den Betrieb mit
normaler/Komf. Raumtemp.

eingestellt = 10 K

7.) S. 60 (424.4) Zeitdauer für die Erhöhung des Vorlautemp.-Sollwerts

eingestellt = 30min

8.) S. 64 (1102.0) min. Drehzahl der drehzahlgeregelten Primär-/Heizkreispumpe im Normalbetrieb

eingestellt = 40%

9.) S. 64 (1102.1) max. Drehzahl der drehzahlgeregelten Primär-/Heizkreispumpe im Normalbetrieb

eingestellt = 100%

10.) S. 64 (1192.0) Minimalbegrenzung Vorlauftemp.

eingestellt = 40 Grad

11.) S. 64 (1192.1) Maximalbegrenzung Vorlauftemp.

eingestellt = 74 Grad


Würde mich freuen wenn mir hier jemand die Punkte erklärt. Welche Auswirkungen diese haben.


Vielen Dank und viele Grüße

Andreas

Verfasser:
interessierter65
Zeit: 16.10.2019 17:32:12
0
2840612
„die Heizung heizt nicht wie gewünscht“
ist ja eine umfassende Funktionsbeschreibung.
Was ist denn gewünscht ?
Bevor man an den Codieradressen rumschraubt, wäre es besser, wenn die Einstellungen der Benutzerebene bekannt wären.
Heizzeiten, Raumtemperatur, Reduzierte Raumtemperatur, Heizkennlinie etc......
Heizkörper, Flächenheizung, Fernbedienung ?

Verfasser:
Zwilling76
Zeit: 16.10.2019 17:50:14
0
2840619
weis zwar nicht wofür die Angaben wichtig sind, wenn ich die Einstellungen bzw. Auswirkungen "nur" verstehen will, aber ok... ich versuchs mal...

Mein Problem bei der Heizung ist, dass sie sehr sporadisch heizt. Mal volle Suppe und ständig dann wieder so gut wie gar nicht. Und egal ob die Raumtemp. erreicht ist oder nicht. Auch bei teilw. gleichen Aussentemperaturen.
Dazu kommt das ein Klacken zu hören ist, sobald die Heizung aufheizt. Das Klacken scheint aus den Wänden zu kommen, da kann man vermutlich nicht viel machen.
Aber evtl. kann man das Klacken durch bessere Einstellungen verringern.
Die Heizung muss eigentlich nicht auf 70-80 Grad aufheizen, wenn 14 Grad aussentemp. sind und 3 Heizköper in 2 Räumen auf 4 stehen.


Heizkennlinie Neigung 1,4 / Niveau +3
Absenktemp. = 16 Grad (aktuell fällt die Temp. um ca. 3 Grad nachts ab)
Normal = 23 Grad (diese Temp. soll auch erreicht werden können)

Heizzeiten: Normal 4:00 - 6:30 und 15:00 - 22:00 in der Woche, am WE durchgängig von Morgens bis Abends (8:00 - 23:00)

Aussentemp. aktuell ca. 14 Grad
Aussenfühler ist vorhanden

8 Heizkörper (z.b. aus Eisen, z.t. neuere)
keine Fernbedienung, aber APP

was ist eine Flächenheizung?

Verfasser:
Alien45
Zeit: 16.10.2019 18:03:19
0
2840623
Aber genau das, was interessierter fragt ist wichtig.
Genau das habe ich mich auch gefragt.

Also als erstes mal,
Die Heizkennlinie und Niveau stehen noch auf Werkseinstellungen.
Die Heizkennlinie musst du anpassen, auf deine Bedürfnisse und passend zum Haus, allerdings ist es dazu noch etwas zu warm draußen, macht man besser bei kalten Temperaturen und ohne Sonne. Ziel dabei ist es, dass deine Anlage bei jedweder Außentemperatur mit möglichst niedriger Vorlaufzemperatur deine gewünschten 23° produziert. Und wenn das eingestellt ist, dann wird an den Heizkörpertermostaten nicht mehr gedreht, die werden dann auf Wunschtemperatur gestellt und das bleibt auch so.
Ok, aber wie gesagt, zur richtigen Anpassung ist es noch zu warm, du könntest die Heizkennlinie trotzdem schon mal auf 1,0 stellen und das Niveau auf Null, wenn du nicht gerade in einem Zelt lebst.

Wenn du nachts einen reduzierten Betrieb fährst, dann solltest du testen, ob du eine Wiederaufheizzeit überhaupt benötigst.

Ansonsten, auf jeden Fall für Durchfluss sorgen und nicht die Heizkörper abwürgen.

Verfasser:
Zwilling76
Zeit: 16.10.2019 18:28:02
0
2840634
@Alien45

ok... entschuldigt, aber meine Heizung nervt mich grad gewaltig.

Zur Heizkennlinie: Die Werkseinstellung war bei mir 1,4 / 0.
Es ist zwar in der Tat aktuell mit 14 Grad noch nicht gerade kalt, aber heizen sollte die Heizung schon ;-).
Ich denke das ich bei 1,0 Neigung überhaupt nicht mein soll erfüllen kann. Aber n Test wäre es Wert.

Ich habe 8 Heizkörper, davon sind die 2 im Wohnzimmer immer aufgedreht (meistens 3,2-4). Im Bad ist noch aufgedreht (ausser über Tag, wenn ich nicht zu Hause bin).
Bei den anderen habe ich zwischen 2-3 eingestellt, der im Schlafzimmer ist auf 0).

Was meinst Du mit Wiederaufheizzeit?

Aktuell habe ich z.b. 21 Grad im Wohnzimmer, nachdem die Heizung bereits seit 15 Uhr heizen im Normalmodus heizen soll. Was Sie aber kaum macht, die meiste Zeit sind ca. 30 Grad Vorlauftemp.
Hatte dann mal Punkt 3 von vorher 120mbar auf die hier angebeben 0mbar geändert.
Und schon war die Heizung dauerhaft am aufheizen immer wieder auf bis zu 80 Grad.
Dann kam auch dementsprechend das Klacken wieder.
Jetzt wo ich wieder 120mbar eingestellt habe ist zwar wieder Ruhe, aber die Heizung auch kaum noch aktiv. Es muss doch ein Mittelweg geben...

Verfasser:
interessierter65
Zeit: 16.10.2019 18:48:29
1
2840642
Bevor Du hier weiter herumprobierst, schlage ich vor, die Funktionsweise von Heizkörperthermostaten zu googeln.
Wenn ich schon lese, die Thermostate seien offen, stehen aber auf Stellung 2, 3 oder 4 müssen wir nicht weiter forschen.
Diese mörderische Heizkennlinie 1,4 und +3K Niveauverschiebung und dazu abgeregelte Heizkörper Thermostate..... dann ist schon klar wo die Geräusche herkommen. Dazu wird von 6.30- 15.00 Uhr faktisch nicht geheizt, die Wohnung kühlt aus.
EINE HEIZUNG IST KEIN LICHTSCHALTER, DER BEI BETÄTIGUNG SOFORT DIE GEWÜNSCHTE RAUMTEMPERATUR HERSTELLT.
Ich empfehle zuerst sich ein paar Grundlagen zum richtigen Heizen anzulesen.
Wenn das nerven sollte, müsst ihr eben mit der Situation leben.

Verfasser:
Alien45
Zeit: 16.10.2019 19:13:15
1
2840653
„ Ich denke das ich bei 1,0 Neigung überhaupt nicht mein soll erfüllen kann“

Wenn du so denkst, dann glaube ich, hast du das Prinzip Heizkennlinie nicht verstanden.

Ich versuche es mal zu erklären:
Es laufen 3 Dinge Zusammen, für die die Heizkennlinie wichtig ist:
-deine persönliche Wunschtemperatur von 23°
-die gedämpfte Außentemperatur (Werkseinstellung bei Viessmann setzt diese sich aus den Temperaturen der letzen 20Std zusammen, also kannst du schon mal nicht, von der aktuellen ausgehen. Das lässt sich ändern, würde ich derzeit aber nicht, erstmal Prinzip verstehen)
-der Wärmeverlust des Hauses (so bräuchte ein Zelt eine sehr hohe Heizkennlinie, ein gedämmter Bunker eine niedrige)

Die Heizkennlinie bestimmt die Vorlauftemperatur passend zur gedämpften Außentemperatur und zu deiner gewünschten Raumtempratur
Nehmen wir mal 0° gedämpfte Außentemperatur an, 23° Raumtemperatur gewünscht
Bei einer Heizkennlinie von
1,4 z.B. dann eine Vorlauftemperatur von 60° (rein fiktiv gewählt, kannste im Diagramm zur Heizkennlie genau schauen)
1,0 z.B. dann eine Vorlauftemperatur von 40° (auch fiktiv)

Ob dein Haus nun 60° Vorlauf braucht, um 23° Wunsch zu erzeugen oder 40° Vorlauf, das kommt auf den Wärmeverlust des Hauses an, nicht darauf ob es nun 14° oder 0° draußen sind. Denn durch die Heizkennlinie wird die Vorlauftemperatur, je nach Außentemperatur ja angepasst.

Ich hoffe es ist verständlich.

Anpassung der Heizkennlinie:
Unter 5° Außentemperatur und ohne Sonne
Vorgehen:
Alle Heizkörperthermostate werden voll aufgedreht, so dass sie nicht mehr abriegeln können. Dann wird die tatsächliche Raumtemperatur gemessen. Ist die tatsächliche Raumtemperatur auch die gewünschte, dann ist alle gut. Ist die Tatsächliche zu hoch, wird die Heizkennlinie gesenkt und es wird ein Tag gewartet (Häuser sind mitunter träge), so lange bis tatsächliche und gewünschte Temperatur übereinstimmen. Bei zu kalt, wird die Heizkennlinie dementsprechend erhöht.
Ist die richtige Heizkennlinie gefunden, dann werden alle Heizkörperthermostate auf Wunschtemperatur gestellt, bei den meisten entspricht die 3 20°, bei dir also 3,3 für 23°
Nur in Räumen, in denen man es etwas kühler haben möchte, z.B. meist das Schlafzimmer kannst du runterregeln.
Viele glauben, je mehr ich das Heizkörperthermostate aufdrehe, desto wärmer muss es werden, das ist der Kardinalsfehler. Ist die Heizkennlinie angepasst, wirst du eine Raumtemperatur von 23° haben mit voll aufgedrehten Heizkörperthermostaten.
Die Einstellung später auf Wunschtemperatur dient nur dazu, dass die Ventile selbstständigabriegeln, bei Fremdwärme z.B. Sonne. Sie sind nicht dafür da, die Bude wärmer oder kälter zu machen, das sagst du nur deiner Anlage.

„Wiederaufheizphase“
Wenn die Anlage vom reduzierten Betrieb in den normalen Betrieb geht, dann hast du da noch eine Aufheizphase drin, nämlich 10k mehr Vorlauftemperatur für die ersten 30min. Die Frage ist, ob du diese überhaupt brauchst, da deine Anlage nicht komplett in den Abschaltbetrieb geht, sondern auf 16° reduzierte Temperatur steht.

Ich habe in den letzen 2 Heizperioden sehr viel mit meiner Anlage gespielt, um es optimal zu bekommen. Ich fahre eine Wunschtemperatur von 20° am Tag, eine reduzierte von 16°, Ich brauche diese Aufheizphase nicht, die Temperatur geht nur um 1° runter bei mir. Das musst einfach ausprobieren.

Verfasser:
Alien45
Zeit: 16.10.2019 19:23:22
1
2840658
Zitat von interessierter65 Beitrag anzeigen
Bevor Du hier weiter herumprobierst, schlage ich vor, die Funktionsweise von Heizkörperthermostaten zu googeln.
Wenn ich schon lese, die Thermostate seien offen, stehen aber auf Stellung 2, 3 oder 4 müssen wir nicht weiter forschen.
Diese mörderische Heizkennlinie 1,4 und +3K[...]

Wie ich dich doch verstehe, aber
Ich muss mal zur Verteidigung sagen, man wird schon etwas allein gelassen.
Wenn man Mieter ist, hat man meist keinen Einfluss, man regelt über die Heizkörperthermostate.
Ich z.B. habe mein Haus geerbt. Hatte Heizungsbauer hier und habe explizit gefragt, wie das mit der Einstellung funktioniert, die Aussage:
Hier kannst du die Heizzeiten einstellen, hat er mir gezeigt wo
meine Frage:Was ist das mit der Heizkennlinie?
Antwort:Die muss auf 1,4 stehen, du hast einen Altbau.

Natürlich braucht es auch Eigeninitiative.
Als es bei mir nicht rund lief, habe ich dann hier im Forum Hilfe gefunden. Mir musste man auch erst erklären,was es mit den Heizkörperthermostaten auf sich hat.

Verfasser:
Zwilling76
Zeit: 16.10.2019 19:43:46
0
2840671
@interessierter65

glaub mir, ich versuche aktuell alles an der Heizung zu verstehen, da ich mich von meinem Heizungsinstallateur im Stich gelassen fühle.
Nur ist es ein sehr komplexes Thema wo jeder etwas anderes erzählt und ich kaum etwas brauchbares im Netz bisher finden konnte.

Da ich die Heizung erst seit dem Sommer habe, kommt jetzt die erste richtige Zeit wo ich diese testen kann. Da ich auf mich gestellt bin (mehr oder weniger) versuche ich es zu verstehen um die Heizung besser und auch so sparsam wie möglich einzustellen.

Das eine Heizung nicht mal eben aufheizt ist mir klar. Aber meine Räume kühlen aktuell nicht ab. Tagsüber ca. 2 Grad, Nachts ca. 3 Grad im Wohnzimmer.
Habe mir extra eine Netatmo gekauft um das im Blick zu haben.

Wenn Du mir ein paar LInks zum durchlesen zeigen könntest, wäre ich Dir dankbar!

@Alien45

erstmal vielen Dank für Deine Ausführliche Beschreibung.
Von einer gedämpften Außentemperatur habe ich noch nichts gehört.
Mir wurde gesagt, ich solle bei -10° mit einer Vorlauftemp. von 70 grad rechnen.
Das wäre dann z.b. Kennlinie mit 1,4.

Bis ich Deinen Test durchführen kann wird noch etwas dauern. Bis dahin sollte die Heizung halt so gut es geht funktionieren. Und da ich nun schon im Fachkräfte Bereich aktiv bin (habe mir natürlich die vorher eingestellten Punkte aufgeschrieben) will ich auch nichts falsch machen.

Mein Heizungsinst. sagt mir, dass die Klackgeräusche kein Fehler von ihm seien und er nichts dagegen machen kann. Das will ich aber nicht so einfach glauben.
Auch wurden die Durchflussmengen des hydr. Abgleichs bei 4 von 8 Heizk. zu hoch eingestellt. Und nun nachdem ich alles richtig eingestellt habe (selbst ist der Mann ;-) kommt bei 2 Heizkörpern trotzdem kaum warmes Wasser an (nein, es ist keine Luft im Heizkörper). Es betrifft Flur und Schlafzimmer, ist somit zu verkraften, aber unverständlich. Und auch hier fällt meinem Inst. nichts ein.

Bzwl. Wiederaufheizphase: Ich werde es mal ohne dier erhöhten Vorlauftemp. testen.

Verfasser:
Zwilling76
Zeit: 16.10.2019 19:51:09
0
2840676
könnt Ihr mir evtl. noch einen Tipp bzgl. Punkt 10 Minimalbegrenzung Vorlauftemp. geben?!

Voreingestellt vom Inst. waren 50°, da war die Heizung ständig volle suppe am heizen.
Kam mir komisch vor, habe ich mit 20° (Werkseinstellung) getestet und bin aktuell bei 35°. Eigentlich müssten die 20° doch richtiger sein, oder?

Bei 40° min. Vorlauftemp und 19° Absenktemp bei Heizkennlinie 1,4 / 0 hatte ich den Fall das die Heizung Nachts um 3 Uhr angesprungen ist (bin vom Klacken der Rohre aufgewacht). Hat dann bis 70° hochgeheizt und im WZ waren gemütliche 21 grad.
Daher habe ich z.b. die Absenktemp. auf 16° gesetzt.

Verfasser:
Alien45
Zeit: 16.10.2019 20:13:22
0
2840683
„ Mir wurde gesagt, ich solle bei -10° mit einer Vorlauftemp. von 70 grad rechnen.
Das wäre dann z.b. Kennlinie mit 1,4.“
Das ist die typische Aussage. Denn damit wird es garantiert warm und der Heizungsmonteur hat seine Ruhe.
Aber davon ab, du musst das selbst einstellen, auf deine Bedürfnisse passend zum Haus. Einfach weil kein Heizungsmonteur 1x tägl. vorbeikommt, um ein Knöpfchen zu drücken.
Also merke: Der Heizungsmonteur stellt die Anlage immer so ein, dass sich niemand beschwert, es ist zu kalt. Alles andere ist deine Aufgabe.

Mein Heizungsmonteur hat mir auch gesagt, ich brauche eine Heizkennlinie von 1,4 weil ich einen Altbau habe, ohne moderne Dämmtechnik. Mein Haus ist von 1887 und nur verschiefert.
Brauche ich aber nicht, ich fahre eine Heizkennlinie von 1,0 und habe meine Wunschtemperatur.

Die gedämpfte Außentemperatur habe ich nur erwähnt, weil die Annahme ist, die Regelung basiert immer auf der tatsächlichen.
Die Regelung errechnet immer eine durchschnittl. Außentemperatur (die gedämpfte) aus einer bestimmten Anzahl von Stunden. Bei Viessmann sind das soweit ich erinnere 20Std. Werkseinstellung. Also es wird aus den Außentemperaturen der letzten 20 Std ein Mittelwert ermittelt, die gedämpfte Außentemperatur.
Diese Stundenanzahl ist einstellbar, je nach Haus und Wärmeverlust evtl. sinnvoll.
Aber das ist nicht dein dringlichstes Problem.

Die Geräusche kommen evtl. daher, dass du Heizkörper abwürgst. Also bitte alle Thermostate auf Wunschtemperatur stellen, damit die produzierte Wärme auch abgegeben werden kann.

In der Fachebene braucht es letztlich evtl. nur 3-5 kleine Änderungen, das ist zum Schluss dann Finetuning.

Das Wichtigere ist das Zusammenspiel Heizkennlinie, Vorlauftemperatur und Einstellung der Thermostatventile zu verstehen.

Ich würde also nun alle Thermostatventile auf Wunschtemperatur 23° drehen (da bleiben sie auch stehen, auch im reduzierten Betrieb)
Die 23° Wunschtemperatur musst du an der Anlage auch einstellen, Werkseinstellung sind 20°. Die Heizkennlinie auf 1,0, das Niveau auf 0. Die reduzierte Temperatur würde ich auf 20° setzen, höchstens auf 19°, passt besser zur gewünschten Tagestemperatur von 23°.
Aufwärmphase rein oder raus, musst ausprobieren.

Ansonsten wird erstmal nix in der Facheben geändert, was nicht Zeit hätte.

Verfasser:
kathrin
Zeit: 17.10.2019 00:24:43
0
2840769
@Zwilling76
Zitat von Zwilling76 Beitrag anzeigen
Minimalbegrenzung Vorlauftemp. (...) Voreingestellt vom Inst. waren 50°
Argh, und das bei einem Brennwertgerät :-( Werkseinstellung 20 ist/war gut, wieder so einstellen, ist die minimale Soll-Vorlauftemperatur.

Zitat von Zwilling76 Beitrag anzeigen
Auch wurden die Durchflussmengen des hydr. Abgleichs bei 4 von 8 Heizk. zu hoch eingestellt. Und nun nachdem ich alles richtig eingestellt habe (selbst ist der Mann ;-) kommt bei 2 Heizkörpern trotzdem kaum warmes Wasser an
Was heisst "zu hoch" und was heisst "richtig" - liegt eine Berechnung des hydr. Abgleichs vor, wenn ja was sollte gemäss Berechnung wie eingestellt sein, und was hast du wie geändert? Wie sind die Voreinstellungen aktuell (bitte sämtliche Heizkörper angeben)?

Wie sind Parameter 1432.1 und 1432.2 aktuell eingestellt und wie waren sie nach der Installation eingestellt? 0 ist nicht einfach 0 mbar, sondern je nach Parameter entspricht das einer Umstellung der Pumpenbetriebsweise (!!!!! - nicht einfach ändern!!)

Ganz generell: Zuerst beobachten, dann zu verstehen versuchen, dann bei Bedarf nach Zusammenhängen und Bedeutung fragen, und erst dann vielleicht etwas ändern - nicht wie bisher einfach mal ändern und dann erstaunt feststellen, dass die Heizung sich merkwürdig verhält! BEVOR du an Parametern der Fachebene schraubst, wäre es sehr empfehlenswert, erst mal die Funktionsweise einer witterungsgeführten Regelung generell zu verstehen, siehe dazu Bedienungsanleitung Seite 43 ff, Stichwörter "Witterungsgeführter Heizbetrieb" und "Heizkennlinie", oder das Gleiche in anderen Worten hier: https://www.viessmann.de/de/wohngebaeude/ratgeber/heizkurve-einstellen.html

Das nervige "Klacken" kommt ziemlich sicher daher, dass du ab und zu 70-80 Grad heisses Wasser durch die Leitungen schickst - vermutlich aufgrund falscher Einstellungen von Regelung und/oder Thermostatventilen und/oder Voreinstellungen.

Offen: Hast du nur einen Heizkreis oder mehrere, Mischer ja/nein, hydraulische Weiche ja/nein? (falls nicht bekannt, mal auf der Rechnung nachschauen, oder an der Regelung abfragen, wieviele Heizkreise angezeigt werden).

Dann drehst du zum Testen mal alle Thermostatventile in den beheizten Räumen GANZ auf, lässt die Anlage ein paar Stunden so laufen, und dann berichte bitte über die erreichten Raumtemperaturen und wie sich das Gerät verhält.

Schönen Abend + Gruss

Kathrin

Verfasser:
kathrin
Zeit: 17.10.2019 01:52:41
0
2840775
P.S.

Bin gerade etwas schockiert: Im verlinkten Beitrag zum Einstellen der Heizkurve ist ein Video. Bitte darin die Aussagen von Sekunde 48 bis 55 ignorieren, sind komplett falsch! Änderung der Heizkurve je nach Aussentemperatur - ich fass es nicht, und sowas vom Hersteller :-(((

Die Beschreibung im Text ist OK.

Verfasser:
Zwilling76
Zeit: 17.10.2019 07:03:30
0
2840789
Moin zusammen,
also zuerst möchte ich mich bedanken für die rege Teilnahme!
Es hilft mir wirklich sehr und ich habe endlich das Gefühl, dass es eine Lösung geben kann ;-).

Heute morgen nur ein paar "kurze" Antworten, heute Nachmittag wieder ausführlicher.
Auf jedenfall ist aktuell die Heizung angenehm leise, bin auch nicht durch Klackgeräusche aufgewacht und trotzdem waren heute Morgen die Räume warm genug (ca. 21 grad).

@Kathrin
Habe die minimal-Vorlauf wieder auf 20° gestellt

Hydr. Abgleich im Wohnzimmer (die anderen Zimmer folgen)
zuerst war die Berechnung auf 20° Standardwert im WZ berechnet, das hat aber nicht gereicht. Die 2 Heizkörper wurden nicht mal zu 1/3 warm und der Raum erst recht nicht.
Dann wurde auf meinen Wunsch hin auf 23° berechnet. Hierfür war nun der zweite Termin meines Heizungsinst. der dann wie folgt eingestellt hat.
HZ 1 (groß) = Soll 7 Liter, eingestellt wurde 9 Liter
HZ 2 (klein) = Soll 5 Liter, eingestellt wurde 9 Liter
Dazu die 50° minimale Vorlauftemp, 85° temp. max Vorlauf, 5K Erhöhung für 30min.
Heizkennlinie 1,4/0 und 23 grad Normaltemp.
Ich bin hier fast geschmolzen. Daher rührt auch das ich überhaupt angefangen habe in dem Fachkräftebereich nachzusehen und auszuprobieren.

Die Heizkörper habe ich dann wieder auf die 5 / 7 Liter eingestellt. Wobei ich diese dann inzwischen um jew. 1 Liter erhöht habe (also 6 / 8 Liter), da ich das Gefühl hatte das die Leistung noch nicht ausreicht. Kann ich aber alles wieder so einstellen wie in der Berechnung. Die restlichen Angaben heute Nachmittag.

1432.1 ist mit 120mbar eingestellt (war so nach dem zweiten Termin, am ersten war hier 0 eingestellt). Ich habe festgestellt das bei 0 die Heizung ständig aufheizt.

1432.2 ist mit 00 eingestellt (Alternative sind 1-20mbar), hier war aber auch 00 vorher eingestellt

Ich habe 1 Heizkreis und keinen Mischer (wenn ich das richtig verstehe wäre das ein Gerät was unter der Heizung hängt. Auf der Rechnung habe ich nur den Hinweis gefunden das ein Mischer anschließbar ist, aber aufgeführt ist er nicht und an der Heizung sehe ich auch keinen.

Was ist eine Hydraulische Weiche? (auf der Rechnung habe ich keine gefunden)

VG und einen schönen Tag

Verfasser:
Martin24
Zeit: 17.10.2019 08:05:38
0
2840808
Zitat von kathrin Beitrag anzeigen
Bin gerade etwas schockiert: Im verlinkten Beitrag zum Einstellen der Heizkurve ist ein Video. Bitte darin die Aussagen von Sekunde 48 bis 55 ignorieren, sind komplett falsch! Änderung der Heizkurve je nach Aussentemperatur - ich fass es nicht, und sowas vom Hersteller :-((([...]


Krass. Kein Wunder, dass so viele Leute Probleme haben, das zu verstehen ...
Hast Du das Viessmann schon mitgeteilt?

Grüße
Martin

Verfasser:
Martin24
Zeit: 17.10.2019 08:09:09
0
2840810
Zitat von Zwilling76 Beitrag anzeigen
Hydr. Abgleich im Wohnzimmer (die anderen Zimmer folgen)

Ein hydraulischer Abgleich muss an allen Heizkörpern gemacht werden. Der Sinn des Abgleichs ist nun einmal, das Verhältnis der Volumenströme aller Heizkörper zueinander richtig einzustellen.

Einen "hydraulischen Abgleich" erst einmal nur in einem Raum zu machen, ergibt keinen Sinn.

Grüße
Martin

Verfasser:
Zwilling76
Zeit: 17.10.2019 09:03:55
0
2840828
@Martin24

da hab ich mich evtl. etwas ungünstig ausgedrückt.
Es sind natürlich alle Heizkörper mit dem hydraulischen Abgleich berechnet und eingestellt worden.

Ich meinte damit, dass ich die anderen Werte heute Nachmittag hier eintragen werde, es fehlte mir heute morgen die Zeit

Verfasser:
kathrin
Zeit: 17.10.2019 09:49:59
0
2840842
@Martin24
Zitat von Martin24 Beitrag anzeigen
Krass. Kein Wunder, dass so viele Leute Probleme haben, das zu verstehen ... Hast Du das Viessmann schon mitgeteilt?
Ja, und werde noch nachschieben - das Video muss an dieser Stelle auch "grafisch" geändert werden, es ist nicht nur der Text falsch, die ganze "Erklärung" ist an dieser Stelle falsch und irreführend und am falschen Ende der Kurve erklärt und und... einfach erschreckend :-(

Das Video ist leider seit 5 Monaten auf youtube, 2,2k Aufrufe - 2200 Leute, die nun vermutlich die Neigung alle paar Tag verstellen und mit einer völlig vermurksten Heizkurveneinstellung in den Winter gehen :-(

Auch von mir "später mehr", habe aktuell anderes zu tun.

Schönen Tag + Gruss

Kathrin

Verfasser:
Zwilling76
Zeit: 17.10.2019 17:04:33
0
2841000
also nochmal zum Hydraulischen Abgleich

Ich habe 8 Heizkörper in 7 Räumen.

Die Angaben sind die Voreinstellungen der Heizk.ventile (z.b. 1 = 10l/h, 3 = 30l/h)
Soll ist die Berechnung des Energieberaters, eingestellt... hat der Installateur und aktuell ist die Einstellung von mir.

Wohnzimmer (EG)
HZ 1 (groß) = Soll 7, eingestellt wurde 9 // aktuell 8
HZ 2 (klein) = Soll 5, eingestellt wurde 9 // aktuell 6

Flur (EG) = Soll 1, eingestellt war 1 // aktuell 3

Gäste-WC (EG) = Soll 2, eingestellt wurde 2,5 // aktuell 2

Bad (OG) = Soll 2, eingestellt wurde 2 // aktuell 3
Arbeitszimmer (OG) = Soll 8, eingestellt wurde 8 // aktuell 8
kleines Zimmer (OG) = Soll 2, eingestellt wurde 2 // aktuell 2
Schlafzimmer (OG) = Soll 3, eingestellt wurde 9 // aktuell 3

Es wurde ein Volumenstrom von 252 l/h berechnet bei Vorlauf 70° und Rücklauf 49°.
Benötigte Förderhöhe 111mbar. Die Räume wurden mit 20° berechnet, abgesehen von Wohnzimmer 23°, Bad mit 24° und Flur mit 15°.

Der Heizkörper im Flur und Schlafzimmer bleibt im Normalfall kalt, auch bei Stufe 5. Im Schlafzimmer passiert erst bei einem eingestellten Durchfluss von 9-10 etwas.
Hier brauche ich aber max. im Winter eine leichte Wärme (max. Stufe 2).

Verfasser:
Zwilling76
Zeit: 17.10.2019 18:20:04
0
2841044
so, nun ist das Klacken wieder da :-(...
es sind aktuell 15° Aussentemp. das Wohnzimmer hat inzwischen 20,9° erreicht (Stufe 5 bei beiden Heizkörper). Der Normalbetrieb (23°) läuft seit 15 Uhr (also sind 3 Std. vergangen). In den 3 Std. ist die Temp. von 20,1° auf 20,9° gestiegen.
Heizkennlinie ist mit 1.0 / +3 eingestellt und alle anderen Heizk. stehen auf 3, ausser Schlafzimmer = 0..

Nun muss ich aber doch mal fragen... Warum dauert es so ewig bis sich die Temperatur verändert? Dann sollte ich evtl. gar nicht in den Absenkmodus fahren...
22 Grad brauch ich schon, damit ich mich wohl fühle. Die 23grad relativ selten, eher im richtigen Winter.

Die Heizung hat aktuell eine gehaltene Vorlauftemp. von 35° und einen Durchfluss von 156 l/h. Heizt aber zwischendurch auf 70° auf, was dann das klacken verursacht.

Kann man das stossweise hochheizen nicht ändern in gleichmäßiges heizen? Oder ist das gar nicht gewollt...

Wenn ich jetzt die Heizkennlinie wie von Alien45 gesagt auf 1,0 / 0 setze, dauert es ja vermutlich noch länger bis die 22 grad erreicht sind...

Verfasser:
kathrin
Zeit: 17.10.2019 19:07:57
0
2841067
@Zwilling76
Zitat von Zwilling76 Beitrag anzeigen
so, nun ist das Klacken wieder da :-(...
Lies bitte mal den aktuellen Stand der Zähler für Brennerstunden und Brennerstarts aus. Dann beobachte das Gerät eine Weile - geht der Brenner immer wieder an und aus, wenn ja wie lange läuft er jeweils? Nur um den aktuellen Stand mal festgehalten zu haben zwecks späterem Vergleich.

Zitat von Zwilling76 Beitrag anzeigen
alle anderen Heizk. stehen auf 3, ausser Schlafzimmer = 0..
Bei den meisten Thermostatventilen bedeutet Stellung 3 ungefähr 20 Grad. Ist das bei deinen auch so (siehe Bedienungsanleitung zu den TV)? Wenn ja, dann fährst du mit angezogener Handbremse: du hast zwar Soll-Raumtemperatur 23 eingestellt und willst das auch, aber an den TV begrenzst du auf 20 Grad. Für später: TV auf tatsächlich gewünschte Raumtemperatur stellen (23 Grad ist ca. Stellung 4 oder noch höher - siehe Anleitung TV).

Zitat von Zwilling76 Beitrag anzeigen
Kann man das stossweise hochheizen nicht ändern in gleichmäßiges heizen?
Doch, hoffentlich schon. Vermutlich liegt das langsame Hochheizen an starkem Takten - warten wir deine Antwort ab.

Wenn du den aktuellen Zustand beobachtet und gepostet hast, dann öffne bitte als Test alle Thermostatventile in allen Räumen ganz (max. Stellung), beobachte das Gerät wieder und berichte, ob sich bei der Betriebsweise (Brennerlaufzeit, Takten) schon etwas geändert hat.

Was ist die maximal einstellbare Voreinstellung deiner TV? Ziemlich sicher ist der auf grosse Spreizung durchgeführte hydraulische Abgleich Hauptursache für das Problem (zu geringer Volumenstrom, zu viele niedrige Voreinstellungen) - aber erst mal deine Zahlen abwarten.

Schönen Abend + Gruss

Kathrin

Verfasser:
Zwilling76
Zeit: 17.10.2019 19:26:22
0
2841071
@Kathrin

Habe mal die Werte aufgeschrieben, aber in der letzten Std. ist glaub ich nicht viel passiert, da sich da an der Temp. im Raum nichts verändert hat und auch kein Klacken zu hören ist.
Die Vorlauftemp. liegt bei 30° die Abgas bei 29° und das Volumen bei 220l/h.

Werde dann nachher oder morgen mal mitteilen wie der Unterschied ist.
Das mit dem aufdrehen der Heizkörper mach ich dann auch morgen.

zu den Thermostatventilen. 23° möchte im Maximalfall nur im Wohnzimmer und Bad haben. Die anderen Räume sind ja auch, wie geschrieben mit 20° gerechnet worden.
Allerdings ohne Rücksprache mit mir. Somit dürften diese eigentlich nicht ausgebremst werden.
Vor allem muss es doch möglich sein, dass Räume auch mal nicht mit 20° beheizt werden und trotzdem die anderen Räume funktionieren / warm werden, oder?

Bei den anderen Räumen reicht aber auch die Einstellung 3 normalerweise aus und die entspricht bei allen Heizkörpern 20°. Somit wären 3,2 22° und 3,3 23° und 4 wäre 24°.
Bad und Wohnz. hab ich aktuell auf 5 stehen.

Habe aber nun auch bei den restlichen Räumen die 3,2 eingestellt (=22°).

Im Arbeitszimmer bekomme ich selbst jetzt auf Stufe 3 die 21° hin.

Das schöne ist, dass ich die Temperaturentwicklung im Wohnzimmer durch meine Netatmo Station sehr gut ablesen kann. Das hilft schon sehr um das ganze besser zu verstehen.

Verfasser:
Texlahoma
Zeit: 17.10.2019 19:28:09
0
2841072
Du solltest Dich von zwei Dingen möglichst schnell verabschieden:

1. Heizen funktioniert wie Licht ein- und ausschalten, d.h. Heizung an = Haus sofort warm

2. Mit einem durchgeführten Hydraulischen Abgleich kann man genauso weiter heizen, wie vorher.

Zu 1:.
Du erwartest offenbar, dass der Raum warm ist, wenn Du nach Hause kommst oder sich der Raum schnellstens auf Wohlfühltemp. aufheizt, wenn Du das TV aufdrehst.

Bedenke, dass beim Heizen Massen erwärmt werden müssen, was entsprechend lange dauert. Wenn es um 06:30 im Haus warm sein soll, dann muss man dafür z.B. um 04:30 mit dem Heizen beginnen, wenn das Haus nachts ab 22:00 nicht mehr beheizt wird und deshalb reichlich Zeit zum Auskühlen hat.

Zu 2.:
Ein hydraulischer Abgleich setzt gleichmäßiges und stetiges Heizen voraus, wovon bei Dir aktuell keine Rede sein kann. Betriebszeiten von gerade mal 2,5 Stunden sind da komplett kontraproduktiv!

Insofern: Verabschiede Dich von dem Gedanken, dass das Haus um 06:30 warm sein muss, wenn Du um 06:30 erst mit der Tagheizzeit beginnst. Versuche mindestens im Tagbetrieb jeweils 5-6 h am Stück zu heizen.

Zum Hydraulischen Abgleich:
Beim HA kommt es darauf an, dass dieser fachgerecht durchgeführt wurde. Oft lesen wir hier von durchgeführten HAs, die allerdings zur Totdrosselung der Anlage geführt haben. Eine sog. "Kuhschwanzheizung" ist die Folge.

Insofern sollte erstmal geschaut werden, ob mindestens ein Heizkörper den max. möglichen Voreinstellwert aufweist. Wenn dies nicht der Fall ist, liegt der Verdacht nahe, dass die Anlage tendenziell eher zu stark gedrosselt ist.

Eine Folge sind hohe benötigte Vorlauftemperaturen, um überhaupt eine gewisse Leistung in die Heizkörper zu bekommen. Und die gehen auf den Brennwerteffekt und damit auf die Effizienz Deines Brennwerters. Der sich dadurch einstellende hochfrequente Kurztaktbetrieb geht hingegen auf die Lebensdauer des Brennwerters.

Verfasser:
Zwilling76
Zeit: 17.10.2019 19:49:10
0
2841077
@Texlahoma

zu Deinen 2 Punkten... so langsam wird mir das auch klar. Aber wenn mir das keiner sagt, auch die Fachkraft nicht, woher soll ich das als Laie dann wissen ;-).
Bin ja nun dabei mich damit mehr zu beschäftigen. Ich will auf Dauer eine leise, aber sparsame Heizung haben.

Ich hatte angenommen, dass die neue Heizung schneller meine Räume warm bekommt, wie meine alte Ölheizung. Aber dem ist nicht so, wie Du ja auch bestätigst und ich inzwischen merke.

Nun versuche ich mich ranzutasten und bin echt angetan wieviele hier mir helfen wollen.
Es ist nun einmal ein sehr komplexes Thema.

Zu dem hydraulischen Abgleich. Ich habe mich extra für die Variante B, die teurere entschieden damit der Abgleich nicht von dem Heizungsinst. überschlagen wird, sondern vom Energieberater ausgerechnet wird.
Dieser war auch vor Ort und hat alles ausgemessen. Leider hat er mich nicht gefragt wie ich die Räume beheizen will und die Standardwerte genommen.
Dann hat der Heizungsinst. ja leider die Werte nicht korrekt an den Heizkörpern eingestellt, das kam ja noch hinzu.

Die Werte an den Ventilen sind, wenn ich das jetzt richtig vor Augen habe von 1-10.
Auf jedenfall aber weis ich, dass kein Heizkörper voll aufgedreht ist, es sind alle gedrosselt was den Durchfluss angeht!
Am besten funktioniert der im Arbeitszimmer. Das ist ein kleiner Heizkörper, der eigentlich unterdimensioniert ist aber eben auch die Einstellung 8 hat. Hier habe ich keine Probleme den Raum schnell warm zu bekommen.

Ich merke ja z.b. auch, dass die Heizkörper die ich um 1 erhöht habe, wärmer werden wie vorher. Dagegen scheinen andere aber nicht weniger warm zu werden.
Die 252 l Volumenstrom die der Energieberater ber. hat erreiche ich nur selten wenn wirklich alle Heizkörper voll aufgedreht sind.

Aber energetisch dachte ich, dass ich doch spare wenn ich die Räume die ich nicht soviel nutze auch dementsprechend weniger heize und lieber die Räume in denen ich mich viel aufhalte dementsprechend mehr heize...
Mir scheint inzwischen so, dass die Heizung besser funktioniert wenn alle Räume immer auf dem berechneten Wert (20-23°) stehen.

Somit heize ich Räume, die ich ggf. nur ab und an brauche eigentlich viel zu viel auf.

Verfasser:
Zwilling76
Zeit: 17.10.2019 20:01:43
0
2841091
Noch was zum hydr. Abgleich.
Bei den Heizkörpern Bad, Schlafz., kl. Zimmer und Flur steht in der berechnung als bemerkung „Spreizung > 30 K“ und beim Arbeitszimmer steht „thermisch ungünstige Heizfläche“

Aktuelle Forenbeiträge
Andy G schrieb: Wenn ich mir die aktuellen worst case Werte von 600g/kWh bei der Stromerzeugung anschaue und dann nur einen JAZ von 3 ansetze komme ich pro kWh Wärme auf 200g/kWh anstatt 280g/kWh bei Erdgas. Und das...
BuBu01 schrieb: Die Heizkörper mit dem geringen Volumenstrom haben mir keine Ruhe gelassen und ich habe einen abmontiert und mal genauestens nachgeschaut, versucht Wasser mit dem Gartenschlauch durchzuschicken, durchzublasen.....wenig...
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Verständnisfragen - Einstellungen - Viessmann Vitodens 300-W
Verfasser:
Zwilling76
Zeit: 17.10.2019 20:01:43
0
2841091
Noch was zum hydr. Abgleich.
Bei den Heizkörpern Bad, Schlafz., kl. Zimmer und Flur steht in der berechnung als bemerkung „Spreizung > 30 K“ und beim Arbeitszimmer steht „thermisch ungünstige Heizfläche“
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